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Pilotprojekt zum Energiesparen an Schulen: Theo-Koch-Schüler informieren Dezernentin Schmahl und Stadtwerke-Vertreter

Theo-Koch-Schüler haben den Energieverbrauch in Gebäuden und Klassenräumen unter die Lupe genommen.
Theo-Koch-Schüler haben den Energieverbrauch in Gebäuden und Klassenräumen unter die Lupe genommen.
Gießen | „Diese Ergebnisse sind wirklich sehr interessant und wichtig“, sagt Dr. Christiane Schmahl, Schul- und Baudezernentin des Landkreises Gießen, während eines Besuchs in Grünberg. Dort sind an der Theo-Koch-Schule viele Energiedetektive unterwegs. Dabei handelt es sich um ein Pilotprojekt des Landkreises Gießen. Es läuft seit einem Jahr und soll dazu beitragen, den Strom-, Wärme- und Wasserverbrauch an Schulen zu reduzieren. Als Projektpartner bringen die Stadtwerke Gießen ihr Expertenwissen ein. Das Grünberger Beispiel zeigt: Es gibt viele Möglichkeiten, Energie einzusparen – es ist eben nur die Frage: gewusst wie und gewusst wo.

Auf sechs großen Stellwänden stellen 25 Kinder der 6a und eine Handvoll Jugendliche aus dem 11er-Kurs „Jugend forscht“ den Gästen ihre selbst erarbeiteten Ergebnisse vor. Zu den Gästen gehören neben Christiane Schmahl auch Michael Rösner, Leiter Privat- und Gewerbekundenvertrieb bei den Stadtwerken Gießen, und sein Kollege und Energieberater Martin Lorenz.

Anfang des Jahres startete das Projekt, für das die Kinder und Jugendlichen ihre Schule in einzelnen Energieclubs mit verschiedenen Themen unter die Lupe nahmen. Hierfür wurden die Klassenräume regelrecht nach Energiefressern durchsucht. Eigens dafür hatten sie – angeleitet von den Energie-Profis der Stadtwerke Gießen – unter anderem Fragebögen entwickelt, auf denen marode Dichtungen, kaputte Fenster oder auch Vorschläge erfasst worden sind. In Kleingruppen interviewten sie ihre Mitschüler, andere Gruppen überprüften mit einem Messgerät den Strombedarf der Elektrogeräte, erfassten den Wasserverbrauch oder analysierten, wie sich das Heizverhalten auf die Raumtemperatur auswirkt.

Dabei machten die Energiedetektive an der Theo-Koch-Schule unterschiedliche Entdeckungen: Wasserhähne mit Druckfunktion laufen beispielsweise bis zu 32 Sekunden, also viel zu lange. Oder: Wird die Helligkeit an Bildschirmen niedriger eingestellt, können 60 Watt eingespart werden. Das Whiteboard, eine elektronische Tafel, spart im Stand-by-Modus viel Strom, wenn es länger als zehn Minuten nicht genutzt wird.

Eine weitere Erkenntnis: Es sollte nicht zu viel gelüftet werden. „Durch Dauerheizen und Dauerlüften entstehen sehr hohe Kosten“, erklärt Maik Schibelbein (12). Für diese Erkenntnis hat seine Gruppe die Raumtemperatur stündlich zwischen 6 und 18 Uhr erfasst – sowohl mit
Theo-Koch-Schüler haben den Energieverbrauch in Gebäuden und Klassenräumen unter die Lupe genommen. Dezernentin Dr. Christiane Schmahl und die Stadtwerke-Mitarbeiter werden über die aufschlussreichen Ergebnisse informiert.
Theo-Koch-Schüler haben den Energieverbrauch in Gebäuden und Klassenräumen unter die Lupe genommen. Dezernentin Dr. Christiane Schmahl und die Stadtwerke-Mitarbeiter werden über die aufschlussreichen Ergebnisse informiert.
und ohne Lüften. In ihrem Fall stellte sich heraus, dass der Raum bei intensivem Lüften noch wärmer wird. Der Grund: Das Thermostat versucht offensichtlich die Abkühlung auszugleichen. Das Geld für die verlorengegangene Energie könne doch viel besser eingesetzt werden, meint Maik: „Zum Beispiel für ein Schulfest.“

