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Historische Ersterwähnungen Ortsteile Langgöns

Langgöns | Die historischen Ersterwähnungen der Langgönser Ortsteile Cleeberg,
Dornholzhausen, Espa, Lang-Göns, Niederkleen und Oberkleen
Ortsjubiläen gehören zu den wichtigen, identitätsstiftenden Feierlichkeiten einer jeden Gemeinde.
Spätestens das Nahen eines solchen geschichtsträchtigen Termins animiert die Einwohnerschaft,
sich mit der jüngeren und älteren Historie ihrer Heimat auseinanderzusetzen
und Vergangenes zu erforschen.
Doch wann diese Termine zu feiern sind, hängt vom Auffinden der frühesten urkundlichen
Erwähnung der jeweiligen Ortschaft ab. So kann es im Laufe der Jahre passieren, dass vermeintliche
Ersterwähnungsdaten nach
weiteren Forschungen sogar früher datiert
werden können oder – sofern sie
einer Überprüfung an den Originaldokumenten
nicht standhalten – revidiert
und somit in die jüngere Zeit verlegt
werden müssen. Anlass genug für die
Historikerin und Leiterin des Gemeindearchivs
Langgöns, Marei Söhngen-
Haffer, sich näher mit den Ersterwähnungen
der seit 1977 zur Großgemeinde
Langgöns gehörenden Ortschaften Cleeberg,
Dornholzhausen, Espa, Lang-
Göns, Niederkleen und Oberkleen zu
beschäftigen.
Auf Grundlage eines beim Hessischen Staatsarchiv Darmstadt eingeholten Ersterwähnungsgutachtens
konnten die Verwahrungsorte sämtlicher Ersterwähnungsdokumente ermittelt und
Reproduktionen aus den jeweiligen Archiven beschafft werden, so z. B. aus dem Hessischen
Staatsarchiv Darmstadt, dem Landeshauptarchiv Koblenz, dem Bayrischen Staatsarchiv
Würzburg, dem Arnsburger Archiv in Lich und der Landesbibliothek Kassel. Anschließend
wurden die Ersterwähnungstexte transkribiert, d. h. in die heutige Schrift übertragen, und –
sofern erforderlich – aus dem Lateinischen übersetzt.
Nach derzeitigem Erkenntnisstand kann sich Dornholzhausen mit einer im Lorscher Kodex
abschriftlich überlieferten Urkunde aus dem Jahr 815 auf das älteste Ersterwähnungsdatum
der sechs Langgönser Ortsteile berufen. Priester Randolf schenkte dem Eintrag zufolge dem
Kloster Lorsch im Jahr 815 zu seinem Seelenheil im Ort „Holzhusen“, der relativ sicher auf
Dornholzhausen zu beziehen ist, einen Herrenacker und eine Knechtshube samt Knecht.
Mit einem zeitlichen Abstand von 381 Jahren folgt darauf die Ersterwähnungsurkunde Cleebergs,
in der Bischof Leopold II. von Worms 1196 die Schenkung des Patronatsrechts der
Kirche St. Martin zu Bockenheim an das Kloster Sankt Marien zu Wadgassen durch die Gräfin
Alveradis von Cleeberg bestätigt.
Ein Jahr danach, 1197, wird Oberkleen erstmals urkundlich erwähnt, als das Kloster Arnsburg
dem Kloster Schiffenberg Güter zu Leun und Oberkleen sowie einen Zins zu Melbach verkauft.
Knapp vier Jahrzehnte später, im Jahr 1235, entstand eine Handschrift, die den frühesten Beleg
für die Erwähnung des Ortsteiles Lang-Göns enthält. In einem Protokoll über Wunder am
Grabe der Landgräfin Elisabeth von Thüringen wird von einer Jutta aus Lang-Göns über die
Wiedererweckung eines durch die Mutter Mechthild von „Langengunsne“ tot geborenen Kindes
berichtet.
Weitere zwanzig Jahre nach Entstehung dieses Berichtes wird man auf der Suche nach der
Ersterwähnungsurkunde Niederkleens fündig. Im Jahr 1255 beurkundete Graf Adolf von
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Waldeck eine Schenkung von Gütern zu „Holzhusen“ und „Nideren Clen“ durch Ritter Konrad
Milchling von Nordeck dem Älteren an das Kloster Arnsburg.
Auf das Jahr 1347 schließlich datiert die urkundliche Ersterwähnung Espas und damit die
jüngste unter den sechs Langgönser Ortsteilen. Ritter Konrad Setzpfand von Linden und seine
Ehefrau Gude schenken zur Ausstattung des Altars in Butzbach verschiedene Einkünfte von
Ländereien. Unter anderem ist hierfür in Espa ein Achtel Frucht zu entrichten.
Angesichts der umfassenden Recherchen des Archivs werden der Gemeinde Langgöns in den
nächsten Jahrzehnten die Anlässe zum Feiern sicherlich nicht ausgehen. 2015 beginnt der
Reigen mit der 1200-Jahrfeier Dornholzhausens. 2021 folgt Cleeberg mit dem 825-jährigen
Ersterwähnungsjubiläum und im darauf folgenden Jahr 2022 kann das Doppeljubiläum 675
Jahre Espa und 825 Jahre Oberkleen gefeiert werden. Im Jahr 2030 steht dann die 775-
Jahrfeier Niederkleens und schließlich 2035 das 800-jährige Ersterwähnungsjubiläum der
Kerngemeinde Lang-Göns an – vorausgesetzt natürlich, dass bis zu diesem Zeitpunkt keine
älteren Urkundenbelege in den Schatzkammern weiterer Archive aufgespürt werden.
Die Reproduktionen der Ersterwähnungsurkunden können alle Interessierten im Gemeindearchiv
Langgöns einsehen.

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von:  Isabel Haub

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Interessensgebiet: Langgöns
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