Telefonaktionstag der Beratungsstellen am Mittwoch, den 09.09.2026
Am 21. September ist Welt-Alzheimertag. Unter dem Motto „Demenz – (k)eine Frage des Alters“ soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass Demenzerkrankungen auch im jüngeren Lebensalter auftreten können.
Schätzungen zufolge sind derzeit in Deutschland 1,8 Millionen Menschen an der Alzheimer-Erkrankung oder einem anderen Demenztyp erkrankt. Jedes Jahr kommen ca. 400.000 Neuerkrankungen hinzu. Für das Jahr 2050 werden etwa 2,5 Millionen Personen mit Demenz in Deutschland erwartet. (Quelle: Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.)
Der Pflegestützpunkt im Landkreis Gießen und die Beratungs- und Koordinierungsstelle für ältere und pflegebedürftige Menschen in Stadt und Landkreis Gießen (BeKo) nehmen den Welt-Alzheimertag zum Anlass für einen Telefonaktionstag. Die Expertinnen und Experten der beiden Beratungsstellen stehen interessierten Bürgerinnen und Bürger am Mittwoch, den 09. September von 9 – 14 Uhr telefonisch zu allen Fragen rund um die Themen Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung zur Verfügung.
Nils Freitag, Pflegeberater im Pflegestützpunkt Gießen, erläutert: „An Demenz erkrankte Personen sind im Verlauf ihrer Krankheit regelmäßig irgendwann nicht mehr in der Lage, wichtige Angelegenheiten selbständig zu regeln und bedeutsame Entscheidungen zu treffen. Eine Vertretungsperson muss dann vielleicht entscheiden, ob in lebenserhaltende Maßnahmen wie eine künstliche Ernährung eingewilligt wird. Gegebenenfalls muss bei der Pflegekasse ein Antrag auf Leistungen gestellt und ein Pflegedienst beauftragt werden. Rechnungen müssen bezahlt, behördliche Angelegenheiten und Bankgeschäfte erledigt, Verträge abgeschlossen oder gekündigt werden. Mit einer Vorsorgevollmacht oder einer Betreuungsverfügung und gegebenenfalls einer Patientenverfügung kann man dafür Sorge tragen, dass in solch einem Fall wichtige Angelegenheiten durch eine selbst gewählte Vertrauensperson nach den eigenen Wünschen geregelt werden.“
Nuray Aslan-Lechner, Beraterin der BeKo ergänzt: „Bereits junge Menschen können, z.B. infolge eines Unfalles, darauf angewiesen sein, dass jemand für sie handeln und entscheiden kann. Sobald man das 18. Lebensjahr erreicht hat, dürfen auch die eigenen Eltern nicht ohne Vollmacht oder Gerichtsbeschluss vertretend tätig werden. Nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Angehörigen ist es daher entlastend und ein gutes Gefühl, wenn Vorsorge getroffen wurde. Mit etwas Rat und Unterstützung ist das gar nicht so schwer. In der BeKo und im Pflegestützpunkt erhalten Ratsuchende Orientierung, Tipps und Antworten zu diesem wichtigen Thema.“
Der Pflegestützpunkt und die Beratungs- und Koordinierungsstelle für ältere und pflegebedürftige Menschen in Stadt und Landkreis Gießen (BeKo) sind seit vielen Jahren zentrale und erste Anlaufstellen zum Thema Pflege. Pflegebedürftige, Hilfsbedürftige und ihre Angehörigen erhalten umfangreiche Informationen, Beratung und Hilfestellung zum Thema Alltagsbewältigung, zur wohnortnahen Versorgung und Betreuung sowie zur Inanspruchnahme von Leistungen.
Sie erreichen die beiden Beratungsstellen zu den üblichen Bürozeiten unter 0641 97 900 90 (BeKo) und 0641 480 117 20 (Pflegestützpunkt). Zu den offenen Sprechzeiten Dienstag 9:00 – 12:00 Uhr und Mittwoch 13:00 – 16:00 Uhr kann man ohne Termin in der Kleinen Mühlgasse 8 in Gießen vorbeikommen. Die Beratung ist kostenlos und vertraulich.





