Solmsbachtalbahn: Verkehrsverbände werben im Bauausschuss des Lahn-Dill-Kreises für konstruktive Detailprüfung und Vertagung

Vor der anstehenden Sitzung des Ausschusses für Bauen, Bauwirtschaft und Verkehr am kommenden Montag (24. August 2026) plädieren die regionalen Mobilitäts-, Fahrgast- und Umweltverbände für ein sorgfältiges und gemeinsames Vorgehen beim Reaktivierungsprojekt der Solmsbachtalbahn.

In einem sachlich begründeten Schreiben an den Ausschussvorsitzenden regt das Bündnis aus PRO BAHN, Verkehrsclub Deutschland VCD und Pro Bahn & Bus im Deutschen Bahnkundenverband mit Unterstützung des BUND an, den aktuellen Beschluss über das vorläufige „Aus für weitere Planungen“ zu vertagen. Ziel ist es, der Fachöffentlichkeit, dem Fahrgastbeirat des Kreises und der Stadt Wetzlar sowie den Experten vor Ort die Möglichkeit zu geben, sich konstruktiv in die Optimierung der Studienergebnisse einzubringen.<!–more–>

Nachdem der Kreisausschuss am 5. August eine entsprechende Beschlussvorlage zur Kenntnis genommen hat, steht das Thema nun im Bauausschuss zur Beratung an. Da die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie der Fachöffentlichkeit und den etablierten Verbänden bislang nicht zur gemeinsamen Erörterung vorlagen, werben die Verkehrsinitiativen eindringlich für einen transparenten Zwischenschritt. Leider hatte man sich von Seiten des Kreises entschlossen, trotz zahlreicher Nachfragen, die seit über einem Jahr vorliegende Studie weder der breiten Öffentlichkeit noch dem Fahrgastbeirat als offiziellem Fachgremium zur Diskussion vorzulegen. Leider wurde auch die bereits lange für den 18.8.2026 anberaumte konstituierende Fahrgastbeiratssitzung vertagt.

„Wir verstehen dieses Generationenprojekt für den ländlichen Raum des Lahn-Dill-Kreises als Gemeinschaftsaufgabe“, betonen die beteiligten Verbände. „Als verlässliche und fachlich versierte Partner möchten wir dem Kreis und den Gutachtern keineswegs Steine in den Weg legen. Im Gegenteil: Wir bieten unsere Expertise an, um die Studie in einem transparenten Dialog gemeinsam zu analysieren und tragfähige Lösungen für eine nachhaltige Mobilität im Solmsbachtal zu erarbeiten.“

Aus Sicht der Verkehrsexperten liefert die vorliegende Machbarkeitsstudie eine Arbeitsgrundlage. Die Kostengrundlage wurde offenbar großzügig kalkuliert. Das Projekt bewegt sich in einem Grenzbereich knapp unter der entscheidenden Wirtschaftlichkeitsschwelle von 1,0, welche für eine Bundesförderung erforderlich ist. Auch sind die Reaktivierungskosten für eine Strecke von immerhin fast 17 Kilometer Länge im Verhältnis zu Straßenprojekten wie der B49 Hochbrücke sogar schon fast günstig. Wird die Förderschwelle erreicht, sollte der Restbetrag also eigentlich kein Problem sein. Nach der ersten Einsicht in die Studie wird ersichtlich,