Die Gäste gehen zusammen mit Christian Noack, Fachleiter Naturwissenschaften und Projekt-Koordinator, Lehrerin Johanna Lintl und Schulleiter Jörg Keller von Stellwand zu Stellwand und lassen sich die Ergebnisse erläutern. Mit statistischer Präzision ist der 11er-Kurs „Jugend forscht“ vorgegangen. Sie haben sich unter der Leitung von Sven Kammer, Fachleiter Mathematik und Physik, den Energieverbrauch der einzelnen Gebäude vorgenommen. „Die Sporthalle mit drei Feldern verbraucht weniger, als die deutlich kleinere Turnhalle“, berichtet der 17-jährige Christian Müller. Sein Mitschüler Christian Wolfram (17) meint: „Es gibt einen sehr hohen Verbrauch und es muss auch irgendwie Einsparpotenzial geben.“

Während hier Heizanlagen und dadurch komplexe energetische Vorgänge hinterfragt werden, wenden sich die Kinder der 6a gezielt an ihre Mitschüler. Bereits umgesetzt ist eine Checkliste für jeden Raum. Darauf steht: „Licht aus? Heizung (wenn möglich) aus? Fenster geschlossen? Wasserhahn zu?“

Die beteiligten Schülerinnen und Schüler.
Die beteiligten Schülerinnen und Schüler.
„Nachhaltiger Ressourceneinsatz an kreiseigenen Schulen“ heißt das gemeinsame Pilotprojekt des Landkreises Gießen und der Stadtwerke Gießen offiziell. Was akademisch klingt, hat eine praktische Auswirkung, wie sich an den vorgestellten Beispielen zeigt. Die Pilotphase läuft noch bis Jahresende. „Wenn der Test erfolgreich verläuft, werden wir die Aktion auf sämtliche Schulen ausweiten“, sagt Dr. Christiane Schmahl. Neben der Theo-Koch-Schule in Grünberg wird das Projekt an fünf weiteren Schulen im Landkreis umgesetzt. Dies sind die Grundschulen in Steinbach, am Eulenturm in Allendorf/Lumda und die Theodor-Heuss-Schule in Laubach, die Gesamtschule Gleiberger Land und die Friedrich-Magnus-Gesamtschule in Laubach.

Christiane Schmahl unterstreicht die große Reichweite des Projekts: „Die Tipps aus der Schule werden ja auch mit nach Hause genommen, wo sie sich positiv auf den Energieverbrauch auswirken können.“ Auch aus Sicht der Stadtwerke ist das Projekt ein Erfolg. „Ich bin sehr beeindruckt, was Ihr alles an Eurer Schule herausgefunden habt“, sagt SWG-Mitarbeiter Michael Rösner. „Deshalb ist es wichtig, Verbräuche zu dokumentieren, um einen Überblick zu erhalten“, erklärt Michael Rösner.


„Unsere Hausmeister werden jetzt Schritt für Schritt die Mängellisten abarbeiten“, berichtet Schulleiter Jörg Keller. Das Engagement von Schülern, Lehrern und allen anderen Beteiligten rechnet sich, nicht nur für den Landkreis, auch die Schulen profitieren finanziell: Sie erhalten die Hälfte des gesparten Geldes. Über die Verwendung entscheidet die Bildungseinrichtung selbst.

Theo-Koch-Schüler haben den Energieverbrauch in Gebäuden und Klassenräumen unter die Lupe genommen.
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Theo-Koch-Schüler haben den Energieverbrauch in Gebäuden und Klassenräumen unter die Lupe genommen. Dezernentin Dr. Christiane Schmahl und die Stadtwerke-Mitarbeiter werden über die aufschlussreichen Ergebnisse informiert.
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Die beteiligten Schülerinnen und Schüler.
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