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Deutschland geht es doch gut!

von Uwe Lennartzam 16.03.20171613 mal gelesen74 Kommentare
Gießen | Immer wieder höre ich solche oder so ähnliche Aussagen, wenn ich etwas in den bürgerlichen Medien zu dem Thema Armut bzw. ungleiche Verteilung höre. Es gab lange nicht so wenige Arbeitslose wie heute, die Jugendarbeitslosigkeit ist im Vergleich mit anderen europäischen Ländern sehr niedrig, die Zukunftsfähigkeit war noch nie so positiv bewertet wurden, Steuereinnahmen steigen, Deutschland ist eines der reichsten Länder der Welt.

Was sagen die Statistiken?

Das Arbeitseinkommen aller Lohnabhängigen ist seit 2000 nur um 5 Prozent gestiegen, Einkommen aus Vermögen und unternehmerischer Tätigkeit hingegen um 30 Prozent.
50 Prozent der Bevölkerung besitzen keine Ersparnisse und kein privates Vermögen.
Von 1991 bis 2013 stieg die Wirtschaftsleistung um 29 Prozent, das reale Nettoeinkommen für mittlere Haushalte aber lediglich um 12 Prozent. 2013 hatten das untere Drittel der Haushalte nicht mehr als 1991.
22,5 Prozent aller Lohnabhängigen arbeiten im Niedriglohnsektor.
Über 1 Million sind in Deutschland als Leiharbeitnehmer geringfügig beschäftigt (Stand Juni 2016), dies ist ein Anteil von knapp 3 Prozent an der Gesamtbeschäftigung. Sie verdienen pro Monat durchschnittlich etwa 1.300 Euro weniger als Arbeiter und Angestellte insgesamt (42 Prozent weniger).
Knapp drei von zehn Leiharbeitsverhältnissen enden nach weniger als einem Monat; 15 Prozent nach mehr als 18 Monaten (laut Bundesagentur für Arbeit).
Die Armutsquote war noch nie so hoch, sie lag 2016 bei über 15 Prozent (relative Armut bedeutet in Deutschland: weniger als 60 Prozent des mittleren Netto-Haushalts-Einkommens zur Verfügung zu haben, dies sind 917 Euro für einen Single-Haushalt und 1926 Euro für einen Familien-Haushalt mit 2 Erwachsenen und 2 Kindern). Dies sind 12,5 Mio. Menschen, davon 900.000 Kinder (19 Prozent aller Kinder sind somit arm!), 57,6 Prozent aller Arbeitslosen und 15,6 Prozent aller Rentner leben in Armut (dieser Wert ist seit 2005 zehnmal so stark angestiegen wie beim Rest der Bevölkerung). 42 Prozent aller alleinerziehender Eltern leben in Armut.

Und wie geht es den Reichen in Deutschland?

Die 100 reichsten Menschen besitzen ein Vermögen von 428 Mrd. Euro (laut Managermagazin), die reichsten 1 Prozent der Haushalte besitzen 50 Prozent, die reichsten 10 Prozent der Haushalte besitzen 70 Prozent des Gesamtvermögens (Statistisches Bundesamt).
250 Mrd. Euro werden pro Jahr vererbt, aber nur durchschnittlich mit 2 Prozent versteuert.
Reiche leben statistisch gesehen übrigens ca. 10 Jahre länger als Arme.
Und dass diese ungleiche Verteilung in Deutschland stetig zunimmt, zeigt der Gini-Koeffizient. Je höher dieser ist, desto ungleicher ist die Vermögensverteilung. Hier bezeichnet der Wert 0 absolute Gleichverteilung (alle Personen besitzen gleich viel), 1 absolute Ungleichverteilung (eine Person besitzt alles, alle anderen nichts). Der Wert liegt in Deutschland laut Bundesbank bei 0,76, Tendenz seit Jahren steigend.

Welche Auswirkungen hat diese ungleiche Verteilung?

Weil die Einkommensschere in Deutschland seit 1991 immer weiter aufgegangen sei, habe das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2015 um knapp 50 Milliarden Euro niedriger gelegen als bei gleichbleibender Verteilung. Das geht aus einer Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor. Dieser Effekt sei vor allem dadurch zu erklären, dass Bezieher unterer und mittlerer Einkommen weniger in ihre Aus- und Weiterbildung investieren konnten. Auf lange Sicht würden dadurch Produktivität und BIP deutlich geringer wachsen.
Die zunehmende Einkommensungleichheit dämpfe zudem den
privaten Konsum, da Gutverdiener einen größeren Teil ihres Einkommens sparen würden. Das werde nur teilweise dadurch kompensiert, dass auch mehr Geld für Investitionen zur Verfügung stehe. Diese Entwicklung trage mit zu den enormen deutschen Exportüberschüssen bei, die eine potenzielle Gefahr für die Finanzmarktstabilität darstellen.
Ungleichheit bringt ungleiche Verteilung von Freiheit und politischen Einflusschancen mit sich, trägt zu ökonomischer Instabilität bei und untergräbt Teilhabechancen. Dies wiederum führt zu einer Krise der Demokratie und der sozialen Teilhabe.

Wie kann man Einkommens- und Vermögensungleichheit reduzieren?

• Bezahlung von faire Löhnen und Mindestlöhne in Höhe von mindestens 12 Euro pro Stunde, damit auch ein Mindestmaß für die Rente übrig bleibt. Diese muss zum Schutz des Lohnabhängigen stark kontrolliert werden. Verbot von Leiharbeit und Verbot des Missbrauchs von Werkverträgen, Abschaffung der zeitlichen Begrenzung des Arbeitslosengeldes und des Hartz-Systems sowie die sofortige Erhöhung des Rentenniveaus auf 53 Prozent. Verkürzung der Lebens- und Wochenarbeitszeit.
• Chancengleichheit und gleicher Lohn bei gleicher Arbeit für Frauen.
• Erhöhung der Ausgaben für berufliche Qualifikation von Arbeitslosen um 2 Mrd. Euro pro Jahr, Aufstockung der Ausgaben für ALG 2, Sozialhilfe, Wohngeld etc. um 10 Mrd. Euro.
• Bildung und Chancengleichheit für alle.
• Investitionen in die Sanierung und Neubau von Sozialwohnungen, Krankenhäusern, Schulen, Jugendzentren, Kindertagesstätten und in den öffentlichen Nahverkehr.
• Reduzierung der Arbeitslosen mit Schaffung von Arbeitsplätzen: 100.000 im Bau und baunahem Gewerbe, 20.000 LehrerInnen, 10.000 ErzieherInnen, 162.000 Stellen in Krankenhäusern, 10.000 SozialarbeiterInnen.

Wie kann man das finanzieren?

• Faire Besteuerung: Einführung einer Millionärssteuer (Abgabe von 2 Prozent auf alle Vermögen größer als 1 Million Euro), Erhöhung des Spitzensteuersatz. Zur Erinnerung: 1949 ist von der Unionsregierung ein Spitzensteuersatz von 95 Prozent beschlossen worden. Es sei damals klar gewesen, dass die Vermögenden bei den großen gesellschaftlichen Herausforderungen im Lande einen wesentlich höheren Beitrag für die Bewältigung der öffentlichen Aufgaben leisten müssten. Schon 1958 lag der Spitzensteuersatz nur noch bei 53 Prozent, heute bei 45 Prozent.
Bei den ca. 1.140.000 Millionären mit einem Gesamtvermögen von 2.381 Mrd. Euro ergibt dies bei einer 2 Prozent höheren Besteuerung Mehreinnahmen von 47 Mrd. Euro pro Jahr.
• Weniger Rüstungsausgaben: Das Hochrüstungsprogramm in Höhe von 130 Mrd. in 14 Jahren streichen. Dies ergibt 9 Mrd. Euro pro Jahr. Auslandseinsätze streichen ergibt 1 Mrd. pro Jahr, Rüstungshaushalt um 20 Prozent kürzen nochmals 7 Mrd. pro Jahr.
Also alleine diese Maßnahmen ergeben Mehreinnahmen von 64 Mrd. Euro pro Jahr.

Was ist das Fazit?

Der deutschen Wirtschaft geht es gut. Sehr gut. Aber immer mehr Menschen in Deutschland geht es immer schlechter. Und die Ursachen sind nicht bei den Kosten z.B. für Flüchtende zu finden, sondern bei denen, die daran verdienen: Banken, Konzerne, Versicherungen, die Rüstungsindustrie und deutsche Unternehmen, die durch den Zuwachs an billigen Arbeitskräften und der Angst vieler Lohnabhängigen vor weiteren finanziellen Abstieg ihren Profit maximieren können. Und sie werden durch viele Politiker, Medien und unser Rechtssystem unterstützt und protegiert, damit die Gewinnmaximierung auf Kosten der Ärmeren in Deutschland, in Europa und in der ganzen Welt immer weiter gehen kann.
Die Ausgebeuteten des Kapitalismus haben aber dabei eine entscheidende Chance: Sie sind in der Mehrzahl! Und durch Solidarität, Streiks und das Bewusstwerden der gemeinsamen Ziele haben sie eine große Macht. Nutzen wir diese Chance und lasst uns nicht gegeneinander ausspielen.

