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Wie wirkt Mikroplastik auf unsere Gesundheit?

Infostand zum Thema Plastik, Greenpeace Wetzlar 2018
Infostand zum Thema Plastik, Greenpeace Wetzlar 2018
Linden | Kunststoffteilchen, die kleiner als 5mm sind, werden als Mikroplastik bezeichnet. Man unterscheidet dabei zwischen primärem Mikroplastik, das direkt produziert wurde (v.a. für Kosmetika) und sekundärem Mikroplastik, das beim Zerfall größerer Plastikteile entsteht. Mikroplastik findet sich mittlerweile leider überall auf der Welt und wird von Pflanzen und Tieren aufgenommen. Über die Nahrungskette gelangt das Mikroplastik dann zu seinen Verursachern zurück, in deren Stuhlproben es nachweisbar ist.

Für die Wirkung auf die Gesundheit spielen nicht nur die Plastikpartikel an sich eine Rolle, sondern auch die enthaltenen Chemikalien-Zusätze aus der Produktion sowie Schadstoffe aus der Umwelt, die sich an diese Partikel anlagern können (z.B. polychlorierte aromatische Kohlenwasserstoffe). Obwohl Mikroplastik sich schon lange in der Umwelt befindet und in Nahrungsmitteln (v.a. Fisch, Fleisch und Molkereiprodukte) nachgewiesen werden konnte, ist über die seine Wirkung auf den menschlichen Organismus bisher wenig bekannt. Es wird vermutet, dass der größte Teil über den Stuhl ausgeschieden wird. Ein kleiner Teil wird
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allerdings wohl über das Blutgefäß- bzw. Lymphsystem zu den inneren Organen transportiert und dort angereichert. Unter den beobachteten Wirkungen finden sich kardiopulmonare Effekte, Veränderungen von endogenen Metaboliten, Entzündungsreaktionen, Genotoxizität sowie Auswirkungen auf die Nahrungsabsorption, auf die Mikroflora des Darmes und auf die Reproduktion. Die Wirkung von Mikroplastik auf menschliche Gewebe ist zwar im Einzelnen noch nicht verstanden. Es gibt jedoch nachgewiesene Zusammenhänge z.B. zwischen den Gehalten an Bisphenol A (häufiger Zusatzstoff in Plastik) im Urin und Kreislauferkrankungen sowie Typ 2 Diabetes. Zu befürchten sind v.a. sich aufsummierende Effekte durch chronische Exposition. (Quelle: Madeleine Smith et al., Curr Envir Health Rpt 5, 2018).

Mit dem von uns verursachten Mikroplastik müssen wir längerfristig leben. Wir sollten den Eintrag von weiterem Plastik in unsere Umwelt allerdings so schnell wie möglich reduzieren. Hierzu kann jeder Einzelne seinen Beitrag leisten. Ein guter Anfang sind konsequente Mülltrennung, Vermeiden von Kunststoff-Verpackungen und die Beteiligung an Plastiksammelaktionen.

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Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.568
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 11.07.2019 um 09:22 Uhr
Sehr informativer Beitrag. Vielen Dank dafür.

Was mich etwas stört ist der Forderungskatalog am Ende des Artikels.

Richtig ist, dass jeder einzelne etwas Beitragen kann; aber viel wichtiger ist die Macht der Kapitalisten zu brechen, welche mit dem ökologischen Wahnsinn Milliardengewinne machen.
Wolfgang Heuser
7.953
Wolfgang Heuser aus Gießen schrieb am 11.07.2019 um 09:24 Uhr
Ein Thema wo sich jeder selber etwas intensiver mit beschäftigen sollte, Danke für den Beitrag! Zumindest achten wir schon verstärkt auf diese Dinge auch beim Einkauf. Bei der Mülltrennung kann auch vieles falsch gemacht werden, im Endeffekt sind es nur etwa 30% was recycelt wird...
Stefan Walther
4.538
Stefan Walther aus Linden schrieb am 11.07.2019 um 22:29 Uhr
Stimmt Martin, es ist - nicht nur in vielen Beiträgen hier in der GZ - immer das Gleiche = "Mit dem von "uns" verursachten Mikroplastik... Hierzu kann jeder Einzelne seinen Beitrag leisten... usw. usf."
Als ob "wir" die Hauptverantwortlichen für die umweltzerstörende kapitalistische Produktionsweise wären. Viele träumen noch davon, dass das alles ja gar nichts mit dem kapitalistischen, einzig auf Maximalprofit beruhenden, Gesellschaftssystem zu tun hätte... ein bisschen guter Wille der Verbraucher und schon ist die (Um-)welt wieder in Ordnung!?
...und die Monopolkapitalisten reiben sich die Hände... und machen genauso weiter wie bisher...

apropos recyceln, alles wäre möglich =
http://frieda-online.de/kryorecycling-eine-loesung-fuer-den-plastikmuell/
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