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Buchtipp: "Das Walmesser - ein Färöer-Krimi" von C.R. Neilson

Mücke | Der Schotte John Callum, Lehrer, Mitte dreißig, flieht nach einem traumatischen Geschehen in seiner Heimatstadt Glasgow auf die Färöer. Hier will er vergessen und neu anfangen. Ausgerechnet auf den Färöern, einer Inselgruppe auf dem 62. Breitengrad, mit beeindruckender Landschaft, aber auch mit 300 Regentagen im Jahr. Callum trifft auf Menschen, die ihm zu einem Job und einer Unterkunft in Tórshavn verhelfen. Doch trotz harter Arbeit auf einer Lachsfarm und viel Alkohol findet er wegen seiner wiederkehrenden Alpträume und der hellen Sommernächte kaum Schlaf. Eher widerwillig beginnt er eine leidenschaftliche Affäre mit der jungen Künstlerin Karis, misstrauisch beobachtet von deren Vater, einem Pastor, und dem früheren „Freund“ Aron Dam. Nach einem Alkoholabsturz erwacht Callum orientierungslos und nahezu ohne Erinnerung auf einem Fischklotz im Hafen mit einem blutigen Grindaknívur in der Tasche, einem Messer, wie es beim Walfang benutzt wird.
Als Aron Dam am nächsten Tag erstochen aufgefunden wird, gerät – wie kann es anders sein - der „Fremde“ unter Verdacht und sogar Callum selber zweifelt an sich. Hilfe erhält er schließlich von völlig unerwarteter Seite.
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Krimi (184)Färöer (3)Buchtipp (423)
Ein guter Roman, obwohl er sich zu Beginn als zäher Brocken erweist und auch einige Klischees bedient, die dänischen Polizisten zum Beispiel. Und die detailliert geschilderte, blutige Waljagd, das Grindaráp. Bis tatsächlich etwas geschieht, muss sich der Leser durch viele Seiten poetische Landschaftsbeschreibung arbeiten. Ich hatte kein Problem damit, da sie mich an meinen kurzen Aufenthalt auf den Inseln im Sommer 2016 erinnerten. Hohe Berge, sehr viel Grün, bunte Häuser, die Wetterkapriolen und mehr.
Ganz allmählich nimmt das Geschehen Fahrt auf und die Spannung steigert sich. Nach und nach erfährt man, was in Glasgow geschehen ist und gegen welche Dämonen Callum kämpft.
Da auf den Inseln wenig bis gar keine Gewaltverbrechen geschehen, von Diebstahl, alkoholbedingten Schlägereien und häuslicher Gewalt abgesehen, kommen zwei Anzugträger aus dem Mutterland Dänemark angereist, sowie eine CSI-geschulte Spurenfachfrau, die dem färöischen „Columbo“ herablassend zeigen, wo es lang zu gehen hat. Inspektor Broddi Tunheim jedoch, der mit der Fernsehserienfigur nicht nur Regenmantel und Auto gemein hat, löst den Fall auf seine eigene, gänzlich unaufgeregte Weise.
Wer mehr über die Inseln im hohen Norden erfahren will, die den meisten wohl nur wegen ihrer Fußballmannschaft und der grausamen Walhatz ein Begriff sind, sollte diesen Krimi mit dem etwas anderen Schauplatz lesen.
Bibliographische Angaben: Das Walmesser. Von C.R. Neilson. Übersetzt von Ulrich Thiele. Heyne Verlag. 510 S. Euro 14.99
Mehr zum Walfang auf den Färöern:
http://de.wikipedia.org/wiki/Grindadr%C3%A1p

 
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Kommentare zum Beitrag

Margrit Jacobsen
8.930
Margrit Jacobsen aus Laubach schrieb am 22.04.2017 um 11:34 Uhr
Der richtige "Schmöker" bei dem Wetterchen heute!
Ingrid Wittich
20.961
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 22.04.2017 um 13:51 Uhr
Ja, und so mal 2 Wochen färöischen Regen, nicht heftig, aber stetig, täte der Natur hier gut.
Hallo Lieber Leser
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von:  Ingrid Wittich

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Interessensgebiet: Mücke
Ingrid Wittich
20.961
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