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Stuttgart 21- Polizei setzt Schlagstöcke, Reizgas und Wasserwerfer gegen Kinder und Jugendliche ein!

Gießen | Es ist ernst im Stuttgarter Schlosspark? 10:47 Uhr löst die Parkwache Großalarm aus. Tausende Menschen laufen in den Schlosspark, darunter die Schüler vom Schülerstreik, die im Park eine Demo angemeldet hatten. Mehrere Hundertschaften von Polizisten, auch aus anderen Bundesländern, sind mit Helmen und Schlagstöcken in den Park eingerückt. Sie jagen die 7 bis 20 jährigen Schüler durch den Schlosspark. Die Polizei kesselt unter Einsatz von Schlagstöcken einige der Kinder und minderjährigen Jugendlichen ein. Manche Kinder weinen, andere schreien. Es errinnert an Krieg. Die Staatsmacht zeigt sich mit Wasserwerfern und Schlagstöcken in voller Größe.
Die Menschen singen, machen Lärm und fürchten sich. In den Gesichtern sieht man Angst. Ein großer Radlader steht bereit. Die Beamten meinen es ernst. Sie wollen die Bäume, auf denen die ROBIN WOOD AktivistInnen sitzen fällen. Sirenen heulen. Die Menschen laufen, zum Teil sind sie eingekesselt, es wird auch Gewalt angewendet. Nato - Absperrgitter nehmen jeden Fluchtweg aus der Polizeigewalt. Das SEK macht sich zum Sturm bereit .
Der Park soll und muss für die Bahn geräumt
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werden. Er wurde an die Bahn vermietet, um mehr Handlungsspielraum zu haben. Außerdem trägt es zur Kriminalisierung der Demonstranten bei. Menschen ketten sich an die Bäume. Kinder trommeln für ihre Bäume. Andere beten. Es ist ein Kampf gegen schwerbewaffnete Polizisten. Mütter stellen sich mit ihren Kindern für die Bäume in den Weg. Schüler blockieren die Zufahrt durch einen Sitzstreik zu den Bäumen. Die Presse wird nicht in den Park gelassen. Zuschauer und Mitwisser sind unerwünscht.
12:30 Uhr rückte der schwarze Block der Polizei vor. Polizisten galoppieren durch die Menschenmenge. Es kommt zu Verletzten. Das "Pferd", ein Tier wohlgemerkt, wird als Waffe eingesetzt. Der schwarze Block der Polizei greift die Kinder und Jugendlichen mit äußerster Brutalität an. Kinder werden brutal zusammen geschlagen. Wer schützt unsere Kinder? Die ersten Bäume werden gefällt. ROBIN WOOD AktivistInnen sind in akuter Lebensgefahr. Die Polizei setzt Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein. Darunter sind Kinder und ältere Menschen. Die Beamten versuchen mit Wasserwerfern die AktivistInnen aus den Bäumen zu holen. Der schwarze Block der Polizei schlägt die friedlich für Ihre Bäume demonstrierenden Menschen wahllos zusammen. Stand um 13:45 Uhr: Mehr als 100 Kinder wurden bereits verletzt! Mehrere haben gebrochene Nasen. Ein Hilfeschrei an alle Mitmenschen: "Betet", dass es aufhört!
Die USK und das SEK gehen mit äußerster Härte gegen die Menschen vor. Nach neuesten Meldungen soll ein Zaun vom Biergarten zum ZOB errichtet werden. Die Bäume innerhalb des Zauns werden dann gefällt.
Mittlerweile ist es 15:05 Uhr: Die Polizeibeamten setzen gegen die friedlichen Demonstranten Gummigeschosse ein. Mitmenschen empfinden eine große Trauer: " Das ist Krieg gegen die Bevölkerung", sagt eine ältere Dame. Der Park fordert seine Opfer? Nein der Staat! Der Schutz der Bäume, hat für diese Menschen höchste Priorität.
Es wird vor Ort nach Ärzten und Sanitätern gefragt. Es gibt viele Verletzte. Es wird weiterhin Tränengas eingesetzt.
18:20, die Polizeibeamten versuchen die ROBIN WOOD AktivistInnen, mit einem Leiterkran aus den Bäumen zu holen. Der este Baum wurde geräumt. Menschen rufen: "Aufhören"! Es sind noch 6 Bäume besetzt. Der Park ist zweigeteilt, die Polizeibeamten es wird versucht die Menschen aus dem Park zu drängen. In ganz Deutschland finden heute Mahnwachen statt.
zu den Opfern: mehr als 9 Nasen gebrochen,
einem 8 jährigem der Arm gebrochen,
mehr als 100 Reizgas Opfer,
ein Mann verlor 1 Auge,
ein Schädelbasisbruch,
viele haben Prellungen und Schürfwunden,
mehr als 1.000 sind an den Augen verletzt.
Die Krankenhäuser in der Umgebung sind überlastet. Kaum zu glauben, dass sich sowas in Deutschland abspielt!
21:10 Uhr: Standhaft halten die ROBIN WOOD AktivistInnen noch 5 Bäume besetzt. Oben bleiben!

Heute am 01.Oktober finden in Deutschland, Schweiz und Östereich Mahnwachen statt.

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Kommentare zum Beitrag

Egon Jordan
18
Egon Jordan aus Reiskirchen schrieb am 30.09.2010 um 14:08 Uhr
Ich glaube nicht, dass ein im Stil einer Kriegsberichterstattung reißerisch aufgemachter und vor Schreibfehlern strotzender Bericht der beabsichtigten Sache dienlich ist. Lediglich die eingefleischten Fans erfreuen sich selbstbestätigend an diesem Horrorbild der Polizeigewalt. Ich finde es gut, dass gegen die verfehlte Verkehrsplanung und Gigantomanie der Bahn in Stuttgart demonstriert wird. Es darf aber nicht verwundern, dass die betroffenen Firmen, Verwaltungen und politischen Gremien ebenfalls versuchen ihre Interessen durchzusetzen, zumal erhebliche Gewinne auf Kosten des Steuerzahlers eingenommen werden sollen. Rechtlich gesehen haben die Betreiber des Bauprojekts die Weichen schon gestellt. Unsere Volksvertreter haben das abgesegnet. Die Polizei verrichtet also nur ihre Arbeit. Sie hat das Gewaltmonopol. Widerstand durch Sitzblockaden, Baumbesetzungen usw. wird dann mit Gewalt gebrochen, wenn nach wiederholter Aufforderung nicht eingelenkt wird. Jeder Demonstrant muss selbst entscheiden, wie weit er gehen will. Kritisch finde ich, wenn kleine Kinder dem Risiko der Polizeigewalt ausgesetzt werden.
Antje Amstein
5.932
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 30.09.2010 um 14:25 Uhr
Stuttgarter sind keine Terroristen, sie üben friedlichen Protest zum einen. Eine angemeldete Schülerdemo wohlgemerkt im Park genehmigt! Gegen Stuttgart 21 mit Brügelaktionen zu unterbinden ist nicht tragbar.
Die Stadtverwaltung wußte nichts von einem Polizeieinsatz. Der Park wird als Logistikzentrum gebraucht. Tiere und Menschen leben in ihm und mit ihm.
Florian Schmidt
3.658
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 30.09.2010 um 15:08 Uhr
Ich kann mir nicht vorstellen, dass das SEK jetzt schon gegen Demonstranten eingesetzt wird. Das wird eher die Bereitschaftspolizei gewesen sein, in deren Zuständigkeitsbereich soetwas fällt. Und dass hier Kinder von der Polizei zusammengeschlagen werden kann und will ich mir nicht vorstellen. Ausserdem macht die Polizei auch nur ihren Job, aus lauter Langeweile wird da kein teures Polizeiaufgebot abgestellt.
Man muss das auch immer von beiden Seiten sehen. Aber dieser Bericht ist schon recht hetzerisch geschrieben und dient nicht der Sache. Vor allem wenn bei anderen Demonstrierenden das Vorgehen der Polizei in manchen Augen nicht brutal genug sein kann.
Antje Amstein
5.932
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 30.09.2010 um 15:15 Uhr
Ich sehe beide Seiten. Es ist bereits das USK sowie das SEK ich bin ja nicht blind. Hetzen will ich damit nicht sondern Bericht erstatten es geht uns alle etwas an. Oder? Ich kenne viele Polizisten aber keiner von denen würde Kinder schlagen. Informieren sie sich es sind über 100 kinder verletzt.
Florian Schmidt
3.658
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 30.09.2010 um 15:23 Uhr
Gut, bisschen Schwund ist immer. Wer sich den Anweisungen der Polizei widersetzt muss auch damit rechnen das durchgegriffen wird. In meinen Augen kann sich die Polizei da keine Nachsicht erlauben. Passiert eben wenn eine Situation eskaliert und Reizgase und Wasserwerfer eingesetzt werden müssen. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass die Polizei wahrlos auf Kinder und Jugendliche einknüppelt. Obwohl ich ihnen ihre Sehkraft nicht absprechen will ist es für mich immer noch nicht vorstellbar dass hier Spezialeinsatzkräfte am Werk waren.
Stefan Walther
3.888
Stefan Walther aus Linden schrieb am 30.09.2010 um 19:03 Uhr
"wer sich den Anweisungen der Polizei ...." was ist das denn für eine Aussage? = zumindest meine Generation, ist aufgrund von Erfahrungen, damit groß geworden: "wo Recht zu Unrecht wird, da wird Widerstand zur Pflicht!"

