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„Tochter Zion freue dich – jauchze laut Jerusalem“ Beeindruckende Adventsreise ins Heilige Land mit Dekan Norbert Heide

vor der Grabeskirche in Jerusalam
vor der Grabeskirche in Jerusalam
Grünberg | Dekan Norbert Heide hatte zu einer Studienreise ins Heilige Land eingeladen. 42 interessierte Menschen aus verschiedenen Dekanaten starteten mit dem Flugzeug nach Tel Aviv, wo sie von Guide Salah empfangen wurden, der sie eine Woche zu den Heiligen Stätten begleitete und kompetent informierte. Im Kibbuz Ma’agan am Ufer des Sees Genezareth wurden die Reisenden spätabends mit einem Imbiss empfangen.

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen stand eine Bootsfahrt über den See Genezareth, der mit 212 m unter dem Meeresspiegel der tiefstgelegene Süßwassersee der Erde ist, auf dem Programm. Die dazu passende Andacht von Dekan Norbert Heide, die Stille auf dem See und der Blick auf die Golan Höhen waren sehr beeindruckend. Auf dem Berg der Seligpreisungen hatte man einen einzigartigen Panoramablick auf den See Genezareth. Die Reisegruppe wanderte hinunter zur Primatskapelle und dann zur „Stadt Jesu“, die in Schutt und Asche gesunken war und jahrhundertelang nicht bestimmt werden konnte, wo sie einst gestanden hatte. Erst im Jahre 1905 begannen zwei deutsche Archäologen den unansehnlichen Trümmerhaufen auszugraben
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Studienreise nach Israel (1)
und erst in allerjüngster Zeit wurde die nunmehr bekannteste Synagoge von Kapernaum freigelegt. Zum Mittagessen aß man Petrusfisch, der seinen Namen zu Ehren des Jüngers Petrus, der als Fischer diesen regelmäßig im See Genezareth gefischt haben soll, erhalten hat. Die Brotvermehrungskirche mit dem berühmten Brot-und-Fisch-Mosaik befindet sich im westlichen Teil von Tabgha am See Genezareth und gilt als der Ort an dem "Die Speisung der Fünftausend" stattfand. Direkt am See – in Dalmanutha - nutzte Dekan Heide die Gelegenheit (ein Altar aus Stein und Baumstämme waren vorhanden), eine Andacht mit Abendmahl zu feiern – ein unvergessliches Erlebnis für alle Teilnehmer.

Am dritten Tag konnte man am Jordan das Ritual einer Taufe beobachten. Hierbei wurden die „Täuflinge“ dreimal unter Wasser getaucht. Mit Taxen fuhr man zum Berg Tabor, dann nach Nazareth, um die Gabrielskirche mit dem Brunnen des alten Nazareth und der Verkündigungskirche, wo die Geschichte Jesu begann, zu besuchen. Nach einer Fahrt durch das Jordantal und die Wüste Juda stand man in den Toren Jerusalems und konnte einen ersten Blick vom Ölberg auf die „Heilige“ Stadt werfen. Nach dem Einzug im Ritz Hotel in Jerusalem und einem leckeren Abendessen folgte noch eine Gesprächsrunde der Reiseteilnehmer mit ersten gewonnenen Eindrücken vom Heiligen Land.

