Wie kann ich etwas gegen das Bienensterben tun?

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Bienensterben, ein Begriff, der nur die Spitze des Eisberges erfasst. Die Honigbiene ist ein volksbildendes Insekt, welches fast jede Blüte bestäuben kann. Sie ist ein Nutztier und nicht vom Aussterben bedroht. Durch immer mehr neue Bienenstöcke der Honigbienen werden den Wildbienen noch zusätzliche Futterkonkurrenten gezüchtet. Unsere Honigbiene ist nicht das Tier, dem das Futter und der Lebensraum gestohlen wird. Bei den Wildbienen sieht das schon anders aus. Wildbienen sind oft solitär lebende Insekten. Sie haben einen kleinen Sammelradius, da sie sich alleine um ihren Nachwuchs kümmern müssen. Dazu kommt noch, die Wildbienen sind oft Nahrungsspezialisten. Das bedeutet, sie fliegen nur bestimmte Blüten an. Wir wüssten also eigentlich von Wildbienensterben, besser noch Insektensterben reden. Bienen bestäuben nur einen Bruchteil unserer Blüten. Zu den Bestäubern zählen auch Fliegen und Falter. Bestäubende Insekten stehen im Überlebenskampf. Die Kiesgärten, Mähroboter, aufgeräumte Gärten, geschlossene Blütenformen in Ziergärten, Insektenschutzmittel und Überdüngung vernichten immer mehr Lebensräume. Ohne diese Insekten werden wir immer weniger Ernten. Das geht so weit, bis der Mensch in den Obstplantagen steht, und die Arbeit der Insekten übernehmen muss. In China macht man bereits erste Erfahrungen, wie ein Leben ohne die kleinen Helfer ist. Da fragt man sich, was kann ich gegen das Insektensterben tun? Es ist nicht so schwer, wie man denkt. Hat man einen eigenen Garten, sollte man nicht ganz so ordentlich sein. Gebt der Natur etwas Raum. Beim Rasenmähen kann man zum Beispiel einfach nicht alles auf einmal mähen. Lasst einfach mal Inseln der Wildblüten entstehen. Hier sollte man darauf achten, dass heimische Wildblumen wachsen. Die erste Mahd erst Ende Mai, damit die Pflanzen ihre Samen abwerfen können. Die zweite und letzte Mahd im September. Baut ein Insektenhotel in eurem Garten auf und überlasst den Imkern die Nutztierhaltung der Honigbiene. Tote Bäume müssen nicht gleich weggeräumt werden. Sie bieten zum Beispiel der blauen Holzbiene einen Brutplatz. Gestaltet euren Garten so, dass vom frühen Frühling bis späten Herbst offene Blüten zu sehen sind. Pflanzen wie Veilchen, Krokus, Schlüsselblume und Gänseblümchen bieten ersten Nektar. Rotdorn, Violen, Lichtnelken, verschiedene Kleearten folgen. Sind die verblüht, kommen Flieder, Margeriten, Malve, Johanniskraut, Lavendel und Schnittlauch. Bestimmte Rosen eignen sich für die Herbstblüte. Achtet darauf, welche Bedingungen euer Garten hat. Ist der Boden feucht oder trocken und steinig? Habt ihr viel Schatten oder volle Sonne? Danach müsst ihr eure Pflanzen aussuchen. Bietet den Insekten Wasser an. Nicht nur unsere Vögel brauchen Wasser. So habt ihr immer was zu futtern für unsere Insekten und könnt mit einer guten Ernte rechnen. Was tun, wenn ich nur einen Balkon habe? Platz ist in der kleinsten Hütte. Sucht euch Pflanzen, die zu eurem Balkon passen. Es gibt Pflanzen, die mit Schatten zurechtkommen, genauso wie Sonnenanbeter. Ein Sichtschutz aus Tomate kann genauso funktionieren, wie der Sichtschutz aus Hängeerdbeere. Gartenkräuter wie Rosmarin, Schnittlauch, Thymian und Salbei schmecken nicht nur uns. Wer viele Besucher möchte, kann zum Beispiel Lavendel in die Kästen setzen. Ihr Gärtner kann ihnen gute Tipps geben. Der Kiesgarten ist bei weitem nicht so pflegeleicht, wie viele denken. Er ist aber genauso Lebensfeindlich wie der englische Rasen der Mährobotergesellschaft. Bitte geben Sie sich eine Auszeit bei der Gartenarbeit. Zweimal im Jahr Mähen für die nicht intensiv genutzten Flächen reicht. Geben Sie dem Gänseblümchen eine Chance. Natürlich würde ich auch den Bereich der Gartenlounge, der Hollywoodschaukel und des Sandkastens mähen. Soll ja jeder was vom Garten haben. Viel Spaß beim Insekten retten!

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Nicole Freeman
Berufstätiger Familienmensch,humorvolle Romantikerin. Seit neustem Autorin. Meine Themen - Naturschutz und Geschichte sowie Wandern. https://publish.bookmundo.de/books/212940/

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