zu Herrn Jordan: also wer das Gewaltmonopol hat, der ist im Recht und kann machen was er will?
Antje Amstein
5.932
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 30.09.2010 um 19:04 Uhr
Danke Herr Walther.
Karsten Brunda
320
Karsten Brunda aus Lich schrieb am 30.09.2010 um 19:08 Uhr
Das ist kein Polizeistaat, Herr Jordan.
Karsten Brunda
320
Karsten Brunda aus Lich schrieb am 30.09.2010 um 19:11 Uhr
Die Stuttgarter Bevölkerung möchte den Bahnof nicht, also wer ist denn dann im Recht?
Karsten Brunda
320
Karsten Brunda aus Lich schrieb am 30.09.2010 um 19:34 Uhr
Sorry, Bahnhof :-)
Christian Momberger
10.757
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 30.09.2010 um 19:59 Uhr
Also ich kann und will nicht glauben, was die ich hier von den Herren Jordan und Schmidt zu lesen bekomme! Dieser Artikel ist weder reißerisch noch übertrieben. Denn z.B. Spiegel Online berichtet genau das gleiche. Hier der Link:
Bürgerkrieg im Schlossgarten
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,720581,00.html

Für mich zeigt es ganz klar die Fratze des Kapitalismus, der notfalls auch über Leichen geht, nur um seine Macht und das System zu erhalten! Für mich gehören die Herren Mappus,Schuster, Grube und co. in den Knast und nicht die friedlichen Demonstranten verprügelt! Statt sich so über die Demonstranten zu echauffieren sollten sie, meine Herren, endlich mal aufwachen und den Wahren Geist dieser Regierung (im Bund wie im Land) erkennen. Wer sich die 5-, € "Erhöhung" der Hartz -IV-Sätze einen Hohn empfindet, der sollte Wissen bzw. Merken, dass das sehr eng mit Stuttgart 21 zusammenhängt. Aber scheinbar funktioniert das Prinzip "Teile und Herrsche" immer noch seht gut wie ich sehe. :-(

Und bzgl. des Wiederstandrechtes der Demonstranten sei nur an Art. 20 des Grundgesetzes erinnert. Dort heißt es:
Artikel 20
(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.
(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. [...]
[...]
(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.
Antje Amstein
5.932
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 30.09.2010 um 20:16 Uhr
Danke Herr Momberg, ich schreibe darüber, ich konnte zu schauen bei diesen .......Aktionen von Gewalt. Ich finde keine Worte mehr dafür. Menschen sagen das bei keinem CASTOR- Transport so viel Gewalt geschehen ist. Sie sind friedlich trotz der ganzen Provokationen. Ich bin auch ein Parkschützer, wir können und dürfen nicht wegschauen!
http://www.ustream.tv/channel/fluegel-tv-unterwegs
Florian Schmidt
3.658
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 30.09.2010 um 20:18 Uhr
Ich persönliche finde dieses Projekt ist Schwachsinn. Verblasung von Millionen und aber Millionen die man unstrittig besser einsetzen kann. Ich habe auch nichts gegen Demonstrationen. Jeder soll hier sein Recht erhalten zu demonstrieren und seine Meinung zu sagen.
Nur ich kann diese Kritik an der Polizei nicht ganz nachvollziehen, weil die leider auch nur ihren Job machen. Die führen auch nur das aus, was ihnen von höherer Stelle gesagt wird und das ist richtig. Man kann sicher drüber streiten ob diese Eskalation es wert war aber nicht auf dem rücken von Menschen die genau das nicht zu Entscheiden hatten.
Das dieses Bahnhofsprojekt totaler Müll ist, ist in meinen Augen unstrittig.
Christian Momberger
10.757
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 30.09.2010 um 20:36 Uhr
Sicherlich, die Polizei folgt "nur" den an Sie erteilten Befehlen.
"Die führen auch nur das aus, was ihnen von höherer Stelle gesagt wird und das ist richtig."
Also sie finden es ok, dass in unserem Lande blinder Kadavergehorsam herrscht und man blind irgendwelchen Befehlen von oben folgt. Ich kann und will dem nicht zustimmen. Die Polizei sollte das Volk und die Demokratie nicht das System schützen. Und auch Polizisten sind Menschen mir einem Hirn, dass es manchmal lohnt einzuschalten.

