B49-Neubau: Belastung für Grünberg soll thematisiert werden

In den kommenden Tagen werden Menschen in Grünberg (Kernstadt) eine unangenehme Nachricht in ihrem Briefkasten finden. Verkehrswende-Aktive wollen ein Informationsblatt verteilen, das Grafiken aus einer Studie im Auftrag des Deutschen Bundestages zeigt. Danach macht der Neubau der B49 um Reiskirchen diese Strecke so viel attraktiver, dass 3.000 zusätzliche Fahrzeuge die Strecke zwischen Grünberg und Reiskirchen befahren werden – teilweise zusätzlicher Verkehr, teilweise statt einer Fahrt auf der A5-Autobahn, also in umgekehrter Wirkung des Grünberger A5-Anschlusses bisher. Die 3.000 zusätzlichen Fahrzeuge würden dann auch Grünberg passieren, die Alsfelder und Gießener Straße sowie die ohnehin stark belastete Kreuzung an der Höfetränke belasten. Nachdem der Versuch, die Grünberger Politik und Parteien für das Problem zu sensibilisieren, scheiterte, gehen B49-Kritiker*innen und Verkehrswende-Aktive jetzt selbst an die Öffentlichkeit – mit dem Flyer und mit der Einladung zu einem Straßenfest.

Einladung zum Begegnungsfest am Sonntag, 30. August in die Gartenstraße
„Wir laden ein: Informieren, miteinander ins Gespräch kommen, überlegen, was gehen kann!“ heißt es auf dem Informationsblatt. Direkt neben der betroffenen B49 an der Kreuzung mit der Gartenstraße haben die Verkehrswende-Aktiven für Sonntag, den 30. August, eine Veranstaltung angemeldet. Ab 16 Uhr sind alle Anwohner*innen, Betroffenen und Interessierten eingeladen, sich zu informieren und miteinander ins Gespräch zu kommen. Rundherum gibt es eine Mitbringtheke für Essen und Getränke, dazu Spiele auf der Straße, Infotafeln und -materialien. Für 17 Uhr sind die Fraktionen im Grünberger Stadtparlament eingeladen, um ihre Position zu dieser erheblichen Verschlechterung der Verkehrssituation in Grünberg deutlich zu machen. Die alte Idee einer weiteren Umgehungsstraße um Grünberg sei, so die Verkehrswende-Aktiven, dabei völlig unrealistisch, da für Grünberg ist nie eine solche Straße geplant, geschweige denn genehmigt worden sei. Zudem wäre das nur die Fortsetzung der fatalen Politik, denn neue Straßen würden stets zusätzlichen Verkehr erzeugen. “Weitere Straßen gießen nur Öl ins Feuer von Klimawandel und Flächenversiegelung.” Statt solcher Ablenkungsdebatten könne nur eine echte Reduzierung des Autoverkehrs durch ortsnahe Versorgungsmöglichkeiten, Tempo 30 auf der B49 und eine Stärkung der parallel zur B49 verlaufenden Vogelsbergbahn helfen. Ihre Vorschläge sowie die Kritik an der B49 haben die Verkehrswende-Aktiven auf https://b49.siehe.website veröffentlicht, darunter auch eine Extraseite zu Grünberg unter https://b49-gruenberg.siehe.website. Mit der Veranstaltung am 30.8. in der Gartenstraße hoffen sie, dass Menschen sich zu Wort melden, die in Grünberg leben, um den B49-Neubau zu verhindern. Dass das politische Mandatsträger*innen besonders eingeladen wurden, basiert auf der Hoffnung, dass diese über ihre Kontakte helfen können, den fatalen Neubau doch noch abzuwenden.

Der Infoflyer kann hier heruntergeladen werden.