 
 
 
 
 

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Kommentare zum Beitrag

1.980
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 16.03.2017 um 23:15 Uhr
Gute Analyse!
Marcus Link
383
Marcus Link aus Gießen schrieb am 17.03.2017 um 06:40 Uhr
Das bittere ist, dass die Masse der Wähler solche Analysen nicht genau liest und hinterfragt. Resultat: Viel zu viele Menschen wählen das "Weiter so" oder rechten Bullshit...
Karl-Ludwig Büttel
3.362
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 17.03.2017 um 07:50 Uhr
Herr Link, alle die also nicht die Kommunisten oder die Linken wählen, lesen nicht richtig oder sind nicht in der Lage es zu verstehen? Ein billige Unterstellung.
Etwa 70000000 Menschen in diesem Land geht es GUT. Warum sollen die sich selbst beschneiden.
Verbesserungen sind erforderlich, dass steht außer Frage, auch erlebe ich das Problem der am Rande der Gesellschaft lebenden tagtäglich in meinem Beruf.
Deshalb würde ich aber trotzdem nie auf die Idee kommen nicht mal aus versehen die Linken und noch weniger wegen ihrer Vergangenheit die Kommunisten zu wählen.
1.980
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 17.03.2017 um 09:47 Uhr
Bevor ich aber Herrn Schulz wähle, müsste er doch noch einige wichtige Fragen beantworten. Zum Beispiel, was er gegen den immer mehr ausufernden Lobbyismus zu tun gedenkt. Ob er es richtig findet, dass
Textbausteine in Gesetze eingebaut werden, die von Vertretern betroffener Wirtschaftszweige geliefert werden (Was uns im Fall der cum-ex und cum-cum Geschäfte Milliarden gekostet hat)?
Ob er nicht vielleicht meint, dass Minister mindestens ein Basiswissen zu dem Ressort haben sollten, das sie vertreten?
Solange ich nicht weiß, wie Herr Schulz zu diesen Fragen steht, finde ich es immer noch risikoloser, die Linken oder die Grünen zu wählen, die wahrscheinlich nicht in die Regierung kommen aber hoffentlich eine gute Oppositionspolitik machen werden.
Peter Herold
25.171
Peter Herold aus Gießen schrieb am 17.03.2017 um 11:10 Uhr
So denke ich in etwa auch Frau Barthel.

Ein Punkt in dem Beitrag fiel mir auf. Der Etat für Militärausgaben
soll doch wenn es nach den Vereinbarungen und jetzt insbesondere nach Mister Trump geht, erhöht werden ......

Wie sieht es da aus Herr Lennartz?
Karl-Ludwig Büttel
3.362
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 17.03.2017 um 11:28 Uhr
Genau Herr Herold auf 2% des Brutoinlnandproduktes in der gesamten Nato. In Deutschland beträgt der Etat 1,22,% des Bruttoinlandprduktes. Die USA erhöht nach jetzt vorgelegtem Haushalt sogar um 10% obwohl der Etat dort jetzt schon höher ist, als der fünf darauf folgenden Länder. Unglaublich viel Geld. ""Wir müssen wieder Kriege gewinnen": US-Präsident Donald Trump will die Verteidigungsausgaben um 54 Milliarden Dollar anheben - ein Plus von zehn Prozent." Zitat bei der Haushaltseinbringung.
Dafür spart er im Klimaschutz und bei Außenministerium ......mal sehen ob Trump damit durchkommt. Es gibt auch Gegenstimmen bei den Republikanern.
Peter Herold
25.171
Peter Herold aus Gießen schrieb am 17.03.2017 um 11:35 Uhr
Ich hoffe ja darauf. Nur die Ausführungen von Lennartz sind ja, abgesehen davon, dass hier auch Wahlkampf drinsteckt nicht so ganz verkehrt. Die Reichen werden immer reicher, die Armen bleiben arm und der so genannte Mittelstand wird schon in der roten Liste geführt. Ich unterstelle mal wir zwei gehören dazu.
Karl-Ludwig Büttel
3.362
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 17.03.2017 um 11:52 Uhr
Das stimmnt ich krebse sicherlich am unteren Rand herum. Das ist aber sicherlich kein Grund mit Kommunisten zu paktieren oder diese zu wählen. Da gibt es besser Wege. Ich wähle niemanden der seine Politik aus Dogmatischen Gründen betreibt und das sind die Linken und die Rechten. Alternativen sind wichtig die werden von diesen Grupierungen aber nicht Geboten. Andere Parteien zeigen sich da wesentlich beweglicher und aufgeschlossener. Richtige Alternativen gibt es zur Zeit aber leider nicht. Deshalb weiß ich im Moment nur wen ich nicht wähle....
Peter Herold
25.171
Peter Herold aus Gießen schrieb am 17.03.2017 um 11:59 Uhr
... stimme dem letzten Satz zu, zumal die Kanzlerin momentan die Agenda 2010 so lobt, als ob sie selber diese gemacht hätte. Dabei hat sie sich nur anschließend deren Erfolge auf ihre Fahnen geschrieben. In der so genannten Mitte haben wir zwei Bewerber, die sich nicht mehr so groß unterscheiden.
Rainer Arnheiter
28
Rainer Arnheiter aus Gießen schrieb am 17.03.2017 um 12:03 Uhr
Alles schön und gut - und sei's wie's wolle: Herr Lennartz möge mir ein einziges Beispiel nennen, wo es dem "Volk" unter linken oder kommunistischen Regierungen/Regimes seit Adam & Eva jemals gut gegangen wäre. Nur ein einziges... ;-)
Peter Herold
25.171
Peter Herold aus Gießen schrieb am 17.03.2017 um 12:06 Uhr
Da gibt es keines. Wobei grundsätzlich es gar nicht so schlecht wäre, wenn wir nicht alle Menschen wären.
Karl-Ludwig Büttel
3.362
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 17.03.2017 um 12:07 Uhr
Da wird nichts kommen Herr Arnheiter.....außer einem Zitat aus dem Gießener Echo als Quelle...:)
Rainer Arnheiter
28
Rainer Arnheiter aus Gießen schrieb am 17.03.2017 um 12:25 Uhr
Nachtrag: Ich muß immer etwas schmunzeln, wenn ich von heutigen Linken oder Kommunisten zu hören bekomme, SIE besäßen die Mittel und/oder das Wissen, daß es dem gemeinen Wählervolk wohlergehe...

Beim kürzlichen "Derblecken" der bayrischen Großkopfeten war Frau Dr. S. Wagenknecht im TV zu bestaunen. Unter den üblichen Verdächtigen, auf den Promiplätzen in den vorderen Reihen. Attraktiv und - wie immer - sehr elegant...

Ach, ich oller Miesmacher...! *lach*
1.980
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 17.03.2017 um 12:43 Uhr
Das ist ja richtig: Es gibt zur Zeit keine wählbare Alternative für die, die mit der großen Koalition unzufrieden sind.
Denn gegen den zunehmenden Einfluss der Wirtschaft auf die Politik mit allen negativen Folgen dieser Ausrichtung wird auch Schulz nicht aktiv werden, er hat dieses Thema noch nicht einmal erwähnt.
Auch ich möchte Linke und Kommunisten nicht in der Regierungsverantwortung sehen, obwohl es unter ihnen kluge und integre Menschen gibt. Sara Wagenknecht ist ist zwar intellektuell brillant, aber für mich nicht wählbar.
Peter Herold
25.171
Peter Herold aus Gießen schrieb am 17.03.2017 um 14:39 Uhr
Was ist denn Wählbar? Es läuft doch eh wieder auf eine GROKO raus
Martin Wagner
2.176
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 17.03.2017 um 16:48 Uhr
Herr Büttel schrieb: (...) " Ich wähle niemanden der seine Politik aus Dogmatischen Gründen betreibt und das sind die Linken und die Rechten. "

Herr Büttel - sie werden es nicht fassen - da stimme ich ihnen weitest gehend zu. Die wähle ich auch nicht.

Aber die Zeiten der Parteien geht ja bekanntlich zu Ende. Und damit auch das Ansehen für Menschen, welche nur fähig sind in Dogmas zu denken.

Die Kernaussage bleibt aber - unabhängig ob es Parteien noch gibt oder nicht - bestehen: Wie beseitigen wir das Wirtschaftssystem Kapitalismus möglichst schnell bevor die Reichen in ihrer unstillbaren Gier den Massen der arm Gemachten noch mehr Geld rauben werden?
Marcus Link
383
Marcus Link aus Gießen schrieb am 17.03.2017 um 16:49 Uhr
@ Karl-Ludwig Büttel
Zitat: " alle die also nicht die Kommunisten oder die Linken wählen, lesen nicht richtig oder sind nicht in der Lage es zu verstehen?"
Der Zweite Teil von wegen nicht in der Lage sein ist doch Blödsinn. Das habe ich weder gemeint noch geschrieben.

Es ist keine Unterstellung, sondern logisch, dass sich die Masse der Menschen damit nicht ernsthaft auseinandersetzen mag. Man kann sich nun mal nicht mit allem intensiv beschäftigen, manchmal reichen einem Überschrift und ggf. Einleitung. Geht mir mit einigen Themen auch so.

Fazit: Die Masse der Wähler beschäftigt sich VERSTÄNDLICHER Weise nicht mit solchen Themen und wählen dem zu Folge aus ihrer in diesen Themen wenig informierten Perspektive.... Alles völlig normal!
Uwe Lennartz
80
Uwe Lennartz aus Gießen schrieb am 17.03.2017 um 17:31 Uhr
@ Herr Büttel: Sie fragen, warum sich 70 Mio. in unserem Land, denen es doch gut geht, selbst beschneiden sollen? Ich finde die Frage seltsam, denn darum geht es doch überhaupt nicht. Das Geld haben nicht die 70 Mio. Menschen, warum es den Armen schlecht geht, sondern u.a. die über 1 Mio. Millionäre, die zu besteuern sind.