Was wäre denn, wenn auf einmal die Polizisten alle Befehle verweigern würden und statt auf Demonstranten "zu schießen" hin gingen, die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft zu verhaften? Nur mal so als Utopie und Gedankenspiel.
Karsten Brunda
320
Karsten Brunda aus Lich schrieb am 30.09.2010 um 20:45 Uhr
Vernünftig wäre wenn alle Polizisten ihre Schlagstöcke wegwerfen würden und nachhause gehen. Was würde dann die höhere Stelle groß machen? Dort sind mit Sicherheit sehr viele Polizisten mit eigene Kinder. Es sind Kinder und auch alte Menschen verletzt worden, tiefer sinken kann man da wohl nicht mehr.
Christian Momberger
10.757
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 30.09.2010 um 21:43 Uhr
Sehr guter Kommentar Herr Brunda!
Karsten Brunda
320
Karsten Brunda aus Lich schrieb am 30.09.2010 um 21:55 Uhr
Danke Herr Momberger, Ihre Kommentare sind wirklich sehr überzeugend!
Christian Momberger
10.757
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 30.09.2010 um 21:57 Uhr
Das freut mich zu hören, dass Sie das so sehen!
Florian Schmidt
3.658
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 30.09.2010 um 21:58 Uhr
Nun, aber wo zieht man die Grenzen. Was ist wenn Polizisten frei entscheiden welche Order sie ausführen und welche nicht?
Karsten Brunda
320
Karsten Brunda aus Lich schrieb am 30.09.2010 um 22:05 Uhr
Wenn friedlich demonstrierende Menschen, Kinder und alte Leute zu schaden kommen, ist die Grenze bei weitem überschritten!
7
Eva Scharon aus Gießen schrieb am 30.09.2010 um 22:38 Uhr
Danke Christian Momberger, "Fratze des Kapitalismus" in diesem Projekt stecken sehr viele Interessen- Interessen an Immobilien, nachdem sich die tolle Herren diese untereinander aufgeteilt haben. Nun muss das auch mit Gewalt durchgeboxt werden, egal wie- sonst war ja die Investition umsonst.
Christian Momberger
10.757
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 30.09.2010 um 22:43 Uhr
Schön, dass sie sich auch hier beteiligen. :-) Genau so sieht es aus Frau Scharon!
Stefan Walther
3.888
Stefan Walther aus Linden schrieb am 01.10.2010 um 00:16 Uhr
Sicherlich ist es nicht einfach, Herr Schmidt, dass sich Polizisten Befehlen verweigern. Und Angehörige von SEK und anderen Sonderheiten sind in ihrer Zusammensetzung sicher auch nicht repräsentativ mit dem Schnitt der Bevölkerung, deshalb darf man sich auch keinen Illusionen hingeben, dass solche Einheiten kollektiv Befehle verweigern und ihre Schlagstöcke wegwerfen! Dies sieht bei "normalen" Polizisten schon ganz anders aus, deshalb ist es auch oft üblich, dass sie auch bei anderen Protesten aus anderen Bundesländern angekarrt werden, damit sie ja nicht in einen "Interessenkonflikt" kommen: es könnten ja Freunde, Bekannte und Verwandte plötzlich dem "Schlagstock schwingenden Polizisten" gegenüberstehen....
Und dass es hier nicht um die Interessen der Bevölkerung, sondern um die der Bahn, der Immobilienhaie, also sprich des Kapitals geht, wird immer mehr Menschen glasklar! Dass ist die eigentliche "Gefahr" für die Politiker, denn ihr ganzes, so mächtig erscheinende, auf Lügen aufgebaute gewalttätige Vorgehen gegen die Menschen zeigt nur ihre eigentliche Schwäche! Sie scheuen sich das Volk zu befragen und das demokratische Mäntelchen wird immer weiter gelüftet.
Und wie hatten schon einige festgestellt: "auf Dauer wird es keiner Minderheit gelingen über eine Mehrheit zu herrschen!"
Detlef Theiß
985
Detlef Theiß aus Lich schrieb am 01.10.2010 um 00:29 Uhr
Ich kann nicht nachvollziehen, wenn angeblich 100 000 Polizisten im Einsatz warum man dann noch Schlagstöcke benutzen muss?
Allein schon wegen der " l e i c h t" übertriebenen Zahl von Polizisten schenke ich dem Artikel keinen Glauben, der ganze Artikel ist leider aufgemacht wie die Schlagzeilen von einer Boulevardpresse und der kann man ja bekanntlich auch nicht alles glauben.
Stefan Walther
3.888
Stefan Walther aus Linden schrieb am 01.10.2010 um 00:51 Uhr
Wie bitte, ist das alles was Sie hier beizutragen haben, Herr Theiß???
haben Sie sich die Links, die Nachrichten und Berichte heute angeschaut?
wahrscheinlich nicht, sonst würden Sie hier so einen ....ich schreib`s lieber nicht :-) von sich geben!
wie der Artikel "aufgemacht" ist, ist völlig egal!!! Es geht um den Inhalt, und der ist wie oben angeführt nachprüfbar!!!
Christian Momberger
10.757
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 01.10.2010 um 06:20 Uhr
Also auch ich kann ihre Kritik an dem Artikel nicht nachvollziehen, Herr Theiß. Ich gebe zu, die Zahl von 100.000 Polizisten erscheint mir auch zu hoch, aber da liegt vielleicht nur ein Schreibfehler vor. Wenn Sie gestern abend Tagesschau gesehen haben oder z.B. den von mir hier verlinkten Artikel von Spiegel online gelesen haben, dann wüssten sie, dass dieser Artikel absolut realistisch geschrieben sein muss. Vielleicht möchten Sie es ja nur nicht wahrhaben, bzw. glauben, dass auch in der BRD die Staatsmacht soviel Gewalt gegen die eigenen Bürger einsetzen kann. Aber dies ist nicht das erste mal und Zeit, dass wir in dieser Hinsicht keinesfalls besser sind als andere Staaten auf die wir immer so gerne mit dem Finger zeigen. ;-)
Karsten Brunda
320
Karsten Brunda aus Lich schrieb am 01.10.2010 um 06:32 Uhr
Richtig Herr Momberger, In den anderen Staaten sind es die Diktatoren und hier heißt der Diktator "Geld"
Antje Amstein
5.932
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 01.10.2010 um 08:40 Uhr
Danke für den Hinweis Christian! In der Aufregung habe ich mich vertippt. Es war für mich so schlimm so viel Polizei auf so wenig Menschen.
Detlef Theiß
985
Detlef Theiß aus Lich schrieb am 01.10.2010 um 13:57 Uhr
Ich habe nicht den Tatsachen widersprochen sondern die Übertreibung angeprangert und ich denke 100 00 Polizeibeamte sind übertrieben...oder?
Antje Amstein
5.932
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 01.10.2010 um 15:35 Uhr
mit SEK, USK und den ganzen BGS Beamten kommt das schon hin. Denken Sie das in BW nur 10 Polizisten verfügbar sind und deshalb aus anderen Bundesländer noch ein paar dazu kamen? Es müssen mehr als 10.000 gewesen sein, bei über 8.000 Demonstranten.
Stefan Walther
3.888
Stefan Walther aus Linden schrieb am 01.10.2010 um 15:52 Uhr
Ja Frau Amstein, Sie haben sich schon für den Schreibfehler "entschuldigt", damit soll`s doch aber auch gut sein!!! Es gibt wirklich wichtigeres in diesem Zusammenhang zu diskutieren statt sich an sowas aufzureiben!

Ob nun 10.000 oder ein paar mehr oder weniger (klar, nicht 100.000 Herr Theiß) = es geht darum was dort passiert ist und evt. noch passieren wird...
Antje Amstein
5.932
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 01.10.2010 um 15:55 Uhr
Danke Herr Walther, Herr Theiß war bestimmt dabei - da er es wohl besser weis. Ich habe die Kinder schreien gehört und weinen gesehen!
Peter Herold
23.322
Peter Herold aus Gießen schrieb am 01.10.2010 um 17:08 Uhr
Ich kann nur sagen als geborener Württemberger schäme ich mich dafür was in Stuttgart durch Politik und Polizei verbrochen wird. Wenn nur ein Teil von dem eintreffen wird, was durch Gutachter festgestellt wurde, dann ade Stuttgart. Bei den geologischen Verhältnissen in die Tiefe zu bauen, bedeutet ein nicht einschätzzbares Risiko einzu gehen. Dazu kommt, dass jeder Baum der jetzt gefällt wird uns Menschen fehlen wird und das auf lange Zeit. Denn bis solche Bäume nachwachsen, wenn sie es überhaupt noch schaffen, dann vergehen viele Jahrzehnte. Robin Wood hat schon Recht mir der Aktion zur Erhaltung dieser Bäume.
Christian Maxen
6
Christian Maxen aus Gießen schrieb am 01.10.2010 um 18:14 Uhr
Stuttgart sucht neue Bürger. Keine Argenturmeldungen berichten, dass im Rahmen der Umgestaltung des Stuttgarter Hauptbahnhofs, auch die Bevölkerung umgestellt, und wo notwendig, ausgetauscht werden soll.

Deligierte der Stadt Stuttgart sind im Auftrag der Deutsche Bahn AG, und unterstützt durch Vertreter des Landes und des Bundes, seit 1. Oktober 2010 auf freien internationalen Arbeiter- und Volksmärkten unterwegs, auf der Suche nach Neuen Bürgern.

Eine gesunde Mischung aus alten und jungen Menschen werde angestrebt, die Anzahl der Clone entsprechend angepasst; so verriet die Kanzlerin über Ihre Vorstellungen vom Neuen Menschen für Stuttgart 21 in einem unvertraulichen Gespräch gegenüber keiner Öffentlichkeit:"Hauptsache sie funktionieren!" sagte Sie zum Abschluss des Gesprächs, wünschte allen Alles Gute und allen Stuttgartern rief Sie zu:"Ich liebe Euch doch alle!"
Christian Momberger
10.757
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 01.10.2010 um 18:16 Uhr
Leider haben Sie völlig recht Herr Maxen!
Detlef Theiß
985
Detlef Theiß aus Lich schrieb am 01.10.2010 um 18:18 Uhr
Frau Amstein "Ich" war nicht dabei, aber wir haben wenn ich richtig orientiert bin, in der BRD das Recht auf freie Meinungsäußerung oder wurde dieses aus dem GG entfernt?
Christian Maxen
6
Christian Maxen aus Gießen schrieb am 01.10.2010 um 18:20 Uhr
Hallo Christian Momberger,
Du meintest den anderen Text .. wa(?) .. wie folgt ..

Es freut mich, dass Mitbürger'innen endlich auf den wiedervereinigten Wahnsinn reagieren, wie er für einen neuen Stuttgarter Bahnhof zum Ausdruck kommt.

Im Kleinen hat der regierende Wahnsinn und seine zwanghafte Verschwendungssucht durch 'Autoritäten' alle Lebensbereiche durchdrungen, und fast alle machen mit; ob als Polizist'in, als Verwaltungsangestellte, oder ich als HartzIV'ler .. abhängig vom monatlichen Geld, alles dafür tuend.

Unser aller für Gesellschaft notwendigen Systeme sind ausgebeutet. Eine abgehobene, nicht-anpassungswillige kulturell verschieden Minderheit spielt die Leute in Ihren (beruflichen) Abhängigkeiten gegeneinander aus, so dass sie sich gegeneinander fertig machen.

Einfacher kann man es den, Kolonialdamen und Herren gleich Regierenden nicht machen. Der im Privaten umgängliche Polizist wird im Job auf Befehl zum Bürgerschreck und Monster; instrumentalisiert, wie ich als HartzIVler, nur ein Instrument der Umverteilung aus unser aller öffentlichen Kassen in Private.

