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Der Irre mit der Bombe

Gießen | Der Irre mit der Bombe

die USA drohen mit einem präventiven Militärschlag gegen Nordkorea. Offiziell, weil der „Irre“ Kim Jong Un die Welt mit der Atombombe bedroht. Damit provozieren sie eine Eskalation – im schlimmsten Fall bis hin zum Atomkrieg. Die militärische und politische Führung der USA diskutiert darüber, US-Atomwaffen in Südkorea zu stationieren, und nach den politischen Leitlinien der NATO ist der nukleare Erstschlag ein legitimes Mittel zur „Verteidigung“.

Das Beispiel Libyen

Natürlich ist der Bau von Atombomben, wie auch jeglicher anderer Rüstungsgüter eigentlich abzulehnen. Und dennoch liegt die Sache hier etwas anders, wie das Beispiel Libyen zeigt: 2003 hatte der damalige Staatschef Gaddafi sein Atomprogramm eingestellt und dafür von den USA das Versprechen bekommen, nicht angegriffen zu werden. 2011 wurde dieses Versprechen gebrochen, heute liegt Libyen in Schutt und Asche. Ganz so „irre“ ist das nordkoreanische Atomprogramm also nicht. Bemerkenswert ist auch die Doppelmoral in den deutschen Medien: Das koreanische Atomprogramm ist böse. Dass die USA und andere NATO-Staaten Atomwaffen
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besitzen, ist kein Problem. Auch nicht, dass die Bundeswehr im Rahmen der sogenannten „nujlearen Teilhabe“ US-Atomwaffen einsetzen darf. Ende letzten Jahres stimmte Deutschland in der UNO gegen die Ächtung und das Verbot von Atomwaffen – weil es auch die eigene „nukleare Teilhabe“ betroffen hätte.

Kriegsspiele zu See und in der Luft

Am Sonntag, den 23.04.2017, ist ein US-Flugzeugträger in Begleitung weiterer Kriegsschiffe vor der Küste Koreas eingetroffen. Gemeinsam mit der japanischen Marine führt er dort nun Übungen durch. Ein weiterer US-Flugzeugträger liegt zudem im nahen Japan im Hafen und wird dort auf seinen nächsten Einsatz vorbereitet.
Das sind aber längst nicht die einzigen Militäraktionen der USA und ihrer Verbündeten in der Region. In Südkorea und Japan sind dauerhaft ca. 70.000 US-Soldaten stationiert. Diese proben bereits seit Tagen den Luftkrieg gegen Nordkorea. Gemeinsam mit der südkoreanischen Luftwaffe wird im Moment eine Großübung mit über 100 Kampfflugzeugen durchgeführt.

Keine Verhandlungen

Dabei ist der Konflikt in der Region nur deshalb so zugespitzt, weil die USA sich schon in der Vergangenheit stets geweigert haben auf Verhandlungsvorschläge einzugehen. Die USA befinden sich mit Nordkorea offiziell im Kriegszustand. Nordkorea sieht sich daher von den US-Truppen in der Region bedroht. Vorschläge zur Einstellung des nordkoreanischen Atomprogramms gegen Abzug der US-Streitkräfte aus Südkorea, die die Volksrepublik China vermittelt hatte, haben die USA abgelehnt. Ganz im Gegenteil haben die US-Truppen in Südkorea zuletzt ihre Bewaffnung weiter verstärkt.

Gegen die Volksrepublik China

Der Grund dafür ist, dass die koreanische Halbinsel direkt an China angrenzt. Der USA betrachten das wirtschaftliche Wachstum und politische Aufstreben der Volksrepublik China als Gefahr für ihren selbst erhobenen, weltweiten Führungsanspruch.
Unter US-Präsident Obama haben sie daher versucht China wirtschaftlich zu isolieren. Unter Trump führen sie einen Handelskrieg gegen China. Beide Präsidenten war bzw. ist aber auch daran gelegen, die Volksrepublik China militärisch einzukreisen. Südkorea ist für die USA daher ein Vorposten gegen die Volksrepublik China. Die Stationierung von US-Streitkräften dort ist eine ständige Drohung an China und daher nicht verhandelbar.

