Langgöns | „Häusliche Gewalt“ - da denken viele Menschen an prügelnde Männer. Doch dieses Bild trügt. In etwa der Hälfte aller Fälle geht die Gewalt von Frauen aus.
„Am xx.xx.2010 wurde ich von meiner Noch-Ehefrau mit einer Tontasse verprügelt und danach mit einem Küchenmesser angegriffen. Es gelang mir, ihre Angriffe abzuwehren, sie zu Boden drücken und auf dem Boden zu fixieren, bis die Polizei eintraf. Doch die Polizistin xxxx und der Polizist yyyy erklärten mich zum Täter. Die Beweisstücke wurden nicht gesichert, Aufnahmen nicht gemacht. Stattdessen wurde ich durch die Beamtin misshandelt, sodass ich mit dem Kopf auf dem Boden aufschlug. Ohne ärztliche Einweisung wurde ich in eine geschlossene psychiatrische Abteilung eingewiesen. Per Gerichtsbeschluss darf ich bis November 2011 mich nicht einmal meinem Haus nähern. Mein ganzer Besitz liegt darin. Ich habe zweimal gegen die Wegweisung geklagt. Vergebens. Das Landgericht geht davon aus, dass in der Regel Männer Frauen schlagen.“
Dies ist nur ein beispielhafter Auszug aus zahlreichen Emails, die der Verein MANNdat e.V. in der letzten Zeit zum Thema Häusliche Gewalt gegen Männer erhalten hat.
Laut polizeilicher Kriminalstatistik des BKA stellen Männer mit ca. 2/3 die Mehrheit aller Gewaltopfer (öffentlicher und häuslicher Bereich zusammen. Seit Jahren ist zudem aus zahlreichen internationalen Studien belegt, dass, entgegen der öffentlichen Meinung, im Bereich häuslicher Gewalt Frauen zahlenmäßig nicht weniger gewalttätig gegenüber Männern sind als umgekehrt. Im Rahmen einer deutschen Studie zu Vätern in Trennungs- und Scheidungssituationen wurde quasi als „Nebenprodukt“ festgestellt, dass gerade in solchen Situationen Frauen sogar deutlich stärker zu Gewalt neigen als Männer, wie übrigens auch bei Gewalt gegen Kinder.
Doch warum weiß die Mehrheit der Bevölkerung davon nichts? Die Ursachen sind vielfältig:
1. Eine nach wie vor einseitig auf Fraueninteressen gerichtete Forschungsförderpraxis auf diesem Gebiet,
2. die Weigerung der Politik, internationale Forschungsergebnisse zur Gewaltbereitschaft in Partnerschaften anzuerkennen und in entsprechende Gesetzeskorrekturen einfließen zu lassen.
3. die Hemmungen der Medien, diese Forschungsergebnisse in ihrer Berichterstattung zu berücksichtigen, und stattdessen immer wieder das Klischee vom ausschließlichen Tätermann zu verbreiten.
Allein die Vorstellung eines von seiner Partnerin verprügelten Mannes stößt nur allzu oft auf Unverständnis, Spott und Häme ja sogar auf offene Abwertung bis zur Aggression. Bei Männern kollidiert dies vorrangig mit dem eigenen Selbstbild. Frauen wiederum legen das Thema oftmals als persönlichen Angriff aus oder als einen Versuch, männliche Gewalt, die es ja natürlich faktisch gibt, kleinzureden.
Viele Männer wollen sich ihre Opferrolle nicht eingestehen, da dies ihr eigenes Selbstbild verletzt und schweigen aus Scham oder Angst. Frauen sind als Opfer gesellschaftlich anerkannt und erhalten ganz selbstverständlich Zuwendung und Hilfe, Männer hingegen werden eher als Versager in ihrer Männlichkeit gesehen und mit Spott („Nudelholz-Witze“) bedacht. Selbst im familiären Bereich und im Freundeskreis ist es für viele schwer, sich zu offenbaren und offen über ihre Probleme zu reden.
Dies erklärt auch die Kriminalstatistiken, welche ja nur die angezeigten Fälle (das sogenannte „Hellfeld“) beleuchten. Einer Untersuchung zufolge riefen z.B. 8,5 Prozent der misshandelten Frauen, aber nur 0,9 Prozent der misshandelten Männer die Polizei.
Hinzu kommt das Problem, dass, im Gegensatz zu einer Vielzahl frauenspezifischer Hilfsangebote, keinerlei äquivalente Hilfsangebote für Männer existieren. Der Staat bezuschusst z.B. ca. 400 Frauenhäuser, es gibt Frauennotrufe etc.. Männerhäuser sucht man hingegen vergebens, Beratungsangebote sind, wenn überhaupt vorhanden, eher auf Täterberatung ausgerichtet. So werden diese Männer mit ihrer Situation überfordert allein gelassen.
Um diesen Männern in ihrer schwierigen Situation zu helfen, hat die Geschlechterpolitische Initiative MANNdat e.V. einen Leitfaden veröffentlicht, mit dem Betroffene Ratschläge und Tipps zu richtigen Verhaltensweisen im Falle Häuslicher Gewalt erhalten. Er kann von der Homepage (www.MANNdat.de) heruntergeladen werden.
Quellen:
http://manndat.de/gewalt-gegen-maenner/haeusliche-gewalt-was-tun-als-maennlicher-betroffener.html
http://manndat.de/feministische-mythen/nur-5-10-prozent-der-opfer-sind-maenner.html
http://manndat.de/gewalt-gegen-maenner
http://www.mann-als-opfer.com/downloads/vaeterberichtprofdramendt2005.pdf
http://www.welt.de/print/die_welt/politik/article10884320/Neue-Studie-Maenner-haeufiger-Opfer-von-Gewalt-als-Frauen.html
http://www.csulb.edu/~mfiebert/assault.htm
Offenlegung:
Der Autor ist Mitglied des Vereins MANNdat e.V.
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Kurzfassung (für eventuellen Druck)
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Häusliche Gewalt: Was tun als männlicher Betroffener?
„Häusliche Gewalt“ - da denken viele Menschen an prügelnde Männer. Doch dieses Bild trügt. In etwa der Hälfte aller Fälle geht die Gewalt von Frauen aus.
Seit Jahren belegen zahlreiche internationale Studien, dass, entgegen der öffentlichen Meinung, im Bereich häuslicher Gewalt Frauen zahlenmäßig nicht weniger gewalttätig gegenüber Männern sind als umgekehrt. Im Rahmen einer deutschen Studie zu Vätern in Trennungs- und Scheidungssituationen wurde quasi als „Nebenprodukt“ festgestellt, dass gerade in solchen Situationen Frauen sogar deutlich stärker zu Gewalt neigen als Männer, wie übrigens auch bei Gewalt gegen Kinder.
Doch in der Öffentlichkeit stößt allein die Vorstellung eines von der eigenen Partnerin verprügelten Mannes nur allzu oft auf Unverständnis, Spott und Häme, ja sogar auf offene Abwertung bis zur Aggression. Im Gegensatz zu einer Vielzahl von Hilfsangeboten für Frauen gibt es nichts Entsprechendes für betroffene Männer. Beratungsangebote sind, wenn überhaupt vorhanden, eher auf Täterberatung ausgerichtet. Männer werden so mit ihrer Situation überfordert allein gelassen.
Daher hat die Geschlechterpolitische Initiative MANNdat e.V. einen Leitfaden mit Ratschlägen und Tipps zu richtigen Verhaltensweisen veröffentlicht. Dieser kann bequem als PDF von der Homepage (www.MANNdat.de) heruntergeladen werden.