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Vorsicht Haustierdiebstahl!

Lich | Jährlich verschwinden tausende von Haustieren, vorwiegend Katzen, spurlos und werden trotz Vermißtmeldungen und aller Bemühungen der Besitzer nicht mehr gefunden. Das bedeutet einerseits große Sorge, was dem verschwundenen Tier zugestoßen sein könnte, andererseits Trauer um den Verlust des geliebten Haustiers.
Auffallend ist, wenn in einzelnen Orten, Ortsteilen oder Straßen gleichzeitig mehrere Katzen verschwinden. Da liegt der Verdacht nahe, dass Tierfänger am Werk waren. Fragt man, ob zeitgleich mit dem Verschwinden der Tiere eine Altkleidersammlung stattgefunden hat, wird dies häufig bestätigt.
Es gibt zwar keine eindeutigen Beweise für den Zusammenhang zwischen den Sammlungen und dem Verschwinden der Katzen, man kann auch nicht alle Altkleidersammler über einen Kamm scheren, aber der Verdacht eines Zusammenhangs verstärkt sich immer mehr. So nimmt sich auch die Zeitschrift "Bild der Frau" in ihrer Ausgabe vom 29.11.08 dieses Themas an und berichtet darüber.
Der Verein "Tierversuchsgegner Puhlheim e.V. - Menschen für Tierrechte" warnt bereits seit Jahren vor dem Verschwinden von Haustieren im Zusammenhang mit Altkleidersammlungen.
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Jeder von uns hat sie schon gesehen, die Eimer oder Körbe mit Aufklebern oder Zetteln versehen, die dazu dienen sollen Schuhe oder Altkleider für irgendwelche Oranisationen, die niemand kennt, aufzunehmen. Meistens ist auch irgendwo eine Telefonnummer zu finden, die nähere Auskunft über die jeweilige Sammlung geben soll. Aber wer ruft schon an? Sollte man aber mal versuchen. In der Regel läuft ein Band mit unverständlichem Text ohne die Möglichkeit eine Nachricht zu hinterlassen. Auffallend ist auch, dass nie jemand gesehen wird, der die Behältnisse aufstellt und abholt. Wie von Geisterhand stehen sie plötzlich da und ebenso sind sie nach zwei bis drei Tagen wieder verschwunden.
Doch was hat es mit den Sammelbehältern auf sich? Die Tiere werden natürlich nicht mit diesen Behältnissen gefangen, die sind nur als Ablenkung gedacht, um keinen Verdacht zu erregen, wenn die Umgebung ausgekundschaftet wird. In Untersuchungen an von Tierschützern mitgenommenen Körben konnten zum Teil Reste von Lockstoffen nachgewiesen werden.
Niemand muß die Sammelbehälter auf seinem Grundstück dulden, sie können entfernt und auf einem öffentlichen Platz deponiert werden. Stehen sie auf dem Bürgersteig, ist das Ordnungsamt zuständig, da es sich um eine Ordnungswidrigkeit handelt.
Nun stellt sich die Frage, was mit den armen Katzen geschieht.
Ein Teil geht wahrscheinlich in illegale Versuchslabore, der Rest wird zur Fellgewinnung getötet. Rheumadecken aus Katzenfell werden vielerorts zum Verkauf angeboten und auch gekauft, obwohl der Nutzen höchst zweifelhaft ist.
In Asien werden jährlich 2 Millionen Hunde und Katzen nur wegen ihres Fells auf bestialische Art getötet. Ein Großteil dieser Felle ging bisher in die EU. Deutschland importiert jährlich 500000 Katzen- und 100000 Hundefelle aus asiatischen Ländern. Bereits seit Ende der 90er Jahre wurde ein Ein- und Ausfuhrverbot von Hunde- und Katzenfellen unter anderem vom Deutschen Tierschutzbund gefordert. Mit Erfolg, denn ab 31.12.08 dürfen keine Katzen- und Hundefelle mehr in die EU eingeführt werden. Auch der Verkauf von Kleidungsstücken, modischen Accessoires oder Spielzeug aus Heimtierfell sind dann untersagt. Es bleibt abzuwarten, was daraus wird.
