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Werner Reitschmidt weiterhin Vorsitzender des Ortsbauernverbandes - Landwirtschaft leistet viel und kostet wenig

Der wiedergewählte Vorsitzende des OBV Watzenborn-Steinberg
Der wiedergewählte Vorsitzende des OBV Watzenborn-Steinberg
Pohlheim | Im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung des Ortsbauernverbandes (OBV) Pohlheim-Watzenborn-Steinberg am vergangenen Montag in der Gastwirtschaft "Zum Grünen Baum" standen Vorstandsneuwahlen und der Vortrag des Geschäftsführers des Bauernverbandes Gießen/Wetzlar/Dill e. V., Hans-Martin Sames. Dabei wurde der langjährige Ortsvorsitzende Werner Reitschmidt erneut einstimmig wiedergewählt. Als weitere Vorstandsmitglieder wurden Helmut Philipp, Ortslandwirt Peter Fay, Georg Ohlmeyer und Wolfgang Sames einstimmig gewählt.

Kreisgeschäftsführer Hans-Martin Sames berichtete sehr umfangreich über die Arbeit der Geschäftsstelle des Bauernverbandes Gießen/Wetzlar/Dill e. V. Ein sehr arbeitsreiches Jahr gehe zu Ende. Der Bauernverband sei auf vielen Feldern aktiv, ein Schwerpunkt bilde dabei u. a. die Öffentlichkeitssarbeit. Er erinnerte an den Hessichen Bauerntag in Kassel und das landeszentrale Hoffest des Hessichen Bauernverbandes (HBV) in Heuchelheim. "Wir Bauern haben weder auf dem Acker noch in den Ställen etwas zu verbergen. Seit vielen Jahren bieten wir die „Tage des offenen Hofes“ als sehr erfolgreiche Form des
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Dialogs mit den Städtern und den Verbrauchern an" sagte Sames. Er stellte weiterhin fest, dass zurzeit die entscheidende Phase um die Zukunft und Weiterentwicklung der EU-Agrarpolitik für den Zeitraum 2014 bis 2020 sei. "Mit unserem Mitgliederservice und in unseren Regionalversammlungen halten wir unsere Mitglieder immer auf dem neuesten Stand und zeigen, dass sich der Bauernverband frühzeitig vehement für die Belange des Berufsstands einsetzt. Bis zu den endgültigen Beschlüssen im Parlament und Ministerrat wird es noch ein zähes Ringen zwischen den europäischen Institutionen und den 27 Mitgliedstaaten geben", machte Sames deutlich. Es gebe noch jede Menge von Zerrbildern, der sich die Kritiker bedienen, voran mit der Behauptung, die Agrarpolitik „verschlinge“ die Hälfte des gesamten EU-Haushalts. Deshalb dürfen die Landwirtschaft nicht müde werden mit der Argumentation, dass die Gemeinsame Agrarpolitik der einzige voll vergemeinschaftete Bereich ist, dass 60-Milliarden Euro für den EU-Agrarhaushalt nur ein 1 Prozent der öffentlichen Ausgaben ausmache und dass die Agrarpolitik jeden europäischen Bürger nicht mehr als 29 Cent am Tag koste. Die Direktzahlungen in Form von Betriebsprämien seien schon aufgrund der hohen europäischen Standards voll berechtigt und für alle Betriebe gerade in Mittelhessen existenziell notwendig. Sames betonte, dass die Landwirtschaft letztlich viel leiste und wenig koste.
Die OBV-Mitglieder lobten den Einsatz des Bauernverbandes dafür, dass die Veröffentlichung der Betriebsprämien in Internet gestoppt wurde. Ebenso positiv aufgenommen wurde, dass die Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete, zu denen auch die Pohlheimer Stadtteile Watzenborn-Steinberg, Garbenteich und Hausen gehörten, auch weiterhin für Ackerflächen gewährt werde und dass die Neuabgrenzung der benachteiligten Gebiete bis voraussichtlich 2014 verschoben werden konnte. Bei der Erosionsschutzverordnung habe der HBV für die hessischen Landwirte eine Vielzahl von Verbesserungen erreicht: So sei auf sein Drängen und nach Gesprächen mit dem hessischen Landwirtschaftsministerium die 30-Ar-Regelung aufgehoben worden und somit die betroffene Ackerfläche von 49 auf 35 Prozent der Gesamtackerfläche zurückgegangen ist. Grünland werde zudem nicht mehr eingestuft. Außerdem wurde u.a. eine Ausnahmeregelung vom Pflugverbot für Flächen erreicht, die unter die Erosionsschutzstufe CC2 fallen. Heftig kritisierte der OBV jedoch die bundesdeutschen Bestimmungen, die weit über die EU-Vorgaben hinausgingen, in denen kein Pflugverbot gefordert werde und keine Einrichtung eines Erosionsflächenkatasters vorgesehen sei. Die Vorgaben müssten auf eine fachliche Grundlage gestellt werden. „Wir dürfen uns nicht von Bürokraten vorschreiben lassen, wie und wo wir unseren Boden zu bestellen haben, deswegen sollten die Bürokraten den Erosionsschutz den Bauern überlassen, kritisierte der OBV-Vorsitzende Reitschmidt. Auf Drängen des HBV sei inzwischen eine Hessische Bundesratsinitiative zur umgehenden Änderung der Bundesverordnung auf dem Weg, mit dem Ziel, das in der Bundesverordnung verankerte pauschale Pflugverbot durch praxisgerechte Lösungen zur Erosionsminderung zu ersetzen. Reitschmidt verwies auf das Rahmenabkommen des HBV mit den Stadtwerken Gießen. Dadurch könnten die Bauernverbandsmitglieder ihre Stromkosten erheblich senken. Dies sei eines von vielen Beispielen für die gute Verzinsung des Mitgliedsbeitrags. In diesem Zusammenhang appellierte der Ortsvorsitzende an die Solidarität der Berufskollegen und stellte abschließend fest, dass für einen starken durchsetzungsfähigen Bauernverband Geschlossenheit das A und O sei."

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von:  Hans-Martin Sames

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Interessensgebiet: Gießen
Hans-Martin Sames
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