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1. Mai in Gießen – Kampftag der Arbeiterklasse

von Michael Beltzam 01.05.20201973 mal gelesen7 Kommentare
Gießen | Eröffnet wurde die von der DKP angemeldete Kundgebung mit anschließender Demonstration von Henning Mächerle. Anwesend neben der DKP (Deutsche Kommunistische Partei) waren ARAG (Antifaschist-Revolutionäre Aktion Gießen, ABG (Antifaschistische Basis Gießen), das Internationalistische Bündnis sowie die Kurden mit je einem Redebeitrag.

Die Auflagen des Ordnungspolizei wurden eingehalten: Abstand, Mundschutz und alle Reden wurden von der gleichen Person vorgetragen. (Im Gießener Parlament durfte jeder selbst reden mit einer Plastik über dem Mikrofon)

Es wurde übereinstimmend festgestellt, dass die jetzige Krise bereits lange vor Corona begann und jetzt die Pandemie zum Anlass genommen wird, demokratische und Arbeiterrechte einzuschränken und die Unternehmen mit Milliardenpaketen gerettet werden sollen. Einig waren sich die gut 100 Teilnehmer im notwendigen Kampf gegen Krieg, Rüstung und daraus folgende Armut, gegen den Kapitalismus:

„Wir sagen: Wer von der Krise spricht, darf vom Kapitalismus nicht schweigen.
Wer grundsätzlich etwas ändern will, muss den Kapitalismus bekämpfen und überwinden. Auch dafür gehen wir am 1. Mai auf die Straße und deswegen sind wir heute hier!“ (aus dem Redebeitrag der DKP)

Für mich war schon erschreckend, dass die Funktionäre des DGB anscheinend den 1. MAI verschlafen hatten. Ich bin seit mehr als 50 Jahren in einer DGB Gewerkschaft und bleibe drin.

 
 
 
 
 

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Kommentare zum Beitrag

Stefan Walther
4.775
Stefan Walther aus Linden schrieb am 01.05.2020 um 16:00 Uhr
Erstmal danke, auch im Namen des Internationalistischen Bündnis Gießen, dafür dass die Genossinnen und Genossen der DKP die Initiative ergriffen hatten für einen "kämpferischen 1. Mai" auch 2020 auf der Straße!
Es war eine gute und sehr diszipliniert durchgeführte Kundgebung / Demo. Für mich war es sehr positiv zu sehen und zu hören dass die verschiedenen Redebeiträge, Plakate und Transparente viel Übereinstimmung gerade in einer antikapitalistischen Richtung hatten, eine gute Grundlage um auch zukünftig gemeinsam zu agieren...
Das mit den Redebeiträgen, gehalten nur von einer Person, das fand ich keinesfalls negativ oder störend, es war unter den erforderlichen Gesundheitsschutzmaßnahmen angemessen - und der Redner hat dies aus meiner Sicht hervorragend gemacht, alle Redebeiträge, egal von wem, wurden mit dem gleichen Engagement vorgetragen, Respekt!

