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Wer ist schuld an den Flüchtlingsströmen?

aus "stern" Nr. 32 / 2015
aus "stern" Nr. 32 / 2015
Gießen | Die katastrophalen Zustände in den hoffnungslos überbelegten Flüchtlingsunterkünften schreien zum Himmel. 159.927 Menschen sind im ersten Halbjahr 2015 in die BRD geflohen. Wirkliche Hilfe gibt es trotz Bemühung nicht. Konflikte sind programmiert und werden von rechten Kräften instrumentalisiert und zur Ausländerhetze benutzt.

Über die Hintergründe und Ursachen der Flucht wird geschwiegen. Sie machen deutlich, dass es der Machterweiterungsdrang vor allem der USA und der BRD-dominierten EU ist, der dieses Elend hervorbringt.

Die allermeisten (25,5 Prozent) Flüchtlinge kommen aus Syrien, der Arabischen Republik und aus dem Irak, also den Ländern, die gezielt zerstört, verwüstet und in einem Jahre dauernden Krieg unbewohnbar gemacht wurden, in denen den Menschen – sofern sie überlebten - ihre Existenzgrundlage entzogen wurde – in einem Kampf ums Öl.

Die zweitgrößte Flüchtlingsgruppe kommt aus den südlichen Staaten des früheren Jugoslawien und Albanien: Kosovo (17,9 Prozent), Albanien (13,6 Prozent), Serbien (6,3 Prozent), Mazedonien (2,6 Prozent). Hier liegt die Hauptschuld bei der BRD, die mit Kohls/Genschers
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Hilfe Jugoslawien zerschlagen und die Ethnien gegeneinander aufgehetzt hat, worauf Schröder/Fischer 1999 den Angriffskrieg auf das Land führten, „um Auschwitz zu verhindern“, sich die Vorherrschaft über das geostrategische Gebiet zu sichern. Dazu diente auch die völkerrechtswidrige Anerkennung des Kosovo.

5 Prozent der Flüchtlinge kommen aus Afghanistan, dem Land, in dem die USA und die westliche Wertegemeinschaft seit 14 Jahren Krieg führen.
Die Flüchtlingszahlen anderer Herkunftsländer sind minimal und liegen unter der von Mazedonien (einschließlich Eritrea) .

Notwendig wäre es, diese Länder zu befrieden und sie beim zivilen Aufbau zu unterstützen. Aber dies geschieht nicht. Im Gegenteil.

Jahrelang hat der Westen in Syrien die „Freie Syrische Armee“ unterstützt, um Assad zu stürzen. Jetzt, nachdem diese zur „IS“ bzw. „ISIS“ mutiert ist und Terror verbreitet, entschloss man sich halbherzig sie zu bekämpfen. Ein vergebliches Unterfangen, denn riesige finanzielle und militärische Unterstützung erhalten die Terrormilizen aus Saudi-Arabien. Und wer liefert denen die Waffen? Die BRD. Michael Beltz
(aus: Gießener Echo, August 2015, www.dkp-giessen.de)

Kommentare zum Beitrag

Kurt Wirth
3.083
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 02.08.2015 um 19:13 Uhr
Die Schuld reicht m.E. eigentlich zurück bis in die Zeit, als die europäischen Pfeffersäcke, die Fugger und Welser etc. sich daran machten, sich die Welt unter den Nagel zu reißen. Gewürze, Bodenschätze incl. Gold und Silber, edle Hölzer wurden zusammengerafft gegen Glasperlen, Schnaps, Feuerwaffen und - das als moralische Unterfütterung - gegen das Kreuz des Christentums und die Bibel.

Die Ausbeutung der "Dritten Welt" hielt an bis in die 1950/60-er Jahre, als eine Welle der "nationalen Befreiung" durch die Kolonialwelt ging, vor allem unterstützt vom realsozialistischen Lager. Daß mache Potentaten diese Situation nutzten, nun die beiden Weltblöcke gegeneinander auszuspielen und daraus ihren Vorteil zu ziehen, wen wunderts. Ab 1990 war dann wieder Schluß mit Lustig.

Was man so unter "Entwicklungshilfe" bezeichnete, war ein Tropfen auf den heißen Stein und vielfach nicht effizient eingesetzt. Und so hält das gravierende Mißverhältnis im "Nord-Süd-Konflikt" weiter an. Diamanten, wertvolle Metalle, Öl und Gas, Hölzer aus den Regenwäldern, Palmöl und weiteres werden aus den Ländern geholt; Textilien,Schuhe zu Billigstlöhnen dort produziert und Schrott, Fleischabfälle dorthin exportiert.

Arm neben reich - das kann längerfristig nie gutgehen (Brecht:"...wär ich nicht arm, wärst Du nicht reich"). Da helfen keine Vertragskonstruktionen, keine Mauern und Zäune, keine Moral und kein Recht. Wehrt man die Migrationswellen vorübergehend ab, kommen sie irgendwann um so stärker.

