Wettenberg (no). Die bunten Herbstwochen im Oberhessischen haben beim Blick auf das Angebot kultureller Kurzweil eine zusätzliche Farbtönung erhalten: Seit gut zwei Jahrzehnten finden vielerorts Lesungen statt, und hier steht in der Mehrzahl Kriminalliteratur auf dem Programmzettel. Gern mit dabei der Kunst- und Kultur-Kreis (KuKuK) Wettenberg, in dessen Ausstellungshalle unter anderem die Autorinnen Sophie Bonnet und Christine Cazon aus ihren französisch inspirierten Romanen lasen. Nun kommt es zu einer etwas anderen Begegnung, bleiben die Gastgeber mit ihrem Veranstaltungsangebot im Beritt: Am Freitag, 20. November, von 19 Uhr an gibt „Kommissar Ludwig aus Frankfurt/Main“ seine Visitenkarte ab in Wißmar an der Goethestraße. Zu Besuch ist Autor Matthias Emde. Damit es passgenau abgehen kann, stehen an diesem Abend im KuKuK-Bistrot auch Handkäs‘ mit Musik und kühler Apfelwein auf der Karte.
Zur Geschichte: Aus Westfalen hat es Kriminalhauptkommissar Bernd Ludwig ausgerechnet nach „Mainhatten“ verschlagen. Grummelig, eigenbrötlerisch und meistens genervt geht er seiner Arbeit nach. Geduld ist für ihn ein Fremdwort, und wegen seiner gelegentlichen cholerischen Anfälle, zusammen mit seiner äußeren Erscheinung, wird er von seinen Mitarbeitern gern als „Mister L“ verspottet. Der kauzige Ermittler und dessen Team inklusive resoluter Gerichtsmedizinerin Frau Dr. Nicola Tulp hat gut zu tun: Wer erschoss den Mann im Westend? Wie kommt ein Toter in den Erlenbach? Wer vergiftet harmlose Bürger – oder sind sie gar nicht so harmlos? Wie wurde Herr Dupont aus Brüssel ermordet und von wem?
Und was sagt die Kritik? „Flott geschrieben, viel Lokalkolorit, gute Typen. Alles in allem könnte das eine erfolgreiche Serie werden, die sich angenehm von der Massenware abhebt, die den Markt flutet. (…) Ein fantastischer, lustiger, original hessisch-frankfurterischer Kriminalroman. Absolut lesenswert. Kurzum: ein gutes Stöffche‘.“ Darauf darf man sich freuen.
Matthias Emde (*1968) ist hauptberuflich wissenschaftlich-medizinischer Illustrator und Grafiker in seiner Geburtsstadt Frankfurt an Main. Zum Schreiben von Krimis kam er eher zufällig, sozusagen anbei, wenn er sich in Wortspielereien verlor. Seine Texte sind ein heftiges Stakkato, lesen sich phasenweise wie ein Film-Drehbuch, verfasst ohne Punkt und Komma. Mit auf der Bühne ist der Gitarrist und Musikpädagoge Fred P. Lohr (*1970) von der Freien Musikschule Gutleut im gleichnamigen Stadtviertel. Auch er ein „Frankfurter Bub“ und daher bei Lesungen ein kongenialer Partner für Emde.
Eintritt 10€, Handkäse 5€ auf Vorbestellung.




