
Vor 17 Jahren kam Elsa aus Spanien zur Tieroase Heuchelheim, zusammen mit weiteren Katzen, die ein trauriges Leben auf der Strasse geführt hatten. Elsa sollte in gute Hände vermittelt werden. Dass es meine Hände werden sollten , war mir damals nicht bewusst.
Elsa war eine schüchterne Katze, ängstlich, vorsichtig und zurückhaltend. Sie war schmal, das Fell war matt und struppig. Man sah ihr an, dass sie in ihrem Leben noch nicht viel Schönes erlebt hatte.
Einige Tage war sie im Katzenzimmer fast unsichtbar. Kontakt zu mir suchte sie nicht. Aber mir viel auf, dass sie mich mit den Augen genau verfolgte. Und eines Tages geschah das Wunder! Elsa kam zu mir , strich mir um die Beine, hob ihr Pfötchen als wollte sie sagen: nimm mich auf den Arm. Und das tat ich!
Sie fing sofort an, leise zu schnurren und ihr Köpfchen fest an mein Gesicht zu drücken!
Ab diesem Tag stand sie an der Tür, wenn sie meine Schritte hörte. Sie begrüßte mich wie ein kleiner Hund und fauchte die anderen Katzen an, die in meiner Nähe waren.
Ich sagte ihr täglich, dass ich schon fünf Katzen zu Hause hatte und drei Hunde. Unser Rudel war groß genug! Und eine neue Katze könnte das friedliche Tierrudel stören!
Ich hoffte so sehr, dass sie bald adoptiert würde von netten Menschen. Aber irgendwie waren alle netten Menschen nicht nett genug für Elsa.
Als ich eines Tages nach Hause kam, traute ich meinen Augen nicht! In der Küche saßen nicht fünf, sondern sechs Katzen. Friedlich, als wären sie schon immer ein Team.
Damals war ich von meiner Tochter enttäuscht, dass sie ohne Absprache Elsa in unser Haus brachte. Heute danke ich ihr für die vielen glücklichen Jahre mit diesem wunderbaren Tier, die wir erleben durften.
Alle unsere Tiere sind mittlerweile im Tierhimmel. Elsa begleitet mich weiter! Sie hat vor zwei Jahren die schreckliche, oft tödlich endende Erkrankung FIP überstanden. Sie hat mit mir gekämpft um ihr Leben! Und wir haben gewonnen!
Nun ist sie eine Omi, schläft viel und hört nicht mehr gut. Sie ist ein bißchen dement, aber das stört weder sie noch mich. Sie geht noch in den Garten und genießt ihr Reich. Manchmal findet sie die Haustür nicht. Dann schreit sie laut und wartet, bis ich sie hole.
Auch hat sie vergessen alleine zu essen. Sie macht sich laut bemerkbar, wenn sie Hunger hat. Sie läßt sich mit einer Futterspritze ihr Spezialfutter ins Mäulchen spitzen!
Elsa und ich sind ein Team und jeder weiß vom anderen, was er will.
Natürlich schläft sie bei mir ihm Bett. Ruhig und leise schnurrend zeigt mir, wie zufrieden sie ist.
Ich weiß, dass der Tag nicht mehr fern ist, dass ich Elsa gehen lassen muss. Keinen Tag soll sie leiden! Sie wird in meinen Armen den Weg über die Regenbogenbrücke gehen.
Ich hoffe, dass dieser Tag noch lange nicht kommt.






