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„Presseberichterstattung zum Thema „Chinesischer Kampfhund“ getötet

Buseck | Bei der heutigen Schlagzeile in einer Gießener Tageszeitung stellt sich für mich die Frage, ob sich diese wirklich des Schlagwortes Kampfhund bedienen muss, wie man das nur aus der Boulevard-Presse kennt?
Es war schon schlimm genug, 2 Tage lang in den Radiosendern hr3 und FFH immer wieder die Mitteilung hören zu müssen, aggressiver Kampfhund-Mix in Reiskirchen-Bersrod entlaufen. Woher stammte die Information, dass es sich um einen solchen Mix handelte, konnte es nicht auch ein Boxer-Mix sein. Zu gleicher Zeit wurde zu Recht von vielen Hörern auf der FFH Facebookseite die Diskussion entfacht, ob diese Meldung denn sein müsse. Reicht es nicht, die Bevölkerung vor einem aggressiven mittelgroßen braunen Hund zu warnen? Muss mit solchen Meldungen immer wieder die Hysterie und die Vorurteile gegenüber bestimmter Hunderassen künstlich am Leben gehalten werden? Ich sage NEIN. Die Medien sollen endlich aufhören, mit solchen Berichten bestimmte Hunderassen zu diskriminieren – denn "den Kampfhund" als biologische Einheit gibt es nicht. Im historischen Sinn waren Kampfhunde Hunde, die in der Antike mit in den Kampf genommen
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Rassendiskriminierung (1)Medien (41)Hunde (464)
wurden. Sie sollten in erster Linie groß sein um dem Gegner Furcht einzuflössen. Daneben sollten sie eine möglichst hohe Reizschwelle haben um im Kampfgetümmel nicht kopflos das weite zu suchen. Fakt ist, dass die Rassen, die allgemein als "Kampfhunde" oder "gefährliche Hunde" bezeichnet werden, enorm viel häufiger Erwähnung finden als es die offizielle Beißstatistik erwarten ließe. Doch dass genau diese Hunderassen auch erfolgreich als Rettungs-, Spür- oder Blindenhunde eingesetzt werden und in diesen Bereichen wertvolle Arbeit leisten, wird anscheinend gerne verschwiegen.

Ich möchte nicht falsch verstanden werden, natürlich müssen Menschen vor Hunden, von denen eine Gefahr ausgeht, gewarnt und geschützt werden, keine Frage, das sehe ich ebenso, aber die Art und Weise der Berichterstattung und der Tod des Hundes stößt bitter auf. Ich wünsche mir für die Zukunft, dass endlich ein Umdenken stattfindet und auch „in den Medien“ mehr Aufklärungsarbeit gegen Hunderassen-Diskriminierung betrieben wird.

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Kommentare zum Beitrag

Christine Weber
6.910
Christine Weber aus Mücke schrieb am 28.01.2012 um 16:41 Uhr
Wie ich aus dem Artikel entnommen habe, waren es zwei Shar Pei, die entlaufen waren. Ich wußte garnicht, dass der Shar Pei zu den "Kampfhunden" gehört. Außerdem wird die Rasse "Kampfhund" nicht geboren, sie wird von dem Menschen zu dem gemacht.
Karsten Brunda
338
Karsten Brunda aus Lich schrieb am 28.01.2012 um 18:34 Uhr
Dummerweise werden die Shar Pei auch Chinesische Kampfhunde genannt. Ich finde auch, die "scheiß Bezeichnung Kampfhunde" sollte langsam aus den Köpfen der Leute und der Medien!
Karsten Brunda
338
Karsten Brunda aus Lich schrieb am 28.01.2012 um 18:36 Uhr
Toller Artikel Andrea, mir hat sich auch der Magen umgedreht als ich den Kampfhundebericht im Radio gehört hatte!
Antje Amstein
5.961
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 28.01.2012 um 20:23 Uhr
Was mir da besonders aufstöst ist, das er zum töten freigegeben wurde nach dem ein einziger Tierarzt keine Zeit hatte!
Wir steigen alle gemeinsam die Evolutionsleiter hinab, wenn wir anfangen Tiere zu diskriminieren, was kommt dann nach dem Hund? Hat denn keiner aus der Geschichte gelernt?
Massenhysterie geschürt durch die Medien!
Des Jägers Liebling ist ja auch kein Kampfdackel oder?
Christine Weber
6.910
Christine Weber aus Mücke schrieb am 29.01.2012 um 09:16 Uhr
Das ist wohl wahr. Man kann aus jedem Hund einen "Kampfhund" machen. Meistens ist der sogenannten "Kampfhunde" in verantwortungsvollen Händen der beste Familienhund.
Christine Weber
6.910
Christine Weber aus Mücke schrieb am 29.01.2012 um 09:28 Uhr
Ich habe den Artikel in "Die Zeit" gelesen und mir haben sich die Nackenhaare gestellt. Wie kann so etwas zugelassen werden?
Andrea Allamode
768
Andrea Allamode aus Buseck schrieb am 29.01.2012 um 09:35 Uhr
Ich weiß nicht, ob sich der Eine oder Andere noch erinnern kann, 2006 wurde in Gießen ein "Cocker Spaniel" (ja richtig, ein Cocker Spaniel) in der Innenstadt erschossen. Damals hieß es: .... eine Streife traf auf einen sich wild und aggressiv gebärenden Hund auf der Kreuzung Robert-Kennedy-Platz vor. Das Tier beeinträchtigte den Verkehr erheblich. Nur durch schnelle Reaktionen von Verkehrsteilnehmern konnten Unfälle verhindert werden. Da es den Beamten nicht gelang, den Hund unter Kontrolle zu bringen, wurde er erschossen.

