Frühlingserwachen im Laubacher Schlosspark.

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Eine witzige, geistreiche Anekdote auf dem Schildchen: Leihweise Liebste, gib mir den Kuß, den ich dir gestern gegeben, Wieder zurück, weil selbst seiner ich heute bedarf. Richard Leander (Richard von Volkmann) (1830-1889)

               

Liebe Naturfreunde – oder, `die es noch werden möchten`.

Den wundervollen Schlosspark in Laubach kenne ich schon seit `weit vergangenen Zeiten. Immer wieder aufs Neue begeistere ich mich von diesem echten Kleinod der Natur. Gerne nutzte ich die Zeit zum fotografieren, während unsere E-Bikes bei einem Laubacher Fahrradbetrieb einer Frühjahrsinspektion unterzogen wurden. Gleichwohl war das schöne Wetter wie `maßgeschneidert`, um die aufgehende Natur dort im Schlosspark, mit seinen zahlreichen noch intakten alten Baumarten und iddyllischen Teichen festzuhalten. An zwei Tagen machte ich eine sogenannte >botanische Runde< die mir als Naturmensch viel Freude bereitete. 

Besonders angetan war ich von dem Plantanenpaar, die rechts und links des Weges in unmittelbarer Nähe der starken Rosskastanie – unterhalb der Untermühle –  stehen. Diese Baumart – ist eine >Gewöhnliche Plantane< (Plantanus x hispanica).  Alter der besonderen Bäume wird auf 200 Jahre geschätzt; der Umpfang gemessen beträgt 5,98 Meter – somit 1,90 Meter Durchmesser! “sagenhaft”!

Das Schloss Laubach ist eine der wenigen Residenzen, die noch heute von der ursprünglichen Gräflichen Familie bewohnt, bewirtschaftet und erhalten wird. Die Familie der Grafen zu Solms-Laubach ist gleichermaßen in der heimischen Region tief verwurzelt, wie mit dem Adel und Hochadel in ganz Europa verbunden.  Bei einer Führung durch das Schloss-Museum erhält der Besucher einen intensiven Einblick in die Jahrhunderte alte Geschichte der gräflichen Familie und des Laubacher Schlosses. Als ganz besonderes Juwel darf die Schlossbibliothek bezeichnet werden. 

Über  Geschichte & Kultur  des Schlossparks zu Laubach, möchte ich näher eingehen. Der Schlosspark in Laubach ist als englischer Landschaftsgarten angelegt und bildet die Kulisse für eine ganze Reihe von – weit über die Stadtgrenzen hinaus – bekannter  Veranstaltungen wie dem Laubacher Lichterfest, dem “Blues-, Schmus + Apfelmus”-Festival, den Schlossparkkonzerten und vielem mehr.  Zudem führt eine “Poesie-Runde” durch den Park und über den angrenzenden Ramsberg und beim Schlosspark-Rundgang lernt man die botanischen Besonderheiten inklusive Mammutbaum, Schwarzkiefer und vielem mehr kennen.

Der eigentliche Schlossgarten war ursprünlich sehr viel kleiner als der heutige Schlosspark. Er umfasst ungefähr den Bereich des heutigen privaten sogenannten “Obergartens”.  1733 finden wir die Bezeichnung “Herrschaftlicher Lustgarten”, 1805 “Hofgarten zu Laubach”.  Im späteren Schloss der Grafen zu Solms-Laubach. Er beweist lediglich, dass unsere Gegend schon früh besiedelt war, was auch andere Funde zeigen.

Im Jahre 786 ist die erste Erwähnung Laubachs als Siedlung belegt (“Die drei Hof und die 300 morgen Land”).  Ein kleines Bronzekruzifix aus dem 12. Jahrhundert wurde 1717 im Schlossgarten gefunden.  Im Nordzwinger, dem ” hinteren Schlosshof”, wo sich heute das Rosenrondell befindet, sind noch zwei Brauereikeller in Spuren vorhanden, über denen sich das herrschaftliche Brauhaus von 1721 bis 1873 erhob.  Schon 1422 wurde den Laubacher Bürgern erlaubt “Bier zu brauen”.

Die doppelte Treppe am Rand des nördlichen Innenhofes mit dem Denkmal des Grafen Friedrich Ludwig Christian zu Solms-Laubach (1769 – 1822) wurde im 19.Jahrhundert errichtet.  Sie leitet über von der Innenhofterasse zu dem nördlichen Zwinger, von dem die große Schlossparkchaussee (etwa 1850) ihren Ausgang nimmt. 

Der Schlossgarten wurde im 19.Jahrhundert stark verändert. Um 1870 wurde die “gräfliche Ökonomie” aufgelöst.  Dazu gehörten auch die Ländereien unterhalb des seitherigen Schloss- oder Hofgartens, der dadurch entscheidend vergrößert wurde. So entstand das Gelände des heutigen Schlossparks. Auch der seitherige  ” Obergarten”, ursprünglich ein Hofgarten im ” französischen Stil”, wurde aufgelockert und umgestaltet.  Von den sieben Teichen, die der Verteidigung in diesem mauerlosen Bereich dienten, sind der Schwanen- und der Inselteich übrig geblieben.

Es gäbe sicher noch weit aus mehr über die Historie zu berichten, was die frühere Untermühle – erbaut 1587 von Graf Johann Georg;  an der Hausseite – Richtung Stadt, was das sogenannte “Allianz-Wappen” zeigt und über die 1832 still gelegte Mühle, die von Quellen und Rinnsale aus der ” Gombach” gespeist wurde.

Nun wünsche ich allen Betrachtern und Lesern viel Freude an meinem 3. Beitrag, seit Erstellung des neuen Portals der Gießener Zeitung. Meinen nächsten Beitrag >Rapsfelder und Baumblüte in Feld und Flur< möchte ich bereits ankündigen.

Weiterhin alles Gute und bleiben Sie gesund,

Heiner Klose aus dem Schwedendorf in  Grünberg.