Basketball-Bundeliga: BC Marburg mit starker erster Halbzeit gegen Alba Berlin

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Paige Bradley war bei ihrem Comeback für den BC Pharmaserv Marburg nach dreieinhalb Jahren mit 14 Punkten die Topscorerin ihres Teams. Foto: Laackman/PSL

Wieder nix

Toyota 1. Damen Basketball Bundesliga,
LBS-Spieltag:
BC Pharmaserv Marburg – Alba Berlin 65:77 (42:33).

Der Spielbericht wird präsentiert von der LBS, der Bausparkasse der Sparkassen.

Der BC Pharmaserv Marburg begeht den Jahreswechsel ohne Heimsieg in der Saison 2022/23. Im – einschließlich Pokalwettbewerb – siebten Versuch nahm erneut der Gast die Punkte mit, diesmal Alba Berlin (Bilanz 6:3). Die Hessinnen (1:8) bleiben Tabellenschlusslicht. Allerdings trennt sie nur ein Sieg von Platz 10 und zwei Siege von Platz 9.

Marburgs erfolgreichste Punktsammlerin war Rückkehrerin Paige Bradley (14 Punkte), die auch zur „validAID Spielerin des Tages“ gewählt wurde. Vor der Partie wurde Patrick Unger vom BC für sein 200. Bundesliga-Spiel als Cheftrainer geehrt, das vor einer Woche gegen Freiburg.

Gelungenes Comeback

Das hat Spaß gemacht. In der ersten Halbzeit. Hatte sich das Pharmaserv-Team in dieser Spielzeit vor allem in den Anfangsminuten schwerg- und Siegchancen vertan, präsentierte es sich diesmal von Beginn an hellwach.

Im allerersten Pflichtspiel-Duell mit Alba Berlin zeigte Hessens einziger Erstligist alles, was das Fan-Herz begehrt. Und das Punktekonto. Energie, Aggressivität, Spielwitz, Übersicht. Nach 3:55 Minuten kehrte Paige Bradley für den BC aufs Parkett zurück – nach 3 Jahren und 234 Tagen – und führte sich gleich mit einem Ballgewinn gut ein.

Plus 11 nach 21 Minuten

In der 14. Minute traf sie erstmals bei ihrem Comeback, per Dreier zum 22:25 mit Ablauf der 24-Sekunden. Bradleys letzter Treffer für den BC zuvor, am 27.04.2019, war ebenfalls ein Dreier gewesen.

Ein 10:0-Lauf bis zur Halbzeitpause (42:33) sorgte beim treuen und leidensfähigen Marburger Publikum für gute Stimmung am LBS-Spieltag. Tonisha Bakers 44:33 kurz nach Wiederbeginn nährte die Hoffnung, dass es endlich klappen könnte mit dem zweiten Saisonsieg.

0:11-Lauf beendet Hoffnungen

Doch nun drehte beim starken Aufsteiger aus der Hauptstadt Margaret Mulligan auf, erzielte im dritten Viertel 10 ihrer 24 Punkte – mehr als alle Marburgerinnen zusammen (8). Und die Gäste holten 14 Offensivrebounds, der BC genau so viele defensive Abpraller. Die Aufholjagd der Berlinerinnen kosteten Marburg zwei Auszeiten.

Bis zum 58:63 (4:56 Minuten vor Schluss) blieben die Lahnstädterinnen dran. Doch eine 11-Punkte-Serie der Gäste machten alle Bemühungen, den BC-Fans am Vorabend des vierten Advents den ersten Heimsieg zu schenken, zunichte. Berlin erzielte allein im letzten Viertel 24 Punkte – mehr als das Pharmaserv-Team in der kompletten zweiten Halbzeit (8+15=23).

Bildergalerie (Stefan Tschersich)

Für den stehen vor dem Jahreswechsel noch zwei Partien an: Schon am Donnerstag in Osnabrück (Bilanz 4:5) und am Tag vor Silvester beim Tabellenführer Rheinland Lions.