Und gegen Russland

Die koreanische Halbinsel grenzt aber nicht nur an China, sondern auch an den äußersten Südosten Russlands. Die militärischen Aktionen der USA in der Region sind daher zugleich gegen Russland gerichtet. Sie ergänzen im Pazifik-Raum den Konfrontationskurs, den die NATO gegen Russland auch in Europa verfolgt.
Mit der Aufnahme immer neuer Staaten in die NATO, den sogenannten Osterweiterungen, ist die NATO in den letzten Jahren in Europa bis direkt an die russische Grenze herangerückt. Aktuell stockt sie dort zudem massiv ihre Truppen auf. Neben den US-Streitkräften beteiligt dabei sich vor allem die deutsche Bundeswehr an dieser aggressiven Einschüchterungspolitik gegenüber Russland

Reaktionen provoziert

Die USA und die NATO wollen die Volksrepublik China und Russland militärisch unter Druck setzen. Das wird auf der Gegenseite auch so verstanden. China hat nach den Drohungen der USA gegen Nordkorea 150.000 Soldaten an die Grenze zur koreanischen Halbinsel befohlen. Die chinesische Luftwaffe ist in erhöhter Einsatzbereitschaft. Russland hat eigene Kriegsschiffe in die Region geschickt. Um ihre politischen und wirtschaftlichen Machtansprüche aufrecht zu erhalten eskaliert die NATO die Situation und provoziert militärische Zwischenfälle – in Europa, im Nahen Osten und im Pazifik-Raum



Wir fordern:
Stopp der Drohungen gegen Nordkorea! Abzug aller US-Truppen aus der Region!
Abzug der Bundeswehr von den russischen Grenzen in Osteuropa!
Austritt Deutschlands aus der NATO!

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Kommentare zum Beitrag

Kurt Wirth
2.235
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 25.04.2017 um 18:33 Uhr
Damit wird ein makabrer Kinderreim aus der Zeit meiner Einschulung wieder brandaktuell:
Ei, ei, ei Korea
der Krieg rückt immer näha
und wenn der Ami Bomben wirft
dann wackelt ganz Korea...
Stefan Walther
4.503
Stefan Walther aus Linden schrieb am 25.04.2017 um 23:24 Uhr
Das ewig alte Lied vom "guten" und "bösen" Imperialisten, aber Imperialist bleibt Imperialist, ob nun USA oder Russland oder China oder, oder... keiner hat unsere Unterstützung und Sympathie verdient!
Martina Lennartz
5.978
Martina Lennartz aus Gießen schrieb am 26.04.2017 um 00:23 Uhr
Es geht immer nur um eins:
Wer hat die Interessen der arbeitenden Bevölkerung und wer die des Kapitals im Fokus.
Stefan Walther
4.503
Stefan Walther aus Linden schrieb am 26.04.2017 um 02:39 Uhr
Stimmt Herr Bucher, dieses Lied kann man nicht oft genug singen, dass wir uns da mal so einig wären, wer hätte das gedacht.
Tja Martina, und die Preisfrage: wer vertritt denn nun die Interessen der arbeitenden Bevölkerung? Etwa die russische Regierung oder die russischen Konzerne, oder die chinesischen, oder gar die amerikanischen?
Stefan Walther
4.503
Stefan Walther aus Linden schrieb am 26.04.2017 um 08:20 Uhr
So ein wenig Ironie gehört doch auch ab und an dazu Herr Bucher...

