Bürgerreporter berichten aus: Heuchelheim | Überall | Ort wählen...

Das Jahr bei Familie Reh- Gucken, nicht anfassen!

Noch steht die Gruppe Rehe zusammen auf der Frühlingswiese
Noch steht die Gruppe Rehe zusammen auf der Frühlingswiese
Heuchelheim | Heute stelle ich euch das Jahr bei Familie Reh vor. Rehe leben in unseren Wäldern und Feldern. Sie sind die häufigste und kleinste Art der Hirsche in Europa. In den kommenden warmen Frühlingstagen werden die niedlichen Rehkitze geboren. Meist sind es Zwillinge, nur selten auch mal Drillinge. Die kleinen Rehbabys werden von ihren Müttern oft in Waldrandgebieten im hohen Gras abgelegt. Durch die hellen Flecken im Fell sind die Kitze gut getarnt. In den ersten Lebenstagen haben sie noch keinen Eigengeruch, was sie vor Fressfeinden wie den Fuchs, Luchs und Wolf schützt. Um ihre Kitze nicht zu verraten, beobachtet die Ricke, so nennt man das weibliche Tier, die Umgebung. Die Ricke kommt regelmäßig zum Säubern und Säugen zu ihren Kitzen. Im Notfall verteidigt sie ihre Jungen durch gezielte Tritte. Findet man beim Spaziergang ein kleines Rehkitz, darf man es NICHT ANFASSEN! Die Ricke wird durch den fremden Geruch verunsichert und das kleine Kitz verliert so die Mutter. In der Setzzeit, also im Mai/Juni sollte man beim Hundespaziergang darauf achten im Waldrandgebiet den Hund an der Leine zu führen. Rehkitze laufen
Mehr über...
Rehe (33)
bei Gefahr nicht weg. Sie strecken ihren Hals weit nach vorn, um ihren Kopf ganz dicht auf den Boden zu drücken. Sie hoffen, dass sie nicht gesehen werden. Genau das wird ihnen oft zum Verhängnisse. Die erste Maht wird meist Anfang Juni eingefahren. Viele Kitze sterben unter den Messern der Mähwerke.
Die Landwirte sind zur Kontrolle ihrer Felder vor dem Mähen verpflichtet. Jedoch gelingt es nicht immer alle Wildtiere aus der Wiese zu scheuchen. Die Landwirte lassen die Wiesen gerne vom zuständigen Jäger nach Kitzen absuchen. Das anmähen der Wiese am Vortag und aufstellen von Flatterbänder hilft die Tiere aus den Wiesen zu vertreiben. Die modernen Mähwerke sind mit Sensoren ausgestattet, die ein Kitz in der Wiese erkennen können. Trotz aller Vorsicht kommt es immer noch zu tödlichen Zusammentreffen von Kitz und Landmaschinen. Rehkitze folgen ihren Müttern erst vier Wochen nach der Geburt. Bereits wenige Wochen nach der Geburt sind die Ricken wieder Empfangsbereit. Ende Mai bis Mitte August ist die Brunft des Rehwildes. Ein intensives Territorialverhalten der Böcke wird durch Imponier- und Drohgebärden sowie kämpfen mit dem Geweih in dieser Zeit zu beobachten sein. Der gute Geruchssinn der Rehe lässt die Böcke, die nur wenige
Ups, er hat mich bemerkt
Ups, er hat mich bemerkt
Tage paarungsbereiten Ricken, in ihrem Revier wittern. Es beginnt das Treiben. Der Bock rennt der Ricke überall nach. Leider auch auf die Straßen. Dabei kommt es oft zu Unfällen mit tödlichen Ausgang. Sollte Ihnen ein Wildunfall geschehen gibt es Regeln zu beachten. Der Jäger und die Polizei müssen benachrichtigt werden. Das Wild nicht anfassen. Bleiben Sie vom Tier weg! Der Mensch macht dem verletzten Tier nur noch mehr Angst. Wenn das Tier weggelaufen ist, bedeutet es nicht das es nicht verletzt ist! Der Jäger kann dies feststellen und gegebenen Fall das Wild erlösen. Also auch hier gilt Finger weg!
Rehböcke folgen ihrer Auserwählten meist über Tage, vergessen das Fressen und nehmen während der Brunft erheblich ab. Das erste halbe Jahr bleiben Kitz und Ricke zusammen. In dieser Zeit lernen die Kitze die meisten Elemente des Kampf-, Brunft- und Markierverhaltens in spielerischen Auseinandersetzen mit ihren gleichaltrigen Artgenossen. Der Rehbock wirft im Herbst sein Geweih ab. Er braucht es nicht mehr. Für die nächsten Kämpfe beginnt das neue Geweih zu wachsen. Die Rehe bilden im Spätherbst und Winter kleine Gruppen. So kommen sie besser durch die kalte Jahreszeit. Im Dezember reift in den Ricken dann das neue Leben heran. Richtig, die Paarung ist im Sommer. Dann wird die befruchtete Eizelle sozusagen eingelagert und erst wenn der Winter da ist, reift sie zu einem Kitz heran. Im Sommer und Herbst wird gefuttert für den Winterspeck. Die Kitze werden dann geboren, wenn es warm ist und genügend Futter vorhanden ist. Schlau ausgedacht.
Rehe sind wie alle Hirscharten Wiederkäuer. Sie bevorzugen junge Gräser, Knospen, Kräuter und im Winter die grünen Blätter von Brom- und Himbeeren. Also energiereiches Grünfutter. Rehe haben schlechte Augen. Sie sind farbenblind und können räumlich nicht gut wahrnehmen, dafür registrieren sie Bewegungen sehr genau. Ihre Ohren sind sehr empfindlich. Jedes kleine Geräusch wird registriert und dann Schnuppern sie in den Wind. Sollte die Situation als nicht sicher beurteilt werden, verschwinden die Rehe schnell im Gebüsch. In der Gruppe haben sie die besseren Karten gegen Fressfeinde wie Luchs, Wolf und Mensch.
Im frühen Frühling trennen sich die Wege von Kitz und Ricke. Die neuen Geweihe der Böcke sind noch mit Bast überzogen. Die kleinen Gruppen lösen sich auf. Im März beginnt dann die Zeit des Fegens. Die Böcke beziehen ihr Revier. Sie reiben die abgestorbene Haut des Geweihes, den Bast, an jungen Bäumen ab, markieren und bereiten sich auf die Brunft vor. Es wird gefuttert, damit Mann auch genügend Kraftreserve hat. Jetzt könnte man wieder am Anfang meines Berichtes anfangen zu lesen. Viel Spaß beim Gucken und nicht anfassen!

