Stammtischgespräch in Reiskirchen über die Umstände beim Glücksspiel in NRW

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Es ist wohl ein ewiges Katz-und-Maus-Spiel: der Kampf gegen das unerwünschte und illegale Glücksspiel. Kaum heben die Ordnungshüter einen gesetzeswidrigen Glücksspieltempel aus, sprießen schon wieder neue aus dem Boden. Das zeigt vor allem die polizeiliche Kriminalstatistik aus dem Raum NRW, die für das Jahr 2021 einen Zuwachs von 295 Prozent beim illegalen Glücksspiel aufweist. Doch was steckt genau dahinter? Und vor allem: Welche Möglichkeiten für ehrliche Zocker gibt es, sich davor zu schützen?

217 illegale Spielstätten in 45 Kommunen im Jahr 2021

Laut der polizeilichen Kriminalstatistik wurden allein im Jahr 2021 in insgesamt 45 Kommunen in Nordrhein-Westfalen Verstöße gegen das Glücksspielgesetz festgestellt. Insgesamt fanden die Ermittler 217 Spielstätten, die sie als illegal einstuften. Das liegt zum einen an der Anzahl der Automaten, die sie an Ort und Stelle vorgefunden haben und zum anderen an der Art dieser Slots.

Denn dabei handelte es sich in vielen Fällen um sogenannte Fun-Games-Automaten. Bei dieser Art von Spielen können die Zocker virtuelle Punkte erspielen und sie im Anschluss daran gegen Sachpreise oder Bargeld eintauschen. Allerdings ist dafür zu Beginn des Spiels auch ein entsprechender Einsatz von Echtgeld erforderlich.

Das Fatale an diesen Automaten sind die möglichen hohen Einsätze und die schnelle Spielfrequenz. Deshalb wurden sie von Glücksspiel-Experten als sehr spielsuchtgefährdend eingeschätzt und sind in NRW bereits seit dem Jahr 2006 verboten. Lange Zeit hielten sich auch fast alle Anbieter an dieses Verbot, doch in jüngerer Zeit kommt es wieder zu einem vermehrten Auftreten dieser illegalen Glücksspiel-Automaten.

Auch im Online-Casino gibt es Slots mit hoher Suchtgefahr

Viele Spieler wollen damit nichts zu tun haben und weichen deshalb immer öfter auf Online-Casinos aus. Doch auch dort ist grundsätzlich Vorsicht geboten. Denn nicht alle Anbieter sind gleichermaßen seriös. Da kann es schon vorkommen, dass das eingezahlte Geld für immer verschwunden ist.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, findet unter anderem bei onlinecasinosdeutschland.de eine Auswahl seriöser Online-Casinos mit Paysafecard. Denn diese Zahlungsmethode gehört zu den marktführenden Prepaid-Zahlungsmethoden und hat sich in den letzten Jahren als eine der beliebtesten Zahlungsmittel in den Online-Casinos etabliert. Zu den besten Paysafecard Casino-Anbietern gehören unter anderem Vegadream Casino, Sugar Casino sowie LocoWin.

Nicht nur „echte“ Fun-Games-Automaten, sondern auch viele Slots im Online-Casino sorgen für eine hohe Suchtgefahr. Bildung ist immer ein wichtiger Erfolgsfaktor, vor allem aber beim Glücksspiel. Jene, die zum ersten Mal ein Online-Casino besuchen, sollten sich deshalb genau überlegen, an welchen Spielen sie teilnehmen möchten und dazu auch jeweils die Spielregeln genau studieren. Bei den Automaten-Slots ist es beispielsweise wichtig zu wissen, welche Linienkombinationen zu welchen Gewinnen führen und wann ein Jackpot zur Auszahlung kommt.

Auskunft über die generelle Gewinnwahrscheinlichkeit gibt der sogenannte RTP (Return To Player). Oftmals wird diese Kennzahl auch als Auszahlungsquote bezeichnet. Dabei handelt es sich um jenen prozentuellen Anteil, den ein Online-Casino durchschnittlich an seine Spieler ausschüttet. Als seriös gelten Werte ab etwa 96 Prozent. Das bedeutet: Von 100 gespielten Euros gehen 96 zurück an die Spieler, vier Euro behält sich der Anbieter zur Deckung seiner laufenden Kosten und als Gewinnmarge.

