ARTE …..FAKTE – Unterschiedliche Positionen zeitgenössischer Keramik

25

ATELIERAUSSTELLUNG SA. 05.11.2021– So. 13.11.2021
VERNISSAGE SA. 05.11.2021 15.00 Uhr
HOFGUT APPENBORN 35466 RABENAU

Immer im Herbst, zeigt Karl-Heinz Till in seiner Atelierausstellung neue Keramiken aus dem Holzbrand, sowie Zeichnungen auf Papier. Für gewöhnlich präsentiert er dabei immer auch eine umfassende Auswahl keramischer Arbeiten einer Kollegin oder eines Kollegen.
In diesem Jahr ist Sebastian Scheid mit seinen Arbeiten im Hofgut Appenborn zu Gast.
Hier treffen zwei unterschiedliche Positionen zeitgenössischer Keramik aufeinander.

Sebastian Scheid schreibt über seine Arbeitsweise:
“Die Spuren der Bearbeitung sind stets sichtbar, man kann jeden Schlag mit dem strukturierten Kantholz oder jeden Schnitt mit dem dünnen Schneidedraht ablesen. Die Erkundung des Materials ist für mich spannend, was passiert mit dem Ton bei einem Schlag mit dem Kantholz? Was für einen Einfluss hat die Festigkeit des Tons oder die Wucht des Schlages?“
Dabei entsteht in dem mit Schammotten versetzten Steinzeugton eine ausgeprägte Struktur, die bisweilen an behauenen Stein erinnert. Auf die so entstandene Oberfläche wird eine nur sehr dünne, matte Glasur aufgetragen, um die raue Struktur zu erhalten. Das glatte Innere wird mit Seladon- und Tenmokuglasuren glasiert. So steht das Äußere stets im Kontrast zu dem Inneren, die Gegensätze “rau-glatt” oder “glänzend-matt” werden in den hier gezeigten Arbeiten thematisiert.”
In diesem Spannungsfeld entstehen die skulpturalen Arbeiten.
Die Arbeiten aus Feinsteinzeug und Porzellan gedacht für den täglichen Gebrauch dreht er auf der Scheibe und facettiert sie häufig später mit einem Schneidedraht.
Alle Arbeiten werden reduzierend bei ca. 1260° im Gasofen gebrannt.

Karl-Heinz Till zeigt neue Zeichnungen und neue Arbeiten – Gefäße und Objekte – aus dem
Holzbrennofen.
In seinen Zeichnungen werden auf einem Wachsuntergrund mit der Rohrfeder und dem Pinsel selbst gefertigte Farben – gelöste Pigmente aber auch Asche – aufgetragen. So entstehen Zeichnungen die an Gedichte erinnern.
Seine Keramischen Arbeiten aus Steinzeug und Porzellan sind sämtlich frei aufgebaut und werden bei einer Temperatur von annähernd 1400 Grad im holzbefeuerten Ofen gebrannt.
Ascheanflugglasuren und Salz – das zum Brandende in den Ofen gegeben wird – prägen die Oberfläche der Arbeiten. So wird jedes Stück zum Unikat und der Vorgang des Brennens zum originären Bestandteil der Arbeiten von Karl-Heinz Till.
Die Brandführung, das Platzieren der Gefäße im Ofen und die Dauer des Brandes sowie die Auswahl der Holzarten bestimmen ganz wesentlich den Charakter der Arbeiten.
Sind die Gefäße durchaus zum Gebrauch bestimmt, so entstehen die Objekte bedingungslos, keiner Funktion gehorchend.

Zur Vernissage Samstag 05.11.2021 um 15.00 Uhr wird Sebastian Scheid anwesend sein.
Die Ausstellung ist Samstags und Sonntags jeweils von 14.00 – 17.30, sowie nach telefonischer Vereinbarung – 0151 65782280 – geöffnet.
Die Arbeiten von Karl – Heinz Till können auch nach Ausstellungsende nach telefonischer Absprache oder Email ( Karl-Heinz-Till@t-online.de )besichtigt werden.