Bundesweite Fahrraddemo „Tour de Natur“ besucht Konfliktorte in und um Gießen – Anlagenring und B49-Neubau als Beispiele fataler Verkehrspolitik

Bild der Tour de Natur in einem vergangenen Jahr

Seit mehr als 30 Jahren rollt die „Tour de Natur“ als mehrwöchige Demonstration klimafreundlich durch Deutschland. Immer wieder sind Beispiele guter und schlechter Verkehrsplanung Grund für kleine Unterbrechungen oder Kundgebungen unterwegs. So auch in den nächsten Tagen, wenn die Tour auf ihrer diesjährigen Route in Gießen und Reiskirchen Station macht. Erstes Ziel ist am Mittwoch, den 29. Juli, der Gießener Anlagenring und die vertane Chance, endlich von der autoorientierten Stadtaufteilung zu einer Innenstadt mit hoher Aufenthaltsqualität zu kommen. Am folgenden Donnerstag will die Fahrraddemo dann die geplante Trasse des B49-Neubaus im wertvollen Jossollertal inspizieren und lautstark für eine Verkehrswende hin zu Fuß, Fahrrad und Bahn statt euer Straßenbauten eintreten. Interessierte Mitradler*innen sind jederzeit willkommen. Am Mittwoch, den 29., startet die Tour um 9.30 Uhr an der Waldorfschule in Bad Nauheim, macht um 12 Uhr Mittagspause auf dem Kirchplatz Butzbach und passiert dann gegen 15.20 Uhr die Breitgasse in Langgöns, um 16.15 Uhr die Bushaltestelle Frankfurter Straße in Großen Linden und um 16.45 Uhr die Bushaltestelle Wetzlarer Straße in KleinLinden. Überall ist möglich, sich der Raddemo anzuschließen, ebenso gegen 17 Uhr in Höhe Schubertstraße und kurz danach dann am Selterstor (E-Klo). 17.15 Uhr folgt dann eine Kundgebung auf der Ostanlage direkt vor den Gerichtsgebäuden, die bei der Beerdigung der Verkehrswende in Gießen eine unrühmliche Rolle spielten. Im Anschluss geht es zur Sophie-Scholl-Schule, dem Übernachtungsplatz. Dort gibt es um 19 Uhr Abendessen und danach zwei spannende Workshops zur RegioTram-Idee für Gießen und zum B49-Neubau. Letzterer ist dann auch Hauptthema des Folgetages. Denn um 9.30 Uhr geht es vom Schulhof direkt auf die B49 bis zur Abfahrt nach Oppenrod, um dann auf Feldwegen die geplante Trasse näher kennenzulernen. Als skandalös betrachten die Verkehrswendeaktiven nicht nur, dass durch den Bau das Jossollertal zu großen Teilen zerstört und neuer Verkehr erzeugt wird, der dann die weiter östlich liegenden Orten zusätzlich belastet, sondern im Besonderen, dass dieser Bau aus Sanierungsmitteln finanziert wird – Bahn und marode Brücken also wegen des überflüssigen Neubaus im Stich gelassen werden. Wer sich der Trassenfahrt anschließen will, sollte um 10 Uhr an der Unterführung des R7-Radweges unter der A5 auf die Raddemo warten. Nahe der beiden ersten Baustellen unterhalb eines betroffenen Wohngebietes und der Grundschule sowie südlich von Lindenstruth wird es kleine Kundgebungen gegen den Straßenbau geben, dessen Plan auf manipulierten Zahlen für zukünftige Verkehrsmengen und behauptete Entlastungswirkungen beruht.

Infoseite: www.tourdenatur.net