Führung im Dampflokwerk Meiningen

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Das 1914 gegründete Dampflokwerk Meiningen ist das letzte größere Instandsetzungswerk für Dampflokomotiven in Westeuropa. Fast jedes Teil für die historischen Fahrzeuge kann hier neu gefertigt werden. Kunden aus aller Welt vertrauen ihre Dampf-, Diesel- oder Strombetriebenen Lokomotiven den Meininger Spezialisten an. Komplette Loks, einzelne Baugruppen oder Komponenten werden hier täglich restauriert. Es gibt aber auch Außeneinsätze, bei denen Mitarbeiter z.B. zu Museumsfahrzeugen fahren und diese vor Ort reparieren. Eine besondere Herausforderung stellt die Neufertigung einer Dampflokomotive dar. Von der Konstruktion und Berechnung der Einzelteile über die Fertigung bis hin zur Abnahme durch die zuständige Aufsichtsbehörde werden alle Leistungen im Dampflokwerk ausgeführt. In den vergangenen Jahren wurden diese Lokomotiven neu gebaut: die Sächsische IK Nr. 54 (Auftraggeber: Stiftung Sächsische Schmalspurbahnen) und die 992324 (Auftraggeber: Mecklenburgische Bäderbahn Molli). Auch der legendäre Adlerzug, der dem Brand im Verkehrsmuseum Nürnberg im Jahr 2005 zum Opfer fiel, wurde im Dampflokwerk zum großen Teil neu gebaut. Neben den Dampflokomotiven gehören heutzutage u.a. auch Schneeräumfahrzeuge zum Leistungsfahrzeug. Bei einer Führung durch das Werk erfährt man viel zur Geschichte in der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg, den Bedingungen in der DDR und über die Umstrukturierungen nach der Wende. Von den zeitweise um die 3000 Mitarbeitern ist die Zahl heute auf 120 Personen geschrumpft. Viele Hallen stehen leer. Natürlich werden auch viele technische Details und Abläufe von den Mitarbeitern im Werk erläutert. Bis zum 31.10. finden die Führungen jeden Samstag um 10.00 Uhr statt, danach zweimal im Monat. Der Eintritt kostet 6€ pro Person. Die Führung dauert 1 ½ bis 2 Stunden.