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Anita Schneider und Dietlind Grabe-Bolz unterzeichen Willenserklärung für Kulturgenossenschaft Lich

Unterzeichnen eine Willenserklärung für Genossenschaftsanteile der Kulturgenossenschaft Lich (v.l.): Anita Schneider und Dietlind Grabe-Bolz zusammen mit Sabine Wagner und Peter Damm. Bild: Landkreis Gießen
Unterzeichnen eine Willenserklärung für Genossenschaftsanteile der Kulturgenossenschaft Lich (v.l.): Anita Schneider und Dietlind Grabe-Bolz zusammen mit Sabine Wagner und Peter Damm. Bild: Landkreis Gießen
Gießen | Die Kulturgenossenschaft Lich ist zwar noch nicht gegründet, hat aber zwei weitere potenzielle und prominente Mitglieder. Landrätin Anita Schneider und Gießens Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz unterzeichneten im Kino Traumstern eine entsprechende Willenserklärung, Genossenschaftsanteile in Höhe von je 500 Euro übernehmen zu wollen. Finanziert wird die Mitgliedschaft von den Politikerinnen selbst: Es ist ihnen ein privates Anliegen, das Kino zu unterstützen. Bei der Kulturgenossenschaft Lich handelt es sich um eine neue Organisationsform, mit dem das Kino Traumstern als ein bedeutendes soziokulturelles Zentrum im Gießener Land langfristig in seiner Existenz gesichert werden soll.

Bestes Programmkino Deutschlands, eine immer gut besuchte Musik- und Theaterbühne, Keimzelle des Kulturfördervereins „künstLich e.V.“ und nicht zuletzt eine beliebte Gastronomie: Das Kino Traumstern steht seit fast 30 Jahren für weit mehr als eine Leinwand mit Stuhlreihen. Die Kinomacher Hans Gsänger und Edgar Langer kooperierten von Anfang an mit vielen Vereinen, Institutionen und Gruppen in der Region. Als vor mehr als einem Jahr nach dem Teilabriss des Kneipengebäudes das wirtschaftliche Aus drohte, wurde aus dem Umfeld der Traumstern-Freunde die Idee für eine Genossenschaft geboren. Diese steht nun kurz davor, Realität zu werden.

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Ziel ist es, die gesamte Immobilie in der Gießener Straße über einen Erbbaupachtvertrag von der Bitburger Braugruppe zu erwerben, um auf diese Weise das Kino mit seinem umfangreichen Kulturangebot dauerhaft zu sichern. Das Filmkunsttheater, der Kulturverein „künstLich“ und alle angeschlossenen Projekte als auch die Gastronomie mit Biergarten als Gesamtensemble sollen unterstützt, gefördert und weiter entwickelt werden. Der Betrieb des Kinos bleibt von dem Engagement der Genossenschaft unberührt.

„Momentan sind wir bei 100.000 Euro“, berichtet Sabine Wagner. Sie ist eine von zehn Kulturaktiven im Arbeitskreis Genossenschaftsgründung. Ziel sind 100 weitere unterschriebene Willenserklärungen. Neben dem Kauf des Anwesens sollen notwendige Sanierungsarbeiten finanziert und erforderliche Rücklagen gebildet werden. Zu dem Arbeitskreis gehört auch Peter Damm, Vorstandsmitglied des Kulturvereins „KünstLich“ und kulturell stark engagiert. Der Satzungsentwurf sei bereits von einem Fachmann unter die Lupe genommen worden, erläutert er, und auch der Businessplan sei fast fertig. Außerdem fanden bereits Gespräche mit Banken und der Bitburger Braugruppe statt, der die Immobilie gehört. Die Brauerei habe sich bereit erklärt, das Grundstück via Erbpacht als Beitrag zur Kulturförderung zu einem symbolischen Preis zur Verfügung zu stellen. „Unser Ziel ist es, die Genossenschaft noch vor der Sommerpause zu gründen“, sagt Peter Damm.

Bis dahin werden aber noch möglichst viele weitere Unterzeichner für die Absichtserklärung gesucht. Die zwei Politikerinnen wollen mit ihren Anteilen dazu beitragen, dass die Genossenschaft einen soliden Businessplan erstellen kann. „Das Kino Traumstern hat in den drei Jahrzehnten seines Bestehens konsequent an einem weiten Kulturbegriff gearbeitet“, lobt Landrätin Anita Schneider die Arbeit. Nicht nur für die Stadt Lich habe es eine herausragende kulturelle Funktion. „Dieser Kulturstandort ist ein Zentrum für die gesamte Region“, ergänzt Dietlind Grabe-Bolz. Die gebotene Qualität gehe weit über die Grenzen hinaus. Mit ihrer Unterzeichnung der Willenserklärung möchten sie Zeichen für die Wichtigkeit von Kultur in der Region setzen und vor allem weitere Bürgerinnen und Bürger motivieren, Genossenschaftsmitglieder zu werden.

„Das ist keine Spende oder ein Zuschuss. Es ist einfach nur geparkt und kann wieder ausgezahlt werden“, erklärt Edgar Langer, einer der beiden Kino-Betreiber. Zu tun gibt es für die Kulturgenossenschaft genug. So muss die Gastronomie neu verpachtet werden. Aktuell hält Brigitte Naumann, die Gründerin der früheren Gastronomie „Statt Gießen“ an gleicher Stelle, einen provisorischen Betrieb mit einfachen Gerichten sowie Kaffee und Kuchen aufrecht. Größter Handlungsbedarf besteht im Hinterhaus, das derzeit nicht vermietet werden kann, weil die Sanitäranlagen fehlen.

Alle Informationen zur Kulturgenossenschaft Lich sind auf der Internetseite des Projekts unter www.kulturgenossenschaft-lich.de zu finden. Hier befindet sich auch das Formular für die Absichtserklärung als Download.

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Kommentare zum Beitrag

Peter Herold
26.783
Peter Herold aus Gießen schrieb am 25.04.2013 um 18:52 Uhr
Traumstern sollte unterstützt werden
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