Bürgerreporter berichten aus: Allendorf (Lumda) | Überall | Ort wählen...

Landbahnhöfe im Landkreis Gießen

Laubach
Laubach
Allendorf (Lumda) | Inspiriert durch einen Beitrag hier in der GZ von Peter Herold, der kürzlich bestimmte Immobilien in der Stadt Gießen vor die Linse nahm, und auch zwei Beiträge von Antje Amstein zum Thema Stuttgart 21, keimte der Gedanke, einmal nicht eben jenes aktuell politisch populäre Prestige-Projekt zu vertiefen.
Nein, es soll um 180° das Gegenteil porträtiert bzw gelistet werden.
Was ist das Gegenteil von Stuttgart 21 mag so manche(r) erst einmal philosophieren?

Es sind genau jene Objekte, -wir reden ja über Bausubstanz, die still und heimlich ihr Dasein fristen. Ohne vielleicht jemals nennenswert in die Presse zu gelangen, wenn sich nicht ein spektakulärer Unfall ereignet.
Ergänzend gilt der Hinweis, dass auch selbst in Parteiprogrammen für Kommunalwahlen jene Stationen "außen vor" bleiben. Ich lese etwas vom Bahnhof in Gießen, verbunden mit dem Wunsch an die Deutsche Bahn AG, dort mögen doch bitte künftig ICE´s halten. Dann kommt eigentlich nicht mehr viel an politischer Programmatik hinzu. Es darf zumindest hinterfragt werden, ob dieser (insbesondere CDU-) Wunsch überhaupt dem Fahrgastwunsch und den Mobilitätsbedürfnissen im Landkreis entspricht.
Die Leute wohnen nicht alle im 500 Meter Radius um den Gießener Bahnhof auf dem Seltersberg.
Fangen wir mal analytisch an.
Im Landkreis Gießen existieren:
a) die Main-Weser-Bahn mit den Stationen: Lang-Göns, Großen-Linden, Lollar und Friedelhausen
b) die Vogelsbergbahn, die Bahnhöfe Großen-Buseck, Reiskirchen, Saasen, Göbelnrod, Grünberg und Lehnheim
c) die Lahn-Kinzig-Bahn, dort Watzenborn-Steinberg, Garbenteich, Lich, Langsdorf, Hungen, Trais-Horloff

Diese 16 Stationen sind "in Betrieb" und werden regelmässig von Regionalzügen angefahren. Schalter wird man aber vergebens suchen. Ausnahme Grünberg, Reiskirchen und Buseck. Im Regelfall steht irgendwo ein mintgrüner Fahrscheinautomat des RMV.
Pflasterung, abschließbare Fahrradboxen und Bahnsteighöhe 55 cm über Schienenoberkante für einen barrierefreien, ebenerdigen Zugang........wo bitte im Landkreis ist sowas realisiert?
......das ist doch Sache der Bundesbahn......wir haben kein Geld......lautet es unisono aus den Mündern vieler Kommunalpolitiker.
Es sei freundlich auf ein Stationsentwicklungsprogramm des RMV hingewiesen. Ferner wurde die "Bundesbahn" schon in 1994 beerdigt. Vielerorts verantwortet und pflegt die DB AG Tochter -Station & Service" diese Anlagen bis zur Bahnsteigkante. Winterdienste besorgen wiederum Subunternehmen per ambulantem Einsatz.
Treis/Lda.
Treis/Lda.
Eigentlich bemerkenswert, dass im Landkreis Gießen schon sehr früh sogenannte NE-Bahnen (umgangssprachlich auch Privatbahnen) aktiv waren. Nämlich die Butzbach-Licher Eisenbahn (BLE) nach Grünberg und die Biebertalbahn nach Bieber. Wer nachrechnet, wird sogar feststellen, die BLE betrieb im Landkreis Gießen mit 25 km sogar mehr Infrastruktur als im Wetteraukreis. Heute betreibt die BLE (als Tochter der HLB = hess. Landesbahn AG) überwiegend Schienenverkehre in der Wetterau, aber auch die Lumdatalbahn Infrastruktur und seit Fahrplanwechsel auch Verkehrsleistungen zwischen Frankfurt und Siegen bzw Marburg.

