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Planungen fertig zu neuem Projekt: Flucht und Asyl mit Behinderung

Gießen | Das Zentrum selbstbestimmt Leben Gießen e.V. hat die eigenen Planungen zu einem neuen Projekt abgeschlossen: Flucht und Asyl mit Behinderung. Damit will die Selbstbestimmt-Leben-Organisation ihren Beitrag zur aktuellen gesellschaftlichen Großaufgabe auch in Gießen leisten.
„Wir wollen für Gießen zusammen mit vielen anderen Einrichtungen und Trägern, staatlichen wie nichtstaatlichen, ein Gießener Netzwerk für besonders schutzwürdige Flüchtlinge gründen“, erklärt Geschäftsführer Alexander Busam. Ziel des Projekts ist der Aufbau dieses kooperativen Netzwerks. Es werden Verfahren entwickelt, um die besondere Schutzbedürftigkeit von Flüchtlingen festzustellen damit dies im weiteren Asylverfahren berücksichtigt wird. Hiermit soll auch die entsprechende EU-Aufnahmerichtlinie in Verbindung mit der UN-Behindertenrechtskonvention umgesetzt werden. Das ZsL Gießen e.V. platziert sich hier als Koordinator der Netzwerkarbeit sowie als Fachstelle für Menschen mit Behinderungen, die auch die Beratung der Asylsuchenden abdeckt. Ein weiteres Ziel ist, ausreichende Hilfesettings, etwa in den Bereichen der medizinischen Versorgung, der Barrierefreiheit, der Sprache und im Alltag, verlässlich darstellen zu können.
„Bereits jetzt beraten wir vermehrt Klient*innen aus diesem Bereich“, erzählt Beraterin Diana Klein. Die Zielgruppen der Netzwerkarbeit sind vor allem jene Stellen und Einrichtungen, die an der Begleitung der Asylsuchenden beteiligt sind.
Die intern monatelangen Planungen werden jetzt den potenziellen Kooperationspartnern vorgestellt und um Mithilfe gebeten. Zudem ruft das ZsL Gießen e.V. die Bevölkerung zu Spenden auf. Die Spenden helfen dabei, Sachmittel oder Dolmetscherkosten sowie Assistenzkosten abzudecken. Die hauptamtlichen Stellen werden weiterhin über Eigenmittel und Stiftungsgelder finanziert.
Aktuell läuft deshalb in der Stadt Gießen eine kleine Spendenkampagne. Mit Plakaten und Flyern werben die Zentrumsaktivist*innen um die breite Unterstützung der Stadtgesellschaft für das Projekt. „Uns als behinderte Menschen in Deutschland ist es wichtig, Solidarität mit denen zu zeigen, die zu uns kommen und unsere Hilfe brauchen. Wir können als Teil dieser Gesellschaft nicht daneben stehen, während Flüchtlinge aus welchem Grund auch immer zu uns kommen. Mit diesem Projekt wollen wir unsere Erfahrungen und Fähigkeiten aus über drei Jahren Beratungserfahrung einbringen um die Situation damit zu verbessern“, erklärt Busam abschließend.

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