Wer sich dieser Verwahrlosung entzieht, sich verweigert, nicht mit macht, der/m wird die Lebensgrundlage entzogen; sie'er verliert den Job, das Einkommen oder eben die HartzIV-Bezüge. 'Wir' lassen uns gegeneinander ausspielen.

Ich habe gestern auf eine Demonstration verzichtet, weil mir die Befehlshaber der den Demonstrationszug begleitenden Hundertschaften agressiv erschienen und diese als Brutal bekannt sind. Das war aber nicht in Stuttgart.

Alles Gute, Christian maxen
Christian Momberger
10.757
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 01.10.2010 um 18:25 Uhr
Ja, ich meinte in der Tat den anderen Text, den sie jetzt weiter unten gepostet haben. Aber auch der erste Text von Ihnen ist echt gut.
7
Andreas Croonenbroek aus Gießen schrieb am 01.10.2010 um 19:35 Uhr
An den bisherigen Kommenen hier kann man erkennen, dass die Mehrheit langsam aufzuwachen scheint. Aber man kann leider auch erkennen wie naiv und blind einige in unserem Lande immernoch sind.
Blind folgen sie ihren geistigen Führern und verteidigen all ihr Handeln.
Über 100 verletzte Kinder und Alte werden dann als Kollateralschäden runtergespielt.
Fakt ist, dass es eine "mächtige" Gruppe von Leuten gibt, die seit Jahren dabei ist, sich unter dem Deckmantel der "Globalisierung" eine der Diktatur nahekommende Regierungsform zu bilden.
Mit dem Lissabon-Vertrag wurden den Exekutivgewalten schonmal vorzeitig neue Handlunsgspielräume bis hin zum legalisierten Töten von sogenannten "Aufständischen" gesichert.
Viele der uns wohlbekannten Politiker/Marionetten, wissen schon lange, dass die Bürger ihr Spiel (Lobbyismus etc.) langsam durchschauen und nicht mehr bereit sind, da mitzumachen.
Mal sehen, was noch alles kommt.
Ich finde den Bericht hier erschreckend und aufklärerisch zugleich. Ich bin dankbar dafür, dass es zumindest einige wenige Journalisten zu geben scheint, die sich den Mainstream-Vorgaben ein wenig entziehen, die Wahrheit ans Licht bringen und öffentlich Partei für das Gemeinwohl ergreifen. Ich wünsche mir deutlich mehr Medienvertreter die den Mut und Charakter aufbringen wie hier Antje Amstein.
Wir müssen zusammenhalten, wenn wir was erreichen wollen. Und wir dürfen uns nicht, wie schon einer vor mir geschrieben hat, durch Hartz4-Debatten und Kopftuchdebatten gegeneinander ausspielen lassen. Auch wenn es da sicher hier und da auch Probleme gibt, die einer Lösung bedürfen.
Christian Momberger
10.757
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 01.10.2010 um 19:40 Uhr
Danke Herr Croonenbroek für den guten und zutreffenden Kommentar. Sie haben völlig recht und ich kann mich dem Lob für Frau Amstein nur anschließen!
7
Andreas Croonenbroek aus Gießen schrieb am 01.10.2010 um 19:47 Uhr
Danke Herr Momberger! Ihre Kommentare hier gefallen mir auch.
Stefan Walther
3.888
Stefan Walther aus Linden schrieb am 01.10.2010 um 22:55 Uhr
Herr Theiß, "freie Meinungsäußerung"? = was es damit auf sich hat, dies sehen wir ja gerade in Stuttgart!!!
Nebenbei, Sie reiten wohl immer noch auf dem Schreibfehler rum? Es wird langweilig! Sagen Sie doch lieber mal was zum Protest bzw. wie Sie das brutale Vorgehen der Polizei (geduldet und verteidigt von der Politik!) beurteilen, dann hätten wir auch was über das wir diskutieren könnten!?

Richtig, viele sind "aufgewacht" und es werden noch mehr werden, wenn es auch demnächst um den Protest gegen die Atomlobby oder das "Sparpaket" gehen wird. Und ein ganzes Volk wird sich nicht niederknüppeln lassen, deshalb = nicht pessismistisch sein, es gibt dafür keinen Grund!
Karsten Brunda
320
Karsten Brunda aus Lich schrieb am 01.10.2010 um 23:00 Uhr
Sehr gut Herr Walther, vollkommen richtig!
Detlef Theiß
985
Detlef Theiß aus Lich schrieb am 02.10.2010 um 00:18 Uhr
Herr Walther,

das einschreiten der Polizei finde ich im Prinzip richtig, aber nicht in dieser Form, der oder die Person/en die dieses zu Verantworten haben müssten eigentlich Strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden, des Weiteren erinnert das Auftreten der Polizei in dieser Form etwas an die 30siger Jahre des letzten Jahrhundert nur dass dort die Uniformen Braun waren, aber man sollte trotz alledem wenn man einen Bericht schreibt, nüchtern und sachlich schreiben, was auch noch wichtig wäre, man sollte auf Kommentare nicht Ironisch, sondern mit sachlichen Argumenten Antworten.
Andrea Mey
9.084
Andrea Mey aus Lollar schrieb am 02.10.2010 um 00:41 Uhr
Was ich heute im ARD Brennpunkt gesehen habe, trieb mir die Tränen in die Augen! Die Polizisten gehen äußerst brutal gegen friedliche Demonstranten, überwiegend Schüler aber auch Rentner, vor. Sie werden niedergeknüppelt, Pfefferspray ("Reizgas") wird eingesetzt, viele der Schüler erlitten schwere Augenverletzungen.
Bäume werden gefällt, die Anwohner stehen fassungslos daneben und weinen. Ein Szenario wie aus einem Horrorfilm!
Die Verantwortlichen werden um Stellungnahme gebeten. Es wird um den "Heißen Brei" herumgeredet, eine konkrete Antwort auf die Frage, wer denn nun für dieses "Massaker" verantwortlich ist, gibt es nicht. Es werden nur nichtssagende, ausweichende Thesen in den Raum gestellt.
Frau Merkel hat den Zuschlag an die entsprechende Bauherrren erteilt, diese wiederum sollen von der Polizei "geschützt" werden, um ihren Auftrag durchzuführen, und falls die Herren Polizisten sich zurückziehen sollten, haben diese ihren Auftrag nicht erfüllt...so einfach ist das!!!
Es geht um ein Projekt, welches vor über 15 Jahren geplant wurde, die ursprünglich angesetzten Kosten sind mittlerweile mehr als um das doppelte gestiegen und Skizzen haben gezeigt, daß im Falle einer Durchführung dieses Projektes es nur noch eine Frage der Zeit ist, wann es zu einem folgenschweren Unfall mit Fernzügen und TRAM kommen wird.
Frau Merkel will nicht nachgeben, es ist also wieder mal nur eine Frage der Macht, was die Bürger denken und wünschen, wen interessiert das schon???
Die Sendung "Brennpunkt" wurde zur besten Sendezeit ausgestrahlt, nach der Tagesschau und vor dem Spielfilm, bleibt zu hoffen, daß ganz viele Fernsehzuschauer diese Sendung gesehen haben und wachgerüttelt wurden!
Christian Momberger
10.757
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 02.10.2010 um 00:48 Uhr
Also für mich sind die Verantwortlichen für diese brutale und durch nichts zu rechtfertigende Polizeigewalt klar. Das sind Ministerpräsident Mappus und sein Innenminister Rech (beide CDU). Den wünschen von Herrn Mey in seinem letzten Satz kann ich daher nur zustimmen.
Stefan Walther
3.888
Stefan Walther aus Linden schrieb am 02.10.2010 um 00:58 Uhr
Gut, Herr Theiß, noch ne Anmerkung vorm "schlafen":

Sie(?) sprechen von sachlichen Argumenten? Ich kann bis jetzt, vielleicht können Sie mir helfen, kein einziges Argument von Ihnen lesen!!!