auf dem See Genezareth
auf dem See Genezareth
Der vierte Morgen begann mit einem Rundgang durch das Löwentor zum Betesda-Teich, der zurzeit Christi einen Sammelpunkt für Kranke und Gebrechliche bildete, da man seinem Wasser Heilkräfte zuschrieb. Den Christen ist die Stätte heilig, weil Jesus hier einen Mann heilte, der 38 Jahre gelähmt war. Die Via Dolorosa mit den bekannten Stationen des Leidensweges Jesus, von der Stätte der Verurteilung durch Pontius Pilatus bis nach Golgata, wo er gekreuzigt und begraben wurde, windet sich durch enge Gassen in Jerusalems Altstadt und führt vom Ecce Homo Kloster zur Grabeskirche. Neben der Grabeshöhle beinhaltet die Grabeskirche zahlreiche weitere christliche Heiligtümer. Am Salbungsstein beim Eingang der Kirche soll der Leichnam Jesu für die Bestattung vorbereitet worden sein. Heute ist die Grabeskirche in der Hand sechs christlicher Konfessionen. Wegen der Streitigkeiten verwahrt die moslemische Familie Joudeh seit mehreren Jahrhunderten nachts die Schlüssel der Kirche und die ebenfalls moslemische Familie Nusseibeh schließt die Haupttür morgens auf und abends wieder zu. Die Stadtmauer beinhaltet die 12 Tore Jerusalems und hat eine Länge von vier Kilometern.
Abendmahl am See Genezareth
Abendmahl am See Genezareth
Etwa die Hälfte der Strecke legte die Reisegruppe mit herrlichem Blick auf die Stadt zurück. Anschließend wurden die Gedächtnisstätten auf dem Ölberg besucht: Die Paternosterkirche (Vaterunser-Kirche) ist ein römisch-katholisches Kirchengebäude in Jerusalem. Es befindet sich auf dem Ölberg an der Stelle, an der Jesus Christus seine Jünger das Vaterunser-Gebet gelehrt haben soll. Hier befinden sich 168 Tafeln mit Vaterunser in vielen Sprachen. Abwärts führte der Weg zum ältesten und wichtigsten Friedhof in Jerusalem, der seit der Zeit des Ersten Tempels besteht. Die Steine auf den Gräbern werden von den Besuchern hingelegt. Hier werden bis heute Juden begraben. Am Fuße des Ölbergs liegt der Garten Gethsemane mit ca. 2000 Jahre alten Olivenbäumen. Die Todesangstbasilika (Kirche aller Nationen) wurde 1924 an der traditionellen Stätte des Gartens Gethsemane errichtet. Sie schließt einen Felsblock ein, der als der Ort gilt, an dem Jesus in der Nacht seiner Verhaftung allein gebetet haben soll. Eine Nachtfahrt durch Jerusalem mit Besuch der Klagemauer, ein Gang durch die leeren Basare und ein Blick vom Ölberg auf die hell erleuchtete Stadt beschlossen den informativen Tag.

Der fünfte Tag begann mit dem Besuch des Tempelplatzes
Tempelplatz mit Felsendom
Tempelplatz mit Felsendom
mit Felsendom und El-Aksa-Moschee. Der Felsendom ist eines der prächtigsten Bauwerke islamischer Architektur und das einzige frühislamische Heiligtum, das unversehrt die Wirren der Zeit überlebt hat. Die Gestalt des Baus ist im Wesentlichen byzantinisch - doppelte Wandelgänge umgeben den Heiligen Felsen. Der Felsendom ist ein Sakralbau, aber keine Moschee. Er ist die drittheiligste Stätte des Islam nach der Ka'aba in Mekka und der Moschee des Propheten in Medina. Die El-Aksa-Moschee am Südende des Tempelbergplateaus wurde zuletzt im Jahre 1035 wiedererrichtet und seither verschiedentlich restauriert. Ein Gottesdienst-Besuch mit Abendmahl in der Evangelischen Erlöserkirche mit Propst Dr. Uwe Gräbe stimmte auf den 2. Advent ein.
Seit dem 12. Jahrhundert ist die Westmauer wohl die ehrwürdigste Stätte, an der Juden ihre Gebete sprechen können. Ursprünglich war sie ein Teil jener Mauer, die Herodes im Jahre 20 v. Chr. um den Tempelplatz zog. Wie der Tempel in antiken Zeiten so ist auch die Westmauer ein Ort der Pilgerschaft während der drei großen religiösen Feiertage des jüdischen Festkalenders: Pessach (Passahfest), Shavuot (Pfingsten, "Wochenfest") und Sukkot (Laubhüttenfest). In Übereinstimmung mit altem jüdischem Brauch gibt es auch an der Westmauer getrennte Gebetsbereiche für Männer und Frauen. Im Südwesten der Altstadt befindet sich der Berg Zion. Hier besuchte man den Abendmahlssaal, in dem Jesus seine Jünger zum letzten Abendmahl versammelte und wo er verraten wurde. Ein paar Kilometer von Jerusalem entfernt liegt das kleine Dorf En Karem. Es ist zwischen sanften Hügeln eingebettet, auf denen Zypressen und Ölbäume stehen – eine Landschaft wie ein Garten. Nach dem lauten und staubigen Jerusalem ist En Karem wie eine sanfte Oase. In der christlichen Überlieferung gilt es als der Ort, wo Zacharias und Elisabeth lebten, wo Maria ihre schwangere Cousine Elisabeth besuchte, bekannt als Heimsuchung und wo Elisabeths Sohn, Johannes der Täufer, geboren wurde. Am Abend traf die Reisegruppe in Abrahams Herberge in Bet Jala ein.