Mit der Anzahl der oben gelisteten Stationen ist aber keineswegs "Ende Fahnenstange" im Landkreis, denn es gibt zwei zu reaktivierende Bahnlinien.
d) die Horlofftalbahn (Abschnitt Hungen - Wölfersheim); dort Inheiden und Obbornhofen-Bellersheim (10,4 km)
e) die Lumdatalbahn mit Staufenberg-Vitale-Mitte (ehem. Daubringen), Mainzlar, Treis/Lda.-West, Treis/Lda., Allendorf/Lda. und Londorf (9,4 km ab Didier; 14 km ab Lollar)

Heisst: weitere 8 Stationen, wobei Obbornshofen-Bellersheim künftig wohl nicht mehr bedient werden wird? Dafür kommt in Lollar noch der Haltepunkt Texasbrücke hinzu. Lindenstruth bei Reiskirchen an der Vogelsbergbahn muss erst noch planfestgestellt werden..

Großen-Buseck
Großen-Buseck
Damit gebe ich mich jedoch keineswegs "geschlagen", denn -mit historischem Bezug- kommen noch
f) die Kanonenbahn (Lollar - Wetzlar) mit Wismar, Launsbach, Krofdorf, Abendstern, Kinzenbach-Ost und Kinzenbach
g) die Verlängerung der Horlofftalbahn ab Hungen nach Mücke mit: Villigen, Ruppertsburg, Friedrichshütte, Laubach, Laubacher Wald, Freienseen
h) ex Butzbach-Licher-Eisenbahn: Oberkleen,....(weiter im Wetterauer Kreisgebiet).....Muschenheim, Hof und Dorf Güll, Lich-Süd, Nieder-Bessingen, Ober-Bessingen, Münster, Ettingshausen, Harbach, Queckborn bis endend in Grünberg-Süd
e.1) Verlängerung der Lumdatalbahn: Kesselbach, Odenhausen/Lda., Geilshausen, Lumda und Beltershain
b.1) ehemalige bzw geplante Halte an der Vogelsbergbahn: Lindenstruth, (Rödgen, Flughafen und Ebelstrasse liegen im Stadtgebiet Gießens)
i) Biebertalbahn (Gießen-Oswaldsgarten und Rodheimer Strasse im Stadtgebiet) Heuchelheim, Heuchelheimer Mühlchen, Windhof, Abendstern (Kreuzung Kanonenbahn), Krofdorf-Gleiberg, Rodheim, Rodheim-Nord bis Bieber.
a.1) an der Main-Weser-Bahn ist dann auch noch ein ehemaliger Haltepunkt Badenburg nachgewiesen

Neigetechnik auf der Vogelsbergbahn !? hier Grünberg
Neigetechnik auf der Vogelsbergbahn !? hier Grünberg
macht weitere 33 Haltepunkte oder Bahnhöfe im Kreisgebiet, wobei Abendstern, Grünberg und Lich jeweils nur einmal gezählt wurden. Die Stationen Lich-Süd und Grünberg-Süd waren aber räumlich von den DB Stationen getrennt und hoheitlich NE-Betrieben zugeordnet.

Also fanden im Landkreis Gießen die Fahrgäste an 58 Stationen Zugang zur "weiten Welt".
Anmerkungen: die Kanonenbahn lag bis Wismar im Altkreis Wetzlar. Der Bahnhof Pfahlgraben an der Lahn-Kinzig-Bahn hat keinen Personenverkehr

Mittelfristig sind 24 Stationen aber zu renovieren oder zu modernisieren. Obwohl einiges im Argen liegt, sind die gegenwärtig betriebenen Stationen verkehrssicher. Die eigentlichen Bahnhofsgebäude sind zumeist verkauft und im Privatbesitz. In Lang-Göns und Großen-Linden gibt es "Plus-Punkte", das sind verglaste offene Wartehallen, die ein wenig vor Regen schützen. Lollar hat zwei einfache Glaswartehallen. In Grünberg gibt es immerhin Bahnsteigüberdachungen. Die Stationen entlang der Lumdatalbahn und Horlofftalbahn wie auch die eigentliche Infrastruktur sind bestandsgeschützt. Lindenstruth als Personenverkehrsanlage müßte erst planfestgestellt werden.

Kinzenbach, nachdem der letzte Zug abgefahren war
Kinzenbach, nachdem der letzte Zug abgefahren war
Langgöns und Lollar hat zumindest noch befahrbare Nebengleise. Ansonsten ist sehr viel Infrastruktur in den Bahnhöfen an befahrenen Strecken zurückgebaut worden. Es wird dabei nur den Minimalbedürfnissen des SPNV Rechnung getragen, was aber für die Fahrplangestaltung Konsequenzen hat.
Das Thema Schienengüterverkehr (Gütertarifpunkte) ist im Landkreis Gießen reduziert auf Staufenberg-Mainzlar und Großen-Buseck. In Lollar befindet sich ein ungenutzer Gleisanschluß.

Gibt es einen "Masterplan" für den ÖPNV im Landkreis Gießen?
Aw: Jain, das "Ding" nennt sich lokaler sowie regionaler Nahverkehrsplan. Kommunen werden im Turnus aufgefordert, ihre Wünsche zu Linienbus und Zugverkehren zu äußern.
Dieses Flickenwerk fällt je nach politischem Gusto von Kommune zu Kommune unterschiedlich aus. Zuweilen entwickelt der Aufgabenträger, der dieses Wünsche umsetzen soll(te) auch eine gewisse Eigendynamik, die unliebsame Projekte plötzlich im Wohlgefallen auflösen lässt.
Eine Bushaltebucht direkt am Bahnsteig wird man im Landkreis Gießen bisher vergebens suchen.

Die lokale Kreisverkehrsgesellschaft (ehem. VVG) wurde in 2004 aufgelöst, bzw mit der Stelle (VGO) in Friedberg fusioniert. Der Landkreis Gießen ist mit 4 von 27 Aufsichtsräten darin relativ unterparitätisch besetzt.

Welche Rolle spielt der Kreisverkehrsdezernent?
Aw: die Stelle wird neu besetzt. Er/Sie vertritt u.a. die Positionen des Landkreises beim RMV.

Vielleicht reichere ich hier und da nachträglich Fotos zu einer Bilderserie ein. Wer historische Fotos (z.B. von der BLE nach Grünberg) hat, kann sie mir auch zumailen.

Laubach
Treis/Lda.
Großen-Buseck
Neigetechnik auf der Vogelsbergbahn !? hier Grünberg
1
Kinzenbach, nachdem der letzte Zug abgefahren war
Obbornhofen-Bellersheim
ein Beispiel aus Süddeutschland
1
ein Beispiel aus Norddeutschland (Halle/Westf.)
1
...und ein Beispiel aus dem Landkreis Gießen
2
stets zu Diensten...ihr freundlicher Tarifautomat. Es gelten die Tarife des RMV in Bus & Bahn im gesamten Kreisgebiet
1
Inheiden
Lollar
ebenerdiger Eingang bei einem Niederflurschienenfahrzeug
1
Friedelhausen
Mainzlar
Vitale Mitte Staufenberg
Villingen ca. 1982  Quelle: DSO
Pohlheim-Watzenberg-Steinborn; Quelle:MRF; Bildautor: J. Schmidt
"Rush hour" in Grünberg  (links der Anschluß nach Gießen über Londorf  u. Lollar...-))
Stadtmitte Hungen; dort sollte zentral ein Bahnsteig angelegt werden. Der weisse Talent befährt gerade die Horlofftalbahn
Pfahlgraben ist Bahnhof ohne Personenverkehr
Lich
Entree´ eines ländlichen Bahnhofs wie es bei der großherzoglich-hessischen Eisenbahn verbreitet war. Die Empfangsgebäude waren "uniform".
Inneneinrichtung eines Zuges  (GTW 2/6 der HLB)
ca. 100 mtr. hinter dieser Brücke befand sich die Bretterbude mit der Haltepunktanschrift -Krofdorf-
1
Abendstern........als der Stern schon untergegangen war.
sehr selten sind Bilder der bis 1953 betriebenen Verbindung zwischen (Butzbach-) Lich und Grünberg. Hier die Situation zu Betriebszeiten in Queckborn
auch ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten: Haltepunkt Wetterfeld (bei Laubach; Strecke Hungen - Mücke)

Dies könnte Sie zum Thema auch interessieren

Für tatkräftige und langjährige Mitarbeit in der Verwaltung: Blumen als Zeichen des Dankes, der Wertschätzung und der guten Wünsche. Bild: Rainer Sturm / pixelio
Landrätin bedankt sich bei Jubilaren und Ruheständlern
„Sie haben nicht nur jahrelang mitgearbeitet, sondern die...
Buchtipp: Fliegen - Eine andere Verwandlung
„Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand...
Landrätin Anita Schneider und Gudrun Müller-Mollenhauer, zuständig für die Dorf- und Regionalentwicklung für Gießen und Lahn-Dill,  ermuntern Orte im Landkreis Gießen zur Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Bild: Landkreis Gießen
„Unser Dorf hat Zukunft“ startet zum 36. Mal
„Dieser Wettbewerb hat eine lange Tradition“, sagte Landrätin Anita...
Drei Tage lang setzten sich 20 engagierte Jugendliche intensiv mit dem Thema Schülervertretung auseinander. Veranstaltet wurde der Workshop in der Wetzlarer Jugendherberge vom Jugendbildungswerk des Landkreises Gießen. Bild: Landkreis Gießen
Mitbestimmung und Demokratieförderung: Landkreis stärkt Schülervertretung durch dreitägiges Seminar
Jugendliche mit politischem Interesse brauchen Hintergrundwissen, um...
Das Trinkwasser muss im Landkreis Gießen nicht mehr abgekocht werden.
Verkeimtes Trinkwasser: Entwarnung auch für Wettenberg und Biebertal-Krumbach
Im gesamten Landkreis Gießen kann das Trinkwasser wieder ohne...
Staatssekretär Gunther Adler sowie die Vertreter des Landkreises Gießen, Landrätin Anita Schneider, Masterplanmanager Björn Kühnl, Stabsstellenleiter Manfred Felske-Zech.
Vorreiter beim Klimaschutz: Landkreis Gießen ist Masterplan-Kommune. Bundesumweltministerium fördert 22 Kommunen
22 Kommunen in ganz Deutschland werden mit Förderung des...
Breitband-Ausbau im Landkreis: Vertragspartner Telekom stellt Zeitplan für nächste Projektphase vor
„Wir haben schon viel bewegt mit der Breitband Gießen GmbH und dem...

Kommentare zum Beitrag

Christian Momberger
10.829
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 21.02.2011 um 21:23 Uhr
Danke für den sehr informativen und interessanten Bericht. Aber gehört Dudenhofen nicht schon zu Wetzlar und liegt somit im Lahn-Dill-Kreis?
Lumdatal Bahn
366
Lumdatal Bahn aus Allendorf (Lumda) schrieb am 21.02.2011 um 23:37 Uhr
Asche auf mein Haupt: ....Dutenhofen...nahm ich an, gehöre heute zum Landkreis Gießen. Oh je, bitte um Vergebung. Ich werde es ändern.
Christian Momberger
10.829
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 21.02.2011 um 23:40 Uhr
Schon ok, kann mal passieren.
Lumdatal Bahn
366
Lumdatal Bahn aus Allendorf (Lumda) schrieb am 22.02.2011 um 10:39 Uhr
Dutenhofen ist draussen; dafür ist Oberkleen reingekommen
Lumdatal Bahn
366
Lumdatal Bahn aus Allendorf (Lumda) schrieb am 22.02.2011 um 12:39 Uhr
Peter Herold
24.446
Peter Herold aus Gießen schrieb am 22.02.2011 um 14:56 Uhr
... ) die Horlofftalbahn (Abschnitt Hungen - Wölfersheim); dort Inheiden und Obbornhofen-Bellersheim (10,4 km)

Hierzu ist zu bemerken, dass heute in der Zeitung zu lesen war, dass bereits ein Anlieger d.h. jemand der nach bekanntwerden der Einstellung des Bahnbetriebs, sich dierekt neben den Gleisen niederließ. Dieser hat schon einen RA in peto(im Ärmel) der dann Klage erheben soll.

Schöne Bilder mit guten Texten
Lumdatal Bahn
366
Lumdatal Bahn aus Allendorf (Lumda) schrieb am 22.02.2011 um 17:31 Uhr
ach na ja, es ist halt Wahlkampf.
Das Thema "Lärm" dürfte dem Manne also seit dem er dort eingezogen ist vertraut sein. Aber wohl mehr durch die Bundesstrasse als durch die Horlofftalbahn.
Der Unterschied zu den vom Lärm geplagten Leuten im Rheintal und Moseltal liegt nicht zuletzt auch in der vorgesehenen Bedienung. Niemals werden durch Inheiden im Blockabstand (das heisst etwa alle 4 Minuten) schwere Güterzüge mit 3000 to. Last und über 100 km/h durchfahren.
Wenn die Strecke übernommen ist, passiert am "Montag Morgen danach" erstmal gar nichts. Bis zur Aufnahme eines regelmässigen Nahverkehrs mit leichten und modernen Triebwagen, die lärmtechnisch bereits "up to date" sind, wird noch eine Weile vergehen. Verantwortlich wird selbst dann auch nicht ein Rathaus-Chef sein, sondern ein Betriebsleiter einer Eisenbahn-Gesellschaft.
Wenn der Kritiker dann immer noch unbedingt 5 mtr. hohe Lärmschutzwände als Lärmschutz haben möchte, -es wären die ersten Lärmschutzwände an Eisenbahnstrecken, kreisweit- dann bestünde ebenso eine optische Beeinträchtigung seiner selbst.

Fraglos ist das Thema Lärm und dessen Bekämpfung -auch für Eisenbahn Gesellschaften- von Bedeutung. Zweifelsfrei reduziert sich aber eben auch der Lärmpegel an der Bundesstrasse, wenn Verkehre auf die Schiene verkraftet werden. Die Gesamtlärmimmisionsminderung durch Aufnahme eines Nahverkehrs-Zugbetriebes wird sogar in Hungen und Inheiden reduziert werden. Nebenbei verweise ich auf einschlägige Nachweise zum Thema Bahnen und Umweltschutz.

Ich bliebe da ganz entspannt, sowohl als, -wie in diesem Fall politisch motivierter Hauseigentümer, als auch als zukünftige(r) Bürgermeister(in).
Lumdatal Bahn
366
Lumdatal Bahn aus Allendorf (Lumda) schrieb am 22.02.2011 um 21:57 Uhr
es muss heissen -Gesamtlärmbilanz- nicht Gesamtlärmimmisionsminderung
Peter Herold
24.446
Peter Herold aus Gießen schrieb am 23.02.2011 um 13:31 Uhr
Das mit der Bundesstraße und dem Lärm stand auch in dem Zeitungsbeitrag.
Das ganze erinnert mich an Großprojekte wie Flughäfen. Da istz die Planung seit Jahrzehnten bekannt, trotzdem wird dort dann Grund und Boden erworben, Häuschen gebaut und dann wenn der Flughafen kommt, auf Entschädigung geklagt.
Lumdatal Bahn
366
Lumdatal Bahn aus Allendorf (Lumda) schrieb am 23.02.2011 um 14:44 Uhr
Hallo Peter Herold,
konkret ist die Horlofftalbahn seit langer Zeit planfestgestellt. Als der Klagewillige in 2002 dieses Haus erwarb und bezog muss er seinem eigenen Glauben an eine Entplanfeststellung gefolgt sein. Beklagte(r) kann aber nach der Übernahme nicht ein Behördenvertreter werden. Fahrgäste können ja auch nicht Klage gegen einen Bürgermeister wegen entgangener Mobilität einreichen. Mit übermässigem Verkehrslärm ist auch nicht zu rechnen. Welche Eisenbahn Gesellschaft auch immer die Strecke managen wird, sind dann deren Vertreter zur Haftung verpflichtet bzw in ggf. Regress zu nehmen. Insoweit der Klagewillige "absolute Ruhe" für sich selbst reklamiert, sei ihm anzuraten, irgendwohin nach "außerhalb geschlossener Ortschaften" umzuziehen. Moderne Nahverkehrstriebwagen sind jedenfalls leise. Lärmemmisionswerte kann ein Hersteller wie z.Bsp. Fa. Stadler benennen. Möglicherweise sogar leiser als Busse auf der Strasse, weil die Reibungswiederstände geringer sind. Das Procedere um Fluglärm in Ffm bei Nacht wurde ja auch -glaube ich- durch eine Gerichtsinstanz aufgehoben.
Gerhard Born
259
Gerhard Born aus Lollar schrieb am 23.02.2011 um 22:56 Uhr
Dem "Prosagrundbeitrag" möchte ich hinzufügen, dass die Politik in keinster Weise eine Ahnung hat, was denn eine allgemeine Forderung nach "mehr" Zugbestellungen und "mehr" Zughalten für finanzielle Folgen hat. Solange die Regionalsierungsmittel über die Verkehrsverbünde fließen und auch die Zughalte von den Verkehrsverbünden bezahlt werden, wird sich keine Kommune, und auch keine Partei über die "sittenwidrige" Finanzierung der Zughalte interessieren. Ein aktuelles Beispiel sei erlaubt: Am Haltepunkt Odenhausen-Friedelhausen fahren bis auf einer Ausnahme alle HLB-Züge vorbei. Dennoch sind vom RMV, trotz weniger Halte mehr Geld für die Station Odenhausen-Friedelhausen zu bezahlen wie in Lollar. Ich habe die aktuellen, meines Erachtens "sittenwidrige" Stationspreise mal für 2011 hochgerechnet und komme für die Halte in Lollar auf 39.451,- € und bei Odenhausen-Friedelhausen auf 42.333,- €.
Wäre eigentlich mal eine Sache für >MonitorReport
Gerhard Born
259
Gerhard Born aus Lollar schrieb am 23.02.2011 um 22:58 Uhr
Sorry, bitte die Beträge für den Bahnhof Lollar und Odenhausen-Friedelhausen zu wechseln.
Lumdatal Bahn
366
Lumdatal Bahn aus Allendorf (Lumda) schrieb am 24.02.2011 um 15:49 Uhr
Mir ist bundesweit keine Kommune bekannt, die aufgrund von getätigten ÖPNV-Investionen (ob Bahnsteigmodernisierung, ZOB-Bauten oder Streckenreaktivierungen) in wirtschafliche Schieflage geriet. Es wird auf das GVFG hingewiesen.
Im Regelfall ziehen Reaktivierungen oder Modernisierungen sogar eine höhrere Akzeptanz bei ansiedlungeswilligen jungen Familien nach sich.

