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Soursop, Sauersack, Guanabana, Guyabano... die Stachelannone hat viele Namen...

Soursop - Sauersack - Stachelannone. Die Abbildung zeigt eine Berg-Stachelannone. .
Soursop - Sauersack - Stachelannone. Die Abbildung zeigt eine Berg-Stachelannone. .
Linden | Die Stachelannone wird in Deutschland auch Sauersack genannt. (Engl.: Soursop, span.: Guanábana, franz.: Corossol)

Ihr Ursprungsland ist Westindien, Süd-, Zentralamerika und die Karibik, wo sie wild in Tieflandwäldern gedeiht. Schon die alten Anden-Kulturen schätzten sie.
Heute wird sie überwiegend in tropischen Gebieten wie z.B. in Südostasien, vor allem in den Philippinen angebaut und exportiert.

Die genaue Bezeichnung dieser Frucht lautet Annona muricata Linné und ist eigentlich eine Beere.
Diese besonders große Beere kann bis zu 40 cm lang werden und bis zu 4 kg wiegen. Ihre grüne, dünne Schale ist mit vielen weichen Stacheln bedeckt.
Das Fruchtfleisch ist weiß, von weicher Konsistenz und enthält zahlreiche schwarze, ungenießbare Samen, wie bei ihrer kleinen Schwester, der Cherimoya. Der Geschmack des saftigen, faserreichen Fruchtfleisches ist süß-säuerlich, wegen seines großen Anteils an Apfel- und Zitronensäure und erinnert ein wenig an Ananas.

Der Baum der Stachelannone kann bis zu 10 m hoch werden, trägt immergrüne Blätter, die wie große Lorbeerblätter aussehen und ganzjährig Früchte. Die grün-gelben Blüten locken mit ihrem aasartigen Geruch Insekten zur Bestäubung an.
Mehr über...
Tropische Frucht (2)Stachelannone (1)Sauersack (1)Guanábana (1)Exotische Frucht (19)
Die Samen enthalten so viele Alkaloide, dass man aus ihnen Fisch- und Insektengift herstellt! Der enthaltene Nervengift „Annonacin“ wurde als Ursache für Tauopathie – eine neurodegenerative Krankheit, die nur auf der Inselgruppe Guadeloupe vorkommt – erkannt und mit dem dortigen Verzehr von annonacinhaltige Pflanzenteile in Verbindung gebracht.

ZUBEREITUNG:
Da die Stachelannone in reifem Zustand sehr druckempfindlich ist, wird sie kaum roh exportiert. Sie lässt sich aber hervorragend industriell zu Saft oder Mus auspressen und wird, je nach Region, ganz verschiedenartig verarbeitet:
In Südamerika wird der Saft entweder in Eis oder Konfitüren verwendet, aber auch zu Alkohol vergoren werden. Aus dem Fruchtfleisch wird auch zusammen mit Milch, Zucker und Wasser ein Erfrischungsgetränk zubereitet.
Auf den Philippinen wird das Fruchtfleisch getrocknet, gezuckert und mit Schwefel und Säurungsmittel zu Frucht-Chips verarbeitet (s. Foto) oder es werden auch unreife Früchte wie Gemüse zubereitet und schmecken dann wie gerösteter Mais.
In Indonesien, dagegen, wird das Fruchtfleisch zu einem süßen Pudding gekocht (der „Dodol sirsak“) oder findet in anderen Süßigkeiten Verwendung.
In der Karibik werden vielmehr die Blätter benutzt, um eine Art Tee herzustellen, der geschmacklich ein Bisschen wie Kaffee und Schwarztee schmeckt. Dieser „Tee“ wirkt beruhigend, schweißtreibend und fiebersenkend.

KONSERVIERUNG:
Die Stachelannone wird als Trockenobst und Konservenobst angeboten, sie lässt sich aber auch bis zu 4 Monaten lang einfrieren.

INHALTSWERTE:
Sie besitzt einen hohen Gehalt an Kohlenhydraten und enthält Vitamin C und Nikotinsäure.
In je 100 g Fruchtfleisch:
Kcal 60
Ballaststoffe: 3,5 g
Kohlenhydrate 13.5 g
Fett 0,5 g
Eiweiß 1,5 g
Wasser ca. 80 %

Soursop - Sauersack - Stachelannone. Die Abbildung zeigt eine Berg-Stachelannone. .
Soursop - Sauersack -... 
Getrocknete und gezuckerte Soursop-Chips aus den Philippinen
Getrocknete und... 

Kommentare zum Beitrag

Doris Kick
3.565
Doris Kick aus Hungen schrieb am 02.03.2010 um 23:54 Uhr
Liebe Annick.... was Du alles für Früchte kennst, Wahnsinn.... ganz ehrlich, ich würde mir nie so etwas kaufen, weil ich es nicht kenne und keine Ahnung habe wie es schmeckt und zubereitet wird ...
lg.Doris
Annick Sommer
4.007
Annick Sommer aus Linden schrieb am 03.03.2010 um 00:05 Uhr
Bei mir ist es gerade umgekehrt........ich probiere gerne, was ich noch gar nicht kenne und lasse mich gerne überraschen... meist geht es gut! :-)
Neugierig bist Du doch auch, oder??? :-)
Doris Kick
3.565
Doris Kick aus Hungen schrieb am 03.03.2010 um 01:01 Uhr
Neugierig bin ich schon, aber wenn ich vor dem Gemüse oder Obst stehe und muss erst ewig suchen und nachlesen was es ist und wie es verarbeitet wird, da greife ich dann doch zu diesen Sachen die ich kenne und was dann auch noch einigermassen schnell geht... :-))
Annick Sommer
4.007
Annick Sommer aus Linden schrieb am 03.03.2010 um 08:05 Uhr
Ja, das leuchtet mir ein... ich bevorzuge auch schnelle und unkomplizierte Gerichte! :-)
Ingrid Wittich
18.895
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 03.03.2010 um 16:14 Uhr
Danke, Annick. Wieder etwas dazu gelernt.
Ilse Toth
33.264
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 03.03.2010 um 21:36 Uhr
Kaum zu glauben, welche Früchte man nicht kennt!
Danke, Annick!
6
Harry Heddergott aus Allendorf (Lumda) schrieb am 27.12.2010 um 20:47 Uhr
Hallo zusammen,
ich kenne Soursop aus der Karibik. Die oben besagten Blätter werden dort als Tee zubereitet und sollen besonders bei Tumoren helfen.
Erste Erfahrungen damit soll es auch schon aus Deutschland geben.
6
Peter Mason aus Allendorf (Lumda) schrieb am 20.12.2012 um 06:44 Uhr
Könnte mir jemand bitte sagen wo diese Stachelannone oder Sauersack oder der Saft davon erhältlich ist? Bei Google scheine ich nur im kreis rumzulaufen. Vielen Dank.
6
Harry Heddergott aus Allendorf (Lumda) schrieb am 20.12.2012 um 07:38 Uhr
Die Blätter kann man über http://www.soursop.eu/ bekommen.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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