Soweit die offizielle Berichterstattung. Doch wieso der Hund sich so aufführte wurde nicht hinterfragt oder gar darüber berichtet. Es handelte sich um einen ausgesetzten Hund und nachdem das Gießener Tierheim informiert worden war, rückten die Mitarbeiter an, um sich des Hundes anzunehmen. Das Tier war aber so in Panik, dass es sich aus dem Halsband windete und flüchtete. Etwa eine halbe Stunde später wurde der Hund erschossen. Auch eine Lösung :(
Andrea Allamode
768
Andrea Allamode aus Buseck schrieb am 29.01.2012 um 09:49 Uhr
@ Heike: Als ich im letzten Jahr darüber lass, war ich wirklich total schockiert ..... dieser Vorfall zeigt eben, was Medien für eine Macht haben und was das Ergebnis ist. :(
Ilse Toth
33.270
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 29.01.2012 um 15:42 Uhr
Ich habe diesen traurigen Vorfall durch zwei Tierschutzverteiler verbreiten lassen. Es müssen viele Tierschützer tätig werden. Es wird schon Strafanzeige erstattet.
Zu dem traurigen Vorall mit dem Cocker kann ich folgendes sagen. Ich bin nach einem Anruf sofort zu dem Anlagering gefahren. Doch ich kam zu spät, der Hund war bereits erschossen. Beobachter des Geschehens haben mir berichtet, dass der Hund den Kreuzung bereits überquert hatte und Richtung Schwanenteich lief. Dort haben sie erwischt. Ich habe daraufhin ein langes Gespräch mit dem Einsatzleiter geführt. Ergebnislos! Die Beamten haben immer Recht. Das verstörte Cockerchen war wohl ausgesetzt, denn es wurde nie gesucht. Ein Alibi gibt es immer! Mal heißt es aggressiv, mal gefährden die Tiere den Verkehr. Und was ist, wenn einmal ein Passant von einer Kugel erwischt wird? Ich kann mich noch gut erinnern, als eine Frau ins Giessener Tierheim einen Wolfsmischling einfach in den Hof setzte und weg ging. Das scheue Tier setzte über den zwei Meter Zaun und verschwand im Hangelstein. Die Jäger wurden benachrichtigt- keine Ahnung von wem. Eine Horde Grünröcke rief zur einer etwas anderen Art der Jagd! Sie erschossen das Tier. Ich musste damals in die Marburger Strasse ins Veterinäruntersuchungsamt, um den Wolfsmischling zu identifieren. Er war mit Kugeln durchsiebt.
Ilse Toth
33.270
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 29.01.2012 um 17:56 Uhr
Heike, das ist ein anderes, sehr,sehr wichtiges Thema.
Haustiere werden erschossen, von Jägern, Polizisten und Menschen, die zu ihrem Luftgewehr greifen, um Katzen zu verletzen oder zu töten.
Diese Täter fragen nicht nach Rassen!
Was wir dringend benötigen ist ein Gesetz, dass nicht jeder Depp (sorry für die Wortwahl) Hunde züchten, verkaufen und halten darf.
Wer schaut schon einem Zoo Zajac auf die Finger, an wen er seine bedauernswerten Welpen verkauft. Und wer prüft, woher diese Jungtiere kommen? Ich muss in den fast 35 Jahren Tierschutz resigniert feststellen, dass wir wieder rückwärts gehen und die einmal erkämpften Verbesserungen im Tierschutz schlechter werden.
Christine Weber
6.910
Christine Weber aus Mücke schrieb am 29.01.2012 um 18:06 Uhr
Nicht resignieren, sondern weiter kämpfen - für die Tiere. Wer nicht kämpft, hat schon verloren. Und damit geben wir den Tierschutzgegnern Recht.
Ilse Toth
33.270
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 29.01.2012 um 18:15 Uhr
Nein, Frau Weber, wir haben auf unsere Fahnen geschrieben, dass wir im Rahmen unserer Möglichkeiten für die Tiere da sind. Solange wir eben noch die Kraft haben.
Ilse Toth
33.270
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 29.01.2012 um 20:08 Uhr
Ich stimme Dir mit jedem Wort zu.
Es gibt sehr viele Tierschützer. Nur meine Erfahrung ist, dass die einzelnen Gruppen nicht eng genug miteinander verflochten sind. Wenn ich täglich im Verteiler lese, wer sich mit wem zankt und wer was und gegen wen gesagt haben soll, dann stellen sich mir die Haare. Wir müssen nach außen Einigkeit präsentieren. Wir sind sehr viele, wir müssen eine undurchdringbare Mauer bilden, damit der Schutz der Tiere gefestigt wird.
Christine Weber
6.910
Christine Weber aus Mücke schrieb am 30.01.2012 um 10:26 Uhr
Man wird nie alle unter einen Hut bringen. Und solange noch einer gegen den anderen hetzt und andere sich auf den Rücken der Tiere profilieren müssen, werden wir wohl den Gegnern des Tierschutzes Öl ins Feuer gießen. Und das ist eigentlich sehr schade. Denn eine Hilfe für die Tiere ist es nicht.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Andrea Allamode

von:  Andrea Allamode

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Interessensgebiet: Buseck
Andrea Allamode
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