Pilgern auf den Wegen eines Pfarrers im Laufe von 60 Jahren

„Das Schloss in Herborn“

Aussichtsturm Dillblick

Auf der achten Etappe der „Erinnerungen – Wege eines Pfarrers im Laufe von 60 Jahren“ starteten 16 Interessierte gemeinsam mit Pfarrer Norbert Heide am Bahnhof in Herborn, um die Zeit, die er am Theologischen Seminar während seiner Ausbildung verbrachte, Revue passieren zu lassen.

Erste Anlaufstelle war die Evangelische Pfarrkirche. Die um 1200 erbaute mittelalterliche Kirche in der Altstadt konnte wegen Renovierungsarbeiten leider nicht besichtigt werden. Von hier aus konnte man schon einen Blick auf das im 13. Jahrhundert erbaute Schloss erhaschen, in dem sich seit 1881 das Theologische Seminar befindet. Seitdem werden hier kontinuierlich Pfarrer ausgebildet. Seit 1947 ist das Herborner Schloss im Besitz der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Das Seminar ist zuständig für die kirchliche Studienbegleitung in der ersten Phase an den Universitäten und die zweite Ausbildungsphase. Während der Prüfungen wurden die Pfarrerinnen und Pfarrer in Ausbildung hier mit gutem Essen verwöhnt.

Schloss Herborn mit Theologischem Seminar

Die Bibliothek des Theologischen Seminars ist eine theologisch-wissenschaftliche Spezialbibliothek und stellt die benötigte Literatur für die Ausbildung der angehenden Pfarrerinnen und Pfarrer zur Verfügung. Besondere Schätze bietet die Alte Bibliothek und die Bestände aus dem Sondersammelgebiet Hessen-Nassau. Die Alte Bibliothek umfasst etwa 3660 Bände mit knapp 8000 Titeln aus der Zeit der ehemaligen Herborner Hohen Schule. Neben einigen Handschriften finden sich viele Druckwerke aus dem 16. und 17. Jahrhundert: in seiner Geschlossenheit ein einmaliges Zeugnis reformierter Theologie und ein kostbares Juwel frühneuzeitlicher Buchkunst.

 

Weiter führte der Weg zum Dillblick, einem 17 m hohen Aussichtsturm mit der Aussichtsplattform in 14 m Höhe, die man über 80 Stufen erreichen kann. Die Eröffnung fand nach dreimonatiger Bauzeit am 20. Dezember 2015 statt. Seitdem thront er als neues Wahrzeichen von Herborn am Dollenberg. Von hier oben hat man einen wunderbaren Blick über ganz Herborn, die Burg Greifenstein bis hoch nach Hörbach. Er steht in der Nähe des Wildgeheges, das mitten im Stadtwald von Herborn eine perfekte Kombination aus Tierbeobachtung von heimischen Wildtieren, ruhigen Spazierwegen und viel Platz zum Durchatmen bietet.

Im Hof des Theologischen Seminars gab Pfarrer Heide einen kurzen Impuls. Was ändert sich an der Grenze. Es sind Kleinigkeiten, die Sprache, Schilder und gedachte Linien in den Köpfen. Bei Apostel Paulus zählt der Mensch und nicht die Grenzen.

Anschließend gab es noch einen Rundgang durch die historische Fachwerkstadt über den Kornmarkt, den Marktplatz mit dem historischen Rathaus, am Hexenturm und an der Hohen Schule vorbei. Die Hohe Schule Herborn war eine universitätsähnliche deutsche Hochschule, die von 1584 bis 1817 bestand. Die Theologische Fakultät der Hochschule existiert im „Theologischen Seminar der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau“ in veränderter Form weiter.

Nach 8 km war die Pilgertour bei herrlichem Herbstwetter am Bahnhof beendet.

Am Samstag, 31. Oktober 2026 führen die Wege zur „doppelten Zwiebelturmhaube“ auf Wegen rund um Ober- und Nieder-Mockstadt (ca. 12 km). Treffpunkt 8.30 Uhr Schwedendorf Grünberg oder 9.15 Uhr in Nieder-Mockstadt/Goldbachhalle.

Nähere Informationen bei Pfarrer Norbert Heide, Tel. 0173/9807029.