ADFC: Fahrradparken hat sich an Rathäusern verbessert

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Vorbildlich: Die Stadt Staufenberg bietet am Rathaus überdachte Fahrradstellplätze.

Vor wenigen Tagen startete das Stadtradeln im Gießener Land. Doch wie fahrradfreundlich sind die Kommunen aufgestellt? Der ADFC Gießen hat die Situation an den Rathäusern unter die Lupe genommen.

Pedelecs und E-Bikes liegen seit einigen Jahren voll im Trend. Nicht nur in hügeligen Kommunen wie in Biebertal, Langgöns oder Rabenau sind immer mehr Radfahrende mit Elektrounterstützung unterwegs. Wichtig ist dann, dass das wertvolle Fahrrad auch sicher abgestellt werden kann.
Dies hat vor vier Jahren auch der Landkreis erkannt und die Abstellanlagen vor den Rathäusern in seinem Radverkehrskonzept untersucht. Das Ergebnis war ernüchternd, denn nur an 7 der 18 Rathäuser konnte man sein Fahrrad rahmenfest an einem guten Fahrradständer anschließen. Anfang dieses Jahres hat der ADFC Gießen erneut hingeschaut und festgestellt, dass sich die Situation deutlich verbessert hat: Inzwischen bieten 15 der 18 Rathäuser rahmenfestes Fahrradparken an. Nur in Laubach, Rabenau und Reiskirchen gibt es weiterhin nur ungeeignete Vorderradhalter, die von Radfahrenden oft als „Felgenkiller“ bezeichnet werden, weil sie weder Diebstahlschutz noch sicheren Stand bieten und es schnell zu einer verbogenen Fahrradfelge kommen kann, wenn das Rad seitlich verkippt wird.
Doch wenn man Beschäftigte und Besucher der Kommunalverwaltung für das Radfahren begeistern will, dann ist nach Ansicht des ADFC sicheres Abschließen der Räder nicht ausreichend. Es brauche auch Überdachungen, denn die Räder der Beschäftigten stehen für viele Stunden und leiden unter Regen. Und wer will schon bei der Heimfahrt auf einen nassen Sattel steigen? Der ADFC lobt daher Gießen, Langgöns, Pohlheim und Staufenberg, denn sie bieten an den Rathäusern auch überdachte Fahrradstellplätze. In Gießen sind diese allerdings auf der Rückseite des Rathauses versteckt und laut Beschilderung nur für Mitarbeitende. In Pohlheim, Staufenberg und Langgöns sind die überdachten Stellplätze hingegen direkt vor dem Haupteingang gut zu erreichen und können von allen genutzt werden. Die Stadt Gießen bietet einen besonderen Service an: Nicht nur die Diensträder, sondern auch die Räder der Beschäftigten stehen in einem zugangsgeschützten Abstellbereich, so dass die Räder auch sicher vor Vandalismus sind.
Der ADFC ruft die Kommunalpolitik von Laubach, Rabenau und Reiskirchen auf, möglichst bald nachzuziehen und ebenfalls sichere Abstellplätze anzubieten.
Insgesamt ist der ADFC mit den Verbesserungen an den Rathäusern sehr zufrieden. Doch Handlungsbedarf besteht in allen Kommunen, denn an vielen Sportstätten, Kindergärten, Feuerwehr- und Dorfgemeinschaftshäusern fehlen sichere Fahrradabstellplätze, obwohl sich diese Maßnahme schnell und kostengünstig umsetzen lässt.