eine, für mich seltsam klingende Meinung(!), aber kein Argument, denn die Meinung ist mit keinem Wort begründet: "ich finde das Einschreiten der Polizei im Prinzip richtig" Ich kann aber auch ohne Problem und auch ohne Ironie auf eine Meinung eingehen: was soll richtig sein, unabhängig von der Form(!), am Einschreiten der Polizei? weil vorher aufgefordert wurde, den Park zu räumen? weil es von der Politik eben so entschieden wurde, dass Stuttgart 21 gebaut wird? weil die Polizei nunmal das ausführende Organ der Politik ist? = wenn Sie das so sehen, und das ist nicht(!) ironisch gemeint, dann sind wir nicht mehr weit weg vom Kadavergehorsam und vom "ich muss ja Befehle ausführen"!
Sachliche Argumente und Tatsachen sind hier massenhaft benannt worden !!! mein wichtigstes Argument für den berechtigten Protest: die überwältigende Mehrheit ist gegen Stuttgart 21 = und daran hat sich sowohl die Politik als auch die Polizei zu halten! Und wenn dies nicht getan wird, ich wiederhole mich ausnahmsweise gern, dann ist der Widerstand nicht nur berechtigt, dann ist er Pflicht!
Peter Herold
23.322
Peter Herold aus Gießen schrieb am 02.10.2010 um 09:40 Uhr
Gut formuliert Kollege Stefan. Wenn die Bürger in SDtuttgart gefragt würden, dann wäre das "unsinnige" Projekt gestorben und es könnte viel Geld gespart oder anderweitig sinnvoll ausgegeben werden.
Karsten Brunda
320
Karsten Brunda aus Lich schrieb am 02.10.2010 um 10:57 Uhr
Das ganze erinnert mich an einen der besten Filme der jemals gedreht wurden. Hat jemand Avatar gesehen?
Stefan Walther
3.888
Stefan Walther aus Linden schrieb am 02.10.2010 um 11:18 Uhr
nee, da habe ich ne "Bildungslücke", bitte wenn möglich, wenn`s nicht zu aufwendig ist(?), um eine kurze Aufklärung?
Andrea Mey
9.084
Andrea Mey aus Lollar schrieb am 02.10.2010 um 12:23 Uhr
Den Film Avatar habe ich nicht gesehen. Um was geht es da?
Herr Mappus (CDU) bedauert ja nun, daß es so viele Verletzte gegeben hat, ach wie traurig, und das, obwohl er voll hinter diesem Polizeieinsatz steht.
Wie will er sich denn noch herausreden?
In Stuttgart wird währenddessen weiter gebaut.
Ich schließe mich den Worten von Herrn Herold an; warum werden nicht zuerst die Bürger gefragt?
Karsten Brunda
320
Karsten Brunda aus Lich schrieb am 02.10.2010 um 13:15 Uhr
Es geht um einen machthungrigen und geldgierigen Konzern, der auf einem fremden Planeten Raubbau betreibt. Der Konzern findet auf dem Planeten ein riesiges Rohstoffvorkommen auf dem ein Ureinwohnervolk in einem übergroßen Baum lebt. Mit dem Militär versucht der Konzern die Einwohner, die in einklang mit Flora und Fauna zusammen leben mit Waffengewalt zu verjagen. Das Militär ist natürlich mit Hightech Waffen ausgerüstet und die Ureinwohner nur mit Pfeil und Bogen
Sabine Haibach
106
Sabine Haibach aus Lich schrieb am 02.10.2010 um 15:03 Uhr
@ Antje - Daumen hoch !!!!

Hier der Link, wer Brennpunkt verpasst hat....

http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=5516132
Stefan Walther
3.888
Stefan Walther aus Linden schrieb am 02.10.2010 um 18:56 Uhr
Danke für die Info, Herr Brunda,
traurig ist nur, dass wir auf unserem Planeten hierfür schon etliche Beispiele haben: Amazonasgebiet, in Asien, in Afrika...das ist ja alles "weit weg", nur jetzt haben wir`s vor der eigenen Haustür!
Christiane Pausch
5.460
Christiane Pausch aus Gießen schrieb am 02.10.2010 um 19:09 Uhr
Peter und Christian ich gebe Euch vollkommen recht.Hier geht es nur noch um Macht und Kapitalismus.Das Ding ist eh schon verloren da es mehr als doppelt so viel kostet als geplant und dazu noch unsinnig ist wie ich gestern im TV gesehen habe-Bahn und U-Bahn behindern sich! Wo leben wir denn,dass gegen friedliche Demonstranten geknüppelt wird und mit Pfefferspray gesprüht wird.Gute Idee-alle Polizisten die nix davon halten legt eure Knüppel weg und geht-Streik!
7
Eva Scharon aus Gießen schrieb am 02.10.2010 um 20:00 Uhr
oh,oh, Herr Theiß:das einschreiten der Polizei finden sie richtig- finden Sie
es auch richtig , dass man ca. 500 (schlagerprobte) Polizisten von Hamburg
nach Stuttgart für diese Aktion eingebracht hat. Da war man doch im voraus
auf Gewalt eingestellt. Jetzt danach sind Mappus und Rech Unschuldslämmer.
Andrea Mey
9.084
Andrea Mey aus Lollar schrieb am 02.10.2010 um 22:59 Uhr
Das ist wie mit Kanonen auf Spatzen geschossen.
Die Polizei bekommt den Auftrag für diesen Einsatz und schlägt mit Pauken und Trompeten zu, Hauptsache, Auftrag durchgeführt!
Der Vergleich mit dem Film Avatar ist (leider) wirklich sehr treffend.
Dieses Projekt wird ein absolutes Nadelöhr, die Züge werden sich, wie schon erwähnt, gegenseitig behindern, ich frage mich im Übrigen: Soll dieses Projekt dem Wohl der Allgemeinheit dienen? Wohl kaum!
Peter Herold
23.322
Peter Herold aus Gießen schrieb am 03.10.2010 um 00:07 Uhr
Lest doch mal den Stern Nr. 40 von dieser Woche. Wer dann noch glaubt, dass es bei Stuttgart 21 um Fortschritt geht, ist selber schuld. Da wird mit aller Gewalt, wider besseres Wissen ein 15 Jahre altes Projekt durchgeboxt nur damit Grundstückspekulanten auf der dann in Stuttgart freiwerdenden Fläche Imobilien erbauen können. Im Untergrund stauen sich derweil die superschnellen Züge hinter den die gleichen Gleise benutzenden S-Bahnen, die immer wieder an Haltestellen halten müssen. Das Ganze ergibt keinen Sinn, denn auch ohne die Drehung des Bahnhofes und Verlagerung in den Untergrund wäre die jetzige Strecke ausbaufähig. Es gibt soviele Kopfbahnhöfe in Deutschland, warum muss gerade der in Stuttgart umgebaut werden. Ich hoffe nicht, dass es hier zu größeren Unfällen wegen des unsicheren Baugrundes kommt.
Jörg Jungbluth
5.052
Jörg Jungbluth aus Lollar schrieb am 03.10.2010 um 11:46 Uhr
Vor ca. 28 Jahren spielten sich solche Bürgerkriegsähnliche Zustände im Mörfeldener Stadtwald ab. Damals galt es ein Gebiet zu räumen auf dem die neue Startbahn 18 West gebaut werden sollte. Da ich zu dieser Zeit noch im Kreis Groß-Gerau gewohnt hatte und ich mich auch gegen die die Rodung eingesetzt hatte, habe ich das damals live miterlebt. Da wurde damals auch auf Frauen und Kinder eingeprügelt. Nur wurden diese Bilder in den Nachrichten nicht gezeigt, denn die öffentlich- rechtlichen Sender wurden ja zensiert. Auch wenn es keiner zugeben wollte.
Ich muss heute sagen ich war zu nah dran um es schön gefunden zu haben.

Genau das selbe spielt sich zurzeit in Stuttgart ab. Nur leider etwas brutaler. Die Staatsmacht hat wohl dazugelernt und auch Arbeitsmethoden aus anderen Ländern übernommen. Und auch die Medienlandschaft hat sich bis heute geändert. Hätte es damals schon die privaten Fernsehsender und das Internet gegeben, hätte es damals noch mehr Empörung gegen das Vorgehen der Polizei gegeben.

Was sich aber bis heute nicht geändert hat, ist die Tatsache, das sich Großkonzerne, über die Wünsche und Bedenken der Bevölkerung hinwegsetzen und mit Hilfe der Staatsgewalt, die immer noch von dem Volk von Steuergeldern bezahlt wird, ihre Vorhaben durchsetzen.

Wenn morgen ein Großkonzern auf die Idee auf Idee kommen würde, mitten im Giessener Stald eine Giftmülldeponie zu errichten, würde das auch mit Gewalt durchgeführt.
Dann möchte ich aber die Herren Jordan, Schmidt und Theiß einmal hören. Aber die würden dann auch sagen, alles halb so schlimm und die Polizei muss halt ihre Pflicht tun. Ich wünsche den Herren, das sie direkt vor ihre Haustür ein Projekt gesetzt bekommen, das ihnen 125% gegen den Strich geht.