„Beschneide“ ich mich, wenn ich an meine Mitmenschen denke? Sie haben mich meines Erachtens falsch verstanden, denn es sollen nicht die 70 Mio. Menschen auf irgendwas verzichten oder teilen, es muss die Eigentumsfrage gestellt werden. Haben Sie evtl. Angst etwas hergeben zu müssen?

Auch von den 70 Mio. Menschen wünschen sich die meisten ein konsequentes und kompromissloses Vorgehen gegen Krieg.
Auch von den 70 Mio Menschen wünschen sich die meisten wahre soziale Gerechtigkeit und Fairness.

Auch wenn sich viele Menschen im Moment finanziell zufrieden fühlen, können und wollen sie nicht ihre Augen vor den Ungerechtigkeiten in diesem Land und auf dieser Welt verschließen, die sie heute schon genauso bedrohen und morgen betreffen können. Wenn man nicht nur nach seinem eigenen Wohlergehen schaut und nicht nur aus Egoismus handelt, nennt man das Verhalten übrigens "sozial".

Und somit gibt es für mich eine erstrebenswerte und lebbare Alternative zu dem hier herrschenden Kapitalismus, der einzig und allein die Profitmaximierung mit den Mitteln der Ausbeutung der Lohnabhängigen als Ziel hat: eine sozialistische Gesellschaftsordnung, die die Widersprüche in unserer heutigen kapitalistischen Gesellschaft auflöst und Ausbeutersysteme abschafft.

@ Herr Herold: Die Frage nach den Militärausgaben ist ja schon von Herr Büttel beantwortet wurden. Das Hochrüstungsprogramm der NATO soll Deutschland 130 Mrd. Euro in den kommenden 14 Jahren kosten. Dies zu streichen, ergibt eine Ersparnis von ca. 9 Mrd. pro Jahr.
Sie schreiben in ihrem Kommentar, dass "die Kanzlerin momentan die Agenda 2010 so lobt, als ob sie selber diese gemacht hätte. Dabei hat sie sich nur anschließend deren Erfolge auf ihre Fahnen geschrieben". Welche Erfolge hat ihrer Meinung nach die Agenda 2010? Und besonders für wen?

@ Herr Arnheiter: Eine andere bessere Welt ist möglich! Es gab und gibt viele gute Ansätze, die dies beweisen: das Gesundheits- und Bildungswesen, sowie Wohnraumkonzepte z.B. in Kuba. Trotz Embargos und kapitalistischer Hetze wird jedem Bürger kostenlose medizinische Versorgung und Bildung garantiert. Auch in der DDR gab es viele positive Errungenschaften. Warum sind die meisten davon nach der Übernahme durch die BRD nicht beibehalten wurden? Und dass es dem "Volk" im Kapitalismus nicht gut, im Gegenteil sogar immer schlechter geht, ist hier wohl unbestritten. Und ich bin fest davon überzeugt: Eine bessere Welt ist möglich!
Peter Herold
25.171
Peter Herold aus Gießen schrieb am 17.03.2017 um 17:41 Uhr
Die Agenda wurde vielfach, noch vor der Kanzlerin lobend erwähnt. Leider wurde sie, die Agenda verändert im Interesse des so genannten Kapitals, um abhängig Beschäftigte für weniger Geld und in ungewissen Beschäftigungsverhältnissen halten zu können.
Dadurch sanken die Lohnkosten und Deutschland hatte dadurch einen Wettbewerbsvorteil, für den wir immer wieder angemahnt wurden.
Stefan Walther
4.051
Stefan Walther aus Linden schrieb am 17.03.2017 um 18:09 Uhr
Lieber Rainer ( ich bleibe mal beim "Du", da "Du" unter einem anderen Beitrag "Lieber Stefan" geschrieben hattest :-),

ein einziges Beispiel, dass es dem Volk im Sozialismus - so müsste die Frage konkret lauten - gutgegangen ist? Da fällt mir mit Sicherheit im Gegensatz zu Uwe Lennartz nicht das heutige Kuba ein, aber sicherlich ging es auch dort dem "Volk" nach der Revolution zig-fach besser als unter der Diktatur davor, das kannst Du doch nicht ernsthaft abstreiten Rainer.
Aber jetzt mal genauer = hast Du Dich jemals mit den Verbesserungen für die breite Masse - sprich für das Volk - in den ehemals sozialistischen Ländern beschäftigt? Wir können gern darüber diskutieren welche Errungenschaften es dort gab, wer das Sagen hatte, wie der Lebensstandard sprunghaft stieg usw. usf.
Rainer Arnheiter
28
Rainer Arnheiter aus Gießen schrieb am 17.03.2017 um 18:15 Uhr
@ Herrn Lennartz: Aha! "...viele gute Ansätze...", z.B. in Kuba und auch in der DDR... Zwei längst bankrotte, bis in ihre Grundfesten komplett gescheiterte Systeme. Ich fürchte, lieber Herr Lennartz, das können Sie nicht sehr vielen von uns wirklich schmackhaft machen...
Rainer Arnheiter
28
Rainer Arnheiter aus Gießen schrieb am 17.03.2017 um 18:22 Uhr
@ Stefan: Nöö, lieber Stefan - laß mal gut sein :-) Was Kuba anbelangt, so kann ich nicht mitreden. Aber über die "Errungenschaften" in der ehemaligen DDR habe ich mich eine Zeit lang recht intensiv informieren dürfen. Offen gestanden: Kein Bedarf. Sorry... :-)
Stefan Walther
4.051
Stefan Walther aus Linden schrieb am 17.03.2017 um 18:50 Uhr
Ja, das habe ich auch, engste Verwandtschaft aus der ehemaligen DDR.... genau das ist das Problem = wer die DDR ( nach der Zerstörung des Sozialismus ) als Beispiel nimmt für "Errungenschaften des Sozialismus", der hat die Schnauze natürlich von solch einem "Scheinsozialismus" ( besser von einem "bürokratischen Kapitalismus" ) gestrichen voll. Aber = die Anfangsjahre waren voller Energie, voller Elan nach dem Wunsch einen sozialistischen Staat aufzubauen... und vieles wurde - wenn auch nur vorübergehend - zum Wohle des Volkes auch umgesetzt.

Was ich jedoch konkret meinte = ca. 4 Jahrzehnte Sozialismus in der Sowjetunion, ca. 3 Jahrzehnte in China, um nur 2 Beispiele zu nennen, da lohnt es schon sich mit den "Errungenschaften"(!) zu beschäftigen.
Stefan Walther
4.051
Stefan Walther aus Linden schrieb am 17.03.2017 um 18:54 Uhr
@ viele = also auf den Blödsinn " 70 Millionen geht es in Deutschland gut", da gehe ich beim besten Willen nicht ein. Wer das behauptet, der hat entweder keine Ahnung von den Einkommensverhältnissen ( geschweige den Vermögensverhältnissen ) in Deutschland, oder er findet es schon "gut", dass sich der Arbeiter / Angestellte mit den Brosamen, die ihm der Kapitalist hinwirft, zufrieden geben soll....
Michael Beltz
6.692
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 18.03.2017 um 08:30 Uhr
Herr Büttel, nun haben Sie sich in Ihrer eigenen Ideologie gefangen. Das Motto heißt: Uns geht es gut. Dieses dogmatische Denken soll wohl diejenigen lähmen, denen es nicht gut geht. Lesen Sie mal Berichte vom aritatischen Wohlfahrtsverband, Berichte über Kinderarmut - selbst BILD berichtet über Armut in Deutschland.
In Hungen scheint die Welt in Ordnung. Blicken Sie mal über den Tellerrand. Sie sind doch sonst ein realistischer Mensch.
Martin Wagner
2.176
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 18.03.2017 um 08:30 Uhr
Ja Stefan, da besteht bei vielen Mitbürgern ein erhebliches Informationsdefizit. "Keine Ahnung" mag als Ergebnis davon stimmen, aber entscheident ist doch, ob jemand sich informieren will oder nicht.

UND

Ob die arm Gemachten in größerer Anzahl dazu bereit sind offen über ihre immer größeren Armut zu reden. Nicht die absolute Armut, sondern die Armut die zwangsweise entsteht, wen Geld was ihnen noch vor ein paar Jahren zur Verfügung stand (und was heute hinten und vorne nicht reicht) nicht mehr da ist.

Menschen in Hartz IV und Grundsicherung müssen in der Realität also nicht nur "Ebbe im Geldbeutel", sondern dazu auch noch ein (oft nicht selbst verschuldeten) Abstieg erfahren. Glaubt mir - darauf können sie verzichten.

Beispiel: Neulich waren wir bei der Giessener Montagsdemonstration im "Traschmodus" (immer nur Flugblätter verteilen und diskutieren strengt an ...). Da erzählte ich, dass ich am Tag vorher mit meiner Lebensgefährtin in einem Giessener Lokal essen war. Und zwar mit so einem Gutscheinheft (das kostet unter 20 Flocken und bei 3 bis 4 Besuchen lohnt sich schon der Kauf des Heftes). Reaktionen: Das kannst du dir leisten? Ein Mitdemonstrant hat so wenig Geld, dass er schon seit Jahren nicht mehr in einem Lokal essen war und ein Anderer freut sich schon immer einige Tagen vorher, wenn er einmal im Monat ein bestimmtes Essen (nach meiner Einschätzung schmackhaft aber nicht übig) in einem bestimmten Giessener Lokal zu sich nehmen kann.

