Happy End für Volksbank-Kunden in Fellingshausen

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Vereint in einem durch ein Privatunternehmen betriebenen Geldautomaten: Kunden der Sparkasse Wetzlar können hier schon seit Jahren zu einer stark ermäßigter Gebühr über Bargeld everfügen. Und ab Mitte November auch die der Volksbank Heuchelheim.

Biebertal.  Viele Jahre hat die Volksbank Heuchelheim ihr festgeschriebenes Vorhaben umgesetzt, stets dicht am Kunden zu sein und ihre kleinen Filialen in den Biebertaler Ortsteilen Fellingshausen und Krumbach trotz nachlassender Inanspruchnahme zu erhalten. Doch Statistiken der letzten 18 Monate zeigen auf, dass eine Rentabilität auch bei reduzierten Öffnungszeiten nicht mehr gegeben ist. Dies geht aus einem kürzlich versandten Schreiben hervor, dass die Kunden in den beiden Ortsteilen Mitte Oktober erhalten haben. Gleichzeitig wird mit dem Rundbrief die Schließung beider Standorte zum 15. November d.J. angekündigt.

Dennoch gibt es jetzt auch gute Nachrichten: Im Anschluss an die geplante Schließung der Filialen können alle Kunden des Heuchelheimer Geldinstitutes am von der Firma Cardpoint (Trier) betriebenen Geldautomaten an der Mehrzweckhalle Fellingshausen zu äußerst günstigen Konditionen über ihr Bargeld verfügen. Nach Auskunft der Bürgerinitiative (BI) „Geldautomat Fellingshausen“ liegt dort inzwischen die entsprechende Bestätigung seitens des Volksbank-Vorstandes vor. Demnach ist es möglich, gegen eine geringe Gebühr von 50 Cent Bares abzuheben.
Die Geldausgabestelle im zweitgrößten Dünsbergdorf Fellingshausen, durch das Zusammenwirken von Sparkasse Wetzlar, Gemeinde Biebertal, dem privaten Betreiber Cardpoint, der Bürgerinitiative und örtlichen Handwerkern vor Jahren aus der Taufe gehoben, existiert bereits seit Oktober 2015. In der Vergangenheit hatte die Bürgerinitiative wiederholt einen Anschluss der Volksbank Heuchelheim angestrebt, blieb durch die konsequente Marketingstrategie der Bank in ihren Bemühungen aber erfolglos. Mit der Schließung der Filialen in Krumbach und insbesondere Fellingshausen hat sich das Blatt gedreht. Unter dem Aspekt der seitens der Volksbank stets deklarierten maximalen Nähe zu den Menschen sehen sich die Kunden nach der Filialschließung in der Lage, im Ort und zu den gleichen Konditionen, die für Kunden der Sparkasse Wetzlar schon seit sieben Jahren gelten, rund um die Uhr bei Kosten von nur 50 Cent über ihr Bargeld zu verfügen.
Die BI und deren Mitstreiterin Bianka Spohr beurteilen den Schritt aus Heuchelheim uneingeschränkt positiv: „Es geht nicht nur um Bequemlichkeit und Service! Vielmehr leisten Sparkasse und Volksbank durch ihre Unterstützung des Automaten einen nicht zu unterschätzenden Beitrag, die in unserem Ort ohnehin abgespeckte Rest-Infrastruktur zu erhalten. Wir hatten die Hoffnung schon fast aufgegeben, die Volksbank Heuchelheim für unser Ansinnen zu gewinnen und sind daher über die positive Wende erfreut, wenngleich das Ende der Filiale natürlich eine bedauerliche, aus wirtschaftlichem Blickwinkel aber durchaus nachvollziehbare Maßnahme darstellt“.
Also ein kleiner Triumph für die BI? – „Keinesfalls“, bekräftigt Bianka Spohr. „Es gibt weder Jubelarien noch einen Anflug von Genugtuung. Lediglich Zufriedenheit im Sinne der Bürgerinnen und Bürger, die nun hoffentlich das erweiterte Angebot regelmäßig im eigenen Interesse nutzen. Zufriedenheit ohne Nachtreten aber auch, weil seinerzeit die anfänglichen Bemühungen um einen Anschluss der Bank innerörtlich vereinzelt als `dümmlich naiv` abgetan wurden“. Aus Sicht der BI ist der Automat überdies auch für Bankkunden aus Krumbach, dessen Volksbank-Standort ja ebenfalls zum 15. November geschlossen wird, eine interessante Alternative: „Schließlich ist der Automat in der wichtigen Durchgangsstraße nach Rodheim platziert und somit ohne Umweg und Parkplatzprobleme quasi im Vorbeifahren erreichbar“.