Wo jeder Mensch einen Platz findet – Tag der offenen Tür im „KobBi“ der Lebenshilfe Gießen

Die Oldtimerspendenaktion der Lebenshilfe Gießen war unter anderem mit einem schwarzen Cabriolet vertreten.

Gießen – Ein warmer Frühlingstag und ein Haus voller Leben. Am Freitag öffnete das Kompetenzzentrum für berufliche Bildung der Lebenshilfe Gießen (KobBi) in der Siemensstraße 6 seine Türen und zeigte, wie vielfältig die Lebenshilfe ist. Zahlreiche Besucher*innen nutzten die Gelegenheit, das Haus zu erkunden und ins Gespräch zu kommen.

Im Hof zog sofort das schwarze Cabriolet mit rotem Verdeck die Blicke auf sich – es ist Teil der diesjährigen Oldtimerspendenaktion der Lebenshilfe. Teilnehmen kann man noch bis zum 20. Januar 2026, gerne auch online unter www.oldtimerspendenaktion.de. Daneben präsentierten Beschäftigte handgefertigte Produkte: Schmuck, Holzarbeiten, Honig, Steingut und vieles mehr. Manche Erzeugnisse konnten die Gäste auch direkt selbst vor Ort erstellen, etwa Schlüsselanhänger im Werkraum oder selbst gestaltete Blumentöpfe in den Räumlichkeiten der Tagesförderstätte.

An Infoständen im Haus stellten Mitarbeitende der Werkstätten und Abteilungen ihre Arbeitsbereiche vor – von der Metallverarbeitung über Schreinerei und Wäscherei bis zur Forstwirtschaft. Der Tag richtete sich besonders an junge Menschen mit Förderbedarf, die beim Einstieg in die Arbeitswelt oft auf Hürden stoßen, die andere nicht kennen.

Wie Begleitung konkret aussieht, wurde im ersten Stock beim sogenannten hamet-Testverfahren sichtbar. Besucher*innen konnten die Übungen selbst ausprobieren – gefragt waren Geschicklichkeit, Feinmotorik und Geduld. Die Methode gehört zum dreimonatigen Eingangsverfahren, in der Kompetenzen festgestellt und gemeinsam berufliche Perspektiven entwickelt werden. Persönliche Einblicke gab es von Paula (Anm.: Nachname wird auf eigenen Wunsch nicht genannt): Sie berichtete, wie sie über verschiedene Praktika bei der Lebenshilfe schließlich eine Stelle gefunden hat, die zu ihr passt – ein Weg aus mehreren Stationen, den sie nicht allein gegangen ist.

Zum Rahmenprogramm gehörte auch die Vorstellung von Nina Laucht, die mehrfach ausgezeichnete Speedstackerin. Mit beeindruckender Schnelligkeit stapelte sie Becher – und lud Besucher*innen ein, es selbst zu versuchen.

Speedtrackerin Nina Laucht in Aktion.

Wer eine Pause einlegen wollte, fand in der Cafeteria ein vielseitiges Buffet und Gelegenheit für Austausch. Stefan Bolz, Leiter des Berufsbildungsbereichs, führte über den Tag hinweg Schulklassen, Eltern und Gruppen aus dem Betreuten Wohnen durch das Haus. Er war sichtlich stolz auf das Engagement aller Teams. „Unser Motto – bunt, informativ und offen – haben wir absolut getroffen”, sagte er.

Wer mehr Informationen über die Werkstätten und Dienstleistungen der Lebenshilfe erfahren möchte, bekommt in Kürze eine weitere Möglichkeit: Am 8. Mai lädt die Reha-Werkstatt Mitte in Gießen (Erdkauter Weg 13)  von 9 bis 16 Uhr zur Veranstaltung „Werkstatt trifft Wirtschaft” ein – ein Tag der offenen Tür für Firmen, Partner und Kunden. Weitere Informationen auf www.lebenshilfe-giessen.de.

Verschiedene Infostände luden zum Verweilen ein.
Auch für das leibliche Wohl war beim Tag der offenen Tür gesorgt.
Lebenshilfe Gießen
Die Lebenshilfe Gießen e.V. ist ein gemeinnütziges Unternehmen und begleitet über 3000 Menschen mit und ohne Behinderung in ein selbstbestimmtes Leben.