Also was soll die Diskussion über den besten Staat zur Verwirklichung der sozialistischen Ideen? Völlig verkopft und abgehoben. Wir Alle müssen das Wirtschaftssystem beseitigen - in unserem Land genau so wie weltweit und jetzt damit anfangen und für alle Zeiten.

Die Arbeiter müssen dabei voran gehen, denn wie heisst es schon in einem alten Arbeiterlied: ... die Befreiung der Arbeiter kann nur das Werk der Arbeiter sein!
Stefan Walther
4.051
Stefan Walther aus Linden schrieb am 18.03.2017 um 09:36 Uhr
Martin, ich will die Diskussion nicht schon wieder von vorne lostreten, ABER = so lange es Menschen gibt wie Rainer Arnheiter ( und davon gibt es sehr viele! ), die bei Sozialismus immer sofort den Vergleich zur DDR ( nach der Zerstörung des dortigen Sozialismus ) u.a. anderen ziehen und so lange es auf der anderen Seite noch die "ewigen DDR - Nostalgiger" gibt, die uns den "Real existierenden Sozialismus" als Sozialismus verkaufen wollen = so lange besteht die Pflicht eines jeden Sozialisten Aufklärung zu betreiben... das ist nicht "kopflastig", das ist absolute Notwendigkeit!
1.980
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 18.03.2017 um 09:59 Uhr
Und hier entfernt sich die Diskussion so weit von der Realität, dass man nur sagen kann: Träumt weiter in Eurer Parallelwelt!
Peter Herold
25.171
Peter Herold aus Gießen schrieb am 18.03.2017 um 11:45 Uhr
@ Martin: "
Die Arbeiter müssen dabei voran gehen, denn wie heisst es schon in einem alten Arbeiterlied: ... die Befreiung der Arbeiter kann nur das Werk der Arbeiter sein! "

Das ist Schnee von Gestern. Diese klassische Arbeiterklasse gibt es m.E. nicht mehr. Daher rede und schreibe ich immer nur noch von >Abhängig Beschäftigten<

Überall auf der Welt wird mit Robotern experimentiert, die selbständig einfache Arbeiten erledigen können.

Ade Arbeiterklasse.

Ach ja. Nur zur Info. Auch ich stand einst am Schraubstock und Amboss.
Karl-Ludwig Büttel
3.362
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 18.03.2017 um 11:58 Uhr
Herr Beltz ich denke durch meine Arbeit im Bereiche der Drogen - und Obdachlosenhilfe und Menschen ohne Status ist mein Blick über den Telerand weit genug.
Frau Barthel hat es richtig beschrieben Sie Leben in einer Scheinwelt oder Parallelwelt aber nicht in der Realität.
Ja es gibt viele Menschen die so denken wie Herr Arnheiter ich gehöre auch dazu und die Masse der Menschen die ich kenne und das sind einige.
Herr Walter nicht das Vermögen und das Einkommen alleine entscheidet ob es einem gut geht. Wie kann man nur so materiell denken. In der Gesamtbetrachtung geht es den Menschen in Deutschland gut und besser wie in fast allen anderen Ländern dieser Welt.
Verbesserungen und Veränderungen sind sicher erforderlich aber nicht in einer Realitätsfremden Umsetzung. Die Gesamtheit muss gesehen werden und nicht immer die eigenen Ziele und Wünsche in den Vordergrund stellen. Bei all dem Palaver hier wird doch wieder der Mensch der Hilfe benötigt völlig vergessen, weil es um die bescheuerten Prinzipien der verschiedenen politischen Ausrichtungen geht.
Stefan Walther
4.051
Stefan Walther aus Linden schrieb am 18.03.2017 um 12:04 Uhr
...und Frau Barthel weiss wie so oft allein was die "Realität" ist, ja, so ein bisschen Selbstbewußtsein hat noch niemandem geschadet... träume weiter ( seit wann sind wir beim "Du"? ) vom "sozialen" Kapitalismus oder der angeblichen "sozialen Marktwirtschaft"...

Peter, falsch, es ist nicht entscheidend ob der Arbeiter im "Blaumann" seine Arbeit macht oder als hoch qualifizierter Spezialist u.a. Maschinen bedient und überwacht. Entscheidend ist, dass er Teil des Industrieproletariats ist ( Kern der Arbeiterklasse ), und das Industrieproletariat wächst(!) weltweit enorm, vor allem in den neuen Industrieländern wie z.B. in Indien... also "nix Schnee von gestern"!
Peter Herold
25.171
Peter Herold aus Gießen schrieb am 18.03.2017 um 12:49 Uhr
Ich wiederhole nur Roboter die auf dem Vormarsch sind. Natürlich müssen die auch hergestellt werden. Aber dazu werden sicher nicht Millionen von "Werktätigen" benötigt.

Ich kann sie nicht verstehen diese Träume im Gestern.

Das mit dem "Proletarier aller Länder vereinigt euch"
1.980
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 18.03.2017 um 14:29 Uhr
Herr Walther, ich habe geschrieben:"Träumt weiter!"
Das ist Plural, und ich habe nicht Sie allein gemeint, sondern die Vertreter einer bestimmten Denkrichtung insgesamt.
Ich würde es natürlich nie wagen, Sie persönlich zu duzen!
Peter Herold
25.171
Peter Herold aus Gießen schrieb am 18.03.2017 um 14:46 Uhr
Du ist in der Arbeiterklasse aber Normalität:-)
Nun aber genug der Worte gewechselt, .lasst Taten sprechen ......
Stefan Walther
4.051
Stefan Walther aus Linden schrieb am 19.03.2017 um 10:06 Uhr
Ich will es mal nicht so hart ausdrücken wie Frau Keiner, aber etwas merkwürdig ist es doch schon = wo bleiben denn die konkreten Lösungsvorschläge? ( das richtet sich nicht nur an Frau Back ).

Im übrigen, da ich ja kein Träumer bin = wer "morgen" etwas Neues aufbauen will, der muss sich mit dem "Heute" beschäftigen und das "Gestern" analysieren... alles andere läuft auf Träumereien und Wunschdenken hinaus...

Kurz zu Herrn Büttel: wahrscheinlich können Sie das nicht nachvollziehen, aber wie Martin Wagner schon zitierte =
"Erst kommt das Fressen, dann die Moral!"
Martin Wagner
2.176
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 19.03.2017 um 13:18 Uhr
Peter H. schrieb: " (...) Ich wiederhole nur Roboter die auf dem Vormarsch sind. Natürlich müssen die auch hergestellt werden. Aber dazu werden sicher nicht Millionen von "Werktätigen" benötigt. Ich kann sie nicht verstehen diese Träume im Gestern. Das mit dem "Proletarier aller Länder vereinigt euch" (...) "

Peter das Thema hatten wir vor etwa zwei Jahren schon einmal bei einer anderen Kommentarkolonne.

Ich bleibe dabei: Wenn all jene Menschen die von den Kapitalisten zu Freiberuflern, Angestellten, Selbstständigen, Ich-AGlern und was es so noch gibt in den letzten Jahrzehnten bewusst gemacht wurden (um die Arbeiterklasse zu schwächen) wieder zu den Arbeiter gezählt werden, dann sind auch in der BRD (und nicht nur weltweit gesehen) die Arbeiter die Mehrheit. Der Begriff Proletarier mag verstaubt klingen (darüber zu streiten ist eher nebensächlich) aber was schon immer galt gilt heute auch noch: ... alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will .....!

Dabei Peter geht es doch nicht darum, dass immer weniger Arbeiter in den Fabriken sind, sondern darum, dass in meinen Augen nur Arbeiter durch die Unterbrechung der Produktionsketten Druck auf die Kapitalisten entwickeln können.

Ich halte mich für kein Träumer. Die Kapitalisten werden nicht durch Wahlen beseitigt. Wenn wir Arbeiter (im erweiterten Sinn) die parlamentarische Mehrheit errungen haben wird der aggressive Teil der Kapitalisten die Faschisten gegen uns marschieren lassen. Da bin ich mir sicher.

Wie beim Kapp-Putsch hilft dann nur das geschlossene Auftreten der Arbeiter(klasse) um dem Spuk ein Ende zu bereiten. Die Form dürfte zumindest ein Generalstreik sein. Dabei wiederum müssen die Fabriken, Betriebe, Baustellen,Transportwege .... etcetera "zu sein". Ein unterstützender Streik der Angestellten, Selbständigen, Beamten etc. wäre sinnvoll, aber diese Bevölkerungskreise verfügen meiner Meinung nach nicht über die materiellen Mitteln alleine den Machtkampf für sich zu entscheiden.

Also von "hinten gedacht". Wer ernsthaft die Macht der Kapitalisten beseitigen will wird nicht um die Arbeiter "herum können".
Klaus Stadler
4.940
Klaus Stadler aus Reiskirchen schrieb am 19.03.2017 um 14:49 Uhr
Guter Spruch von einem bekannten Menschen: Die Arbeiter bei Opel warten nicht auf den Sozialismus,sie warten auf den Feierabend.
Peter Herold
25.171
Peter Herold aus Gießen schrieb am 19.03.2017 um 15:07 Uhr
Ich sag es mit Angies Worten: "Alternativlos"

Lieber Martin zu deinem letzten Kommentar. Das ist es was ich als "Traum" bezeichne. Wo ist den bei uns in Deutschland ein "starker Arm" oder ein "Generalstreik"?