Und zu guterletzt kommt noch ein Aspekt.
Das Projekt ist lebensgefährlich. Es gibt Geologen, die vor dem Projekt warnen, da der Boden nicht dafür geeignet ist. Aber Köln ist ja schon vergessen. Und falls etwas passiert (Satire an) "Es sind ja nur Menschen" (Satire aus)
Christian Momberger
10.757
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 03.10.2010 um 12:04 Uhr
Danke Herr Jungbluth für den absolut zutreffenden und guten Kommentar!
Peter Herold
23.322
Peter Herold aus Gießen schrieb am 03.10.2010 um 12:09 Uhr
Es gab auch Wackersdorf, schon vergessen? Hier ein link zur info
http://de.wikipedia.org/wiki/Wiederaufarbeitungsanlage_Wackersdorf -

Es hatte sich gelohnt dagegen zu sein!
Jörg Jungbluth
5.052
Jörg Jungbluth aus Lollar schrieb am 03.10.2010 um 12:25 Uhr
Herr Herold es gab noch viel mehr Projekte die Aufgrund des Widerstandes der Bevölkerung gekippt wurden. Unter anderem die WAA in Wackersdorf. Wackersdorf ist noch lange nicht vergessen. Genauso wenig wie das Nukleartestlabor in Hanau oder das Kohlekraftwerk in Mainz. wenn man alle aufzählen würde, wäre die Liste länger als der Seltersweg. Aber es beweisst auch wieder, Widerstand lohnt sich.
Peter Herold
23.322
Peter Herold aus Gießen schrieb am 03.10.2010 um 12:39 Uhr
Es fielmir nur ein, da ich zu der Zeit noch im Süden beheimatet war. Die zwei von Ihnen genannten Hanau und Mainz waren mir nun wieder nicht bekannt, aber es stinkt(stank) anscheinend an allen Ecken in Deutschland.
Lumdatal Bahn
356
Lumdatal Bahn aus Allendorf (Lumda) schrieb am 03.10.2010 um 16:07 Uhr
Bemerkenswert und fast unüberschaubar, was man alles so über S21 lesen kann.
Einen interessanten Link kann ich auch anbieten:
http://www.parkschuetzer.de/statements/28535
Es geht darin um eine Stellungnahme von Sanitätern.
Jörg Jungbluth
5.052
Jörg Jungbluth aus Lollar schrieb am 03.10.2010 um 16:37 Uhr
Danke für den Link. Ist sehr interessant und weckt Erinnerungen.
Peter Herold
23.322
Peter Herold aus Gießen schrieb am 03.10.2010 um 17:18 Uhr
Gut den link hier zu bringen. Eventuell wird er noch von einigen anderen gelesen.
Christian Momberger
10.757
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 03.10.2010 um 17:36 Uhr
Also das mit dem Kraftwerk in Mainz bzw. Wiesbaden war erst 2009 oder so darum, wenn ich mich recht entsinne. Es gibt um das Kohlekraftwerk auf der Ingelheimer Aue mitten im Rhein, richtig Herr Herold?

Aber die vielen Beispiele zeigen, es erfolgreicher Widerstand möglich ist. Kämpfen wir also weiter und lassen uns nicht entmutigen.

Danke auch für den Link. Sehr interessant und echt lesenswert. Es zeigt wieder mal die blinde Obrigkeitshörigkeit einiger Menschen, denn die (hauptamtlichen) Rettungskräfte die nicht zum Einsatzort gehen und helfen wollten, sind ja wohl keine Beamten. ;-)
Peter Herold
23.322
Peter Herold aus Gießen schrieb am 03.10.2010 um 17:41 Uhr
Danke für den Hinweis, hier ein link dazu http://www.kohlefreies-mainz.de/kohlekraftwerk_Mainz
Jörg Jungbluth
5.052
Jörg Jungbluth aus Lollar schrieb am 03.10.2010 um 17:54 Uhr
@ Herr Momberger, ich habe 1982 die Startbahn West Akton live miterlebt. Zu dieser Zeit war ich auch in der SEG des DRK Groß-Gerau aktiv. Ich stand da quasi zwischen 2 Stühlen.

ABER, jeden Freitag spätestens um 16.00 Uhr rückte ein Sanitätszug aus und blieb bis Sonntagnacht in unmittelbarer Nähe des Demonstrationsgebietes. Es gab Fußstreifen im damaligen Hüttendorf, sowie ein fast komplettes Notlazarett am Waldrand. Unter der Woche stand die SEG in ständiger Alarmbereitschaft. Sobald die Polizei ausrückte, rückten wir auch aus. Das hies zwar manchmal kein Schlaf aber die med. Versorgung war gewährleistet.
Christian Momberger
10.757
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 03.10.2010 um 18:14 Uhr
Danke für den sehr interessanten Augenzeugenbericht. Mir ist klar, das mancher zwischen den Stühlen steht.
6
Linda Block aus Linden schrieb am 04.10.2010 um 09:37 Uhr
Die Dame die den Artikel verfasste gab ja bereits zu, sich verschrieben zu haben.
Aber allein wenn auf eine Person 3 Polizisten kamen, reicht es doch schon. Und so ist es im Normalfall ja auch bei anderen Demos.
Da reicht ein blosses wegtragen der Demonstranten, obwohl das ja nicht so viel Spaß macht...
Ich habe schon viele Berichte zu Stuttgart 21 gelesen, viele Leserkommentare ebenfalls und viele scheinen der Meinungzu sein, dass es ja Demokratie sei, was hier ausgeübt wird.
Projekt ist genehmigt,von Politikern die gewählt wurden, also darf bei Widerstand auch Gewalt eingesetzt werden.
Ich halte das für Unfug. Wenn DIE Gewalt einsetzten dürfen um an ihr ZIel zu kommen, was von der breiten BEvölkerung nicht getragen wird, warum dürfen WIR das denn nicht?
Wenn wir (die Gegner) sowas machen, dann sind wir böse,böse, gewaltätige Demonstranten, wenn nicht gleich Linksradikale, aber wenn die das machen ist das Demokratie?
Irgendwas läuft falsch hier...
Peter Herold
23.322
Peter Herold aus Gießen schrieb am 04.10.2010 um 11:11 Uhr
Peter Herold
23.322
Peter Herold aus Gießen schrieb am 05.10.2010 um 09:43 Uhr
Hallo Herr Hahn wo sind Sie. Keine Bild mehr da.
Friedel Steinmueller
2.259
Friedel Steinmueller aus Heuchelheim schrieb am 05.10.2010 um 13:57 Uhr
Entsetzt war ich am vergangenen Donnerstag über das Vorgehen der Polizei gegenüber den friedlichen Demonstranten. Das ist gerade in einer Demokratie keinesfalls zu rechtfertigen.
Das Projekt "Stuttgart 21" ist ein neues Beispiel welches das Zeitalter des Gigantismus unterstreicht. Fortschritt (!?) auf Teufel komm heraus!
Züge werden immer schneller, Brücken immer länger, Flugzeuge immer größer, Wolkenkratzer wachsen immer höher in den Himmel.
Der Nutzen für die Allgemeinbevölkerung ist fragwürdig.
Weshalb kommt auch für Stuttgart nicht das Konzept in Frage, wie es auch in Frankfurt angewendet wurde?
Anfang der 90er Jahre liefen Plaungen, die Schienen für den Fernverkehr unterirdisch zum Südbahnhof zu verlegen. Alsbald erkannte man, daß der logistische Aufwand nicht zu bewältigen war.
Man entschloss sich daher für ein kostengünstiges und somit vernünftiges Konzept. Das Bahnhofsgebäude wurde saniert, die Bahnsteige und Gleisanlagen modernisiert.
Die Notwendigkeit zum Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Ulm und Stuttgart sollte jedoch diskutiert werden, sofern dieser als Ziel hat, den besonders umweltbelastenden Kurzstrecken-Flugverkehr zu eliminieren.
Es sollte unbedingt angestrebt werden, daß sich beide Parteien - also Gegner und Befürworter - nochmals zu Gesprächen zusammenfinden.
Für eine Kompromislösung ist es keinesfalls schon zu spät.
Vielleicht kann man auf diese Weise noch etwas retten.
Was allerdings nicht mehr zu retten ist, das sind die Bäume die den Sägen bereits zum Opfer gefallen sind.
Christian Momberger
10.757
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 05.10.2010 um 17:00 Uhr
Ich kann Herrn Steinmüller nur zustimmen bzw. Frankfurt, der Schnellfahrstecke Stuttgart-Ulm und dem Bewertung des brutalen Polizeieinsatzes. Auch bin ich nicht grundsätzlich gegen Gespräche oder Dialog, der kann aber nur funktionieren, wenn es für die Zeit einen kompletten, vollumfänglichen und mindestens bis zum Abschluss aller Gespräche dauernden Baustopp gibt und die Gespräche auch von der Seite der Befürworter ergebnisoffen und mit den Willen zu grundlegenden Veränderungen am Konzept geführt werden!
Peter Herold
23.322
Peter Herold aus Gießen schrieb am 05.10.2010 um 18:52 Uhr
Alles andere mist doch nur Zeitgewinn für den Bauherrn der einfach vollendete tatsachen schaft. Abreißen tut es dann keiner mehr.
Stefan Walther
3.888
Stefan Walther aus Linden schrieb am 05.10.2010 um 19:06 Uhr
Hallo Herr Steinmüller,

ich bin da schon etwas anderer Auffassung wie Sie:

1. "Das Zeitalter des Gigantismus"? = hier ist die Aussage meines Erachtens nicht richtig, aber Sie stehen mit Ihrer Meinung beileibe nicht alleine da! Dass die Technik schuld an Umweltzerstörung (aber auch an Arbeitslosigkeit) sein soll, diese "These" ist nicht neu, sie wird seit Beginn der Industriealisierung meist von Kleinbürgerlichen (ist nicht abwertend gemeint!!!) Intellektuellen, Studenten, aber auch Selbständigen vertreten, die ihre Existenz bedroht sehen/sahen. Nur der technische Fortschritt ist nicht Ursache des "Übels" sondern, dass dieser "in der Hand" einiger weniger ist, die über die Produktionsmittel verfügen und entscheiden wie sie und für was eingesetzt werden = und da spielt der Umweltschutz nunmal keine wichtige Rolle, da er Kosten verursacht und die Gewinne schmälert! Was heute an technischem Fortschritt möglich wäre UND dabei die Umweltverträglichkeit zu gewährleisten wenn die Gesellschaft dies zu entscheiden hätte...darüber können sich viele kaum Vorstellungen machen.

Und da sind wir uns natürlich einig: die Gesellschaft / die Bevölkerung würde nie so ein Wahnsinnsprojekt wie Stuttgart 21 in Angriff nehmen!

2. "Für eine Kompromislösung ist es keinesfalls schon zu spät" = hier gibt es keine "Kompromisse"! Entweder wird Stuttgart 21 umgesetzt oder nicht!
Dies haben die Befürworter, die Politik, auch klar verdeutlicht. Und die Gegner sollten nicht den Fehler machen sich "über den Tisch ziehen zu lassen". Mindestens 50.000 haben auch gestern wieder gezeigt, dass sie die so genannten "Kompromisvorschläge" sehr wohl als Manöver durchschauen!
Christian Momberger
10.757
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 05.10.2010 um 22:55 Uhr
Ich kann Stefan absolut nur zustimmen!

Und zu Punkt 1 habe ich auch gleich noch ein Beispiel:
Herr Westerwelle (unser FDP-Außenminister) sagte heute morgen in HR-Info (Radio), das es nicht sein kann, dass wir in Deutschland keine Infrastrukturprojekte mehr realisieren können, weil die Menschen immer dagegen sind. Diese Aussage ist schlichtweg falsch! Die Menschen sind nicht grundsätzlich gegen solche Sachen wie z.B. neue Verkehrswege oder aber auch neue Stromtrassen. Aber sie hätten diese eben gerne so trassiert und gebaut, dass sie die wenigsten negativen Auswirkungen für die Menschen hätten, egal wie ob der Profit für den Investor/den Konzern dann kleiner wird. Aber genau letzteres ist es, was die einzige Rolle heutzutage noch spielt und was von der Politik noch in berücksichtigt wird.

Mein Beispiel ist nun folgendes:
Es sollen ja große Windparks Offshore gebaut werden. Um den dort produzierten Strom aber aufzunehmen bedarf es neuer Fernleistungen von der Küste an Land aber auch von Norden des Landes in die Mitte und den Süden. Diese können entweder als oberirdische Freileitungen oder als Erdtrassen errichtet werden. Letztere sind in der Realisierung teurer als eine Freileitung. Durch Nordhessen und Südniedersachsen ist der Bau einer neuen Fernleitung geplant und hiergegen gibt es Widerstand. Aber nicht gegen die Leitung als solche, sondern nur dagegen, dass sie oberirdisch verlaufen soll. So und nun stellen sich zwei große Fragen:
1.Sind die Menschen wirklich gegen Infrakstrukturprojekte?
2. Kann es den Konzernen, die riesige Gewinne einfahren überhaupt zugemutet werden, die teurere aber von den Menschen favorisierte Variante umzusetzen und die anfallenden Mehrkosten zu tragen?

Meine Antwort ist klar: Auf die Erste Frage ein klares Nein, auf die zweite Frage ein klares Ja.
Westerwelle würde natürlich genau andersherum antworten. ;-)
Friedel Steinmueller
2.259
Friedel Steinmueller aus Heuchelheim schrieb am 06.10.2010 um 10:48 Uhr
Die Argumente von Herrn Walther und Herrn Momberger sind allesamt nachvollziehbar und klingen plausibel.
Zur Klarstellung möchte ich aber nochmals darauf hinweisen, daß auch ich kein Mensch bin, der sich gegen den Fortschritt stellt.
Daß man es nicht Allen Recht machen kann, darüber müssen wir uns im Klaren sein.
Deswegen kam ja der Gedanke an einen Kompromisvorschlag.
Ich wiederhole nochmals: Den Bahnhof und die Gleisanlagen sanieren, den Bau einer Schnellbahntrasse ausführen. Das WÄRE! möglich gewesen.

Daß man das jetzt nicht mehr umsetzen kann, ist auch mir inzwischen klar.
Somit stimme ich Herrn Walther auch ohne Einschränkungen zu, daß es keine Kompromislösung geben kann.
Ich zitiere an dieser Stelle eine Aussage von Herrn Walther:

"Nur der Technische Fortschritt ist nicht die Ursache des "Übels", sondern das dieser in der Hand einiger weniger ist!"

Sehr gut formuliert! Ich finde, das trifft den Nagel auf den Kopf!

Den beiden Fragen und Antworten von Herrn Momberger stimme ich voll und ganz zu.
Etwas schmunzeln mußte ich über die Anmerkung:
"Westerwelle würde natürlich genau andersherum antworten" - einfach köstlich!
Wichtig für die kommenden Tage und Wochen ist, daß sich beide Seiten - sowohl Gegner, als auch Befürworter für Stuttgart 21 nochmals zu Dialogen zusammenfinden. Damit ist sicherlich Jedem geholfen und dürfte die Gemüter ein wenig abkühlen.

Zusammenfassend kann ich nur abschliessend noch anmerken, daß wir uns alle dahin gehend einig sind, daß wir in einer Demokratie Meinungs - und Demonstrationsfreiheit haben, die wir uns nicht kaputt machen lassen müssen.
Ich bedanke mich an dieser Stelle bei allen Lesern für die rege Diskussion.
Stefan Walther
3.888
Stefan Walther aus Linden schrieb am 06.10.2010 um 12:54 Uhr
Danke für die ausführliche Antwort Herr Steinmüller!

ne kleine Anmerkung noch :-) :
- Dialog ja, aber nur(!) bei zeitgleichem(!) Baustopp !!!

und die Verteidigung der demokratischen Rechte und Freiheiten, wie zum Beispiel Versammlungs- und Demonstrationsrecht, das Recht auf freie Meinungsäußerung....dies wird immer wichtiger werden!!!
Christian Momberger
10.757
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 06.10.2010 um 17:10 Uhr
Ich kann mich den Dank von Stefan an Herrn Steinmüller nur anschließen. Freut mich, dass Sie das auch so sehen und ihnen mein letzter Kommentar gefallen hat.