Anfang der 1990-er Jahre ging ich dann und wann mit einem tödlich erkrankten langjährigen Freund öfter spazieren und wir wälzten die Probleme nach dem Zusammenbruch des realen Sozialismus. Ich sagte damals zu ihm: "Das wird noch relativ harmlos sein, im Vergleich dazu, was aus dem Nord-Süd-Konflikt auf uns zukommt. Die Menschen werden sich ihr Recht auf Leben nehmen, wie auch immer, u.U. mit Gewalt". Ich glaube, ich lag nicht so falsch.
Bernd Zeun
11.645
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 02.08.2015 um 19:20 Uhr
Dieses Flüchtlingsgejammer ist zum Kotzen. Die BRD hat von 1949 bis 1961 zum Mauerbau 3 000 000 Millionen Flüchtlinge aus der DDR aufgenommen, pro Jahr 12 Jahre lang also durchschnittlich 250 000. Da wird das wiedervereinigte Deutschland ein paar Hunderttausend Flüchtlinge aus Kriegsgebieten doch verkraften, zumal gleichzeitig gejammert wird, Deutschland hat zuwenig Fachkräfte und es fehlt an Lehrlingen.
Damals wurde übrigens auch gejammert, den DDR-Flüchtlingen würde Zucker in den Hintern geblasen und die armen BRD-Bürger kämen dabei zu kurz.
H. Peter Herold
29.021
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 02.08.2015 um 19:27 Uhr
Mein Vorschlag wäre, diese Flüchtlinge in die durch Wegzug der Ostdeutschen frei gewordenen Stellen, mit eben diesen Flüchtlingen zu besiedeln und so das Land vor der Verödung zu bewahren.
Florian Schmidt
4.880
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 02.08.2015 um 19:30 Uhr
Wieso nach Ostdeutschland, denen soll es bei uns doch besser gehen als daheim.
Wolfgang Seibt
63
Wolfgang Seibt aus Wettenberg schrieb am 02.08.2015 um 20:23 Uhr
Dieses "Problem" birgt noch einen ganz anderen Zündstoff.
Mit vereinten Kräften aus Medien und denkfaulen Bürgern wurde es geschafft, dass die Empfänger von Hartz IV sich verkrochen haben und sich mit den schlimmsten Löchern als Wohnung zufrieden geben.
Jetzt kommen die selbst geschaffenen Flüchtlinge und die halten nicht so still die die Arbeitslosen. Alles hat so wunderbar funktioniert und jetzt sind die da und streuen Sand in das gut geschmierte Getriebe. Können sie da geben, was sie anderen verweigern? In ihrer Not läuft wieder die bekannte Maschinerie an und so mancher Politiker ist sich nicht zu schade, sich geistig mit den Nazis zu verbünden. Die schwarze Null, Schuldenbremse und die steuerliche Verschonung der Reichen und jetzt das. Unsere neoliberalen Politiker wissen nicht mehr weiter. Wenn es nicht so tragisch wäre könnte man lachen.
Florian Schmidt
4.880
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 02.08.2015 um 20:46 Uhr
Nur was machen wir wegen dem Geruch? Der ganze 2 Takter Mief von den Trabis. Das kann man doch nach 89 keinem mehr antun.
Stefan Walther
4.848
Stefan Walther aus Linden schrieb am 02.08.2015 um 23:07 Uhr
Wir sind einer Meinung Michael, dass es scheinheilig ist über Flüchtingsströme zu jammern statt die ( selbst gemachten ) Ursachen zu benennen, geschweige denn sie zu bekämpfen!

Nur, wie können die Ursachen beseitigt werden? Durch "Befriedung dieser Länder und Unterstützung beim zivilen Aufbau"? Und warum geschieht - wie du richtig feststellst - genau das Gegenteil?
Weder die USA, noch die EU, noch z.B. die chinesischen Imperialisten werden einen Finger rühren um die von ihnen abhängig gemachten Länder zu unterstützen. Die unterdrückten und ausgebeuteten Völker können sich nur selbst von den Folgen des Neokolonialismus befreien. Natürlich muss Flüchtlingen geholfen werden, natürlich brauchen sie auch unseren Schutz... aber unser Rat kann nicht die Flucht sein, unser Rat kann nur sein im eigenen Land gegen die Missstände zu kämpfen.
IS / ISIS unbesiegbar? Diesen Mythos hat der so genannte IS spätestens seit der Niederlage in Kobane / Rojava verloren! Nebenbei, die so genannte "Freie syrische Armee" mit dem so genannten islamischen Staat gleichzusetzen ist nicht richtig, teilweise kämpfen sogar die Kurden gemeinsam in einem Zweckbündnis mit der freien syrischen Armee gegen den IS / ISIS.
H. Peter Herold
29.021
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 03.08.2015 um 07:14 Uhr
Schön die Gesinnung zu erkennen. "Ostghetto" Wie zynisch;-(
2.463
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 03.08.2015 um 10:06 Uhr
Ich möchte an das von Herrn Herold Gesagte anknüpfen.
Die bevölkerungsarmen Regionen in Ostdeutschland sind
Flüchtlingen nicht zuzumuten. Sie könnten ihres Lebens nicht sicher sein.
Aber auch im Westen gibt es eine Bevölkerungswanderung in
die urbanen Zentren, und die Gefahr, dass ländliche Regionen
so viele Einwohner verlieren, dass dort schließlich die
Infrastruktur zusammen bricht. Vielleicht wäre es tatsächlich eine gute Idee, Einwanderer anzuwerben, die sich dort als Geschäftsleute, Handwerker, Ärzte etc. niederlassen könnten.
H. Peter Herold
29.021
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 03.08.2015 um 10:22 Uhr
Liebe Frau Barthel, sollen, müssen wir das akzeptieren? Wir können doch nicht nur wegen der .... Gefahr, ganze Landstriche veröden lassen. Sind wir schon soweit? Dann können wir doch ganz aufgeben. Uns hat doch da mal eine oberster Volksvertreter blühende Landschaften versprochen. Leere Worthülsen!
H. Peter Herold
29.021
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 03.08.2015 um 10:40 Uhr
Sie immer mit ihren Sprüchen. Wer spricht von ausbügeln. Ich sprach von besiedeln.
2.463
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 03.08.2015 um 10:55 Uhr
Ich rede nicht von den sogenannten blühenden Landschaften.
Allerdings meine ich, dass man die Verödung der ländlichen Regionen nicht einfach hinnehmen sollte.
Man sollte wirklich Menschen, Einheimischen und Flüchtlingen,
Angebote machen, damit sie sich gern dort ansiedeln.
H. Peter Herold
29.021
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 03.08.2015 um 11:14 Uhr
Die weggingen hatten vielleicht andere Ansprüche. Ich denke mir viele der Flüchtlinge, wenn sie es denn im Sinne von Flüchtling welche sind, wären froh ein Stück Land zu erhalten um dort mit gewisser Unterstützung das zu leisten, was die Wegegegangenen nicht leisten wollten.
Warum denn gleich alles mit so Begriffen wie "Ghetto" ablehnen? Lassen wir sie da lieber in den derzeitigen Gettos wohnen, ohne Aussicht aus diesen wieder herauszukommen? Allenfalls abgeschoben zu werden?
Kurt Wirth
3.083
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 03.08.2015 um 11:23 Uhr
Warum müssen eigentlich alle Gegenden gleich dicht besiedelt sein? Man könnte doch statt "verödet" auch von "naturbelassen" sprechen. Es gibt doch blühende Landschaften (im wahrsten Sinne des Wortes) auch ohne Menschen, bzw. grade ohne Menschen. So etwas könnte perspektivisch ein Zugpferd des Tourismus werden. Aber für eine Zuzugssperre will ich nun auch nicht eintreten. Wer sich dort niederlassen möchte, soll es tun. Ob Zuwanderer oder Einheimischer.
H. Peter Herold
29.021
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 03.08.2015 um 11:25 Uhr
Es war nur ein Gedanke. Ich denke mir besser ansiedeln als in Gettos verwahren.
H. Peter Herold
29.021
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 03.08.2015 um 11:55 Uhr
Komisch, von Ihnen kommt immer egal wo ein "DAGEGEN SEIN"