Das bekommen die in Frankreich, Italien oder anderswo hin. Aber nicht bei uns in Deutschland und ergo! Ist der "Kapitalismus" hier bei uns so stark.
Peter Herold
25.171
Peter Herold aus Gießen schrieb am 19.03.2017 um 15:35 Uhr
Alternativen müssen ja nicht real werden ...
Peter Herold
25.171
Peter Herold aus Gießen schrieb am 19.03.2017 um 15:40 Uhr
" Eine Veränderung, für die ich mich seit geraumer Zeit engagiere, ist z.B. das bedingungslose Grundeinkommen."

Ist denn Hartz IV nicht schon so etwas ähnliches?
Stefan Walther
4.051
Stefan Walther aus Linden schrieb am 19.03.2017 um 17:52 Uhr
Schön Frau Back, das ist doch mal ne klare Ansage. Dass dabei die kleinen etwas überheblichen Seitenhiebe nicht fehlen dürfen, nun ja, darüber kann man denken was man will, ich werde sie in meiner Antwort ignorieren.

Sie haben auch meiner Ansicht nach einiges aufgeführt was unter dem Begriff "Reformen" durchaus sinnvoll und erstrebenswert ist. Ich nehme jetzt nur ein einziges Beispiel, nicht nur weil es Ihre Lieblingsvision ist, die "Autofreie Stadt": ja, das würde mehrere Verbesserungen für viele Menschen bedeuten, völlig richtig, ganz zu schweigen vom Nutzen für die Umwelt! Auch richtig, was schert uns dabei der evt. geringerer Absatz von PKWs, es gibt genügend ( auch ) anderes sinnvolleres zu produzieren statt Autos, also auch dem Arbeiter müsste das keineswegs schaden, er könnte an anderer Stelle einen Job finden... Nur, und da ist dann aus meiner Sicht der Haken, warum wird das so nicht funktionieren? Sie vergessen eines bei Ihren Ausführungen, und daran ändern die besten Bürgerbewegungen nichts, das ist die Machtfrage, wer hat das Sagen, wem gehören die Produktionsmittel, wer bestimmt darüber was produziert wird...?

Kein einziges grundlegendes Problem ist heute noch innerhalb des kapitalistischen Systems zu lösen, und das gilt gerade in Bezug auf die Umweltfrage, ohne die kapitalistische Produktionsweise zu verändern wird die Welt unwiderruflich in eine globale Umweltkatastrophe schlittern... ein anderes Beispiel wäre die akute Gefahr eines 3. Weltkrieges...

Dass Ihnen noch niemand sagen konnte / wolte was nach dem Kapitalismus kommen soll / kommen wird, das ist einfach falsch Frau Back, das wurde hier schon zig-fach dargestellt. Wie lange dies noch dauern kann, das kann natürlich niemand vorhersagen, nur eines steht fest = wenn man in geschichtlichen Epochen denkt ( von der Sklavenhalterherrschaft bis zum heutigen Kapitalismus ), dann ist der Kapitalismus noch nicht allzu lange das weltweit bestimmende Gesellschaftssystem, also diese Aussagen "wann kommt denn endlich die angekündigte Revolution der Arbeiter", die sollte man schon richtig einordnen, denn sie wird kommen....

auch der Versuch der Zusammenfassung:
- Reformen ja, auf jeden Fall zu fördern und zu unterstützen, aber nich die Illusion verbreiten, dass sie die "Lösung" sein können.
- ja, auch immer das eigene Verhalten überprüfen, verändern usw., aber nie vergessen wer die Hauptverursacher sind, z.B. der Umweltverschmutzung
- Unterstützung jeder Selbstorganisation der Menschen / der Massen wie z.B. Bürgerbewegungen, Gewerkschaften usw., aber nie denken, sie könnten im Rahmen des kapitalistischen Gesellschaftssystems Fragen wie z.B. die nach einer tatsächlichen "Gerechtigkeit" lösen.

( das Bedingungslose Grundeinkommen ist keine Forderung der Gewerkschaften, auch keine der Arbeiterbewegung... sie wird hauptsächlich getragen von kleinbürgerlich-intellektuellen Kreisen )
Peter Herold
25.171
Peter Herold aus Gießen schrieb am 19.03.2017 um 18:09 Uhr
... und wer wird es letzten Endes bezahlen? Stefan. Dieses Grundeinkommen muss doch von jemanden erwirtschaftet werden und wer ist das? Da kommt dann wieder die Masse der Abhängig Beschäftigten ins Spiel. Das ist für mich keine Lösung.
1.980
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 19.03.2017 um 19:44 Uhr
Nein, Herr Herold, Hartz IV ist alles andere als ein bedingungsloses Grundeinkommen.

Die Vorschläge von Herrn Wagner in Bezug auf mögliche Verhaltensweisen im Sinne von positiven Veränderungen könnte ich durchaus unterstützen.
Ich teile auch die Einschätzung, dass sich die Machtverhältnisse ändern müssen. Aber dazu bedarf es keiner Revolution, sondern zielgerichteter Reformen. Als Bürger sollten wir ihm Rahmen der demokratischen
Grundsätze unsere Meinung äußern und auch Druck aufbauen.
Evolution statt Revolution!
Das bedingungslose Grundeinkommen wird sich hoffentlich durchsetzen, und die finanzielle Belastung wird sich in Grenzen halten, wenn man bedenkt, welcher Aufwand zur Zeit betrieben wird, um die Betroffenen zu überwachen und zu bestrafen. Zum Glück gibt es ja inzwischen nicht Wenige, die sich gegen ungerechtfertigte Sanktionen zur Wehr setzen und vor Gericht sogar gewinnen! Was für eine Verschwendung von Ressourcen!
Unsere Gerichte sind ebenso überlastet wie die Sachbearbeiter der Jobcenter!
Bei einem bedingungslosen Grundeinkommen könnten die sich auf ihre eigentliche Aufgabe konzentrieren, nämlich geeignete Arbeitsangebote und geeignete Qualifizierungsangebote für diejenigen zu suchen, die arbeiten wollen und können!
Peter Herold
25.171
Peter Herold aus Gießen schrieb am 19.03.2017 um 20:24 Uhr
Die Botschaft liebe Frau Barthel hör ich wohl, nur mit dem Glauben an die Umsetzung hapert es noch.
Nur wird an das Grundeinkommen wirklich keine Bedingung geknüpft?
Kann ich mir einfach nicht vorstellen. Dann könnte js Hartz IV entfallen. Nur dann fällt doch auch der Zwang zum Arbeiten weg. ????
Stefan Walther
4.051
Stefan Walther aus Linden schrieb am 19.03.2017 um 22:16 Uhr
Nun Frau Back, so wie der Kapitalismus auf den Feudalismus gesetzmäßig folgen musste, so wird der Sozialismus den längst überholten Kapitalismus ablösen, soweit zum Grundsätzlichen.
Auf die ganzen "Bedenkenträger" usw. gehe ich jetzt nicht ein, auch die Feudalherren wollten nicht wahrhaben dass ihre Zeit abgelaufen war...

Wie soll er nun aussehen, dieser Sozialismus? Wie gesagt, einiges wurde bereits mehrfach dargestellt, vor allem die Frage der herrschenden Klasse = im Gegensatz zu allen vorangegangenen Gesellschaftssystemen wird nicht mehr eine kleine Minderheit über die überwältigende Mehrheit herrschen, sondern umgekehrt, das ist das Wichtigste. Vergesellschaftung, und damit Abschaffung, des privaten Eigentums an den Produktionsmitteln, Produktion nicht für Streben nach Maximalprofit sondern zur Befriedigung der Bedürfnisse der Menschen in Einheit mit der Natur. Ja, es wird weiterhin einen Zwang geben, wer nicht arbeitet soll auch nicht essen, jedem nach seinen Fähigkeiten - jedem nach seiner Leistung ( Unterstützung von nicht / nicht mehr Arbeitsfähigen ist selbstverständlich ).
Und warum sind die Erfahrungen des "gestern" dabei so wichtig? = aus gemachten Fehlern lernen: Kontrolle von "oben und unten", vor allem Kontrolle derer, die in der notwendigen Bürokratie / Verwaltung tätig sind...
= Überwindung der Trennung von Hand- und Kopfarbeit
= Überwindung der Widersprüche zwischen Stadt und Land
es gäbe noch viel mehr was man hier nennen könnte, u.a. die Bereiche Kultur, Bildung, Erziehung usw. usf.

Alles Utopie, alles Fantasterei? = nein, alles schon dagewesen!
Funktioniert halt auf Dauer nicht? = jedes neue Gesellschaftssystem - auch der Kapitalismus - erleidet Rückschläge, scheitert vorübergehend.... bis es sich endgültig durchgesetzt hatte / durchsetzen wird.
Stefan Walther
4.051
Stefan Walther aus Linden schrieb am 19.03.2017 um 23:12 Uhr
noch ne kleine Ergänzung Frau Back zu Ihrer Frage "was machen dann die ganzen ehemaligen Kapitalisten?" = na endlich arbeiten, was denn sonst :-)
Rainer Arnheiter
28
Rainer Arnheiter aus Gießen schrieb am 19.03.2017 um 23:41 Uhr
Schwadronieren, schwadronieren...

