Sophie-Scholl-Schule erhält OloV-Gütesiegel für ihre Berufs- und Studienorientierung

Freude über die Auszeichnung: Astrid Wolf-Wegner (3. v. l.), Anja Kuhl (3. v. r.) und Dr. Petra Zimmermann (2. v. r.) bei der feierlichen Verleihung des Gütesiegels für vorbildliche Berufliche Orientierung. (Foto: Dietmar Tietzmann)

Eigene Stärken entdecken, berufliche Zukunft gestalten

Gießen. Was kann ich gut? Welcher Beruf passt zu mir? Und wie finde ich das heraus? Die Sophie-Scholl-Schule Gießen begleitet ihre Schülerinnen und Schüler frühzeitig und praxisnah bei diesen Fragen. Für ihre Arbeit wurde die inklusive integrierte Gesamtschule jetzt mit dem „Gütesiegel Berufs- und Studienorientierung Hessen“ ausgezeichnet. Sie gehört zu den 23 hessischen Schulen, die bei der feierlichen Verleihung am 21. Oktober in der Bildungs- und Tagungsstätte der Bundesagentur für Arbeit in Oberursel gewürdigt wurden.

„Wir möchten, dass unsere Schülerinnen und Schüler Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten gewinnen und eine Vorstellung davon bekommen, wie ihre berufliche Zukunft aussehen kann. Dafür brauchen sie Gelegenheiten, sich auszuprobieren, unterschiedliche Berufe kennenzulernen und ihren eigenen Weg zu finden“, sagten Astrid Wolf-Wegner und Anja Kuhl aus dem Schulleitungsteam im Rahmen der feierlichen Übergabe der Gütesiegel-Urkunden. „Das Gütesiegel ist eine schöne Anerkennung für unser gesamtes Team und für die Zusammenarbeit mit den Betrieben, die unseren Jugendlichen diese Erfahrungen ermöglichen.“

Besonders würdigten Astrid Wolf-Wegner und Anja Kuhl das Engagement von Dr. Petra Zimmermann, die sich als Koordinatorin für Berufs- und Studienorientierung seit Jahren dafür eingesetzt hat, dass die Sophie-Scholl-Schule das Gütesiegel anstrebt. Sie hat den Weg zur Auszeichnung maßgeblich mitgestaltet und nahm ebenfalls an der feierlichen Verleihung in Oberursel teil. Auch die gute Zusammenarbeit mit Frau Schaffer von der Agentur für Arbeit hoben die beiden Schulleitungsmitglieder hervor. Sie hat die Schule bei ihrer Berufsorientierungsarbeit unterstützt und freute sich bei der Preisverleihung gemeinsam mit dem Schulteam über die Auszeichnung.

Die Auszeichnung steht für eine besonders gute und nachhaltig verankerte Berufliche Orientierung. Im Mittelpunkt stehen dabei die individuellen Fähigkeiten und Interessen der Jugendlichen, praktische Erfahrungen in der Arbeitswelt und eine verlässliche Begleitung auf dem Weg von der Schule in den Beruf. Die Verleihung wurde im Jubiläumsjahr des seit 15 Jahren bestehenden Gütesiegels von der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit ausgerichtet.

Ab Klasse fünf die Arbeitswelt kennenlernen

An der Sophie-Scholl-Schule beginnt die Berufsorientierung bereits in der fünften Klasse mit dem Werkstattunterricht in den Bereichen Holz, Kochen, Textiles Gestalten und Digitale Welt, an dem alle Schülerinnen und Schüler teilnehmen. Ab Klasse sieben setzen sich die Jugendlichen systematisch mit ihren Stärken und Neigungen auseinander. Standardisierte Verfahren zur Kompetenzfeststellung und persönliche Rückmeldungen helfen ihnen, die eigenen Fähigkeiten besser einzuschätzen und berufliche Vorstellungen zu entwickeln. Ergänzt wird dies durch regelmäßige Betriebsbesichtigungen, Praktikumsbörsen, Berufsvorstellungen von Betrieben und Institutionen in der Schule („Berufekarussell“) sowie Besuche von Aktionstagen, dem Berufsinformationszentrum (BIZ) und Berufsmessen. Diese Angebote sind feste Bestandteile der beruflichen Orientierung an der Sekundarstufe.

Hinzu kommt ab Jahrgang sieben in jedem Schuljahr ein Betriebspraktikum. So lernen die Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Branchen und Arbeitsumfelder kennen, sammeln Erfahrungen und können herausfinden, welche Tätigkeiten ihnen liegen. Das Schulteam begleitet die Praktika und arbeitet dabei mit den Partnerunternehmen zusammen. Ein weiterer wichtiger Baustein ist die regelmäßige Berufsberatung in Kooperation mit der Agentur für Arbeit, die direkt an der Sophie-Scholl-Schule stattfindet.

Ihre Erfahrungen und Entwicklungsschritte halten die Jugendlichen in einem persönlichen Berufswahlordner fest. Auch die Eltern werden einbezogen: Regelmäßige Informationsabende und individuelle Schullaufbahngespräche bieten Gelegenheit, Perspektiven und nächste Schritte gemeinsam zu besprechen. Berufswahl wird so als ein Prozess verstanden, für den junge Menschen Zeit, Ermutigung und Raum zum Ausprobieren brauchen.

Individuelle Wege in die Zukunft

Dieser Ansatz passt zum inklusiven Selbstverständnis der Sophie-Scholl-Schule: Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung lernen gemeinsam und werden entsprechend ihren Voraussetzungen gefördert. Auch bei der beruflichen Orientierung geht es darum, unterschiedliche Stärken sichtbar zu machen und passende Perspektiven zu eröffnen.

Die staatlich anerkannte integrierte Gesamtschule in freier Trägerschaft begleitet Schülerinnen und Schüler bis zum zehnten Jahrgang. Kleine Klassen, multiprofessionelle Teams und projektorientiertes Lernen prägen den Schulalltag. Möglich sind der berufsorientierte Abschluss, der Hauptschulabschluss, der Realschulabschluss sowie der Übergang in die gymnasiale Oberstufe. Darüber hinaus bietet die „Startbahn“ als Berufsorientierungsstufe für Schülerinnen und Schüler mit festgestelltem Förderbedarf im Bereich geistige Entwicklung vielfältige Einblicke in die Berufswelt und Möglichkeiten, praktische Erfahrungen zu sammeln. Trägerin ist die Sophie-Scholl-Schulen gGmbH, eine Tochtergesellschaft der Lebenshilfe Gießen und der Lebenshilfe Wetterau. Weitere Informationen gibt es unter www.sophie-scholl-schulen.de.

Lebenshilfe Gießen
Die Lebenshilfe Gießen e.V. ist ein gemeinnütziges Unternehmen und begleitet über 3000 Menschen mit und ohne Behinderung in ein selbstbestimmtes Leben.