Habe ich da etwa was übersehen? Positive Vorschläge und seien es nur Denkansätze?

Dann mal los liebe Frau Back. Her mit Vorschlägen aber bitte nicht nur Allgemeinplätze. Wo bitte besteht der Unterschied zwischen einem Getto in der Stadt und einem dezentral - Frage wo - angelegtem?
2.463
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 03.08.2015 um 12:02 Uhr
Wenn die Infrastruktur wegfällt, es keine Geschäfte, keine Busse,
keine Post, keinen Arzt mehr gibt,keine Schule und keinen Kindergarten, ist das für die verbliebenen Bewohner wirklich ein Ghetto. Wer irgendwie kann, geht jetzt auch noch weg, und übrig bleiben die, denen keine Wahl bleibt.
Solche Dörfer habe ich z.B. in Italien gesehen.Manchmal haben dann tatsächlich Touristen eines von den verfallenden Häusern
gekauft und als Ferienhaus genutzt.
Naturbelassen ist etwas Anderes als verödet,da denkt man
an verfallende Häuser und Straßen ,und auch für eine touristische Nutzung braucht es ein Minimum an Infrastruktur.
Es gibt Menschen, die fühlen sich in einer größeren Stadt wohl, andere sind aus beruflichen Gründen an ein urbanes Zentrum gebunden.
Andere fühlen sich vielleicht in einer ländlichen Region wohler,
die ja auch viele Vorteile hat. Die sollte man motivieren, sich dort anzusiedeln, indem man ihnen gute Angebote macht.
Mein Schwager ist z.B. als Ingenieur von Frankfurt in ein Dorf
in Schwaben gezogen. Die mittelständische Firma, bei der er dort gearbeitet hat, hat ihm zu einer sehr geringen Miete ein
Haus angeboten, das er in einer Art Mietkaufsystem abbezahlt
hat, und am Ende seiner Berufstätigkeit gehörte es ihm.
Wenn man andererseits die Empfänger von Transferleistungen
oder Niedrigverdiener ins Umland abdrängt, indem man ihnen einfach keine adäquaten Wohnungen anbietet- das lehne ich
Das Prinzip der Freiwilligkeit muß grundsätzlich gewahrt bleiben!
H. Peter Herold
29.021
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 03.08.2015 um 12:19 Uhr
Schon mal was von den Gewalttaten in den Unterkünften gehört und wer soll die Unterbringung in normalen Wohnungen finanzieren, wo doch hier ansässige Bürger unter Wohnungsnot, sprich bezahlbarem leiden?
Wir d.h. auch Sie dürfen nicht unbedingt von unseren Vorstellungen ausgehen was Umfeld und Leben anbelangt.
Viele dieser Flüchtlingen kommen aus Gegenden da wären die in Osten wahre Paradiese und natürlich müssten sie unterstützt werden.
Aber ich denke mir dem einen oder anderen würde so ein Leben mehr zusagen als nur in einem Getto die Zeit totzuschlagen.

Nun habe ich keine Zeit mehr für die Diskussion wie Sie das hier bezeichnen. Ich habe in Haus und Garten auch meine Pflichten zu erfüllen. Die nimmt mir keiner ab.