Ob die ( örtlichen ) DGB-Funktionäre ( neben einigen anderen "Linken" ) den 1. Mai in Gießen "verschlafen" haben oder aber dem vorauseilenden Gehorsam der DGB Führung kritiklos gefolgt sind ( kein 1. Mai auf der Straße ), das sei mal dahin gestellt... so oder so ein Armutszeugnis. Umso erfreulicher die relativ starke Fraktion engagierter IG Metall-Mitgieder.
Christian Momberger
11.265
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 01.05.2020 um 20:21 Uhr
Danke für den Beitrag Michael. Dem Lob von Stefan an die Veranstalter der wirklich gelungenen Aktion heute und dem Krtik am DGB kann ich mir nur anschießen.
360
Frauke Weber aus Gießen schrieb am 02.05.2020 um 12:29 Uhr
Diesmal schließe ich mich dem Kommentar von Herrn Walter vor allem im letzten Absatz an.
Was der DGB-Geschäftsführer von Gießen in der Zeitung von sich gegeben hat, ist schon ziemlich daneben:
Es gab keine DGB-Aktion, "weil die Alternative nur eine Karikatur einer Demonstration" wäre und sowieso kaum Passanten auf der Straße gewesen wären; das war, weil Feiertag, aber bei jeder Mai-Demo in Gießen der Fall. Und die Grundrechte würden, wie er meint zu Recht, neu verhandelt im Zeichen der Pandemie.
Das klingt nur nach Rückzug, und das zu einem Zeitpunkt, zu dem Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit überhand nimmt und die Rechte der Arbeitnehmer gestrichen werden, wo konsequente Gewerkschafter dringend gebraucht werden.
Ein socher DGB-Chef sieht aus wie eine Karikatur seinerselbst.
Seine Aussprüche kann man in der Gießener Allgemeinen vom 28. April nachlesen.
Michael Beltz
7.740
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 02.05.2020 um 13:21 Uhr
Mit dem Hinweis auf einige andere "Linke" hast du Recht, Stefan. Da wird teilweise stundenlang geredet, so dass die Füße weh tun.
Martin Wagner
2.683
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 02.05.2020 um 14:13 Uhr
Frau Weber; ich stimme mit ihnen mit der Kritik an dem aktuellen Handeln der Bürokraten des Gewerkschaftsapparates überein.

Ihren etwas pessemistischer Ausblick auf die Zeiten nach der Corona-Krise was dier "neu gemischten Karten" im Arbeitskampf betrifft, mag ich nur teilweise teilen.

Ein Apparat / die Apparatschiks ist nur so machtvoll, wie die Summe der einzelnen aktiven Mitglieder. Die Co-Partner (weite Teile des Apparats sehen sich wirklich nicht als Gegner zu den Kapitalisten!) sind für das Wirtschaftssystem nur solange als Gesprächspartner interessant, so lange es ihnen gelingt die Masse der Arbeiter ruhig zu halten.

Wenn die Arbeiter "erwachen!" gibt es meiner Meinung nach nur zwei Alternativen: die Linken übernehmen den Gewerkschaftsapparat oder sie bauen eigene Strukturen auf, welche mit den Kapitalisten "Tacheles reden".

Der Optimist in mir sagt mir: Es gibt was die Gewerkschaften betrifft keine Chancen nach der Coronazeit weiter kapitalismushörig weiter zu machen. Zu viele Mitbürger erfahren doch in der Krise hautnah, was es konkret heisst im Kapitalismus zu leben.

Ich bin lediglich inaktives Gewerkschaftsmitglied und kann die Situation innerhalb des Apparates schlecht einschätzen. Aber Leute, die sich besser auskennen sagen: Es gibt immer mehr "S"PD - Unabhängige (auch unter den Gewerkschaftsbürokraten). Auf diese setze ich hauptsächlich meine Hoffnungen.
Bernt Nehmer
2.372
Bernt Nehmer aus Hungen schrieb am 03.05.2020 um 09:31 Uhr
Ein guter Überblicksartikel. Ich stelle mir die Frage, wenn es bedingungsloses Einkommen gäbe, ob die gewonnene Richtung von den Arbeitern akzeptiert würde oder auf Arbeit der Arbeit wegen nicht verzichtet werden würde.
Michael Beltz
7.740
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 03.05.2020 um 11:47 Uhr
Ich habe auch mein Problem mit dem bedingungslosem Grundeinkommen. Einige Unternehmer haben erkannt, dass damit Kämpfe um höheren Lohn und somit die eh schon schwachen Gewerkschaften noch weiter geschwächt werden.
Dem steht nicht entgegen, dass allen Menschen genügend Essen und Trinken, Wohnung , Gesundheitsfürsorge und Teilhabe an Kultur und Bildung gewährt werden muss. Unter kapitalistischen Bedingungen nicht möglich.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Michael Beltz

von:  Michael Beltz

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Michael Beltz
7.740
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