Am 6. Tag war die Geburtskirche Jesu die erste Anlaufstelle, der Ort, wo Jesus Christus von der Jungfrau Maria geboren wurde. Über der Grotte wurde die fünfschiffige Basilika errichtet, die man durch einen niedrigen Eingang betritt. Rings um die Geburtsgrotte – hier befindet sich ein silberner Stern zur Erinnerung an die Geburt Christi - befinden sich andere Grotten, die an den hl. Hieronymus erinnern. Neben der Geburtskirche erhebt sich sie Katharinenkirche, die man durch einen kleinen Kreuzgang erreicht. Weiter führte Guide Salah die Gruppe zum Herodeon. Der Berg hat die charakteristische Form eines Kegelstumpfes, dessen Durchmesser 64 m beträgt: das obere Plateau liegt auf einer Höhe von 758 m ü. d. M. Herodes erhöhte dazu einen vorhandenen Hügel um ca. ein Drittel. Es folgte Aufstieg und Besichtigung der Überreste des Palastes, in dem die Grabstätte von Herodes, dem König der Juden entdeckt wurde. Nach einem schmackhaften arabischen Essen folgte eine Andacht in der Grotte auf den Hirtenfeldern. In der Abrahams Herberge angekommen, berichtete Lukas von Nordheim, ein Theologie-Student der Dormitio aus Deutschland, über den Begegnungsort von jugendlichen und erwachsenen Muslimen, Juden und Christen. Die Abrahams Herberge schlägt hier eine Brücke im Heiligen Land zum friedlichen Miteinander in Israel und Palästina.

Eine sehr schöne Wanderroute führte am nächsten Tag durch das Wadi Qelt zum Georgskloster, das im Jahre 1871 im griechisch-orthodoxen Stil erbaut wurde und heute von koptischen Mönchen unterhalten wird. Es ist wie eine Ansammlung von Schwalbennestern in eine steil abfallende Felswand gebaut - ein ausgesprochen eindrucksvolles Bild klösterlicher Abgeschiedenheit. Vom Kloster führte ein enger, steiler Weg durch die Wüste nach Jericho. Qumran heißt eine antike, in Ruinen erhaltene Siedlung nahe dem Nordwestufer des Toten Meeres. Die Schriftrollen (auch Qumranschriften) wurden zwischen 1947 und 1956 in elf Felshöhlen nahe der Ruinenstätte entdeckt. Sie umfassen rund 15.000 Fragmente von etwa 850 Rollen aus dem antiken Judentum. Ein Bad im Toten Meer, das wegen seines hohen Salzgehaltes den menschlichen Körper vor dem Untersinken bewahrt, ließ sich kaum einer entgehen. Abschluss bildete eine Andacht von Dekan Heide in der Kirche der Abrahams Herberge.

Die Reisegruppe bedankte sich mit einem Chanukka-Leuchter und einem Palästinensertuch für die sehr gut organisierte, eindrucksvolle Studienreise ins Heilige Land, die täglichen Andachten, die immer perfekt auf die jeweiligen Stätten abgestimmt waren und das harmonische Miteinander. Chanukka (Lichterfest) ist ein acht Tage dauerndes jährlich gefeiertes jüdisches Fest zum Gedenken an die Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem im Jahr 164 v. Chr., das in diesem Jahr Anfang Dezember gefeiert wurde – parallel zur Studienreise.
Mit vielen neuen Eindrücken und von der Sonne verwöhnt trat man am nächsten Morgen den Heimflug ins winterliche Deutschland an.

vor der Grabeskirche in Jerusalam
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auf dem See Genezareth
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Abendmahl am See Genezareth
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Tempelplatz mit Felsendom
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von:  Irmgard Dechert

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Interessensgebiet: Grünberg
Irmgard Dechert
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