Over and out.
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 03.08.2015 um 12:22 Uhr
Frau Back Ihr Vorschlag ist der richtige Weg. Dezentralisierung in einem vernünftigen Verteilungsprinzip.
Die Begrifflichkeit mit der der Umsiedlung und Bevölkerung von leeren Landstrichen hatten wir schon mal in der deutschen Geschichte. Menschen die Fremd sind, die Sprache nicht beherrschen die zum Teil aus Ländern kommen die keinerlei Infrastruktur kennen können auch keine leeren Landstriche aufbauen. Wer betreut sie dort? Das ist doch schon jetzt das größte Problem im Rahmen der Integration.
Viel wichtiger wäre es mehr Betreuung und Begleitpersonal auch in kleineren Gemeinden zu beschäftigen. Dann kann man eine bessere Integration durch die Verteilung bis in die kleinste Ortschaft gewährleisten. Die Gesellschaft ist dann in der Lage und dazu gibt es auf dem Land viele positive Beispiele im Rahmen des Ehrenamtes mitzuhelfen. Machbar ist das natürlich nur in einem überschaubaren und leistbaren Rahmen. Eine zentrale Ansiedlung im Osten ist daher völlig kontraproduktiv im Sinne einer Integration und Beschäftigung. Wie haben 16 Bundesländer und eine der niedrigsten Aufnahmequoten von Asylanten in Bezug auf die Bevölkerung. Das muss doch machbar sein, dass wir ganz schnell weg von den Asylheimen hinzu bezahlbaren Wohnraum überall im Land kommen. Da greift dann auch zu Recht das Freiwilligen Prinzip von Frau Barthel.
Das Wort Umsiedlung oder Ansiedlung ist bei mir geschichtlich negativ besetzt.
2.463
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 03.08.2015 um 12:44 Uhr
Ich habe gelesen, dass die Anerkennungsverfahren deshalb so
lange dauern, weil man erst einen Berg unerledigter Fälle abarbeiten muß. Es gibt einfach viel zu wenig Entscheider. Da
sollte man ansetzen und zunächst mal mehr Leute einstellen.
Besser als einfach pauschal eine bestimmte Gruppe abzuschieben,wie z.B.die Flüchtlinge vom Balkan.
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 03.08.2015 um 12:54 Uhr
Frau Barthel das haben Sie auf den Punkt gebracht.
Die Betroffenen werden dadurch zulange zusammengepfercht, dass dies zu Problemen führt dürfte jedem klar sein.
Die Anerkennungsverfahren im Positiven wie im Negativen müssen beschleunigt werden. Bei den anerkannten Flüchtlingen muss die sofortige Unterbringung in geeigneten Wohnraum sichergestellt werden.

@ Hern Beltz Ihren ersten Absatz und Ihrem Satz „Notwendig wäre es, diese Länder zu befrieden und sie beim zivilen Aufbau zu unterstützen. Aber dies geschieht nicht. Im Gegenteil.“ Stimme ich voll und ganz zu.
Michael Beltz
7.760
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 03.08.2015 um 16:20 Uhr
Stefan, Du sagst, `unser Rat kann nur sein, die Missstände im eigenen Land zu bekämpfen`.´Im Prinzip richtig. Die Frage bleibt, mit welcher Perspektive die hilflosen Menschen kämpfen sollen, wenn alles kaputt ist.
Das von Dir genannte Prinzip ist natürlich für unser Land gültig.
Michael Beltz
7.760
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 03.08.2015 um 16:23 Uhr
Noch eine Bemerkung zu Kurt: Die sog. Entwicklungshilfe ist nicht nur verpufft oder in goldenen Badewannen versickert, sie diente quasi zur Bereicherung von Konzernen. Es wurden Aufträge gegeben an Siemens, Hochtief usw, wohin das Geld dann wanderte.
Birgit Hofmann-Scharf
10.362
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 03.08.2015 um 18:52 Uhr
Eine wahre Schilderung einer sehr gut integrierten und liebenswerten Türkin ( Alevitin ):
"Es ist hart, die Heimat verlassen zu müssen, es ist grausam, Familie zurück lassen zu müssen, es ist hochgradig deprimierend."