Paradox: Die erschreckenden Zahlen sind auch eine Erfolgsnachricht

Auf den ersten Blick lässt einen der Anstieg der Fälle in NRW erschaudern. Laut dem Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen Herbert Reul ist es jedoch auch ein Nachweis der hartnäckigen Arbeit der Ermittler. Denn je mehr kontrolliert wird, desto mehr illegale Betreiber von Automaten können auch erwischt werden.

Laut Reul gibt es genau dieses Mehr an Kontrolle. Denn er gibt gegenüber der Rheinischen Post an, dass verstärkt Durchsuchungen in Privatwohnungen, Vereinen, Gaststätten und anderen Räumen stattfinden, an denen sowohl die Polizei als auch Vertreter der Ordnungsämter beteiligt sind.

Anders ausgedrückt: Der Anstieg war bereits in den letzten Jahren da, doch jetzt sagen ihm die Ordnungshüter endlich den Kampf an. Eine andere Feldstudie zeigt, dass sich das Problem nicht nur auf das Bundesland NRW beschränkt. Denn sie zeigt einen bundesweiten Vormarsch des illegalen Glücksspiels. Insgesamt sind in der Studie weit über tausend offiziell beanstandete illegale Betriebe ausgewiesen. Die Dunkelziffer dürfte jedoch noch wesentlich höher sein.

Die Richtung stimmt jedenfalls in NRW, denn die polizeiliche Kriminalstatistik zeigt eine hohe Aufklärungsquote bei illegalem Glücksspiel. Die Glücksspielstraftaten nach den Paragrafen 284 bis 287 des Strafgesetzbuches konnten im Jahr 2021 zu 93,87 Prozent aufgeklärt werden. Bei unerlaubten Veranstaltungen im Zusammenhang mit Glücksspiel lag die Quote bei 90,42 Prozent. Bei der Beteiligung an unerlaubtem Glücksspiel bei 97,67 Prozent. Zum Vergleich: Insgesamt liegt die Aufklärungsquote in der entsprechenden Statistik bei 53,6 Prozent.

Auch die Deutsche Automatenwirtschaft (DAW) verurteilt das illegale Glücksspiel

Die Deutsche Automatenwirtschaft (DAW) gilt als Garant für ein reguliertes Glücksspiel in Deutschland. Deshalb hat sie auch zu den illegalen Glücksspielstätten eine klare Position. Laut dem Sprecher des Vorstands, Georg Stecker, ist es dem Dachverband von über 2.100 mittelständische Unternehmen mit insgesamt 70.000 Beschäftigen ein Dorn im Auge, weil Glücksspiel ein sensibles Produkt ist.

Er hält die Dimension des illegalen Marktes für erschreckend. Vor allem, weil in den Hinterzimmern kein Spieler- und Jugendschutz existiert. Laut Stecker braucht es vor allem einen gestärkten Vollzug und ein attraktives legales Angebot, um den Schwarzmarkt erfolgreich zu bekämpfen.

Laut Jürgen Trümper, der unlängst eine entsprechende Feldstudie zur Situation des illegalen terrestrischen Glücksspiels in Deutschland veröffentlicht hat, ist eine der Ursachen für die Renaissance illegaler Spielgeräte unter anderem die organisierte Clankriminalität.

Seit dem Jahr 2018 geht der Bundeslagebericht “Organisierte Kriminalität” des Bundeskriminalamts explizit auf Clan-Kriminalität ein und unterscheidet darin die Vergehen von anderen Formen des organisierten Verbrechens. Familienclans wie die Abou-Chaker, die Remmo oder die Miri stehen dabei nicht nur in Verdacht, Geldwäsche sowie Drogen- und Waffenhandel zu betreiben, sondern werden auch immer öfter in Zusammenhang mit dem illegalen Glücksspiel genannt.

Herbert Reul stellt auch hier klar, dass er den kriminellen Clans in NRW keine ruhige Minute lassen wird. Denn aus seiner Sicht lässt sich diese Form der Kriminalität nur mit einem langen Atem langfristig in die Knie zwingen.