Begegnungsfest “Brücken bauen zwischen Menschen, nicht für Straßen” am 5.9. in Hattenrod

SharePic zum 5.9.

Als die Einwohner*innen von Reiskirchen im Jahr 2009 über den Bau der B49-Südumgehung abstimmten, war Hattenrod der Ortsteil mit der deutlichsten Ablehnung des Neubau. Das war kein Wunder, denn dieser würde die umgebende Landschaft zerschneiden und den Durchgangsverkehr im Ort deutlich erhöhen. Die Abstimmung ging jedoch verloren. Das lag einerseits daran, dass Reiskirchens Norden aus Angst vor einer Umgehungsstraße vor ihren Häusern pro Südumgehung stimmte, und andererseits, weil von Seiten der Gemeinde und der Straßenbaubehörden mit falschen Zahlen für den Bau geworben wurden. Das hat sich bis heute nicht geändert. Die Straße basiert, das ergibt sich aus den Planungsunterlagen selbst, auf überhöhten Verkehrsprognosen und einer völlig aus der Luft gegriffenen Entlastungserwartung für die bisherige B49-Strecke. “Dass trotzdem mit dem Bau begonnen wurde, zeigt angesichts von Hitzetoten, Waldbränden und Artenschwund eine erschreckende Ignoranz bei den Verantwortlichen”, begründen Verkehrswende-Aktive, betroffene Landwirt*innen und Anwohner*innen ihren weiteren Widerstand gegen das aus ihrer Sicht weitgehend wirkungslose, aber zerstörerische Projekt. Um über den Stand der Dinge zu informieren, aber auch einfach Menschen zusammen und ins Gespräch zu bringen, laden sie für den kommenden Samstag, 5.9., nach Hattenrod zu einem Begegnungsfest unter dem Motto “Brücken bauen zwischen Menschen, nicht für Straßen” ein. Das Motto soll das doppelte Ziel zeigen: Straßen sollten Orte der Begegnung sein und keine Natur- und Erholungslandschaften zerstören. “Wir freuen uns über alle: Die mit uns gegen das Bauwerk kämpfen wollen, die auf die neue Straße hoffen oder die dazu (noch) gar keine Meinung haben”, heißt es in der Einladung. Gäste und Anwohner*innen können Essen und Getränke für eine Mitmachtheke mitbringen. Für Kinder und Erwachsene gibt es Spiele, ein Gerüst für Kletterübungen sowie Infotafeln zur B49 und Platz für Diskussion. Besonders freuen sich die Einladenden über Gäste, die mit Musik, Lesungen und anderen Ideen zum Programm beitragen. Beginn ist um 17 Uhr in der Brunnengasse, die an diesem Nachmittag und in Absprache mit allen Anwohner*innen für den Autoverkehr gesperrt ist. “Maddins Pizza”, ebenfalls in der Brunnengasse gelegen, ist wie üblich geöffnet, für Abholer*innen gibt es Parkmöglichkeiten am Beginn der Straße direkt vor den Absperrungen. “Wir hoffen auf gute Gespräche und viele Begegnungen”, steht in der Einladung. “Weitere Straßen würden nur neuen Verkehr erzeugen und Dörfer und Ortskerne noch mehr ausbluten lassen. Wir brauchen eine verstärkte Vogelsbergbahn, bessere Busverbindungen gerade von den Ortsteilen zum Kernort und den nahegelegenen Bahnhöfen, endlich ein Fahrradwegenetz in Reiskirchen, Einkaufsmöglichkeiten in allen Ortskernen – nicht neuen Beton in eines der schönsten Täler dieser Region.” Nach dem Begegnungsfest in Hatterod  geht es am Freitag, 11.9., mit einem Begegnungsfest auf dem Kirchplatz in Burkhardsfelden weiter – mit einem Backhaus in Betrieb. Danach folgen drei Infotreffpunkte an den bisherigen Baustellen (alle Termine auf https://b49.siehe.website).

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