Somit besiegelt sie die vor genannten Meinungen, die Entwicklungshilfen aufzustocken, den Menschen die Chance zu geben, in ihrer Heimat bleiben zu dürfen -
und den Waffenhandel einzuschläfern, denn wir machen uns mit schuldig, Frau Merkel.
Diese Meinung teile ich zu 100%.
Stefan Walther
4.848
Stefan Walther aus Linden schrieb am 03.08.2015 um 23:27 Uhr
Nein Michael, du hast mich da schon richtig verstanden = nicht nur hier in Deutschland ( oder in anderen hochentwickelten Industrieländern ) muss in erster Linie das Prinzip gelten "die Missstände im eigenen Land beheben / bekämpfen!". Das schließt natürlich nicht aus, dass auch die Flucht vor Verfolgung, Hungersnot, Krieg.... oft der einzige Ausweg ist. Es gibt zahlreiche Beispiele dass sich die Menschen - obwohl auf den ersten Blick "alles kaputt ist" - organisieren um für ihre Befreiung oder auch einen Wiederaufbau zu kämpfen. Die Perspektive(n)? = ein von Imperialisten befreites Land, das ist der erste Schritt... Beispiele gibt es genug, manchmal gibt es auch keine Wahl, das aktuellste und beste Beispiel ( man kann es nicht oft genug sagen ) ist der heldenhafte Kampf der Kurden in Rojava ( Syrien ) für ein selbstbestimmtes Leben, verbunden z.B. mit dem Aufbau einer zu 80% zerstörten Stadt Kobane.... ähnliche Beispiele findet man in einigen Ländern in Afrika, in denen sich die Volksmassen gegen den Ausverkauf ihres Bodens, ihrer Rohstoffe, gegen die Umweltzerstörung... an / durch vor allem chinesische Konzerne zur Wehr setzen....
Bernd Zeun
11.645
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 04.08.2015 um 00:57 Uhr
Und wo bekommen die Kurden ihre Waffen her, Stefan? Von den Imperialisten.
H. Peter Herold
29.021
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 04.08.2015 um 08:36 Uhr
Imperialisten ist nach meiner Kenntnis ein sehr weit gefasster Begriff, der alles beinhaltet was Unterwerfung von Menschen angeht. Muss also nicht unbedingt nur um wirtschaftliche Interessen gehen. Sondern darum möglichst viele Länder und Gebiete in den eigenen Machtbereich zu bringen. Also gehört auch die IS dazu und der geht es nur um die Macht. Natürlich wird da auch Geld benötigt, aber in erster Linie um Macht über Menschen.
Der Begriff "Imperialisten" bezog sich auf die ehemaligen Großmächte. Inzwischen gehört Deutschland als Waffenlieferant natürlich auch dazu.
H. Peter Herold
29.021
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 04.08.2015 um 13:39 Uhr
Wollte, das ja. Aber der Weltkrieg ging doch verloren, trotz aller Großmächtigkeit.
Michael Beltz
7.760
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 04.08.2015 um 18:37 Uhr
Imperialismus ist kein moralischer Begriff, Peter. Imperialisten sind die Staaten, die andere durch Waffengewalt (also Krieg) und ihren auf Ausbeutung beruhenden Reichtum nutzen, um für sie wichtige geostrategische Positionen zu erobern, Bodenschätze in anderen Ländern zu plündern oder eben wie in Griechenland (und anderen Ländern) mit dem Euro und der EU ein Land kaputt machen.
Sieh mal bei Lenin nach, der hat das richtig formuliert.
Kurt Wirth
3.083
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 04.08.2015 um 21:23 Uhr
Bereits vor Lenin haben zu Beginn des 20.Jahrhunderts diverse "bürgerliche" Wissenschaftler verschiedene Imperialismustheorien aufgestellt. In meinem seinerzeitigen Schulgeschichtsbuch wurde die Zeit um 1900 herum auch ohne weiteres als das "Zeitalter des Imperialismus" bezeichnet, ohne natürlich auf Lenin Bezug zu nehmen. Ich hänge jedoch auch Lenins Theorie an und habe mich soeben nochmal grob vergewissert:

Lenin führt im Kern folgende 5 Merkmale des Imperialismus an:
1.Konzentration der Produktion und des Kapitals, Herausbildung der Monopole.
2.Verschmelzung des Bankkapitals mit dem Industriekapital zum Finanzkapital.
3.Der Kapitalexport gewinnt gegenüber dem Warenexport die größere Bedeutung.
4. Herausbildung von internationalen Kapitalistenverbänden, die die Welt ökonomisch unter sich aufteilen.
5. Die territoriale Aufteilung der Welt unter den Großmächten i s t b e e n d e t.

(S.67, W.I.Lenin, Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, Dietz-Vlg. Berlin 1967)

Insbesondere der Punkt 5. bedürfte da hinsichtlich den heutigen Verhältnissen einiges Nachdenken. Und auf Grund dieses Punktes 5. ist es auch verständlich, daß Lenin der Anwendung von Waffengewalt durch den Imperialismus zu diesem Zeitpunkt- eigentlich zum Ende des 1.Weltkriegs - (Lenin schrieb das zwar erstmals 1916, die deutsche und französische Auflage erschien jedoch 1920) kaum Aufmerksamkeit widmete.
H. Peter Herold
29.021
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 04.08.2015 um 23:00 Uhr
Wenn ich das so lese, dann geht der Begriff ja noch weit vor Lenin zurück.

https://de.wikipedia.org/wiki/Imperialismus
Stefan Walther
4.848
Stefan Walther aus Linden schrieb am 04.08.2015 um 23:35 Uhr
Bernd, was willst du damit sagen? Die deutsche Regierung ( nur um ein Beispiel zu nennen ) weigert sich bis heute Waffen an die kurdischen Volksverteidigungskräfte in Rojava zur Verteidigung gegen den IS zu liefern. Noch nicht mal humanitäre Hilfe wird in Erwägung gezogen...
Stattdessen wurden Waffen ( ja, von imperialistischen Staaten ) an die dem Westen nahestehenden Peschmerga geliefert. Im Gegensatz zu den Kurden in Syrien oder auch in der Türkei, kämpfen die Peschmerga nicht "nur" für Autonomie, sie sind oft Nationalisten und fordern einen eigenen kurdischen Staat im Nordirak. Keiner weiss was passiert wenn die Kurden dort ( und die Peschmerga ) für die Imperialisten "zu stark" werden, wird dann - wieder - aus dem heutigen Freund ein Feind???
H. Peter Herold
29.021
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 04.08.2015 um 23:47 Uhr
Kennst Du lieber Stefan noch die Begründung der Deutschen Regierung? Deren Befürchtung scheint ja jetzt eingetreten zu sein, nämlich dass solche Waffen dann gegen die Türkei verwendet werden. Mir würde das nichts ausmachen, aber unserer Regierung schon.
H. Peter Herold
29.021
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 05.08.2015 um 00:02 Uhr
Tun sie das nicht schon die ganze Zeit. Aber Ihnen ist es egal was die Türken mit den Kurden machen, ja. Die dürfen sich ja nicht wehren.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kurden_in_der_T%C3%BCrkei
360
Frauke Weber aus Gießen schrieb am 08.08.2015 um 15:03 Uhr
"Oel ist viel zu kostbar um es den Saudis zu überlassen." Das sagte Henry Kissinger schon vor Jahren.
360
Frauke Weber aus Gießen schrieb am 08.08.2015 um 15:03 Uhr
"Oel ist viel zu kostbar um es den Saudis zu überlassen." Das sagte Henry Kissinger schon vor Jahren.
360
Frauke Weber aus Gießen schrieb am 08.08.2015 um 15:05 Uhr
Die Folgen erleben wir heute
Michael Beltz
7.760
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 09.08.2015 um 22:36 Uhr
Wozu 3 Kommentare? Dass Helmut Schmidt ein Freund von Kissinger war ist bekannt.
H. Peter Herold
29.021
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 07.09.2015 um 08:53 Uhr
Wenn unsere Kanzlerin sagt kommt, dann kommen die Flüchtlinge. Wir haben doch genug Geld und auch Platz.
Fehlen nur die Unterkünfte und die vorhandenen oder die im Bau oder fortgeschrittener Fertigstellung sind, fangen plötzlich an zu brennen.
Vorn selber?
Michael Beltz
7.760
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 08.09.2015 um 19:00 Uhr
Brandstifter sind diejenigen, die gegen Ausländer hetzen. Dazu kommt die eklige Heuchelei.
H. Peter Herold
29.021
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 09.09.2015 um 13:43 Uhr
Aber von Hetze allein brennt nichts. Da stecken Menschen dahinter
Dietmar Jürgens
1.258
Dietmar Jürgens aus Gießen schrieb am 09.09.2015 um 19:06 Uhr
@ alle: schon mal in Erwägung gezogen, dass wir alle Schuld an der Misere der Flüchtlinge haben? Unser Konsum, unsere Reiselust etc. sind die Ursachen für die Ausbeutung von Resourcen und Menschen in aller Welt. Wir wollen immer mehr, geben uns nicht mit dem Status Quo zufrieden. Wachstum = die unersättliche Gier nach mehr. Oder etwa nicht?
Dietmar Jürgens
1.258
Dietmar Jürgens aus Gießen schrieb am 09.09.2015 um 19:28 Uhr
Ja, warum spricht man/frau es dann nicht an? Die bösen Imperialisten, wer sind die?
Dietmar Jürgens
1.258
Dietmar Jürgens aus Gießen schrieb am 09.09.2015 um 19:49 Uhr
Teil des Systems zu sein und es zu verleugnen ist..... Da darf sich jeder selbst was ausdenken.
H. Peter Herold
29.021
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 10.09.2015 um 09:11 Uhr
Flüchtlinge in die leeren Räume in den Osten zu bringen ist in der öffentlichen Diskussion. Scheint ja nicht nur bei mir so eine Idee gewesen zu sein.
H. Peter Herold
29.021
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 10.09.2015 um 10:42 Uhr
Nun diskutieren Sie ja auch schon öffentlich mit;-)
H. Peter Herold
29.021
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 10.09.2015 um 10:53 Uhr
Es ist doch immer wieder schön so anonym Unsinn zu schreiben. Wo bleibt da der Mut zu seinen Worten auch öffentlich zu stehen? Sie tun mir nur leid mit Ihren Ausflüchten Datengeheimnis, Angst vor dem Internet. Ihnen fehlt einfach der Mut, im Süden der Republik sagt man auch dazu " Sie hat keinen Arsch in der Hose", sich zu Ihren Äußerungen als Person zu stellen. Sie tun mir nur leid.
H. Peter Herold
29.021
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 10.09.2015 um 14:15 Uhr
Zumindest war ich schon mal Datenschutzbeauftragter für eine Abteilung einer der größten Priv. Krankenversicherungen und was machen Sie so, außer dem was Sie hier so bieten?
H. Peter Herold
29.021
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 10.09.2015 um 15:34 Uhr
Im weitesten Sinne sind Sie ja auch ein Flüchtling;-) Sie flüchten sich in eine Avatar-Identität ;-) Und alle anderen sind Schuld, dass Sie es tun müssen.
H. Peter Herold
29.021
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 10.09.2015 um 15:45 Uhr
Sie sollte bevor Sie schreiben immer erst etwas nachdenken. Was die Schuldigen betrifft, vor denen Sie sich freiwillig zurückziehen müssen.
Stefan Walther
4.848
Stefan Walther aus Linden schrieb am 11.09.2015 um 22:20 Uhr
Ist das ernst gemeint Dietmar ( und Frau Back )?

