
Pressemitteilung des Wahlbündnisses Gießen – sozial & friedenstüchtig (GSF) zu den Stellungnahmen der Präsidentin der Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen Prof. Dr. Katharina Lorenz:
„Ich hatte genau eine Option“ – mit diesem Satz versucht JLU-Präsidentin Katharina Lorenz, die Räumung des „FreiTraum-Hauses“ zu rechtfertigen. Tatsächlich offenbart er vor allem die politische Ideenlosigkeit der Universitätsleitung.
19 leerstehende Gebäude, eines davon seit 17 Jahren, aber kein Platz für studentische Selbstorganisation? Gleichzeitig wird ein leerstehendes Haus innerhalb weniger Stunden durch die Polizei geräumt. Die Prioritäten der JLU könnten deutlicher kaum sein: Leerstand wird verwaltet, Engagement wird geräumt.
Besonders absurd ist die Berufung auf das Demokratieverständnis der Universität. Wer erst Strafanzeigen prüft und anschließend beklagt, dass Aktivistinnen und Aktivisten anonym bleiben, verwechselt demokratischen Dialog mit obrigkeitlicher Verwaltung. Demokratie bedeutet nicht nur Senatssitzungen und Ausschüsse – Demokratie bedeutet auch, Räume für Beteiligung, Kultur und politische Debatten zu schaffen.
Dass die Universitätsleitung nun plötzlich wieder über ein Studierendenhaus sprechen möchte, zeigt vor allem eines: Ohne den Protest hätte sich weiterhin nichts bewegt.
Die Behauptung, die Räumung sei alternativlos gewesen, überzeugt nicht. Alternativlos war lediglich die Entscheidung des Präsidiums, keinen politischen Willen zu zeigen.
Die JLU sollte sich fragen, was größeren Schaden für ihr Ansehen bedeutet: Ein besetztes Leerstandsgebäude oder eine Universität, die seit Jahren keine Antwort auf die berechtigten Forderungen ihrer Studierenden findet.
Das Wahlbündnis GSF fordert die Universitätsleitung auf, die Strafanträge zurückzuziehen und endlich konkrete Schritte für ein selbstverwaltetes Studierendenhaus einzuleiten.
Studierende brauchen keine Sonntagsreden über Demokratie – sie brauchen Räume.




