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Löwenstarke Premiere im Kino Traumstern

Lich | Zweisprachig, in Deutsch und Tigrinya, der Amtssprache Eritreas, wurden die Zuschauer am Donnerstag Abend im Kino Traumstern auf Afrika eingestimmt. Im Rahmen des Mittelhessischen Kultursommers fand in Lich die Premiere zum Theaterstück „Simba – König der Löwen“ statt. Es ist die dritte Produktion des Traumstern Theaters unter der Leitung von Daniel Komma und Sebastian Hartings.

In enger Zusammenarbeit mit dem Kulturverein künstLich, der Gesamtschule Hungen und dem Vocal Esemble „Songlines“, entstand eine bunte und aufregende Inszenierung.

Der Inhalt ist schnell erzählt: Mufasa der König der Tiere, wird von seinem Widersacher und jüngeren Bruder Scar getötet. Scar vertreibt auch Mufasas Sohn, den rechtmäßigen Thronfolger und kleinen Löwen Simba. Dieser wird von Timon und Pumbaa, einem Erdmännchen und einem Warzenschwein aufgenommen und wächst unter deren Schutz heran. Scar und seine Getreuen, die Hyänen, ruinieren in den folgenden Jahren das Land. Zu einem jungen Mann herangereift kämpft Simba erfolgreich gegen Scar und erobert das Königreich zurück. Natürlich gilt es diverse Hindernisse zu überwinden und die
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Liebe kommt auch nicht zu kurz. Verkürzt gesagt handelt es sich um eine gewohnt rührselige Story mit dem Inhalt „Gut gegen Böse“ aus den Walt Disney Studios. Hier begann nämlich 1994 die kommerziell erfolgreichste Produktion der Trickfilmer. Mitte der 90iger wurde die Geschichte erstmals als Musical aufgeführt und wird bis heute an vielen Bühnen auf der ganzen Welt gespielt.

Die Licher Aufführung hatte indessen keine Chance in der Schnulze unterzugehen. Der Regisseur Daniel Komma inszenierte das Stück in schnellem Rhythmus mit viel Witz und Esprit. Dramaturgisch abwechslungsreich agierten mal die besonnenen und ruhigen Löwen, dann wieder beherrschten die aktionsreichen Widersacher das Geschehen.
Besonders die Hyänen mit ihrer geifernden Boshaftigkeiten durchbrachen immer zur rechten Zeit die besinnlichen Momente. Ständig in Bewegung und laut kreischend kugelten, grabbelten, sabberten und krochen sie über die Bühne und durch den Zuschauerraum. Auch das durchtriebene, hinterlistige und sehr durchschaubare Spiel von Scar sorgte immer wieder für komische Momente. Ganz anders angelegt die Figuren Timon und Pumbaa. Ihr Witz entwickelte sich durch die Gegensätzlichkeit der Charaktere, ähnlich wie bei Dick und Doof.

Ganz abgesehen
von den durchweg hervorragenden Einzelleistungen der unterschiedlichen Schauspieler ist das eigentlich Faszinierende an dieser Aufführung das komplexe und wunderbare Zusammenspiel aller Beteiligten. Über 50 Personen im Alter zwischen 6 und 20 Jahren stehen im Rampenlicht und noch einmal genauso viele Menschen agieren hinter und um die Bühne herum – zu solch einer Großproduktion gehört viel Mut, Durchhaltevermögen und Energie.

Beim Lesen des Programmheftes wird einem deutlich vor Augen geführt, wer hier alles seinen Beitrag geleistet hat. Neben Sponsoren, Beratern, Firmen, Institutionen und vielen Einzelpersonen ist es vor allem auch der konstruktiven Zusammenarbeit mit der Gesamtschule Hungen zu verdanken, dass diese Theaterarbeit verwirklicht wurde. Im Rahmen der betreuten Nachmittagsangebote entstanden phantasievolle Masken und heiße Trommelrhythmen. Sowohl an den Wochenenden als auch in den Ferien wurde geprobt, gebastelt, geklebt und musiziert. Ein wunderbaren Beispiel dafür, was Schule sein kann, ein echter Erlebnisraum in dem mehr geboten wird als Paukerei nach Lehrplan. Seit August letzten Jahres sind die unterschiedlichen Gruppen damit beschäftigt, dass jetzt ein Gesamtkunstwerk zur Aufführung kommt, bei dem einfach alles stimmt: Das Arrangement, die Besetzung der Rollen, die musikalische Umsetzung, das Bühnenbild, die Lichtführung, die Kostüme, die herrlichen Masken.

Neben dem eigentlichen Bühnengeschehen beginnen und enden manche Szenen im Zuschauerraum. Etwa wenn der Chor aus Pflanzen und Tieren aus allen Richtungen zusammen kommt, oder wenn Rafiki der Schamane aus dem Hintergrund ins Geschehen eingreift. Die Zuschauer wurden somit zu einem Teil des wilden, bunten, anrührenden und phantasievollen Afrikaspektakels.

Immer wieder kam es zu Szenenapplaus und am Ende des Stückes gab es im vollbesetzten Kinosaal kein Halten mehr. Standing Ovations: Minutenlanges Pfeifen, Klatschen, Johlen. Die Begeisterung nahm kein Ende, und das lag nicht nur daran, dass bei der Premiere natürlich alle Eltern, Großeltern, Geschwister, Freunde – kurzum alle wohlwollenden, in irgendeiner Weise am Stück beteiligten Menschen anwesend waren. Es lag vielmehr auch daran, dass während der gesamten Aufführung zu spüren war, wie viel Kraft und Energie sich in diesem gemeinsamen Unternehmen bündelt. So kam dann doch noch die Rührung ins Spiel, sozusagen als natürlicher Moment – ganz ohne Manipulation aus den fernen Disney-Studios.

An diesem Abend wurde das Kino Traumstern wieder einmal seinem Namen gerecht. Im Kinosaal ging ein Traum in Erfüllung.
Weitere Aufführungen finden statt am:

Fr. 3. Juli um 20.30 Uhr - Open Air, Licher Waldschwimmbad
Sa. 4. Juli um 20.30 Uhr- Open Air, Licher Waldschwimmbad
Sa. 11. Juli um 20 Uhr - Groß Felda

 
 
 
 

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