Noch steht die Gruppe Rehe zusammen auf der Frühlingswiese
Noch steht die Gruppe... 
Ups, er hat mich bemerkt
Ups, er hat mich bemerkt 

Dies könnte Sie zum Thema auch interessieren

Rehe in Dorlar
Bei meinem 2. Besuch in Dorlar traf ich die Bergfinken leider nicht...
Rehe schnuppern Frühlingssonne

Kommentare zum Beitrag

Leider gibt es noch keine Kommentare zu diesem Artikel.
Schreiben Sie doch den ersten!

Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Nicole Freeman

von:  Nicole Freeman

offline
Interessensgebiet: Heuchelheim
Nicole Freeman
8.977
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
Na, könnt ihr euch das Einhorn auf der Lichtung vorstellen?
Wanderer kommst du an dieses Steinkreuz, so verweile hier in stillem Gedenken....Schau auf die Wälder ringsum. Sie schweigen....
Kinzenbach, Sternschanze, Königsstuhl, Frauenkreuz, ...
Seltene Pflanzen in der Lahnaue- Die Akelei, das Hexenkraut
Die Akelei dürfte den meisten aus dem heimischen Garten bekannt sein....

Weitere Beiträge aus der Region

Na, könnt ihr euch das Einhorn auf der Lichtung vorstellen?
Wanderer kommst du an dieses Steinkreuz, so verweile hier in stillem Gedenken....Schau auf die Wälder ringsum. Sie schweigen....
Kinzenbach, Sternschanze, Königsstuhl, Frauenkreuz, ...
Anflug zur Landung
Neues vom Bingenheimer Ried
Viel Aktivität gibt es zur Zeit im Bingenheimer Ried. Die Störche...
Prächtig hat er sich erholt und ist eine Schönheit geworden.
Gerettet!
In letzter Sekunde ist der schöne Kater gerettet worden. Skeletthaft...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.