Greensill bereichert sich mit 10 Millionen an der Stadtkasse?!

von Bürgerreporterin Martina Lennartz | Die Stadt Gießen hat 10 Millionen Euro bei einer Privatbank (Greensill-Bank) mit dubiosem Geschäftsmodell angelegt.

Die Bank kauft Forderungen von Warenfabrikanten und Zwischenhändlern auf, macht aus gebündelten Forderungen Wertpapiere und verkauft diese weiter. Bei diesem riskanten Geschäft hat sie sich wohl zu oft verkalkuliert und musste auf Druck der Bankenaufsicht Insolvenz anmelden.

Guthaben von Städten sind nicht gesichert, weswegen das Geld offenbar ganz oder teilweise verloren ist. Die Stadt hat, wie viele andere Kommunen und öffentliche Körperschaften, diese Bank ausgesucht, weil sie keine Minuszinsen nimmt, sondern noch geringe Zinsen zahlt.

Dieser Fall zeigt die Absurdität des kapitalistischen Wirtschafts- und Finanzsystems. Es gibt staatliche (Landes- und Bundesbank) und kommunale (Sparkassen) Geldinstitute. Warum werden diese nicht verpflichtet, öffentliche Gelder ohne Zinsverlust zu verwahren? Es handelt sich ja noch nicht einmal um Bargeld, sondern lediglich um eine Zahl in einem Kassenbuch bzw. auf einer Festplatte.

Alle Städte haben neben den Guthaben, die sie für laufende Zahlungen wie Gehälter und Rechnungen andauernd brauchen, hohe Schulden, für die sie Zinsen bezahlen. In einem nicht profitorientierten System könnten Guthaben und Schulden in einem öffentlichen Institut gebündelt werden. Zinsen würden gespart und Risiken minimiert.

Übrigens: Die Millionen sind nicht weg, die hat nur jemand anderes. Es gibt einen leibhaftigen Mr. Greensill, der mit seinen krummen Geschäften Multimilliardär wurde, über vier Privatjets verfügt und natürlich mit keinem Cent seines Privatvermögens haftet.

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