
Gießen – Kürzlich war Autor und Speaker Norman Wolf an den Sophie-Scholl-Schulen Gießen zu Gast. In Lesungen für die Jahrgangsstufen 3 bis 5 sowie die Startbahn, die Berufsorientierungsstufe für Schülerinnen und Schüler ab dem 10. Schulbesuchsjahr mit Anspruch auf sonderpädagogische Förderung, stellte er sein Buch „Wenn die Pause zur Hölle wird“ vor und berichtete offen von seinen eigenen Erfahrungen mit Mobbing.
In jeweils rund 90 Minuten schilderte Wolf, wie belastend Ausgrenzung, Beleidigungen und Demütigungen für Betroffene sein können. Dabei machte er deutlich, dass Mobbing weit mehr ist als ein harmloser Streit oder „ein bisschen Ärgern“.
“Mobbing ist kein anderes Wort für Ärgern. Es ist nichts, was den Charakter stärkt. Mobbing ist etwas, das Dich in eine Ecke treibt, aus der Du das Gefühl hast, nicht mehr rauszukommen”, betonte Norman Wolf.
Wie verbreitet solche Erfahrungen sind, zeigt auch eine aktuelle Studie der Aktion Mensch: 47 Prozent der befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen gaben an, selbst schon einmal Opfer von Mobbing geworden zu sein. 61 Prozent haben beobachtet, wie andere gemobbt wurden. Als häufigster Ort wird mit deutlichem Abstand die Schule genannt; 91 Prozent der Betroffenen berichteten von Mobbing im schulischen Kontext.
Mit persönlichen Geschichten und Auszügen aus seinem Buch ermutigte Wolf die Schülerinnen und Schüler, nicht zu schweigen und Hilfe anzunehmen. Gleichzeitig warb er dafür, hinzuschauen und Betroffene nicht allein zu lassen.
„Norman Wolf hat die Kinder mit großer Offenheit und Authentizität erreicht. Seine persönlichen Erfahrungen haben eindrucksvoll verdeutlicht, wie verletzend Mobbing sein kann. Zugleich haben sie uns darin bestärkt, unsere tolerante, menschenfreundliche und inklusive Schulkultur bewusst zu pflegen und immer weiterzuentwickeln. Die Lesungen haben viele Schülerinnen und Schüler nachdenklich gemacht und wichtige Gespräche angestoßen”, erklärte Lehrerin Dr. Petra Zimmermann.
Die Schule dankt Norman Wolf für seinen Mut und sein Engagement. Seine Botschaft habe gezeigt, so Zimmermann, wie wichtig es sei, Verantwortung füreinander zu übernehmen und eine Kultur des Hinschauens, Zuhörens und gegenseitigen Respekts zu fördern. Weitere Informationen auf www.sophie-scholl-schulen.de.