Also: wir alle leben im Zeitalter des Imperialismus, sind also ein Teil der Gesellschaft... dann sind wir alle Imperialisten? Klar, dann sind wir auch alle dafür verantwortlich was Imperialisten tun?
Nach dieser "Logik" waren:
- in der Sklavenhaltergesellschaft die Sklaven auch verantwortlich für das was die Sklavenhalter getan haben?
- im Feudalismus hatten die leibeigenen Bauern genauso Schuld an den Verbrechen der Grundherren und der Fürsten...?
- und heute sind es die Ausgebeuteten, in erster Linie die Arbeiterschaft, die genauso verantwortlich für die Ausbeutung anderer Länder und die Entfesselung von Kriegen weltweit sind?

Tut mir leid, das ist einfach nur absurd! Wer natürlich die gesellschaftlichen Verhältnisse, die Unterscheidung und Analyse der Klassengesellschaft ignoriert, der/die kommt immer wieder zu diesem gleichen Ergebnis ( welches mit der Realität nicht das Geringste zu tun hat ) = "der" Mensch ist schuld, "wir" alle sind verantwortlich, "wir" brauchen nur unsere eigene Lebensweise zu ändern ( was natürlich nicht falsch ist, aber nur begrenzt möglich ist ) und dann ist die Welt in Ordnung!
Die Imperialisten lachen sich halb tot über solche Vorstellungen, lassen denen, die so denken gern ihre kleine "Spielwiese"... denn ändern wird sich dadurch gar nichts, und noch besser, die eigentlich Verantwortlichen werden nicht mehr benannt... es sind ja alle, die "schuldig" sind...
Dietmar Jürgens
1.258
Dietmar Jürgens aus Gießen schrieb am 12.09.2015 um 15:40 Uhr
Dem Kommentar von Frau Back ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Dennoch: Stefan, Du hast offensichtlich nicht verstanden, worauf mein Kommentar abzielte. Du siehst Dich und andere, die zufällig in den reichen Ländern geboren wurden, ebenfalls als Opfer des Imperialismus? Wohl kaum. Du profitierst, wie ich, Frau Back und viele andere auch vom Imperialismus. Der Konsum, der Wohlstand und die Sehnsucht nach Reichtum, das alles befeuert den Imperialismus. Ich gehe natürlich davon aus, dass hier niemand für sein Auto, für seine Kreuzfahrt und was sonst noch so angestrebt wird, andere ermorden würde, um das zu erreichen. Es will wahrscheinlich auch niemand hier die Heimat anderer zerstören, da bin ich mir sicher. Doch genau das passiert durch unseren Hunger nach mehr Wohlstand. Wohlstand wohlgemerkt, den niemand wirklich zum Überleben braucht. Und natürlich profitiert das Kapital in stärkerem Maße an dieser 'Bereicherung'. Und befeuert das Ganze, in dem immer mehr und neue 'Bedürfnisse' geschaffen werden. Die Spaßgesellschaft ist auf dem Vormarsch. Auch in Gießen aktuell das große Thema. Es ist für mich bezeichnend, dass bereits vor 35-40 Jahren Wissenschaftler und Politologen die aktuelle Entwicklung vorausgesagt, haben. Dass die Umweltzerstörung, damit einhergehend der Kampf um Resourcen wie Wasser und Lebensmittel, die größte Herausforderung der Menschheit sein wird. Seitdem hat sich nichts, aber auch gar nichts verändert. Solange wir alle nicht akzeptieren, dass unser modernes Leben alles andere als umweltverträglich ist und dass unser Streben nach Wohlstand den Imperialismus befördert (und das meine ich Ernst). Wohlgemerkt sauberes Wasser und ausreichend Brot und sowie ein Dach über dem Kopf reichen offensichtlich nicht, um glücklich zu sein. Solange wird sich der Imperialismus immer wieder neu erfinden. Und wo sitzen die Imperialisten? Überall!! Kehren wir zuerst vor der eigenen Hütte: Deutschland. Und weiter geht’s: die USA, China, Russland, England. Die reichen Ölstaaten etc. Die Liste ist lang und sicherlich nicht vollständig.
Ich könnte jetzt Dutzende Beispiele bringen, wie Du und ich und natürlich alle anderen Mitbürger zur Umweltzerstörung beitragen, ohne es zu wollen. Die einen wissen nix davon, andere wollen nix davon wissen (gemäß Herrn Büttel z.B. gibt es zu viel Umwelt- und Naturschutz, Herr Stadler findet, dass die Deutschen sich das Reisen verdient haben). Solang wir die Umwelt nur aus anthropozentrischer Sicht bewerten, wird sich auch zukünftig nichts ändern. Warum schreit hier keiner nach einem Tempolimit, warum reicht es nicht ein 3l-Auto zu fahren? Warum erreichen die Zulassungszahlen der Premium-SUVs immer wieder neue Rekorde? Warum muss es der Flug auf die Seychellen oder in die Karibik sein? Warum nicht in den Harz? Warum gibt es diese ‚Kultur‘ der Saufwochenenden am Ballermann? Alles Schuld der Imperialisten? Das ist die menschliche Dekadenz, die Römer sind daran zugrunde gegangen, die Ägypter, die Wikinger und wer weiß noch. Wir bräuchten einen ‚besseren‘ Menschen, um die Welt zu retten. Den gibt es nicht. Eine Öko-Diktatur könnte helfen (kurzfristig). Die wird es nicht geben. Das alles heißt natürlich nicht, sich nicht gegen die Missstände und die Profiteure zu stemmen, aufzuklären und die Umweltzerstörung einzudämmen. Aber Voraussetzung ist doch, erst einmal die Selbsterkenntnis, Teil dieses Systems zu sein.
Stefan Walther
4.848
Stefan Walther aus Linden schrieb am 12.09.2015 um 23:05 Uhr
Frau Back, Sie machen ein "Äh" und "antworten" mit einer Gegenfrage!?
Nochmals, vielleicht haben Sie ja meine Frage nicht verstanden? = also die Ausgebeuteten sind genauso wie die Imperialisten ( die Ausbeuter ) verantwortlich für Umweltzerstörung, Hungersnöte, Kriege usw. weil alle im Zeitalter des Imperialismus leben? Bis jetzt haben Sie darauf nicht geantwortet, ebenso wenig Dietmar trotz seines langen Textes, deshalb meine Feststellung = das ist absurd! Das ist die Folge davon, dass man sich nicht mit den gesellschaftlichen Verhältnissen, den unterschiedlichen Klassen in einer Gesellschaft beschäftigt.
Dietmar, niemand leugnet, dass im Zuge der Ausbeutung der Entwicklungsländer durch die Imperialisten der hochentwickelten Industriestaaten auch Teile der Bevölkerung in den Industrieländern von dieser Ausbeutung profitieren. Aber Verursacher sind nicht "wir" alle, ich könnte jetzt "dutzende" Beispiele nennen, bei denen nachweislich die große Mehrheit z.B. der deutschen Bevölkerung dagegen war was die deutschen Imperialisten / die deutsche Regierung gemacht hat ( nur 1 Beispiel war der Einsatz in Afghanistan ), aber hat es die Imperialisten interessiert? Es gibt weder gemeinsame Interessen mit den Imperialisten, noch gibt es eine gemeinsame Verantwortlichkeit!
Gerade als Umweltaktivist müsstest du doch wissen, dass es die kapitalistische Produktionsweise ist, die mittlerweile das gesamte (Über-)Leben der Menschheit auf`s Spiel setzt, einzig und allein aus Gründen der kurzfristigen Profitmacherei ( unter der auch große Teile der deutschen(!) Bevölkerung leiden ).
Stefan Walther
4.848
Stefan Walther aus Linden schrieb am 14.09.2015 um 00:04 Uhr
Sie müssen ja nicht antworten, vielleicht mal für die Zukunft ein Tipp = es hat auch noch keiner Intellektuellen geschadet sich mit den gesellschaftlichen Schichten zu beschäftigen, unter anderem mit den "braven Arbeitern" ( habe ich irgendwo geschrieben, dass die Arbeiter brav wären, das wäre ja absoluter Käse, Arbeiter sollten vieles sein, aber mit Sicherheit nicht brav ). Und dies ist auch keine Frage der Moral, keine Frage von "gut und böse", diese Sichtweise sollte man den Idealisten überlassen...
"Schwarz / weiss", auch das wäre Käse, nichts ist komplizierter als der Klassenkampf, aber = fest steht auch, der grundlegende Widerspruch im Kapitalismus / Imperialismus ( damit wir das nicht verdrängen ), ist der Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit , auch wenn es vor allem die kleinbürgerlichen Zwischenschichten oft nicht wahrhaben wollen...

