Nachberechnung im Auftrag des Bundestages beweist: Neubau der B49 würde Verkehrsmenge drastisch erhöhen!

Verkehrsschild gegen B49-Neubau

In der gerichtlichen Auseinandersetzung um den Neubau der B49 ist eine bisher nicht veröffentlichte Nachberechnung des zu erwartenden Verkehrsaufkommens bekannt geworden. Sie wurde im Auftrag des Haushaltsausschusses des Bundestages durchgeführt und enthält brisante Ergebnisse. Nach den dort genannten Zahlen würde der Bau der B49-Südumgehung Reiskirchen-Lindenstruth das Verkehrsaufkommen, zusammengerechnet auf der alten und neuen B49, im Bereich Reiskirchen nämlich erheblich erhöhen. Bis zu 6000 Fahrzeuge würden zusätzlich unterwegs sein – eine Steigerung um zwei Drittel gegenüber dem Verzicht auf den Neubau – und mehr als eine Verdoppelung gegenüber dem aktuellen Verkehrsaufkommen. Bei dem zusätzlichen Verkehr handelt es sich zum Teil um Fahrzeuge, die bisher die A5 nutzen, und zum Teil um zusätzliche Fahrten, die ohne den Neubau nicht stattfinden würden. Damit belegt der Neubau der B49 die bereits in vielen Studien beschriebene Tendenz, dass neue Straßen auch neuen Verkehr induzieren.

Die beiden Grafiken aus der Nachberechnung. Ohne B49-Neubau fahren zwischen Lindenstruth und Reiskirchen 9.000 Fahrzeuge (weiterhin erhöhte Zahlen), mit dem Neubau sind auf der gleichen Achse 15.000 unterwegs (5.000 plus 10.000).

Weitere Fakten aus der Nachberechnung:

  • Die Belastung mit LKW wird sowohl mit als auch ohne Neubau als vernachlässigbar gering angenommen.
  • Im Ortsbereich Lindenstruth verbleibt eine Belastung von 5000 Fahrzeugen pro Tag. Angesichts der in der Zählung 2024 festgestellten Belastung von 7417 Fahrzeugen pro Tag ist das ein Rückgang von weniger als einem Drittel – also deutlich weniger als die behaupteten 80 bis 90 Prozent aus den Planungsunterlagen und der Propaganda der B49-Neubau-Befürworter*innen.

Trotz allem sind die Prognosezahlen auch in der Nachberechnung noch zu hoch. Angesichts des Bevölkerungsrückgangs im Vogelsbergkreis ist mit einer weiteren Abnahme der PKW-Zahlen zu rechnen, nicht mit einer Steigerung auf 10000 Fahrzeuge pro Tag, wie es die Nachberechnung für den Fall des Verzichts auf den Neubau annimmt. Das brisante Ergebnis, dass es bis zu 1,5mal so viel Verkehr auf der B49 geben würde wie ohne Neubau, bleibt aber als schockierende Erkenntnis erhalten.
„Diese Straße darf nicht gebaut werden“, lautet das Resümee der Initiative „Sanieren statt planieren“, die die klagenden Landwirt*innen und Anwohner*innen unterstützt. „Wir brauchen Maßnahmen, die Verkehr reduzieren und nicht neue Fahrbewegungen erzeugen.“
Die Nachberechnungszahlen wurden zum Gegenstand des laufenden Gerichtsverfahrens. „Wir hoffen, dass die neuen Zahlen das Gericht endgültig überzeugen, dass diese Straße auf komplett falschen Annahmen beruht und nur Schaden anrichten wird.“

Quellen: