Elektromobilität im Landkreis Gießen: Herausforderungen und Fortschritte

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Ladestation beim Backhaus am Anger in Großen-Buseck

Die Elektromobilität hat auch den ländlichen Raum erreicht, und die Zulassungszahlen sowie die allgemeinen Zuwächse sind erfreulich.

Im ländlichen Bereich sind vermehrt Photovoltaikanlagen installiert, und die Besitzer haben sich folglich auch Elektrofahrzeuge zugelegt, um diese mit selbst erzeugtem Strom zu betreiben. Diese ressourcenschonende und kostengünstige Maßnahme trägt zur CO2-Neutralität und zukunftsweisenden Mobilität bei.

Die Elektromobilität ist ein wichtiger Baustein für die Mobilität der Bürgerinnen und Bürger. Neben der Elektromobilität wird sich in den nächsten Jahren voraussichtlich auch Wasserstoff als umweltschonende Alternative etablieren.

Allerdings ist die flächendeckende Wasserstoffversorgung noch nicht gegeben.

Für die Erzeugung eines Kilogramms Wasserstoff sind etwa 50 kW Strom erforderlich. Im Vergleich dazu kann ein Elektroauto je nach Ausstattung mit 50 kW Strom etwa 300 bis 400 Kilometer fahren.

Aus diesen Gründen wird die Elektromobilität vermutlich noch über mehrere Jahrzehnte die bevorzugte Variante sein.

Aktuelle Zulassungszahlen im Landkreis Gießen zeigen jedoch einen rückläufigen Trend. Die Abschaffung der Bundesprämie für Elektroautos führte zu einem Rückgang der Neuzulassungen.

Dennoch bieten viele Hersteller attraktive Rabatte, um den Wegfall der Prämie auszugleichen.

Eine Herausforderung besteht in der Ladeinfrastruktur. In den Kommunen Rabenau und Allendorf Lumda fehlen öffentliche Ladestationen für Elektroautos, was für Einwohner, die auf öffentliche Ladepunkte angewiesen sind, problematisch ist.

Um die Elektromobilität weiter voranzutreiben, ist der Ausbau der Ladeinfrastruktur unerlässlich. Eine Studie aus dem Jahr 2022 prognostizierte für 2026 einen Bedarf von 142 Ladepunkten im Landkreis, basierend auf einem erwarteten Bestand von 50.000 E-Fahrzeugen. Die tatsächliche Entwicklung hinkt jedoch hinterher.

Im Landkreis Gießen gibt es bereits vorbildliche Maßnahmen. Auf dem Gelände der Kreisverwaltung am Riversplatz wurde eine weitere öffentliche Ladesäule für Elektrofahrzeuge errichtet. Diese Kooperation mit den Stadtwerken Gießen bietet zwei Lademöglichkeiten und ist barrierefrei zugänglich. Zusätzlich wurde ein Behindertenparkplatz angelegt, um Menschen mit körperlicher Einschränkung eine barrierefreie Lademöglichkeit zu bieten. Insgesamt stehen nun sechs öffentliche Ladepunkte zur Verfügung.

Der Landkreis plant weitere E-Ladesäulen, unter anderem für die Zulassungsstelle im Gießener Bachweg und an Schulliegenschaften.

Das Ziel ist eine flächendeckende Infrastruktur, um Elektromobilität zu fördern und den ländlichen Raum nachhaltig zu gestalten.