Doch was können wir tun, um unsere Tiere zu schützen?
Zum einen ist die Kennzeichnung durch eine Tätowierung oder einen Chip und die anschließende Registrierung z.B. bei TASSO unerläßlich. Im Ernstfall hilft das zwar nicht gegen den Diebstahl selbst, aber verloren gegangene Tiere werden so dem Besitzer wieder zugeführt. Manche von Tierfängern gestohlene Tier werden wieder freigelassen oder sie können entkommen und gelangen durch die Registrierung wieder nach Hause.
Weiterhin ist es ratsam, die Freigänger unter den Katzen auf keinen Fall in der Nacht draußen zu lassen. TierfreundLich e.V. und auch andere Tierschutzvereine legen jedem neuen Katzenbesitzer bei der Vermittlung einer Katze ans Herz, das Tier ab der Abenddämmerung bis zum nächsten Morgen im Haus zu lassen, um dem Haustierdiebstahl vorzubeugen.
Wenn die Katze sich dem menschlichen Tagesablauf angepaßt hat, ist dies durch entsprechende Fütterungszeiten auch möglich. Eine gewisse Zeit der Gewöhnung und Anpassung ist eventuell erforderlich.
Wird eine Altkleidersammlung im Ort oder Ortsteil angekündigt, sollte man seine Katze ein paar Tage nicht nach draußen lassen, auch wenn sie ihren Freigang noch so lautstark fordert.
Vor allen Dingen ist während dieser Tage auch erhöhte Aufmersamkeit angesagt. Der Deutsche Tierschutzbund rät, Fakten und Details zu sammeln und eine Statistik zu erstellen, wann und wo Tiere verschwinden, Datum, Uhrzeit und Autokennzeichen zu notieren, von Kleinbussen und Kastenwagen mit fremden Kennzeichen, die langsam durch die Straße fahren. Die Polizei kann nur einschreiten wenn jemand auf frischer Tat ertappt wird. Ansonsten sei es kein Straftatbestand, wenn Tiere spurlos verschwinden.
Wichtig ist nach dem Verschwinden des geliebten Haustieres und der erfolglosen Suche in der Nachbarschaft, Handzettel zu verteilen, Vermißtmeldungen bei den umliegenden Tierschutzvereinen zu machen und bei der Polizei Anzeige zu erstatten. Man soll sich auf keinen Fall abweisen lassen, die Polizei ist dazu verpflichtet eine Diebstahlanzeige aufzunehmen.
Im Zusammenhang mit den Haustierdiebstählen wurde eine Seite im Netz eingerichet, die allen Interessierten genaue Informationen gibt: www. haustierdiebstahl-in-deutschland.de.
Eine Liste von Altkleidersammlungen aus dem gesamten Bundesgebiet zeigt die Verbindung zwischen diesen Aktivitäten und dem Verschwinden von Haustieren. Gleichzeitig werden Warnungen über aktuelle Altkleidersammlungen herausgegeben, sowie Ermittlungen der Polizei, die in verschiedenen Städten laufen.
Auch in Gießen, Ortsteil Wieseck, gab es kürzlich eine Altkleidersammlung verbunden mit dem Aufstellen von Körben. Tierschützer verteilten Handzettel bei den Anwohnern und mahnten alle Katzenbesitzer zu erhöhter Aufmerksamkeit. Gleichzeitig fuhren mehrere von ihnen die ganze Nacht über durch die Straßen, um eventuellen Haustierdiebstahl zu verhindern. In den folgenden Tagen standen die Körbe in Buseck, Reiskirchen und zuletzt in Lich. Auf Anfrage war zu erfahren, dass die Tierschützer in den nächsten Tagen einen Termin bei einem Sachbearbeiter der Polizei in Giessen haben, um das Thema Haustierdiebstahl zu erörtern.

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