Regionale Spielhallen in Giessen vor dem Aus?

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Noch sind sie zu finden – die Casinos und Spielhallen in der Bahnhofstraße, in der Rodheimer Straße, im Oberlachweg, im Flutgraben, in der Rheinfelser Straße, in der Marburger Straße und im City-Center. Diese Rede ist von Casinos und Spielhallen, die (noch) im Stadtbild zu sehen sind. Glücksspiel-Experten jedoch prognostizieren den Angeboten vor Ort eine düstere Zukunft. Ihre Einschätzung lautet: Lokale Spielhallen haben viele Probleme, nicht so ihre Online-Pendants, also beispielsweise Online-Casinos wie besteonlinecasinos.com/de/. Ob es sich dabei um den altbekannten Online-Effekt handelt, will der folgende Beitrag zeigen.

Seit der Pandemie boomt das Online-Angebot stärker denn je

Diese Tatsache, die vielleicht ein Stück weit auch daraus resultiert, dass während der Pandemie einige Produkte im stationären Handel nicht mehr verfügbar waren, lässt sich anhand von Zahlen valide festmachen. Mit einem Satz ist der Online-Umsatz im Jahr 2020, also im ersten Coronajahr, um 23 Prozent gewachsen. Vor allem die Elektrobranche aber auch die Garten- und Heimwerker-Branche waren die mitunter stärksten Wachstumsbranchen in der Pandemie, denn: Technik wurde benötigt, um Homeschooling und Homeoffice Seite an Seite umzusetzen. Und da es an Freizeitoptionen fehlte, wurden Do-it-yourself-Projekte im Garten oder anderorts umgesetzt. Click-and-Collect-Angebote erfreuten sich großer Beliebtheit und auch Livestream-Shopping boomte (Quelle: einzelhandel.de).

Lebensmittel, Konsumgüter und Waren aus dem Einzelhandel verbuchten pandemiebedingt satte Umsätze. Die Gründe hierfür waren durchaus vielfältiger Natur, denn während einige Geschäfte schlichtweg nicht öffnen durften, waren andere Waren im stationären Handel vergriffen, Lieferketten unterbrochen. Hinzu kam die Angst einiger Verbraucher, die Angst vor einer Infektion. Und das Online-Glücksspiel? Das ließe sich vielleicht bei den 15,2 Prozent verorten, auf dem das Label Freizeit und Hobby klebt. Im ersten Coronajahr wurden hier Umsätze von 11,1 Milliarden Euro erwirtschaftet. Weitere Details gibt es zu dieser Kategorie nicht, nur einen Hinweis dazu, dass im Bereich Freizeit und Hobby unter anderem auch Fahrräder und andere Sportgeräte zu verorten waren. Werden Spielhallen und Casinos also ebenso dem Online-Boom erliegen wie es viele weitere Produkte bereits erlebt haben?

Online-Casino vs. Spielhalle vor Ort – wer ist dort anzutreffen?

Ein Blick auf die Nutzung von regionalen Spielhallen zeigt: Dort finden sich ganz unterschiedliche Menschen ein. Diejenigen, die zum Abschalten nach einem anstrengenden Tag keinen Krimi, sondern das Glücksspiel benötigen. Auch diejenigen, die zur Ablenkung von Sorgen das Automatenspiel für sich entdeckt haben, pilgern in die regionalen Spielhallen – auch in Gießen. Wer die Spielhalle bereits vor dem pandemischen Ausnahmezustand als wichtige Anlaufstelle für sich verortet hat, hat sich – je nach dem Stand des eigenen technischen Know-hows vielleicht für den virtuellen Weg ins Online-Casino entschieden. Ob er nun, nach finalen Öffnungen auch in diesem Bereich, wieder zurückkehrt, ist das große Fragezeichen, was über die Zukunft von regionalen Spielcasinos ebenso entscheiden wird wie über die Zukunft des Online-Glücksspiels.

Wer das Zocken um des Zockens Willens für sich entdeckt hat, wird voraussichtlich der Online-Welt treu bleiben. Der Zugang zum Online-Casino ist 24/7 möglich, Schließzeiten gibt es nicht. Weder der Busfahrplan noch sonstige Rahmenbedingungen können passionierte Glücksspieler davon abhalten, zu zocken – und das Angebot wächst. Unter den Namen der besten Online-Casinos sind sogar Namen zu finden, die auf regionale Anbieter hinweisen könnten, wie etwa Merkur Spiel oder Löwen Play. Online scheint sich eine Anlaufstelle für Glücksspieler zu entwickeln, deren Angebote durchaus üppiger und vielfältiger ausfallen als in der Region, denn: Slots und virtuelle Automaten reihen sich hier neben spezielle Jackpot-Angebote und Blitz-Auszahlungen. Doch sind die regionalen Spielhallen wirklich alle verwaist?

Zählt das Erlebnis, haben regionale Casinos Bestand

Wer das Glücksspielerlebnis von Kopf bis Fuß spüren möchte, wird sich nicht mit der bunten Welt des Internets zufriedengeben, schätzen Experten. Casino-Riesen, in denen Freunden des Glücksspiels nur in einem dem Dresscode entsprechenden Outfit ein Platz gewährt wird, sprechen eben dieses Klientel an – das den Besuch im Casino zum Event macht und nicht als kurze Alltagsbeschäftigung tituliert werden würde. Ob es diejenigen, die tagtäglich zocken, wieder zurückzieht in die Casinos im Ort, bleibt abzuwarten und ist sicherlich auch typbedingt. Wer introvertiert ist und die Anonymität des Internets schätzt, wird vor dem Computer sein Glück (weiter) versuchen. Wer den Gang ins Spielcasino auch nutzt, um vor die Tür zu kommen und zu kommunizieren, wird weiterhin Kunde in den regionalen Spielhallen und Casinos sein.

Der aktuellste Nebeneffekt: Wirkt sich die Inflation auf das Online-Glücksspiel aus?

Wenn Verbraucher weniger Geld im Portemonnaie haben, dann müssen sie sparen. Wenn sie ihren inneren Schweinehund gut im Griff haben, gelingt ihnen das beispielsweise indem sie kein Geld mehr fürs Glücksspiel ausgeben. Dass die Kauflaune durchaus unter der wirtschaftlich angespannten Situation leidet, wird auch unter sueddeutsche.de berichtet. Dass die Online-Branche auf hohem Niveau zittert, zeigen die Zahlen vom Online-Riesen Amazon. Dort sind die Zahlen zwar im Sinkflug, liegen aber noch immer auf einem Niveau, das weit über den Umsätzen vor der Pandemie liegt. Deutschlandweit schrumpft der Onlinehandel.

Laut BEVH-Branchenverband gingen die Umsätze von 2021 auf 2022 um 8,8 Prozent zurück. Gespart wurde hauptsächlich an Urlaubsreisen und Konzerttickets, auch Bekleidung wurde weniger geshoppt – mitunter vielleicht auch, weil zuhause im Homeoffice gearbeitet wurde und sogar das Glücksspiel online immer ansprechender wurde, wie ein Blick auf die Historie zeigt.