55 Beiträge inzwischen im Thread, meine inklusive...

Und: Ich bin kein bisschen schlauer :-) *lach*...
1.980
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 20.03.2017 um 00:01 Uhr
Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen? Ein inhumaner Wahlspruch, auch wenn nicht arbeitsfähige Menschen trotzdem unterstützt werden sollen.
Ich bin auch der Meinung, dass wir zu einem anderen Denken, und zu einem anderen Wertesystem kommen müssen, und nicht mehr vom ökonomischen Nutzen als dem höchsten Wert ausgehen dürfen. Den ökonomischen Nutzen aber ganz außer acht zu lassen, wäre ebenfalls falsch und würde zu
Verarmung und Verelendung führen.
Wenn man aus früheren Fehlern lernen will, sollte man auch sehen, dass Revolutionen in der Regel nicht zu weniger Zwang geführt haben, und ebenfalls nicht zu einer gerechteren Verteilung von Reichtum und Macht,
sondern nur dazu, dass sich eine führende Kaste von Revolutionären das alles mit den dazugehörigen Netzwerken zu Eigen gemacht haben, und in der Folge für die breite Bevölkerung Zwang und Ungerechtigkeit noch zu genommen haben.
Ein bedingungsloses Grundeinkommen würde es den Menschen ermöglichen, ohne Existenzangst unzumutbare Arbeitsverhältnisse ab zu lehnen, und so auch für die, die arbeiten, bessere Bedingungen schaffen.
Im Moment ist die Abschaffung des Kapitals ohnehin völlig unrealistisch
Im Gegenteil, wir erleben, dass der Staat immer mehr Schlüsselkompetenzen
an private Firmen oder Firmenkonglomerate abgibt. Eine schleichende Selbstentmachtung der Politik zugunsten des Kapitals mit Hilfe von Freihandelsverträgen, Privatisierungen, bzw. funktionalen Privatisierungen wie gerade jetzt bei den Autobahnen und den immer einflussreicher werdenden Lobbyismus.
Diese Entwicklungen sollte man mit allen legalen Mitteln zu verhindern suchen , und in diesem Bereich hat die SPD bisher total versagt, und ich habe wenig Hoffnung, dass sie unter einem Kanzler Schmidt wesentlich
anders agieren wird.
Meine persönliche Lösung ist, dass ich mich bei einigen NGOs engagiere.
Am Ende laufen Ihre Vorstellungen doch auf ein System von Zwang und
Kontrolle hinaus, ein System, das kulturelle Bevormundung ausübt und
die Menschen so deformiert und infantilisiert, wie wir es in der DDR beobachtet haben.
Und wenn Sie von den Errungenschaften der kommunistischen Diktaturen sprechen, so muss ich Ihnen entweder Zynismus oder Blindheit vorwerfen.
Diese" Errungenschaften" wirken auf einen Großteil unserer Bevölkerung so abschreckend, dass die Linke ganz sicher auch ihre vernünftigeren und humaneren Ideen nicht erfolgreich vertreten kann, so lange sie derartige Thesen vertritt.
1.980
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 20.03.2017 um 00:19 Uhr
Korrektur: Ich meine natürlich, unter einem Kanzler Schulz
Stefan Walther
4.051
Stefan Walther aus Linden schrieb am 20.03.2017 um 06:30 Uhr
Sie können ja gern Ihre Meinung hier äußern Frau Barthel, so wie alle anderen auch, nur eine Bitte = lassen Sie doch einfach mal die Unterstellungen und nehmen Sie es so wie es gesagt / geschrieben wird.
Ihre Ansichten sind meiner Meinung nach teilweise anarchistische Wunschvorstellungen "alle machen was sie wollen, und wer halt nicht arbeiten will, der soll es halt lassen..." und haben mit der Realität nicht das Geringste zu tun...

Tja Rainer, besser "Lieber Rainer", was erwartest du? Ein Patentrezept, eine Schablone, die man immer wieder verwenden kann? Ja, ich finde auch, es ist jetzt genug, die etwas öden Wiederholungen beginnen so allmählich wieder...
Karl-Ludwig Büttel
3.362
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 20.03.2017 um 08:37 Uhr
Gesellschaftssysteme ändern sich. So wird sich auch das jetzige Gesellschaftssystem im Laufe der Zeit verändern und möglicherweise durch ein anderes System ersetzt. Die Systeme werden und wurden von Menschen benannt. In der Realität ist der Kern der Systeme immer gleich. So lange es dieses Planeten gibt, gab es Gewinner und Verlierer, Reiche und Arme, Starke und Schwache. Das wird sich auch in einem anderen gearteten System nicht ändern. Was auf den Kapitalismus folgt muss nicht zwangsläufig der Sozialismus sein. Ein Revolution wird es, das ist zumindest mein momentaner Eindruck nicht geben und darf es auch nicht geben, weil uns die Geschichte lehrt, dass dies selten ohne Gewalt einhergeht. Wer von Revolution faselt muss auch diesen Teil mit hinzurechnen ob dass der Wille ist bezweifele ich. Was kommt, kann dann alles sein, eine Diktatur, ein Militärregierung, Chaos, natürlich auch eine Form von Sozialismus oder sonst etwas. Das weiß keiner da auch keinerlei Richtungsweisende Vorschläge gemacht werden. Nur Forderungen kann man lesen aber keine Lösungen. Mein Eindruck ist das auch hier der Menschen wieder völlig vergessen wird. Bei einem Systemwechsel oder einer gewünschten Veränderung macht es doch nur Sinn die Menschen im gesamten zu gewinnen und nicht einzelne Gruppierungen. Dazu scheint aber keine der zurzeit handelnden politischen Parteien in der Lage zu sein.
Gemeinsam sollte man die Forderungen erarbeiten und umsetzen. Inhaltlich dürften allen Protagonisten die hier Schreiben gar nicht so weit auseinander liegen nur der Lösungsweg ist ein anderer. Ein Lösungsweg mit den Menschen ohne Gewalt wäre mein Wunsch.
Auch ich persönlich bin für ein:
• Bedingungsloses Grundeinkommen
• Freie Bildung vom Kindergarten bis zur Universität
• Kostenloser öffentlicher Nahverkehr
• Bezahlbaren Wohnraum
• Schutz des Eigentums
• Vermögenssteuer ab einem Einkommen von 150.000 €|
• Krankenversicherung für Alle (keine Privaten mehr)
• Alle Zahlen Beiträge in das Sozialversicherungssystem: Beamte, Selbstständige Angestellte, Berufspolitiker
• Verantwortung Deutschland innerhalb der EU und der NATO
• Verstärkte Entwicklungshilfe bzw. Stopp der Ausbeutung von Drittländen
• Stärkung des Wirtschatstandortes Deutschland um auch die Wünsche zu finanzieren
• Leistung honorieren, Gleiche Entlohnung bei gleicher Leistung
Sicherlich nicht vollständig, sondern in der Kürze mal ein Brainstorming.
1.980
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 20.03.2017 um 09:27 Uhr
Ja, dem kann ich mich auch anschließen!
Uwe Lennartz
80
Uwe Lennartz aus Gießen schrieb am 20.03.2017 um 12:17 Uhr
Dem kann ich mich nicht anschließen. Diese "Lösungsansätze" oder "Wünsche" hören sich teilweise gut an (wobei ich persönlich besonders die Verantwortung Deutschlands in der NATO und die Stärkung des Wirtschaftsstandortes Deutschland völlig widersprüchlich mit den anderen Zielen sehe), aber sie sind halbherzig und der Weg dahin ist immer noch nicht beschrieben. Hier wurde gesagt, er soll am besten ohne Gewalt vollzogen werden. Auch ich lehne Gewalt als Mittel ab. Aber wie erreichen wir nun die Umsetzung der genannten „Wünsche“? Wie Stefan Walther meiner Meinung nach völlig richtig ausführte: „Kein einziges grundlegendes Problem ist heute noch innerhalb des kapitalistischen Systems zu lösen, ... ein anderes Beispiel wäre die akute Gefahr eines 3. Weltkrieges...“ Es stellen sich für mich grundlegende Fragen: wird es eine soziale Gerechtigkeit (wie wir sie uns wünschen) innerhalb diesem existierenden Kapitalismus geben? Wie wird sich unsere Gesellschaft in den nächsten Jahren verändern? Werden wir durch mehr außerparlamentarische politische Partizipation oder durch die Entwicklung von gerechteren Modellen zu mehr Gerechtigkeit gelangen? Wie werden wir diese Welt (Natur, Klima, Krieg/Frieden, soziale Gerechtigkeit...) unseren Kindern und den nächsten Generationen überlassen?
Um diesen Prozess, den ich in meinem Artikel beschrieben habe, aufzuhalten und ihn in eine gänzlich andere Richtung zu lenken, wird es nur einen Lösungsansatz geben: Kampf.
Keine Errungenschaft bei den sozialen Grundrechten ist den Lohnabhängigen und Unterdrückten jemals geschenkt wurden. Verbesserungen der Arbeitszeiten, Verbesserungen im Arbeits- und Gesundheitsschutz, das Recht auf Bildung und Chancengleichheit – alles musste erkämpft werden. Der Kampf beginnt dabei mit dem Hinterfragen von gegebenen Zuständen, zu informieren, Bewusstsein zu schaffen, zu diskutieren, zu überzeugen, Bündnisse zu suchen, sich mit Gleichgesinnten zu solidarisieren, sich nicht spalten zu lassen und sich nicht von faulen Kompromissen und halbherzigen Reformen und Zugeständnissen blenden zu lassen. Und es geht um den Kampf gegen den Kapitalismus und seinen eskalierenden Auswüchsen. Ja, es geht um die Abschaffung des Kapitalismus. Und wir müssen uns bewusst sein: dieser Kampf wird im Kapitalismus von den Herrschenden mit allen erdenklichen Mitteln geführt, um ihre Macht und ihr Profit zu bewahren und zu verteidigen.
Es wird nicht nur weitere Kriege geben, sondern wir befinden uns schon lange im Krieg: Im Inneren wird Krieg gegen die eigene Bevölkerung in Form von Ausbeutung und Unterdrückung geführt. Völlige „Flexibilität“ ist angesagt, ständige Verfügbarkeit der Arbeitskräfte entsprechend der Nachfrage – möglichst mit hochqualifizierten, vielfältig einsetzbaren, unterbezahlten und ständig abrufbaren „Freiberuflern“, Teilzeit- und Leiharbeitern. Arbeitszeiten, Arbeitsrhythmus und Bezahlung werden immer weiter an die Bedingungen des „Marktes“ angepasst.
Und nach außen wird inzwischen in der ganzen Welt Krieg mit deutscher Beteiligung geführt. Kriegseinsätze sind die Folge des politischen Willens der herrschenden Klasse in der Bundesrepublik, ihrer Regierung und der sie tragenden politischen Parteien. Sie werden zielgerichtet begangen. Nach der Aggression gegen Jugoslawien in den 1990er Jahren, dem Afghanistankrieg seit 2001 ist die Beteiligung an der Seite der andern imperialistischen Mächte am Krieg gegen Syrien schon der dritte militärische Einsatz der Bundesrepublik Deutschland gegen das Selbstbestimmungsrecht der jeweiligen Völker entsprechend der Charta der Vereinten Nationen. Hinzu kommt der subversive Einsatz politischer und ökonomischer Mittel gegen die Ukraine, gegen Libyen, Ägypten, in Afrika, die Waffenlieferungen an destabilisierende Kräfte in aller Welt usw. Und wenn es vielen nicht bewusst sein sollte: Es werden weitere Kriege, nach innen wie nach außen, folgen. Und wenn wir dabei den Blick von Deutschland auf die ganze Welt erweitern, können wir nicht abstreiten, dass der weltweite herrschende Kapitalismus diese Welt in eine bedrohlich eskalierende Phase gebracht hat.
Mit diesem Bewusstsein und dem Wissen, dass sich nichts Grundlegendes ohne Kampf ändern wird, müssen wir jetzt aufstehen, unseren (vorgegaukelten) Komfortbereich verlassen und etwas tun: nämlich kämpfen. Die eigene Angst vor Veränderungen überwinden und den Kampf um gemeinsame Ziele auf die Straße bringen, demonstrieren, streiken, die Stimme erheben, laut und unnachgiebig. Und das können wir nur zusammen. Umso mehr umso besser. Die Ausgebeuteten des Kapitalismus sind in der Mehrzahl und haben somit eine sehr große Macht.
Lasst uns dabei nicht von rechtspopulistischen Marktschreiern oder irgendwelchen halbherzigen Wahlversprechen in die Irre führen. Frei nach Ernst Thälmann: „Wir sagen nicht: Wählt eine bestimmte Partei, dann habt ihr Brot und Freiheit. Wir sagen, um Brot und Freiheit müsst ihr kämpfen!“
Stefan Walther
4.051
Stefan Walther aus Linden schrieb am 20.03.2017 um 12:43 Uhr
Auch wenn ich sicher nicht mit allem einverstanden bin was Uwe Lennartz schreibt, so zeigt auch sein letzter Kommentar doch deutlich auf, dass es nicht um Reformen und Reförmchen gehen kann, sondern um grundsätzliche Veränderungen... und wie Herr Büttel schon richtig feststellte = wieso soll ausgerechnet das Gesellschaftssystem Kapitalismus das Ende der Geschichte sein? Doch, es wird der Sozialismus als nächste geschichtliche Epoche darauf folgen, dies ist zumindest für diejenigen klar, die sich mit dem historischen Materialismus beschäftigt haben... ja sicher, das muss erst noch bewiesen werden, vielleicht erleben wir es ja noch...

