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Erstes Treffen der Bürgerinitiative im Musikerviertel am 4.12.17

Laubach | Fazit: Ihre Unterschrift ist wichtig, denn bis auf weiteres gilt der Aufstellungsbeschluss ohne die notwendigen Einschränkungen. Abgabefrist für das Bürgerbegehren endet am 03.01.2018.

Vor rund 40 Teilnehmenden stellte der Pressesprecher der BI, Andreas Wenig, den Stand und Umfang des Bauprojektes auf dem Gelände des Singalumnates anhand der öffentlich zugänglichen Pläne vor und erläuterte die kritischen Punkte wie Bauhöhe, Stellplätze und Verkehrssituation.

In der anschließenden sehr sachlich geführten Diskussion bekräftigten alle Teilnehmenden die Wichtigkeit, die Unterschriftenaktion fortzuführen, denn bis auf weiteres gilt der Aufstellungsbeschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 08.11.17, und zwar ohne die notwendigen Einschränkungen.

Das begonnene Bürgerbegehren sei das einzige Mittel, den kontroversen Aufstellungsbeschluss aufzuheben, denn in den weiteren Verfahrensschritten verringern sich die Möglichkeiten der Einflussnahme auf die Ausgestaltung des Bebauungsplanes deutlich“, so Wenig.
„Wenn aus den Versprechungen verbindliche Zusagen werden und der Beschluss geändert wird, könnte das Projekt doch auch mit Zustimmung der Anlieger realisiert werden“, resümiert Wenig.

Unverständnis äußerten die Teilnehmer über die Aussage des Bürgermeisters in der Pressemitteilung vom 4.12. darüber, dass die Dimension der geplanten Anlage nun deutlich reduziert werden könne. Dazu Wenig: “Wir gehen davon aus, dass mit der deutlichen Reduzierung der Anlage nicht die von uns geforderte Gebäudehöhe auf zwei Voll- und ein Staffelgeschoss gemeint ist, sondern lediglich die Anzahl der geplanten Gebäude.” Aber auch diese Information aus dem Rathaus sei nicht neu, da ohnehin zunächst nur die drei hinteren Gebäude fertiggestellt werden sollten.
“Unsere Forderung, die Gebäudehöhe auf maximal zwei Voll- und ein Staffelgeschoss zu begrenzen, ist für den Schutz des gebietsprägenden Charakters des Musikerviertels in seiner geschichtlich gewachsenen Form unerlässlich“, betont Vorstandsmitglied Elvira Pesch. Aber auch eine Reduzierung der Wohn- und Gewerbeeinheiten sei im Hinblick auf den ruhenden und fahrenden Verkehr notwendig. Durch eine inzwischen ins Spiel gebrachte Einbahnstraßenregelung im Musikerviertel in Verbindung mit einer zweiten Zu- bzw. Abfahrt über die Brahmsstraße in die Kurze Hohl schaffe man aber neue Probleme in Bereichen, die heute vom fließenden Verkehr nahezu unberührt seien.

„Wegen der Bodenbeschaffenheit und der Topografie muss bezweifelt werden, dass auf dem Areal ausreichend Stellplätze für die Gebäude in der aktuell geplanten Anzahl und Höhe zur Verfügung gestellt werden können“, führt Wenig aus.

Ein Hinweis aus dem Publikum bekräftigte diese Zweifel: Da Laubach in einem Vulkangebiet liege, in dem sich volumenträchtige Basaltvorkommen insbesondere an den Ausläufern des Ramsberges befänden, könnten sowohl der Bau der Tiefgarage als auch eine Unterkellerung der Gebäude zu erheblichen Problemen führen. Auch die alten Alumnatsgebäude seien wohlweislich ohne Unterkellerung errichtet worden.“

Die Vorstandsmitglieder sprachen sich eindeutig für die Beseitigung der Bauruine und eine Nachnutzung des Areals für eine Wohnbebauung aus. Allerdings wurde im Verlauf des Abends deutlich, dass das aktuelle Projekt keine angemessene Lösung für einen sinnvollen und nachhaltigen Beitrag zur Verbesserung der Wohnungssituation in Laubach darstelle.

Zum Stand und Verlauf des Bürgerbegehrens berichtet Burkhard Götzl, Vorstandsmitglied und Vertrauensperson im Bürgerbegehren, über eine sehr breite Unterstützung aus der Kernstadt und aus den Ortsteilen knapp eine Woche nach Beginn der Unterschriftenaktion. Es seien rund 3.000 Info-Flyer in Laubach und teilweise in den Ortsteilen verteilt worden. Die Organisatoren setzen hauptsächlich darauf, dass die Listen im Freunds-, Bekannten- und Familienkreis der Unterstützer verteilt werden. „Um jeden zu erreichen, der uns mit seiner Unterschrift unterstützen möchte, bringen wir die Listen auf Wunsch bei den Menschen zu Hause vorbei (Kontakt: bi-musikerviertel@gmx.de). Bitte achten Sie auch darauf, dass die Listen korrekt und vollständig ausgefüllt werden, damit ihre Stimme nach den rechtlichen Bestimmungen auch zählt“, appelliert Götzl.

Auf schriftliche Anfrage des BI-Sprechers an den Bürgermeister wurde die Abgabefrist für das Bürgerbegehren inzwischen bestätigt. Die Unterschriftenlisten müssen bis spätestens Mittwoch, 03.01.2018, eingereicht werden.

 
 

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von:  Andreas Wenig

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Andreas Wenig
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