Pilgern auf den Wegen eines Pfarrers im Laufe von 60 Jahren

„Zwischen Alter Universität und Biegenstraße“

Auf der vierten Etappe der „Erinnerungen – Wege eines Pfarrers im Laufe von 60 Jahren“ starteten 20 Interessierte gemeinsam mit Pfarrer Norbert Heide am Bahnhof in Marburg, um die Wege während seines Studiums von 1986 bis 1992 in Marburg zu erkunden.
Zunächst ging es auf Waldwegen stetig bergauf zum Kaiser-Wilhelm-Turm (auch Spiegellustturm genannt), einem Aussichtsturm auf den Lahnbergen. Er wurde von 1887 bis 1890 erbaut und ist 36 m hoch. Von hier hat man einen herrlichen Blick auf Marburg mit der Elisabethkirche und das Schloss.
Anlässlich des „Tag des Baumes“ machte Norbert Heide Ausführungen zum Baum, der gefällt werden soll. Er hat tiefe Wurzeln in der Erde und wächst hoch hinaus zum Licht. Er trotzt Hitze und Sturm, hat viele Kinder glücklich gemacht, die auf ihn klettern konnten, spendete Schatten und gab Nistplätze für Vögel. Manche sind traurig, wenn er weg ist, andere freuen sich. Eine andere Geschichte war es beim König Joram: Als er starb trauerte niemand um ihn. Wie wird es wohl bei uns sein, wenn wir nicht mehr da sind, wird uns jemand vermissen und trauern oder froh sein, dass wir weg sind?

Abwärts ging es dann bei herrlichem Frühlingswetter auf mit Blättern bedeckten Wegen. An der Lahn entlang erreichte man die Elisabethkirche, die älteste gotische Hallenkirche Deutschlands. An der Universitätsbibliothek vorbei kam man zum idyllischen Alten Botanischen Garten der Universität Marburg. Hier beginnt der Grimm-Dich-Pfad mit einem auf dem Teich schwimmenden Butt aus dem Märchen „Vom Fischer und seiner Frau“.

Die Universitätskirche in Marburg stammt aus dem Jahr 1291, eine frühgotische Hallenkirche, als Klosterkirche der Dominikaner erbaut und genutzt, bis sie im 16. Jahrhundert mit der gesamten Klosteranlage an die Philipps-Universität übereignet wurde. An die Kirche grenzt das alte Universitätsgebäude mit einer wunderschönen Aula und einem Karzer. Hier erzählte Norbert Heide von einer Tante, die gegenüber der Alten Universität ein Haus hatte und ihm bedauerlicherweise kein Zimmer zur Verfügung stellte, da sie nicht an Studenten vermietete. Erst als sie erfuhr, dass er Theologie studierte, sagte sie, wenn ich das gewusst hätte, hättest du doch hier wohnen können.
Über den Marktplatz am Rathaus vorbei mit Blick auf die Spuren des tapferen Schneiderleins, der sieben Fliegen auf einen Streich erschlagen hatte, führte der Weg durch die Einkaufsstraße in Richtung Bahnhof. An einer Mauer beobachten die Geißlein und der Wolf das Geschehen in der Stadt.
In einem Impuls von Norbert Heide ging es noch um Vergangenheit und Zukunft. Wer nur in der Vergangenheit lebt, kommt nicht voran. Wir sollten im heute leben, in der Zukunft, nicht auf die Fehler von gestern schauen. Jeder lebt von einem Neuanfang.

Am Samstag, 30. Mai 2026 führen die Wege durch Fulda   unter dem Motto „Die ehrwürdige Domfakultät von Fulda“ (ca. 8 km). Treffpunkt 8.00 Uhr Bahnhof Grünberg (Zugfahrt) oder 9.30 Uhr Bahnhof Fulda. Nähere Informationen bei Pfarrer Norbert Heide, Tel. 0173/9807029.