Zudem kann ich mich den weiteren Ausführungen von Stefan in seinem letzten Kommentar nur zustimmen.
Friedel Steinmueller
2.259
Friedel Steinmueller aus Heuchelheim schrieb am 07.10.2010 um 15:21 Uhr
Baustopp für Stuttgart 21 während der Verhandlungen ?
Logisch! Sonst wäre das alles eine Fassenachts-Veranstaltung. An dieses wichtige Argument hatte ich in der Hitze der Debatte nicht gedacht.
Stefan Walther
3.888
Stefan Walther aus Linden schrieb am 07.10.2010 um 17:35 Uhr
Alles klar, Herr Steinmüller !
Fassenachts-Veranstaltung, ja das trifft`s, Sie sind (auch wie ich) kein geborener Gießener/Hesse :-))?
Antje Amstein
5.932
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 07.10.2010 um 18:59 Uhr
Kein Baustopp, es ist eine "Baupause"!
Christian Momberger
10.757
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 07.10.2010 um 19:13 Uhr
Und wie bewerten Sie das Frau Amstein?
Antje Amstein
5.932
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 07.10.2010 um 19:40 Uhr
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,721944,00.html
Sie sind ihrem eigenen Vermittler, in den Rücken gefallen!
Christian Momberger
10.757
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 07.10.2010 um 19:47 Uhr
Danke für den interessanten Link! Das Verhalten der Herren Mappus und Grube spricht doch wieder mal Bände, wie wenig den Herren zu trauen ist!
Christian Momberger
10.757
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 08.10.2010 um 21:12 Uhr
Hier noch ein paar sehr interessante Infos, Berichte und Zahlen zu Stuttgart 21:

-Stuttgart 21– Richter verzweifelt an Staatsgewalt:
http://www.welt.de/politik/deutschland/article10088599/Stuttgart-21-Richter-verzweifelt-an-Staatsgewalt.html
-> Augenzeugenbericht eines Ex. Richter über den Polizeieinsatz am 30.09. gegen friedliche Demonstranten

- Einsatz gegen Stuttgart-21-Demonstranten - Polizist der Körperverletzung verdächtigt:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,722178,00.html
-> Von wegen angemessene Reaktion der Polizei. ;-)

- Zahlen des ARD-DeutschlandTrends:
http://www.donaukurier.de/_/tools/picview.html?_CMELEM=1856580
76% der Bundesbürger haben Sympathie für die Demonstranten und 71% meinen, Stuttgart 21 sei zu teuer, als dass wir uns das in der heutigeb Zeit leisten können
-> Sehr interessante Zahlen finde ich!

Damit zeigt sich m.E. ganz klar, die breite Masse lehnt das Projekt ab und die Staatsmacht geht mit aller Gewalt gegen die Gegner vor.
Astrid Patzak-Schmidt
3.396
Astrid Patzak-Schmidt aus Gießen schrieb am 18.10.2010 um 08:27 Uhr
Eine sehr interessante und wichtige Diskussion, die ich leider erst jetzt komplett lesen konnte.
Hier will sich jemand ein Denkmal setzen und dies mit Gewalt - wie wir gesehen haben, auch ohne Rücksicht auf Verletzte.
Dass man die geplanten Unsummen sinnvoller für Wichtigeres verwenden könnte, steht auch außer Frage.
Zwei Dinge möchte ich in die Diskussion mit einbringen:
1. Wie ich eben in den Medien lesen konnte, kritisiert der Sprecher der Gewerkschaft der Polizei Kreisgruppe Mannheim, Thomas Mohr den Einsatz von Ende September. Man fühle sich vom Innenministerium "als Spielball benutzt", die Polizei habe einen immensen Imageschaden erlitten. Wörtlich (Zitat): "Wir sind als Bürgerpolizei gegen das eigene Volk vorgegangen. Das stört uns." Nun wolle man die Verantwortlichen benennen, dazu zähle auch Ministerpräsident Mappus, der die Stimmung angeheizt habe.
2. Hier geht es um einen Aspekt, den ich in der ganzen Diskussion noch gar nicht gefunden habe: Welcher Lehrer schleppt 7-jährige Kinder zu einer Demonstration? Das ist rechtlich ein ganz gefährliches Unterfangen und moralisch verwerflich. Als Eltern würde ich diesem Lehrer die größten Vorwürfe machen und ein Disziplinarverfahren anstreben.
Stefan Walther
3.888
Stefan Walther aus Linden schrieb am 19.10.2010 um 00:02 Uhr
Hallo Frau Patzak-Schmidt,

zu 1. Mohr geht in seiner Aussage noch einen Schritt weiter, er sagt sinngemäß: "er schämt sich für das was dort geschehen ist"

zu 2. Das sehe ich etwas anders: wer (auch Lehrer) konnte ahnen, dass eine friedliche, angemeldete Schülerdemonstration mit Wasserwerfern "angegriffen" wird? = Keiner! Ich weiss es zwar nicht, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die Eltern nicht informiert und einverstanden waren!?
Die Kinder sind ja nicht "in den Krieg gezogen" wo es "gefährlich" werden könnte, nein sie wollten auch mit zum Ausdruck bringen, dass es um ihren Lebensraum geht und da finde es schon in Ordnung wenn sie auch direkt sehen können wie zum Beispiel die Bäume abgeholzt wurden.

Völlig klar, wenn man auch nur hätte vermuten, ahnen können, dass da so etwas passiert....dann wäre das Mitnehmen der Kinder unverantwortlich gewesen!!! Aber, wie gesagt, die Verantwortung dafür tragen andere!!!
Astrid Patzak-Schmidt
3.396
Astrid Patzak-Schmidt aus Gießen schrieb am 19.10.2010 um 06:48 Uhr
Ich widerspreche bedingt. Es gibt jedoch klare Vorschriften, die ich in diesem Fall absolut unterstützen kann:
http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2656261_0_9223_-schuelerdemonstration-ministerium-laesst-ermitteln.html
Astrid Patzak-Schmidt
3.396
Astrid Patzak-Schmidt aus Gießen schrieb am 19.10.2010 um 18:25 Uhr
WER hat was nicht verstanden:
Das klein geschrieben "sie" sind mehrere Leute. Und was haben "sie" nicht verstanden?
Ihre Aussage ist leider sehr unklar.
Antje Amstein
5.932
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 19.10.2010 um 20:38 Uhr
Wäre beim Gießener Schülerstreik am Berliner Platz so etwas passiert, hätten Sie dann auch Punkt 2"(Hier geht es um einen Aspekt, den ich in der ganzen Diskussion noch gar nicht gefunden habe: Welcher Lehrer schleppt 7-jährige Kinder zu einer Demonstration? Das ist rechtlich ein ganz gefährliches Unterfangen und moralisch verwerflich. Als Eltern würde ich diesem Lehrer die größten Vorwürfe machen und ein Disziplinarverfahren anstreben.) " durchgeführt?
Antje Amstein
5.932
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 19.10.2010 um 20:52 Uhr
Es war ein Schülerstreik! Aufgerufen hat die Jugendoffensive. Die Kinder und Jugendlichen hatten die Erlaubnis ihrer Eltern daran teilzunehmen.
Christian Momberger
10.757
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 25.10.2010 um 00:22 Uhr
Ich freue mich zu sehen, dass Sie Frau Patzak-Schmidt sich auch hier an der Diskussion beteiligen! :-)
Bezüglich Ihrer Aussage zu der Demo muss ich allerdings widersprechen! Ich sehe das wie Stefan bzw. Frau Amstein in Ihren letzten beiden Kommentaren! Was sagen Sie denn zu dem Vergleich mit den Gießener Schülerstreiks? ;-)
Walther Süßkind
1.138
Walther Süßkind aus Heuchelheim schrieb am 22.01.2011 um 15:56 Uhr
Jeder hat ein freies Recht auf einen angemeldete Demostration.
Hallo Lieber Leser
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Herzlichst, Ihr(e) Antje Amstein

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V.l.: Prof. Dr. Holger Nef, Dr. Christiane Hinck-Kneip, Prof. Dr. Andreas Böning, Dr. Gunther K. Weiß (Vorsitz der Geschäftsführung), Prof. Dr. Christian Hamm.
Neues Gießener Herzzentrum vereinigt Kardiologie, Angiologie und Gefäßchirurgie unter einem Dach
Für herzkranke Menschen sind schnelle Wege und Behandlungen, die an...
Norbert Prokasky, Geschäftsführer der Berger Care, und Prokurist Hussein Diab übergaben einen Spendenscheck über 750 Euro an die Gießener Tafel.
Berger Care spendet 750 Euro an die Gießener Tafel
Unter dem Motto „Gesundheit und Prävention“ überreichte die Firma...

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