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Bilanz zeigt: Bildungs- und Teilhabepaket kommt an

Im Landkreis Gießen nimmt die Mittagsverpflegung den zweiten Platz der Häufigkeit ein: Im 4. Quartal 2014 wurden im Landkreis und der Stadt Gießen insgesamt 832 Essen für junge SGBII-Bezieher bezuschusst. Foto: Fotolia.com
Im Landkreis Gießen nimmt die Mittagsverpflegung den zweiten Platz der Häufigkeit ein: Im 4. Quartal 2014 wurden im Landkreis und der Stadt Gießen insgesamt 832 Essen für junge SGBII-Bezieher bezuschusst. Foto: Fotolia.com
Gießen | Die Quote liegt im Landkreis Gießen bei 75 Prozent. Das heißt, dass ein Großteil der Kinder, die Anspruch auf Zuschüsse aus dem Bildungs- und Teilhabepaket haben, diese auch beantragen und nutzen. „Die Statistik zeigt, dass die Gelder dort ankommen, wo sie gebraucht werden“, sagt Dirk Oßwald, Familien- und Sozialdezernent im Landkreis Gießen. Dies sei ein Verdienst von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Jobcenters und der Kreisverwaltung, aber auch von allen, die sich in Kitas, Schulen, Nachmittagsbetreuung, Jugendgruppen oder Vereinen dafür stark machen, dass benachteiligte Familien von der Möglichkeit der Unterstützung erfahren.

Als 2011 das Bildungs- und Teilhabepaket unter dem Leitsatz „Mitmachen möglich machen“ in Deutschland eingeführt wurde, musst es erstmal bekannt gemacht werden. „Wir brauchten am Anfang viel Unterstützung, die Eltern brauchten zum Teil Hilfe beim Antragstellen, damit die finanziellen Zuschüsse für Schulbedarf, Nachhilfe, Mittagessen, Schulausflüge oder Sport- und Musikvereine auch bei den bedürftigen Kindern und Jugendlichen ankommen“, sagte Dirk Oßwald. Er dankt allen, die geholfen haben, das Bildungs- und Teilhabepaket im Landkreis Gießen und in der Stadt Gießen zu etablieren. „Die Entwicklung zeigt, dass immer mehr Menschen Bescheid wissen, was Ihren Kindern an Unterstützung zusteht und wie man die Gelder beantragt“, sagt er heute zufrieden.

Allein über das SGB II haben im Landkreis Gießen aktuell 4980 Mädchen und Jungen den Anspruch, Unterstützung aus dem Bildungs- und Teilhabepaket zu bekommen. „Am Verlauf des Jahres 2014 kann man gut erkennen, dass immer mehr Anspruchsberechtigte Anträge stellen und vom Bildungs- und Teilhabepaket profitieren“, resümiert Marita Seibert, Leiterin des Fachdienstes Soziales bei der Kreisverwaltung. Denn während für die Kinder mit SGBII-Bezug im ersten Quartal 2014 exakt 3988 Anträge bewilligt und ausgezahlt wurden, waren es im letzten Quartal des Jahres 5254.

Mit der Steigerung liegt der heimische Kreis im Trend. Auch der Hessische Landkreistag hat Zahlen der 21 hessischen Landkreise zum Bildungs- und Teilhabepaket im Jahr 2014 ausgewertet. „Die stabile Inanspruchnahme auf hohem Niveau, und das mit weiterhin steigender Tendenz, ist für mich ein beruhigendes Signal“, berichtet der Präsident des Hessischen Landkreistages, Landrat Erich Pipa (Main-Kinzig-Kreis). Die größte Einzelposition der verschiedenen Leistungsarten bleibt im hessischen Vergleich nach wie vor die Inanspruchnahme für Zuschüsse für den Schulbedarf, gefolgt von Beihilfen für Klassenfahrten und für Mittagsverpflegung. Im Landkreis Gießen nimmt die Mittagsverpflegung den zweiten Platz der Häufigkeit ein: Im 4. Quartal 2014 wurden im Landkreis und der Stadt Gießen insgesamt 832 Essen für SGBII-Bezieher bezuschusst, 3027 Kinder erhielten Beihilfen für den Schulbedarf.

Verbesserungsmöglichkeiten sieht der Hessische Landkreistag weiterhin bei den Leistungen zur sozialen und kulturellen Teilhabe der bedürftigen Kinder und Jugendlichen. Hierunter fallen zum Beispiel das Mitmachen in einem Verein, Besuche einer Musik- oder Ballettschule, Sportarten bei denen mitunter für besondere Ausrüstungsgegenstände ein zusätzlicher Mehraufwand besteht. „Die finanzielle Ausstattung von 10 Euro monatlich ist für diese Leistungen nach wie vor nicht ausreichend. Der Bundesgesetzgeber soll endlich handeln und den Betrag angemessen erhöhen“, mahnt Präsident Pipa.

Was Pipa und Oßwald freut: Seit März dieses Jahres können auch junge Flüchtlinge verstärkt vom Bildungs- und Teilhabepakt profitieren. Bisher wurden im Landkreis Gießen für junge Asylbewerberinnen und -bewerber einige Leistungen aus diesem Pakt aus freiwilligen kommunalen Mitteln bewilligt. „Viele dieser Kinder haben mit ihren Familien auf der Flucht alles verloren. Der nun geschaffene Rechtsanspruch auf diese Leistung ist damit auch ein wichtiger Grundbaustein für den Erfolg der Integration in Deutschland“, betont Präsident Pipa. Vor diesem Hintergrund rechnet der Landkreis Gießen, wie auch alle anderen hessischen Landkreise, mit einer deutlichen Zunahme der Inanspruchnahme. Für eine Prognose zu den Zahlen aus 2015 ist es aktuell jedoch noch zu früh.


Das Bildungs- und Teilhabepaket koordiniert und verwaltet im Landkreis Gießen Frau Inderthal, Telefon: 0641 9390-9300, E-Mail:m.inderthal@lkgi.de

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