Stadion für den FC Gießen oder Hallenbad-Sanierung

Pohlheimer Dezernent Alexander bezieht Stellung zur Neumühle

 

Der Pohlheimer SPD-Vorsitzende und zuständige Dezernent der Stadt, Peter Alexander,  stellt in einer Pressemeldung klar:  Seit mindestens 2023 gibt es zum Unterpachtvertrag für die Sportanlage „An der Neumühle“ zwischen dem FC Gießen und der Stadt Pohlheim unterschiedliche Meinungen über den Umfang des Pachtgegenstandes. Fraglich ist insbesondere, ob der Naturrasenplatz und die Leichtathletik-Anlagen mit der Rundumlaufbahn Bestandteil des Vertrages sind und der FC Gießen nach dessen Meinung per „Exklusiv-Recht“ alle anderen Vereine von einer Nutzung dieser Sportanlagen insofern ausschließen kann.

FC Gießen hat
Pohlheim verklagt

Auf Grundlage seiner Rechtsauslegung zu diesem Vertrag hat der FC Gießen die Stadt Pohlheim verklagt und die Schaffung einer Heimspielstätte für den Verein FC Turabdin-Babylon Pohlheim verhindert. Zur Lösung dieser Rechtsfrage sowie zu den Möglichkeiten einer Sanierung des Naturrasenplatzes und der Rundumlaufbahn ist der Stand der Besprechungen wie folgt: Die Stadt Pohlheim hat dem FC Gießen in der Besprechung vom 09.12.2024 als Lösung angeboten, dass der Naturrasenplatz grundhaft saniert und ggf. zum Kunstrasenplatz umgestaltet werden könnte. Diese Sanierung hätte mit der Errichtung einer erstmaligen Flutlichtanlage für diesen Platz einhergehen sollen. Zusätzlich wäre die Rundumlaufbahn saniert und völlig modernisiert worden. Fördermittel von über 200T Euro hätten realisiert werden können. Die strittigen Verträge hätten einvernehmlich neu gefasst werden sollen.

Der FC Gießen wollte zu diesem Vorschlag bis spätestens bis Mitte Januar 2025 eine Stellungnahme abgeben. Trotz zahlreicher Nachfragen durch die Stadt Pohlheim und von weiteren Teilnehmern an diesem Gespräch hat sich der FC Gießen hierzu bis heute nicht gemeldet. Gesprächsangebote der Stadt Pohlheim im Sommer und Herbst 2025 hat der FC Gießen aus nicht nachvollziehbaren Gründen nicht wahrgenommen.

FC Gießen will in Pohlheim
Regionalliga-Stadion haben

Im Dezember 2025 hat der FC Gießen über Herrn RA Scherer um ein Gespräch gebeten, um seine „Ideen“ für die Zukunft darstellen zu können. Die Stadt Pohlheim hat für das am 13.01.2026 stattgefundene Gespräch gerne zugesagt. Die vorgetragenen „Ideen“ des FC Gießen besagen, dass neben den zwei bestehenden Sportplätzen ein zusätzlicher neuer Kunstrasenplatz hergestellt werden soll. Weiterhin solle eine sehr stattliche Tribüne entlang des Naturrasenplatzes und des neuen Kunstrasenplatzes gebaut werden. Die Baumaßnahmen nach den „Ideen“ des FC Gießen sollen dazu führen, dass für den FC Gießen ein Regionalliga-Taugliches-Stadion geschaffen werden soll.

Die Vorlage einer Grobkostenkostenschätzung und von konkreten Planentwürfen ist der Stadt Pohlheim vom FC Gießen innerhalb von 2-3 Wochen zugesagt worden. Am 27.01.2026 hat die Stadt Pohlheim über Herrn RA Wenisch um Vorlage dieser Unter lagen bis zum 06.02.2026 gebeten. Bis heute hat die Stadt Pohlheim hierauf vom FC Gießen keine Rückmeldung erhalten und schon gar keine Unterlagen.

Es ist daher davon auszugehen, dass ernsthafte Gespräche seitens des FC Gießen doch nicht gewollt sind. Dies wird dadurch unterstrichen, dass Herr RA Scherer für den FC Gießen am 13.01.2026 folgende Bedingung für weitere Gespräche formuliert hatte: Die Stadt Pohlheim müsse in den vom FC Gießen angestrengten Gerichtsverfahren die Rechtspositionen des FC Gießen uneingeschränkt akzeptieren und auf etwaige Rechtsmittel verzichten.

Stellungnahme zu den „Ideen“ des FC Gießen: Die Kosten zur Schaffung eines Regionalliga-Tauglichen-Stadions nach den Vorstellungen des FC Gießen sind auf einen Gesamtbetrag von 5-10 Mio € zu schätzen. Das wirft die Frage auf: Soll den Wünschen des FC Gießen entsprochen werden und damit lieber auf die für Gesamt-Pohlheim wichtige Sanierung des Hallenbades Pohlheim verzichtet werden? Nein! Die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit einen solch hohen Gesamtbetrag in die Wünsche des FC Gießen zu investieren, ist nicht nachvollziehbar und nicht akzeptabel.

Im Übrigen befindet sich die Heimspielstätte der Hessenliga-Mannschaft des FC Gießen mit dem Waldstadion in Gießen. Diese Hessenliga-Mannschaft nutzt die Sportplätze „An der Neumühle“ lediglich vereinzelt zu Trainingseinheiten und Freundschaftsspielen. Soweit der Stadt Pohlheim finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, sind diese in die Sanierung des Hallenbades Pohlheim zu investieren.

Karsten Becker
Ich wohne in Garbenteich, bin Redakteur beim Landwirtschaftlichen Wochenblatt "Hessenbauer", sitze für die SPD im Pohlheimer Stadtparlament und bin Ortsvorsteher in Garbenteich.