also das mit dem "Sie, oder allgemeiner die Linken..." das kann ich natürlich so nicht stehen lassen ( um wieder etwas ernsthafter zu werden ). Da kann man jetzt ne große Debatte vom Zaun brechen, ich versuche es kurz zu machen:
- "die" Linken gibt es nicht, bereits mehrfach von verschiedenen Menschen auch hier in der GZ erwähnt...
- ja, für die Linken, für die u.a. ich stehe, geht es sicherlich um bestimmte Gruppen wie vor allem die abhängig Beschäftigten, aber auch die kleinbürgerlichen Schichten... sprich um alle die, die unter der Alleinherrschaft des Monopolkapitals keine Zukunft haben...
- wieso kommen Sie darauf, dass es dabei nicht um das Eigeninteresse der Menschen gehen würde? Gerade diese Menschen, die diesen Gruppen angehören, haben ein sehr großes Eigeninteresse daran, sich von diesen Verhältnissen zu befreien...
- und immer wieder die Sache mit dem Egoismus, oder auch der Mensch an sich ist schlecht, kein soziales Wesen usw. usf. = der Mensch wird vor allem durch die Gesellschaft geprägt in der er aufwächst, also in kapitalistischen Verhältnissen u.a. auch zum Egoisten erzogen...

Je größer der Markt, desto größer der Wohlstand für alle? Dies ist doch jetzt wirklich zur Genüge widerlegt worden...

Ja, und Ihr letzter Satz, für welche Gesellschaft wirbt er denn nun? Etwa für die Marktwirtschaft oder nicht gerade doch für eine sozialistische Gesellschaft? :-)
Stefan Walther
4.503
Stefan Walther aus Linden schrieb am 26.04.2017 um 08:33 Uhr
Mit Ihrem Tempo werde ich nicht mithalten können Herr Bucher, muss auch noch einige andere Dinge am Tag tun... werde aber immer mal wieder in die GZ schauen und Ihre Kommentare auch besntworten.

Hier = und was der gute Adam Smith sagt(e), das entspricht dann auch der Realität? Sicher konnte er nicht mehr selbst erfahren wie die Menschen im Sozialismus die Arbeit keineswegs als Belastung ansahen um sich davor zu drücken... sondern wie die gesellschaftliche Arbeit ihr erstes Lebensbedürfnis wurde u.a. zur Erhöhung der Bedürfnisbefriedigung der überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung....
Stefan Walther
4.503
Stefan Walther aus Linden schrieb am 26.04.2017 um 15:05 Uhr
Meinetwegen Herr Bucher, nichts dagegen, aber Sie haben mit dem Thema "ein Hoch auf die freie Marktwirtschaft" einen anderen Schwerpunkt setzen wollen...

Eines muss man Ihnen lassen, das ist nicht ironisch gemeint, im Gegensatz zu vielen hier in der GZ, erstaunlicher Weise auch zu manchen aus dem linken Spektrum, bemühen Sie sich sehr konkrete Antworten zu geben und konkret auf alle Kommentare und Fragen einzugehen... also so wie man es eigentlich bei Diskussionen und Streitgesprächen erwarten kann.

Was die Links betrifft, einfach das "s" hinter "http" löschen, dann funktionieren die Links auch.

Und was zeigt das Vorgehen der chinesischen Imperialisten? Dass das eintreffen wird was Sie in einem Kommentar zuvor andeuteten? Das bleibt abzuwarten, es zeigt auf jeden Fall = traue keinem Imperialisten... und was die USA betrifft? = sei vorsichtig wem du deine Sympathien gibst, für manche scheint es ganz einfach zu sein "gestern für Trump - heute gegen ihn - für Putin sowieso?....", alles etwas chaotisch und merkwürdig...
Stefan Walther
4.503
Stefan Walther aus Linden schrieb am 26.04.2017 um 23:38 Uhr
Wieder einverstanden Herr Bucher, das / ihr Thema wird uns mit Sicherheit wieder bei anderen Beiträgen beschäftigen!
Wobei, mit dem "Beitrag kapern" sehe ich nicht ganz so eng, es kam ja nix mehr als Reaktion, weder von der Beitragseinstellerin noch von anderen Kommentatoren... ist zwar wie immer schade, aber man kann es nicht ändern, wir müssen wohl oder übel damit leben, man kann ja niemanden zum antworten zwingen... und ein reines Zwiegespräch bringt wie immer auch wenig...
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