 

 

Marburgs Cheftrainer Patrick Unger (Mitte) wurde durch BC-Präsident Oliver Pohland (links) und BC-Vize Stefan Gnau für sein 200. Bundesliga-Spiel geehrt, das er am vergangenen Spieltag gecoacht hatte. Foto: Ulrich Semler

Patrick Unger (Trainer Marburg):
„In der ersten Halbzeit war bei uns das Tempo hoch, alle haben mit Aggressivität gespielt. Wir waren in den Minuten stark, in denen wir zusammen als Team gespielt haben. Aber wir haben in der zweiten Halbzeit aufgehört, mannschaftsdienlich zu spielen. Dazu gehört nicht, dass wir nicht attackieren, denn das haben wir dann so verstanden, als ich das angesagt habe. Sondern dazu gehört vor allem, dass wir uns ohne Ball bewegen und dann diejenige, die frei ist, auch anspielen. Wir haben uns das Leben selber schwer gemacht, weil wir nicht mehr die leichten Dinge gemacht haben, sondern die schweren. Und wir sind hinten komplett auseinandergefallen, das lag an mentalen Dingen, vielleicht auch an gesundheitlichen. Heute kann man der Mannschaft nichts vorwerfen, was die kämpferische Leistung angeht, das war gut. Aber wir haben das Spiel selber verloren durch Turnovers, Pass an den Kopf beim Einwurf, Misskommunikation, Schrittfehler. Bei den Rebounds waren wir bis ins dritte Viertel noch gut dabei [20:27 nach 30 Minuten], haben dann aber gar keinen Zugriff mehr bekommen. Stattdessen hat Alba fast jede zweite Chance bekommen, die sie wollten, weil wir einfach aufgehört haben, zu verteidigen [24:38 Rebounds gesamt].“

 

Statistik:

Viertel: 14:16, 28:17, 8:20, 15:24.

Marburg: T.Baker 7 Punkte / 1 Dreier (4 Assists), M.Bertholdt 13 (8 Rebounds), P.Bradley 14/2 (3 Steals), R.Clet 8 (5 Reb.), L.Dziuba 2, E.Fokke 10, F.Lukow (n.e.), I.Pagán 4 (3 St.), T.Simon 3/1, M.Vargas, V.Varis 4, J.Weyell (n.e.).

Berlin: H.Feldrappe 10 (10 Reb.), L.Gohlisch 5, S.Grigoleit 10 (5 Reb.), H.Höfermann 4 (5 Ass.), L.Kreyenfeld 6 (3 St.), M.Mulligan 24 (5 Reb.), L.Reuß (n.e.), N.Rosemeyer 9/1, W.Schwartau (n.e.), T.Stammberger 5 (6 Reb., 3 Ass.), D.Thomas 4 (5 Reb., 4 Ass.), C.Wilke (n.e.).

SR: H.Senkesen, H.Lohmüller. Z: 550.

 

Fun Facts: 400. Marburger Bundesliga-Heimspiel seit dem Wiederaufstieg 1992 (Bilanz: 251:148, 1 Unentschieden). / Marburg erzielt zum ersten Mal in dieser Saison in der Liga 42 Punkte und gewinnt erst zum zweiten Mal in dieser Bundesliga-Saison die erste Halbzeit (zuletzt 19.11.2022; 35:30; in Herne; 70:52-Sieg). / +11 ist das beste zweite Viertel in der GGH seit 24.01.2021 (+17; 28:11; 64:61-Sieg gegen Heidelberg).

Fail Facts: 23 erzielte Punkte in der zweiten Halbzeit sind für Marburg die wenigsten in einem Heimspiel seit 24.01.2021 (20; 64:61-Sieg gegen Heidelberg). / -21 ist Marburgs schwächste zweite Halbzeit seit 09.02.2020 (-22; 24:46; 68:88-Niederlage daheim gegen Wasserburg).

(von Marcus Richter)

 

Nächste Spiele:
Donnerstag, 22.12.2022, 19.30 Uhr, 1. Liga: auswärts bei Giro-Live-Panthers Osnabrück
Freitag, 30.12.2022, 20.00 Uhr, 1. Liga: auswärts bei Rheinland Lions
Samstag, 07.01.2023, 15.30 Uhr, 2. Liga: daheim gegen BBZ Opladen
Samstag, 07.01.2023, 19.00 Uhr, 1. Liga: daheim gegen TK Hannover Luchse.

Spielplan 1. und 2. Liga.

Tickets.

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