Eines wird hier in der Diskussion auch deutlich = was ist das doch für ein erbärmliches, völlig überholtes System, wenn man sich hier Gedanken macht wie Millionen arme, von der Gesellschaft abgehängte Menschen, am besten eine Grundsicherung erhalten sollen, ob nun Sozialhilfe, Bedingungsloses Grundeinkommen, Hartz IV... sie alle könnten einen Beitrag leisten ( zur Klarstellung = natürlich ausgenommen der Kranken, Alten, nicht Arbeitsfähigen... ) für die Gesellschaft, ein ausgefüllten Leben führen, jenseits vom Almosenempfänger... aber dafür ist in einer Gesellschaft, in der nur das Profitstreben zählt, einfach kein Platz. Und da nutzen auch die schönsten Forderungen nichts, daran wird sich im Kapitalismus nichts ändern...

Zur immer wieder auftauchenden Frage der Gewalt = wer hat schon Interesse daran etwas mit Gewalt zu verändern = niemand! Aber wem wurde bisher immer die Gewalt von wem aufgezwungen wenn er sich gegen Unterdrückung und Ausbeutung zur Wehr setzte?
103
Julius Epstein aus Gießen schrieb am 20.03.2017 um 13:23 Uhr
"Die Arbeiter bei Opel warten nicht auf den Sozialismus, sie warten auf den Feierabend. "
In diesem großartigen Satz lässt sich doch die ganze Diskussion zusammenfassen.
1.980
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 20.03.2017 um 14:43 Uhr
Man sollte sich von der Alternative Kapitalismus oder Kommunismus verabschieden. Von der realen Entwicklung in den ehemals sozialistischen Ländern ist sie schon längst ad absurdum geführt worden.
In China z.B .haben wir heute einen Art Staatskapitalismus, der wirtschaftlich sehr erfolgreich ist, auf Kosten einer großen Zahl quasi rechtloser Wanderarbeiter. In anderen ehemals sozialistischen Ländern kehrt man zur Ideenwelt des 19. Jahrhunderts zurück. In der sind, auf andere Weise , die Kommunisten ja auch stecken geblieben.
Heute stehen wir vor ganz anderen Herausforderungen. Wie wird sich zum Beispiel der Arbeitsmarkt im digitalen Zeitalter verändern?
Viele Tätigkeiten werden wegfallen, viele Arbeitsplätze verloren gehen.
Warum sollte man da darauf beharren, dass jeder arbeiten muss?
Wenn man Produkte einfach mit dem 3D- Drucker selbst herstellen kann,
was wird mit den Arbeitsplätzen in der Produktion? Sie werden weitgehend verschwinden. Und im Dienstleistungsbereich werden viele Tätigkeiten von
Robotern übernommen werden.
In diesen Entwicklungen liegen Gefahren, aber auch Chancen für die Menschen, die ihnen ausgesetzt sein werden.
Anstatt über Ideologien zu diskutieren, die den menschlichen Bedürfnissen nach Eigenständigkeit und Vielfältigkeit nicht gerecht werden, sollten wir versuchen, den Problemen der Gegenwart gerecht zu werden und auch in die Zukunft zu denken.
Den aus dem Ruder gelaufenen Kapitalismus zu zähmen wäre die erste Aufgabe, und dazu bedarf es vielleicht tatsächlich einer Revolution, aber einer Revolution des Denkens, mit Verstand statt mit Gewalt.
Karl-Ludwig Büttel
3.362
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 20.03.2017 um 16:08 Uhr
Da bin auch ich ganz bei Frau Back und Frau Barthel. Denken ist besser wie Kämpfen.
Stefan Walther
4.051
Stefan Walther aus Linden schrieb am 20.03.2017 um 16:18 Uhr
Meines Erachtens kommt nichts mehr Neues!? ( ich schliesse mich da natürlich mit ein! )
Ich berufe mich auf den historischen Materialismus Frau Back, das hatten Sie wahrscheinlich überlesen, und die Entwicklung der bisherigen Geschichte / Gesellschaftssysteme...

Ja, und das mit dem "Zähmen des Kapitalismus", das hatten wir jetzt auch schon so oft, dass mir dazu auch nichts Neues als Antwort einfällt... träumen Sie weiter Frau Barthel, und die, die Ihnen zustimmen, aber es wird ein Traum bleiben...

