
Gießen. Wo sonst Schülerinnen und Schüler ihre Pause verbringen, standen am vergangenen Wochenende Festivalbesucher vor der großen Bühne: Die inklusive Sophie-Scholl-Schule, die unter der Trägerschaft der Lebenshilfe Gießen steht, wurde zum zweiten Mal zum Schauplatz eines „Open-Air-Events“. Drei Tage lang gab es auf dem Gelände der Gesamtschule an der Rödgener Straße Rock, Metal, Hip-Hop, elektronische Musik und zum Abschluss einen Familientag. Das Publikum zeigte sich durchweg gut gelaunt, selbst der Dauerregen zum Auftakt konnte die Stimmung nicht bremsen.
Am Freitag eröffneten FHEELS das Festival, bevor die Erlanger Fun-Metal-Band J.B.O. rund 500 Besucherinnen und Besucher vor die Bühne lockte. Trotz des Regens wurde ausgelassen gefeiert und lautstark mitgesungen. Sänger und Gitarrist Veit Kutzer alias Vito war beeindruckt von den wetterfesten Fans und bedankte sich mehrfach für deren Durchhaltevermögen.
Am Samstag zeigte sich der Himmel deutlich freundlicher – und das Festival musikalisch von einer ganz anderen Seite. Die Englero Brothers eröffneten den Abend mit elektronischen Beats.
Publikumsnahe Stars
Eko Fresh brachte dann gemeinsam mit Phat Crispy und G-Style Hip-Hop auf das Schulgelände. Mit Songs wie „Gastarbeiter“, „Quotentürke“, „Ich bin jung und brauche das Geld“ und „German Dream“ hatte der Rapper zahlreiche bekannte Titel im Gepäck. Als er bemerkte, dass viele Kinder und Jugendliche vor der Bühne standen, zensierte er lachend einige Passagen kurzerhand selbst. Sogar auf Songwünsche ging Eko Fresh ein und schaffte es, Jugendliche ebenso abzuholen wie ihre Eltern.
Auch abseits der Bühne zeigte sich die Hip-Hop-Größe publikumsnah: Nach seinem Auftritt nahm sich Eko Fresh viel Zeit für Autogramme, Fotos und Gespräche. Dass ihn das Thema Inklusion beschäftigt, zeigte sich unter anderem 2023 bei dem von Aktion Mensch unterstützten Song „Neue Wege“, den er gemeinsam mit Rapper Rolling G, der im Rollstuhl sitzt, aufnahm. In Gießen lobte Eko Fresh ausdrücklich die Idee des Festivals, ein Zeichen für Inklusion und gemeinsames Feiern setzen zu wollen.
Am späten Abend übernahm dann Luca-Dante Spadafora, der mit seinen millionenfach gestreamten Electronic-Dance-Tracks noch einmal ordentlich Bewegung auf das Festivalgelände brachte. Feuer-Effekte, Nebel und viel Konfetti sorgten für spektakuläre Bilder und auch Spadafora blieb anschließend noch vor Ort, schrieb Autogramme und stand für Fotos bereit.
Sonntag wurde zum Familientag
Der Sonntag gehörte schließlich den Familien. Beim kostenlosen Familientag warteten unter anderem Hüpfburgen und Glitzertattoos auf die jüngeren Gäste. „Wir wollten mit dem End of Summer Open Air einen Ort schaffen, an dem wirklich alle zusammenkommen können“, sagt Patrik Mähling, Geschäftsführer der Sophie-Scholl-Schulen. „Auf unserem Schulgelände haben ganz unterschiedliche Menschen gemeinsam gefeiert. Genau dieses Miteinander macht das Festival aus und ist für uns ein starkes Zeichen dafür, was an einer Schule mit einem solchen Konzept möglich ist.“
Mähling dankte außerdem den rund 40 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die vor und hinter Bühne, am Einlass sowie an den Getränke- und Essenständen dazu beitrugen, dass der Schulhof erneut das Zeug zum Festivalgelände hatte. Das ruft nach einer Fortsetzung.
Mehr zu den Sophie-Scholl-Schulen und ihrem Konzept unter: sophie-scholl-schulen.de