Friedelhausen ist zweigleisig mit 2 Bahnsteigen, Lollar ist 4 gleisig mit 3 geteerten Bahnsteigen, nämlich an Gleis 1, 2 und 11.
Gleis 13 hat keinen Bahnsteig.

Irgendwo in der jüngeren Rechtsprechung wurde das Thema Trassenentgelte behandelt und neu bewertet. Mir fehlt aber aktuell ein Link. Ob Stationsbenutzungsentgelte sittenwidrig sind, wäre ebenso von einer höheren Instanz zu prüfen. Die Lumdatalbahn AG erhebt zumindest für die beiden Personenverkehrsanlagen in Vitale Mitte Staufenberg und Mainzlar keine Stationsbenutzungsentgelte.
In längst vergangener Zeit (so bis in die 1960er Jahre) gab es einmal Bahnsteigkarten für Personen, die nicht verreisen wollten, aber Zugang zum Bahnsteig wollten. Damals fand denn auch eine Fahrscheinkontrolle am Bahnsteig oder noch im Empfangsgebäude statt.

Die heutigen Stationsbenutzungsgebühren werden den Eisenbahn-Verkehrs-Unternehmen in Rechnung gestellt, nicht dem Endkunden.
Peter Herold
24.446
Peter Herold aus Gießen schrieb am 24.02.2011 um 17:18 Uhr
Das mit den Bahnsteigkarten kenne ich noch. Da gab es keinen kostenlosen Zutritt zu den Bahnsteigen. Aber leise;-) sonst wird das wieder eingeführt.
Lumdatal Bahn
366
Lumdatal Bahn aus Allendorf (Lumda) schrieb am 24.02.2011 um 23:46 Uhr
Lieber Peter Herold,
die Sorge teile ich nicht, es gibt kein Personal mehr, um diese Kontrollen wahrzunehmen.
Seit 1995 gibt es den Verbundtraif des RMV. Dieser legitimiert auch den Übergang von Linienbus auf (Regional-) Bahnverkehre. Nur allzu oft befindet sich die nächste Bushaltestelle zum Bahnsteig in mehr als 5 Gehminuten entfernt, weil es eben seit 1995 nur ansatzweise gelang Busse direkt an Bahnsteige heranzuführen. Lich und Grünberg sind da einigermassen gut aufgestellt. Lollar? = Fehlanzeige. Londorf? würde passen, nur dass zurzeit da keine Züge hinfahren. Hungen, räumlich ja, aber moderinisierungsbedürftig. Großen-Linden, zumindest gibts eine Bushaltestelle sehr Nahe am Bahnhof. Eine brauchbare Beschilderung, wo welcher Bus in welche Richtung abfährt, fehlt z.Bsp. auch am neuen Hp. Oswaldsgarten (aber das ist Stadt Gießen).....usw.
Peter Herold
24.446
Peter Herold aus Gießen schrieb am 25.02.2011 um 13:30 Uhr
Es war ja auch nur ein bisschen spaßig gemeint. Aber das mit dem Personal, um wieder ernst zu werden, dem könnte man ja abhelfen, wenn man(Arbeitgeber ganz allgemein gesprochen) es wollte und bezahlte.
Ich denke da z.B. an die Leute die in Zügen(z. B. S-Bahn in München) Kontrollen durchführen. Die könnten das doch auch stichprobenhaft auf dem Bahnsteig auch tun.
Lumdatal Bahn
366
Lumdatal Bahn aus Allendorf (Lumda) schrieb am 01.03.2011 um 14:25 Uhr
hallo Peter Herold,
die Befugnisse von Zugbegleiter/innen zu Fahrscheinkontrollen erstreckt sich auch noch bis auf den Perron. In den Zügen des RMV werden die Fahrscheine -mehr als stichprobenweise- gesichtet, die Wahrscheinlichkeit nicht erwischt zu werden ist gering.

Aber z.Bsp. am Bahnhof von Lollar, ist es der Stadtverwaltung trotz wiederholter Versuche, bisher nicht gelungen, dort eine Mobilitätszentrale in der ehemaligen Fahrkartenausgabe einzurichten. Das Gebäude gehört einer in Luxembourg ansässigen Immobiliengesellschaft, die entfernt eine Tochter der DB Immobilientochter ist. Von Luxemburg aus, wird die Vermietung organisert. Die Stadt Lollar kann die monetären Forderungen nicht stemmen, also bleiben die Fahrgastbelange "auf der Strecke".

Ist im Grunde das gleiche mit der Lumdatalbahn. Die DB Immobilientochter diktiert Forderungen zur Übernahme der Strecke (ab Didier = ca. 9,4 km = 550.000 Eu + Zusatzbemerkungen). Ohne Übernahme kommt keine Reaktivierung zustande. Und die Kommunen im Lumdatal sind halt wirklich "arm dran".
Und obendrein haben die Kommunen so um 1890 schon einmal die Gelände von den ursprünglichen Grundbesitzern kaufen müßen, um sie anschließend der vormaligen großherzoglich-hessischen Eisenbahngesellschaft kraft Nebenbahngesetz von 1884 kostenfrei als öffentlicher Verkehrsweg zur Verfügung zu stellen.
Öffentlicher Verkehrsweg ist die Lumdabahn bis heute, allerdings im Privatbesitz einer juristischen Person, die selbst nicht die Eigenschaft "Eisenbahngesellschaft" (im Sinne des allg. Eisenbahn Gesetz) innehat. Das dürfte die Luxemburger Immobiliengesellschaft auch nicht haben.
Lumdatal Bahn
366
Lumdatal Bahn aus Allendorf (Lumda) schrieb am 10.03.2011 um 14:36 Uhr
http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/kreis-giessen/hungen/10308777.htm

Betr.: Hungen - Beienheim - Friedberg (- Frankfurt)
Peter Herold
24.446
Peter Herold aus Gießen schrieb am 11.03.2011 um 17:46 Uhr
Na dann teilen wir mal den grünen Optimismus
Lumdatal Bahn
366
Lumdatal Bahn aus Allendorf (Lumda) schrieb am 03.10.2013 um 13:31 Uhr
es gibt eine Ergänzung, die hier in diesen Beitrag sinnhaft passt.
Siehe:
http://forum.rail-server.de/viewtopic.php?f=68&t=44642&p=171814#p171814
Peter Herold
24.446
Peter Herold aus Gießen schrieb am 04.10.2013 um 14:07 Uhr
Ich habe mich schon gefragt, warum der Beitrag plötzlich wieder da war?
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Lumdatal Bahn

von:  Lumdatal Bahn

offline
Interessensgebiet: Allendorf (Lumda)
Lumdatal Bahn
366
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
Mit Sonderzug und Schiff entlang an Lahn, Rhein und Mosel
Dichter, Maler und Musiker haben den romantischen Mittelrhein ...
Wanderausstellung "MINT+" zu Gast im Gießener Bahnhof
Gießen Am 13. Juli 2016 fand im DB Reisezentrum des Gießener...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.