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Buseck und der Unternehmer - oder ' Die Katze ist aus dem Sack'

von Ulrich Nassam 07.03.20201847 mal gelesen3 Kommentare
Buseck | Auch die politische Wirklichkeit ist voller Überraschungen, die nicht vorhersehbar sind. Die denkwürdige Geschichte der geplanten Osterweiterung der Firma Wiesecker liefert in dieser Woche einen bemerkenswerten Beleg für diese Weisheit. Man kann die Story einen 'echten Knaller ' nennen, oder sie vielleicht treffender als Skandal bezeichnen.

Der so überaus auf sein Saubermann-Image erpichte Unternehmer U. Heinrich ließ einfach mal ganz locker seine Maske fallen. Völlig entgegen seiner gewohnten zur Schau gestellten Fürsorge für die Gemeinde Buseck und seiner möglicherweise nur kalkulierten Großzügigkeit gegenüber Angestellten, Bürgern und Vereinen verkündete er diese Woche in den Medien gänzlich unerwartet den Verkauf seiner Firma. Er tat es in selbstgefälliger Manier, ohne einen Hauch moralischer Bedenken und offenbar auch in der Gewissheit, einen echten Coup gelandet zu haben. Hut ab vor so viel Chuzpe.

Eine rationale Analyse der 'Wiesecker-Geschichte' führt zu folgenden einfachen Ergebnissen. Heinrich betrieb zwei Projekte parallel. Er musste einerseits die Mandatsträger der Gemeinde Buseck für seine
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geplante 'Osterweiterung' gewinnen. Mit Hinweis auf Arbeitsplätze und Gewerbesteuer gelang dies fast mühelos. Dem erpresserischen Druck konnten die Politiker nicht widerstehen. Von Anfang an muss er siegessicher gewesen sein, denn gleichzeitig suchte er nach einem Käufer für seine Firma. Die Osterweiterung wird damit aus der heutigen Sicht zu einem Projekt der Wertsteigerung beim geplanten Verkauf. Den 'Wunschpartner' fand Heinrich nach eigenen Worten in einem französischen Großkonzern,
der in den letzten Jahren in Deutschland durch einige große Akquisitionen auffiel.
Was das für Buseck bedeutet, ist derzeit völlig offen.

Alle am bisherigen Prozess der Entscheidungsfindung beteiligten Personen müssen sich nun mit der neuen Situation auseinandersetzen. Dabei können sie zum Urteil kommen, dass sich nichts ändert durch den Verkauf. Klüger wäre es aber, z.B. genauestens zu überprüfen, wie hoch die eingeplanten Steuereinnahmen in Zukunft noch real ausfallen könnten. Großkonzerne mit Sitz im Ausland sind bekannt dafür, dass sie trickreich mit Gesetzesparagraphen umzugehen wissen.
Das wird für die Gemeinde ein unkalkulierbares Spiel, wahrscheinlich eine Nummer zu groß.

Schon der bisherige Umgang der Politiker mit den gut begründeten Sorgen der betroffenen Bürger hat großen Schaden angerichtet. Ein Fachanwalt für Baurecht wurde inzwischen beauftragt, die Anwohner zu vertreten. Die Chancen stehen nicht schlecht. Noch ist es möglich, dass die Gemeinde endlich die begründeten Proteste der Anwohner ernst nimmt.

Die gewählten Mandatsträger sollten endlich erkennen, dass der Unternehmer auch mit ihnen überaus unfair und respektlos umgegangen ist. Man könnte das deutlich drastischer formulieren. Grund genug, dieses inakzeptable Projekt nicht Realität werden zu lassen. Noch ist es nicht zu spät.

Man sagt den spirituellen Denkern Indiens zu Recht große Weisheit nach. Es wäre zu wünschen, dass der Bürgermeister unserer Gemeinde von seiner Reise ins ferne Land davon viel Inspiration mitbringt . . . ins Busecker Schloss und ins Gemeindeparlament. Dann könnte noch alles gut werden.

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Kommentare zum Beitrag

Nicole Freeman
10.704
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 08.03.2020 um 09:09 Uhr
uh das schreit ja. es erinnert mich an einen möbelbauer aus der pfalz. hier wurde die firma erst stückweise von einem holzwerkstoff lieferanten in die knie gezwungen. dieser hatte zuvor firmenanteile gekauft und sichergestellt das seine platten benutzt wurden. dann wurde die produktion teilweise nach Osteuropa outgesourced. dann kam es zu ,,lieferverzögerungen,, da die rohmaterealien nicht zeitnah geliefert wurden. man verlohr kunden und die insolvents stand ins haus, trotz voller auftragsbücher. die firma wurde kaputt gemacht und dann zu guten konditionen an ein internationales unternehmen verkauft, das zufällig auch vom gleichen rohmatereal lieferanten beliefert wird. jetzt ist in der pfalz nur noch Verwaltung und Vertrieb des Global Players in Sachen Kinder- und Jugendzimmer. Der Firmensitz ist in der Türkei. Steuern werden wohl nicht mehr in die Pfälzer kasse gehen.
Ulrich Nass
70
Ulrich Nass aus Buseck schrieb am 08.03.2020 um 09:55 Uhr
Das könnte für Gemeinde schlecht dumm laufen, was die zukünftigen Steuereinnahmen betrifft. Ein echtes Risiko.
Ulrich Nass
70
Ulrich Nass aus Buseck schrieb am 08.03.2020 um 11:48 Uhr
Kauderwelsch mein Kommentar !?
. . . das könnte für die Gemeinde dumm laufen . . . sollte das ganz einfach heißen.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Ulrich Nass
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