Gut, das war nochmal eine Antwort, ich antworte generell, aber immer - irgendwann - nur so lange wie ich den Eindruck habe, dass ich auch Antworten bekomme. Bullshitvergleiche und ähnliche Ausdrücke können Sie sich bei mir sparen, damit kann man mich weder provozieren noch beeindrucken... fällt meist auf die Kommentierende selbst zurück ( keine Antwort / kein Argument, also einfach mal nen Kraftausdruck? )
Michael Beltz
7.760
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 14.09.2015 um 12:38 Uhr
Frau Back, eine kleine Hilfe für Sie. Stefan Walther hat zwar nicht von guten Arbeitern gesprochen, aber Sie können das so interpretieren. Sagen Sie doch einfach: ich kenne einen bösen Arbeiter, Hitler, der war Anstreicher. Sicher fallen Ihnen noch ein paar böse ein und ein paar gute Ausbeuter.
Machen Sie das mal, dann bringen Sie Stefan Walther in die Defensive.
Kurt Wirth
3.083
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 14.09.2015 um 13:09 Uhr
Da möchte ich doch widersprechen, Michael. Hitler war nie Arbeiter und nie Anstreicher. Er steuerte unmittelbar nach seiner Schulzeit auf die Kunstakademie in Wien zu (auf der Basis einer Waisenrente und später eines kleinen väterlichen Erbes). Da bestand er die Aufnahmeprüfung nicht, und malte, bis er Soldat wurde, Postkarten, die er von anderen verkaufen ließ. Einen "Brotberuf" verachtete er. Zeitweise lebte er in Obdachlosenunterkünften. Er vermied nach 1918 die Entlassung aus dem Heer und blieb bis 1920 Soldat. Danach wurde er sofort "hauptamtlicher" Mitarbeiter der DAP, die sich noch 1920 in NSDAP umbenannte. Man könnte ihn also dem deklassierten Kleinbürgertum zuordnen, oder auch dem "Lumpenproletariat". Nicht aber den Arbeitern.
Michael Beltz
7.760
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 15.09.2015 um 09:41 Uhr
Du hast recht, Kurt. Ich wollte nur, dass Frau Back mit diesem "Argument" auf ihrer Ebene auch weiterhin mitdiskutieren kann.
Michael Beltz
7.760
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 17.09.2015 um 16:49 Uhr
Die Oberrheinische Tiefebene.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Michael Beltz

von:  Michael Beltz

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Michael Beltz
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