Die hier gerade über die Opel-Arbeiter sich auslassen, ausgerechnet über eine der kampfstärksten Belegschaften in Deutschland, die kennen die Opel-Arbeiter wahrscheinlich auch nur vom "Hören-Sagen"...
Bernd Zeun
9.857
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 23.03.2017 um 00:32 Uhr
Wo ist denn Frau Back schon wieder? Ihr Kommentar war doch ganz vernünftig.
Karl-Ludwig Büttel
3.362
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 23.03.2017 um 00:41 Uhr
Vernunft zählt hier wohl nicht mehr.
1.980
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 23.03.2017 um 09:45 Uhr
Herr Zeun, das frage ich mich auch. Ich glaube mich auch zu erinnern, dass es in dieser Diskussion schon 70 Beiträge gab, und dann nur noch 60.
Muss man also davon ausgehen, dass alle Beiträge von Frau Back hier gelöscht wurden?
Damit bin ich nicht einverstanden. Ich habe Frau Back früher oft kritisiert, aber zuletzt hat sie vernünftig und konstruktiv argumentiert!
Stefan Walther
4.051
Stefan Walther aus Linden schrieb am 23.03.2017 um 10:02 Uhr
Es ist sehr ärgerlich wenn - nicht zum ersten Mal - Kommentare "verschwinden" und dadurch andere Kommentare in der Diskussion merkwürdig und sinnlos erscheinen... ja, es sind alle Kommentare von Frau Back gelöscht, wahrscheinlich ihr ganzes Profil...

Man kann nur spekulieren warum, ich gehe aber nicht davon aus, dass dies etwas mit ihren Kommentaren hier unter diesem Beitrag zu tun hat!? Da ich nur die wenigsten Beiträge hier in der GZ verfolge werde ich mich an Spekulationen nicht beteiligen...
Karl-Ludwig Büttel
3.362
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 23.03.2017 um 11:12 Uhr
Ja die Beiträge sind nicht mehr vorhanden.
Ja es ist ärgerlich wenn der Verlauf einer Diskussion derart verfälscht wird.
1.980
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 23.03.2017 um 12:39 Uhr
Ich möchte an die Redaktion appellieren, Beiträge nicht mehr zu löschen, ohne eine Erklärung dazu ab zu geben.
Wilfried Bucher
202
Wilfried Bucher aus Gießen schrieb am 23.03.2017 um 13:19 Uhr
Fragen Sie einfach Herrn Büttel.

Er, Frau Back, Frau Gebauer u.a. liefern hier, dem Verhaltenskodex der GZ geschuldet, zivilisierte Beiträge ab, aber wer sich die Mühe macht zu googeln, findet unter dem Suchbegriff Twitter Mitlachzeitung oder Twitter DieNina oder Twitter Gerhard_gebauer einen menschenverachtenden Müll sondergleichen.
Wer sich ein paar Stunden Zeit nimmt, findet unglaubliches.

Ein Beispiel von Gerhard Gebauer:
"Frau Bille Trollfunkel sucht gerade wieder die GZ heim. Besoffski und strunzdumm.

Auch über das baldige Ablegen von Herrn Herold wird kräftig spekuliert. Machen Sie sich kurzfristig Screenshots, der Müll wird sicherlich bald verschwinden.
Bernd Zeun
9.857
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 23.03.2017 um 13:32 Uhr
Die Diskussionen in der GZ ufern oft genug in Bereiche aus, die mit dem Ursprungsbeitrag nichts mehr zu tun haben. Da muss man nicht noch die Inhalte anderer Plattformen ins Spiel bringen, Herr Bucher, zumal man sich auch noch Stunden dafür Zeit nehmen soll.
Wilfried Bucher
202
Wilfried Bucher aus Gießen schrieb am 23.03.2017 um 13:34 Uhr
Frau Barthel fragte nach einer Erklärung und die andere Plattform bezieht sich überwiegend auf GZ-Beiträge.
Karl-Ludwig Büttel
3.362
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 23.03.2017 um 14:21 Uhr
Diese andere Plattform wurde hier auch schon mehrfach kommuniziert und nennt sich Twitter. Twitter bezieht sicherlich nicht überwiegend auf die GZ .
Da es sich auf Bekanntes bezieht findet man auch nichts Unglaubliches.
Es gibt übrigens im Internet viele Blogs die sich auf die GZ und andere Foren beziehen das ist völlig normal.
Sie persönlich finden dort auch Beachtung. Sicherlich interessant für den geneigten Leser.
1.980
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 23.03.2017 um 19:30 Uhr
Für mich ist das sicherlich nicht interessant. Ich denke auch, dass eine Sperrung in der GZ nur möglich sein kann wegen Inhalten, die auch in der GZ
veröffentlicht wurden.
Karl-Ludwig Büttel
3.362
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 24.03.2017 um 07:42 Uhr
Sperren oder einen Ausschluss gibt es aus verschiedenen Gründen , ebenso wie dann das Ausscheiden auf eigenen Wunsch.
Martin Wagner
2.176
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 24.03.2017 um 08:47 Uhr
Frau Barthel schrieb am 20.3.:

" (...) Den aus dem Ruder gelaufenen Kapitalismus zu zähmen wäre die erste Aufgabe, und dazu bedarf es vielleicht tatsächlich einer Revolution, aber einer Revolution des Denkens, mit Verstand statt mit Gewalt. (....) "

Ich weiss nicht, ob sie Frau Barthel älter sind als ich, also muss ich vorsichtig sein um nicht als "Besserwisser ohne Lebenserfahrung" rüber zu kommen, aber ein ABER sei mir erlaubt.

Warum propagiere ich so vehement den Kampf gegen das Wirtschaftssystem namens Kapitalismus?

Eben, weil ich (nicht nur älter bin ....) sondern weil ich gerade das Hirn eingeschaltet habe. Von meiner Erziehung, von meinem soziokulturellen Hintergrund ... etc. bin ich doch gerade ein "da müssen wir einmal drüber reden" und kein "Haudrauf".

Gerade das Denken hat mich doch dazu gebracht, dass nur eine Beseitigung des Systems etwas am Elend in der Welt (auch dem Elend bei uns in der BRD) ändert.

Kapitalismus ist von seinem Wesen her nicht "zu zähmen". Profitstreben auf Kosten anderer Menschen ist und bleibt die Alles beherschende Maxime. Sollte irgendwelche Bestrebungen gegen diese Maxime nicht nur auf dem Papier stehen, sondern - wie heisst das neudeutsch - "wirkmächtig werden", dann nur weil sich der Widerstand gegen dieses menschenverachtende System organisiert hat und für kürzere Zeit die Realität beeinflussen konnte.

Ich kann mir langatmige Wiederholungen sparen. Wie steht zu recht am Ende des Artikels:

" (.....) Banken, Konzerne, Versicherungen, die Rüstungsindustrie und deutsche Unternehmen, die durch den Zuwachs an billigen Arbeitskräften und der Angst vieler Lohnabhängigen vor weiteren finanziellen Abstieg ihren Profit maximieren können. Und sie werden durch viele Politiker, Medien und unser Rechtssystem unterstützt und protegiert, damit die Gewinnmaximierung auf Kosten der Ärmeren in Deutschland, in Europa und in der ganzen Welt immer weiter gehen kann.
Die Ausgebeuteten des Kapitalismus haben aber dabei eine entscheidende Chance: Sie sind in der Mehrzahl! Und durch Solidarität, Streiks und das Bewusstwerden der gemeinsamen Ziele haben sie eine große Macht. Nutzen wir diese Chance und lasst uns nicht gegeneinander ausspielen. "
1.980
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 24.03.2017 um 09:31 Uhr
Nichts gegen Streiks, Petitionen und Bürgervereinigungen. Da mache ich auch mit.
Nur bin ich dagegen, ein ungerechtes System gegen ein noch schlechteres einzutauschen.
Ich meine, zu diesem Beitrag gibt es jetzt wirklich genug Kommentare.
An anderer Stelle wird das Thema sicher immer wieder diskutiert werden.
Auf ein Nächstes also!
Stefan Walther
4.051
Stefan Walther aus Linden schrieb am 24.03.2017 um 12:19 Uhr
Lass es gut sein Martin, bringt nichts! Wer nicht der Meinung von Frau Barthel ist, der ist "zynisch", "blind", "ohne Verstand", "denkt nicht nach" usw. Und dass der Sozialismus ein "noch schlechteres System" sei, das wird dann auch als angebliche "Wahrheit" hier versucht zu verkaufen... ist aber auch nichts Neues, nichts was verwundern sollte = es ist typisch für einen Teil der kleinbürgerlichen Schicht, sie schwankt hin und her, kritisiert die "Auswüchse" des Kapitalismus, versucht trotzdem krampfhaft ein untergehendes System zu heilen... und hat eine große Abscheu vor allem Neuen, vor allem wenn es um die vollständige Umkehr des Derzeitigen geht, das Unterste nach oben kehren?, da fährt dem Kleinbürger oft der Schreck in die Glieder... dann doch besser nur Streiks, ( unverbindliche ) Petitionen und Bürgervereinigungen... Hauptsache der Rahmen des "ungerechten" ( das geben sie selbst ja noch merkwürdiger Weise zu ) Systems wird nicht angetastet...

In einem Punkt gebe ich jedoch Frau Barthel recht = es gibt hier jetzt wirklich genug Kommentare, mal sehen ob Sie sich jetzt immer noch selbst an ihre eigenen Worte hält :-)
Rainer Arnheiter
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Rainer Arnheiter aus Gießen schrieb am 25.03.2017 um 11:24 Uhr
@ Frau Barthel, bzw. Herrn Walther:

"...zu diesem Beitrag gibt es jetzt wirklich genug Kommentare..."

Dann möchte ich noch einen Kommentar hinzufügen dürfen...

Genug - oder nicht genug: Ernüchternd bleibt, daß wir kein Jota klüger geworden sind...

Schlußkommentar: Jetzt ist Schluß. Für mich. :-)
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Uwe Lennartz
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